Freilassing in alten Ansichten Band 1

Freilassing in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Huber
Gemeente
:   Freilassing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1809-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freilassing in alten Ansichten Band 1'

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9. Raufereien und auch Messerstechereien waren seinerzeit in den Gasthäusern an der Tagesordnung. Wenn einer einen nur schief anschaute oder gar anrempelte, ging's schon los. Im Mai 1878 traktierte ein betrunkener Wachtmeister vor dem Hotel Föckerer mit seinem Säbel einen Gast so sehr, daß er gleich vom Leben zum Tode kam (Rechenhaller Grenzbote). Es wurde natürlich nicht nur gerauft, sondern vorher tüchtig gefeiert. Das Preisplatteln beim Rieschenwirt war eine bekannte und beliebte Veranstaltung. Dann gab es noch den Sa1zburghöfler 'Kiaretag' (Kirchweih), Bauernhochzeiten, die traditionelle Einkehr nach den Sonntagsgottesdiensten und viele andere Gelegenheiten. Das Bild zeigt den Rieschenwirt um 1910 mit seinem Gastgarten.

10. Das erste Schulhaus in Salzburghofen vor der Kirche war zugleich auch Mesnerhaus. Der Mesner war zugleich auch Lehrer. Er lehrte Lesen und Schreiben. Des Rechnens waren die meisten Lehrer unkundig. Die '4 Spezies' waren die vier Rechnungsarten. Eine der schwierigsten Rechenarten war die 'Regel de tri' (Dreisatzrechnung) und nur ganz wenige beherrschten sie. Das waren die Anfänge der Schule vor ungefähr 200 Jahren. Es gab nur einen Lehrer und ein Schulzirnmer, das zugleich Wohnstube des Lehrers war. Alfons Gundel beschrieb die Entwicklung der Schule ausführlich in seinen Heimatblättern. Es existiert auch eine alte Schulchronik von Raschbichler und Rabenhofer.

11. Zu den wichtigsten Handwerkern eines Dorfes gehörten die Wagner und Schrniede. Die erste Schrniede stand seit 1332 an der Handelsstraße Nürnberg-Salzburg-Venedig, 'Heinricus faber de vreyloz' (Heinrich der Schmied von Freilassing) hieß der erste Schrnied. Die Schmiede wurde nach 1800 abgerissen und an ihre Stelle das Schmidhäusl gebaut. Bei der Schmiede irn Dorf trafen sich die Bauern, um ihre Pferde zu beschlagen und um Eisenreifen auf die Rader ihrer Fuhrwerke ziehen zu lassen. Das Hämmern des Schmiedes und der Rauch des Schrniedefeuers vermischten sich mit dem Horngeruch der Pferdehufe. Im Bild die Schrniede von Andreas Schauppner in Salzburghofen um 1900.

12. Das Herrenhaus am Petersweg wurde 1974 abgerissen. Es entstanden dort große Wohnblöcke aus Beton und Glas. Das Gebäude sieht geradezu modern aus und hatte keinerlei Baufälligkeit und dennoch mußte es weg. Weiß man heute noch warum? Das Gut wurde 1899 umgebaut und präsentiert sich seither so wie auf dem Bild. Es wurde von einer Baronin von Berchem bewirtschaftet und ging anschließend in den Besitz von Baron Kastner über, Sein Verwalter war Karl Blender, der in der Heiligbrunnervilla, die auch zum Gut gehörte, wohnte. Der Heustadl des Gutes wurde umgebaut und dient heute dem Roten Kreuz als Unterkunft.

13. Das Kaufhaus Heinrich Leist war ein schöner Backsteinbau und befand sich diagonal gegenüber der Marienkirche in Salzburghofