Fredersdorf in alten Ansichten

Fredersdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Groß
Gemeente
:   Fredersdorf
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6293-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fredersdorf in alten Ansichten'

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Einleitung

Fredersdorf, etwa 20 km östlich vom Berliner Stadtzentrum entfernt, liegt im Berliner Urstromtal 46 m bis 62 m ü.NN. Das alre Dorf war früher ein kleiner Ort mit Kirche, Pfarrhaus, Schloß, Rittergut, Schäferei, Wasserrnûhle, dem Dorfkrug, der Schmiede, einigen Bauernwirtschaften und Kossäten-Hàusern. Eine einklassige Dorfschule, die später durch den Bevölkerungszuwachs entsprechend vergrößert werden mußte, gehörte ebenfalls dazu.

Bestimmend bei der Eutstehung von Fredersdorf war sicher auch das Fließ, das den Ort nach Osten hin begrenzt und hier ein natürliches Gefälle gehabt haben muß, was zum Bau einerWassermühle geeignet war. Schon in der ersten urkundlichen Erwähnung von Fredersdorf aus dern Iahr 1375 im Landbuch Kaiser Karl des IV. wird die Mühle mit genannt. Heute ist aus dem kleinen Angerdorf eine sich weit nach Norden hin erstreekende Siedlungsgemeinde geworden. Durch die 1957 erfolgte Eingliederung des ehemaligen Ortsteils Altlandsberg-Süd (früher Baufelde), und der am 5. Dezember 1993 erfolgten Vereinigung mit unserem NachbardorfVogelsdorf, haben wir jetzt das DoppeldorfFredersdorf-Vogelsdorfmit 7 500 Einwohnem.

Die Aufgabe dieses Büchleins ist es nun, die Zeit von erwa 1880 bis 1930 an Hand alter Postkarten wieder in Erinnerung zu bringen. Die Vergangenheit des alten Dorfes Vogelsdorf sollte in einer gesonderten Ausgabe dargestellt werden. Zum besseren Verständnis für unseren Ort ein kurzer Abriß seinerVergangenheit. 1375 Frederikstorpp, 1450 Friderichstorff, 1652 Frederstorff, 1875 Fredersdorf an der Osrbahn, danach Fredersdorf bei Berlin und jetzt 15370 Fredersdorf- Vogelsdorf. So hat sich unser Ortsname im Laufe der Iahrhunderte gewandelt. 1375 hatte unser Ort 75 Einwohner, 1871, also nach fast fünfhundert [ahren, wurden 471 Bewohner angegeben. Es waren jedoch keine ruhigen Iahrhunderte, denn die Kriegszeiten mit Zerstörungen und Plünderun-

gen, sowie Pest und Hungersnor brachten der Mark und auch unserem Ort Not und Elcnd. So ist berichtet, daß im Iahre 1432 die Hussiten, nach ihrem vergeblichen Versuch Bernau einzunehmen, sich mit etwa 7 000 bis 8 000 Mann alles verwüstend, nach Süden zurückzogen. Dabei ging auch Fredersdorf in Flammen auf und erlebte alle Greuel einer schnellen und wilden Vernichtung. Es verwundert da nicht, daß es 1450 nur noch etwa 52 Einwohner gab. 1598 forderte die Pest viele Menschenleben. Dann kamen die unruhigen jahre des Dreißigjährigen Krieges in dem durchziehende Soldaten plünderten und Verwüstungen hinterließen.

Besonders 1630 bis 1639 haben die Schweden in unserer Gegend arg gehaust. In jener Zeit muß auch unsere Kirche zerstört worden sein, die dann an gleicher Stelle in den Iahren I 707 bis I 7 1 0 von dem damaligen Besitzer von Fredersdorf, Hans Sigismund von Görtzke, der auch als Bauherr des Fredersdorfer Schlosses genmt wird, wieder erbaut wurde. Die Familie derer von Görtzke war über dreihundert Iahre lang Besitzer unseres Ortes. Einige haben im Gewölbe unter dem Kirchturm ihre letzte Ruhe geflmden.

1749 wurde Rittergut nnd Schloß an Heinrich Grafen von Podewils, dem Geheimen Kriegs- und Kabinettsminister von König Friedrich 11., verkauft, Fûr ihn und seine Familie ist das Mausoleum neben der Kirche erbaut worden, in dem er, seine Frau und zwei Söhne beigesetzt sind, Weitere Besitzer des Rittergutes und Schloßherren von Fredersdorf waren: 1811 bis 1856 der Geheime Kommerzienrat Henry, 1856 bis

1867 KammergerichtsratTorgany (Mitglieder der Familien sind auf der Parkinsel beigesetzt), 1867 bis 1891 der Großschlächter und KommerzienratVerdries und Sohn, 1891 bis 1923 Generalleutnant von Bothe (Erbbegräbnis auf dem Friedhof) und 192 3 bis 1945 dessen Schwiegersohn Paul Bohm.

Fredersdorf Ein richtiges Dorf war unser Ort eigentlich nur bis zur Mitte des 19. jahrhunderts. Vergleichen wir dazu die Einwohnerzahlen. 1 375 waren es etwa 75 Bewohner, 1 856 hatte Fredersdorf 3 1 3 Einwohner, Doch jetzt gingen die Zahlen sprunghaft nach oben. 1890 waren es 1 200 Einwohner. Das heißr, innerhalb von etwa siebzig Iahrcn harte sich die Bevölkerungszahl um das über sechsfache erhöht. Das einstige kleine Angerdorf, das nur von einer Eiche (Hauptstraße/Ecke Bohmstraße) bis zur anderen Eiche am Ende der Dorfstraße (Abzweig Platanenstraße und Petershagenerstraße) ging, hat sich in den letzten 150 Iahren gänzlich verandert. Während früher derWald und die Felder direkt bis hinter die Gehöfte in der Dorfstraße gingen, ist [etzt der größte Teil der Gemarkung erschlossen nnd besiedelt, Wer weiß da noch, daß - ehe es einen Bäcker im Ort gab - hinter dem Dorf (jetzt Martin-Luther-Straße/EckeTieckstraße) für die Bewohner ein Gemeinschafts-Backofen stand. Im Laufe der [ahrzehnte ist er eingestürzt und war ein bellebter Spielplatz, 'Backan' genannt, für die Dorfkinder, Beim Ausheben des Wasserleitungsgraben für die Siedlung kam an dieser Stelle in etwa 40 cm noch eine Schicht roter Ziegel zum Vorschetn. Oder, daß es hinter dem Dorf den Marktsteg gab; ein schrnaler Fußgängersteg, der an der Sandkute in der Feldstraße (hier wurde der Sand zum Hausbau entnommen) vorbei durch den Wald nach Altlandsberg ging und von den Jahrmarktsbesuchern benutzt wurde. Die kleine Straße Schäfergarten soll daran erinnern, daß hier die alte Schäferei stand, die bis zu achthundert Schafe beherbergte.Als im Iahre 1865 das danebenstehende Ahlberndtsche Haus abbrannte - ein Dienstmädchen harte aus Rache das Feuer gelegt - ging auch die Schäferei zugrunde. Die Schafe wären auch verbrannt, wenn nicht ein treuer Hund sie alle gerettet hätte, der dann allein in den Flamrnen den Tod fand.

Ein kleines Bild vorn damaligen Dorfleben gibt uns pfarrer Hosemann in seiner 1927 veröffentlichten Ortsgeschichte. Er schreibt dazu: 'Diese großen Schafherden belebten nächst den Rindern das Bild des Dorfes ganz besouders. da sie täglich auf die Weide geführt wurden, Wie schon, wenn sie dann beim Eintritt der Dämmenmg mit ihren Glóck-

ehen, die sie teilweise am Hals trugen, zurückkehrten, und sich deren Getön mit dem Klange der Abendglocke mischte, Die Einwohner saßen dann wohl schon meistens auf ihren Bänken, die vor den Haûsern aus Stein errichtet und mit Paden ausgepolstert waren: Da war noch nichts zu merken von der Hast und der Unruhe einer nervösen Zeit. Ländlicher Frieden wohnte in den Gefilden. Diese schwärmerischen Sätze sollten uns aber nicht vergessen lassen, daß die Dorfbewohner sich nur mit schwerer und harter Arbeit ihren Lebensunterhalt schaffen konnten.

Durch den Bau der Ostbahnstrecke Berlin-Kûstrin im Iahre 1867 erfolgte jetzt eine schnelle Veränderung unseres Ortsbildes. Am 15. September 1872 wurde unser jetziger Bahnhof als Bahnstation Petershagen mit der Bergbahnlinie nach Rüdersdorf-Kalkberge, in Betrieb genommen. Daß unser Bahnhof anfangs Petershagen hieß lag sicher daran, daß der Ortskern von Petershagen näher lag als der von Fredersdorf Die Umbenennung in Fredersdorf erfolgte erst am 1. [anuar 1875 angeblich nachdern ein Fremder auf dem Bahnhof starb und sich Petershagen weigerte die Bestattungskosten des Toten zu ûbernehmen, Da wurden die Gemeindeväter wach und besarmen sich, daß der Balmhof ja auf Fredersdorfer Gebiet liegt.

Nun war unser Ort aus seiner Abgeschiedenheit herausgerissen, Kaufwillige Berliner kamen. So dehnte sich Fredersdorf sclmell nach Norden über die Bahngleise hin aus und erreichte nach etwa sechzig jahren fast sein heutiges Aussehen,

Wenn Sie nun die nachfolgenden Bilder und alten Postkarten betrachten, so versuchen Sie in Gedanken die Zeit etwa einhundert [ahre zurückzustellen, Und wer sich die Mûhe macht den Weg vom Bahnhof aus auf 'Schusters Rappen' bis hin zum eigentlichen Derfkern zwischen den zwei Eichen, die 1812113 als Friedenseichen gepflanzt wurden,

zu gehen, der wird noch manches wiedererkennen oder aber auch vermissen.

Fredersdorf im März 1996, Siegfried Groß

'Viel Karten wandern von Ort zu Ort. Verbreiten und fördern den Sammelsport. Erheitern den Sinn, erfreuen den Bliek und bringen uns manch fröhlich erinnern zurück,' Dieser Spruch auf einer der ältesten Karten von Fredersdorf soll den Anfang der 'Alten Ansichten' von unserem Ort bilden. In dem Geschäftsha us Platanenstraße

16, neben der Schule, ist auch jetzt noch ein Lcbensrnittelgeschäft. Eine Zeitlang hatte hier Kaufmann Hopp seinen Laden. Er war sehr geschäftstüchtig und verstand es seine Ware anzubieten. So war dann im Ort der Spruch entstanden: 'Ich zerbrech mir nicht den Kopp, ich kauf alles ein bei Hopp,'

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2 In den Iahren J 865-1867 wurde die Ostbahnstrecke Berlin-Küstrm gebaut die am 1. Juli 1867 eröffnet wurde. Zur Eröffnung beförderte der Probezug die mutigen Fahrgäste umsonst. Haltestellen waren nach Berlin noch Neuenhagen, Strausberg, Müncheberg und Küstrin. Die Dorfchronik berichtet, daß Frau Gastwirtin Glockauer aus Fredersdorf und der Zimmermeister Madel sich auch gratis von Neuenhagen bis Kûstrin befördern ließen und zwar herablassender Weise in einem Coupee 1. Klasse! Es war ja auch das Ereignis durch das die an der Bahn liegenden Orte bevölkerungs-

mäßig und wirtschaftlich einen großenAufschwung nahmen.

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-Gruss vorn 13ahl~oi fredersdorf.

3 Der alte Fredersdorfer Bahnhof wie er bis 1945 bestand, als er noch in den letzten Kriegstagen abbrannte. Der einfahrende Zug kommt aus Strausberg und fährt nach Berlin. Auf dem Nebengleis kamen die Züge aus Berlin. Der auf dem rechten Bahnsteig haltende Zug fuhr nach Rüdersdorf über Petershagen. In dem Bahnhofsgebäude, das 1875 fertiggestellt worden war, gab es neben der Fahrkartenhalle mit Gepäckausgabe auch ein Bahnhofsrestaurant. Dazu die Diensträume des Stationsvorstehers. eine Fahrradaufbewahrung und einen Lagerraum für Stückgut. In dem überdachten Teil des Bahnsteiges war das Knipserhäuschen (Wanne), in dem je

nach Bedarf ein oder zwei Bahner saßen um die Pahrkarten der Abreisenden zu lochen und die der Ankommenden wieder einzusammeln.

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4 Mit dem Bau der Ostbahn und der Haltestelle Fredersdorf wurde auch hier gebaut. In der Altlandsberger Chaussee Nr. 1 entstand dieses Gasthaus mit angebautem Saal rechts zum Bahnhof hin. Auf diesem Bild durch die Bäume nicht erkennbar. Die Lage war gut. Direkt am Bahnhof und der Straße von Petershagen und Fredersdorf nach Altlandsberg. 1892 wird ein Herr Girke als Gastwirt genannt. Ein Brand in dieser Gaststatte soll 1903 mit der Anlaß zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Fredersdorf gewesen sein.

5 In der Bahnhofsstraßel Ecke Lindenallee war das Gesellschaftshaus Fredersdorf von Herrn Otto Wiese. Die Gaststätte besteht heute noch, nur der dazugehörende schöne große Saal mit Bühne hat so manche Wandlung durchgemacht. lange Zeit war es Kino unter dem Namen 'Union lichtspiele Fredersdorf' , und diente auch der Gemeinde und den Parteien fûr Veranstaltungen. Vor der Gaststätte im Schatten der Bäume standen hierTische und Stühle.

GESELLSCHI1FTSHI1US FREDERSDORF. OST8.

Inh. Otto Wiese Tel. ffeuenhagen 155.

6 Zum Andenken an das Volksfest 1926 steht auf dieser Postkarte, die vom Fredersdorfer Fotograf}. Kind angefertigt wurde. Ort ist der alte Sport- und Festplatz in der LindenalleelEcke Langestraße. Die Fläche zwischen Langestraße und Altlandsberger Chaussee ist noch kaum bebaut. Herausragend im Hintergrund die 'Schiefe Haube'. Das Grundstück ist schräg angeschnitten. Das Haus wurde nun parallel zur Grundstücksgrenze gebaut. Dadurch bekam es keinen rechtwinkligen Grundriß. Dazu die Dachform, der Spitzname war geboren.

7 Von der Lindenallee aus werfen wir einen Blick in die Lange Straße. Sie wurde nach 1910 bebaut. Auf der rechten Seite in dem ersten Haus war die Fleischerei Hilgener. Dahinter sind noch viele Grundstücke unbebaut. Die Straßenbäume sind auch erst frisch angepflanzt worden. Dadurch verstärkt sich der Eindruck einer 'langen Straße' noch mehr. Im Gegensatz dazu die Kurze Straße, die sich auf der anderen Seite der Bahnlinie befindet. Übrigens war auf der Ecke Lindenallee/Lange Straße für kurze Zeit auch einmal der Gemeinde-Sportund Festplatz.

FREDERSDORF. Lange Straße

8 Der Gemeinde-Sportplatz und Trainingsstätte der MT V Fredersdorf 1 887. Er war mit seinen zwei Spielfeldern, einem großen für Fußball und einem kleineren für Handball, der 400-m-Aschebahn, den Sprunggruben für Hochund Weitsprung, Urnkleideräumen und zwei Toilettenhäuschen sehr gut ausgestattet. Zudem wurde er auch noch als Festplatz für örtliche Feierngenutzt.1959/60 wurde dann hier aus Lottomitteln eine Radrennbahn gebaut.

FREDERSOORF b. Berlin

Gemeinde-Spcrrplats

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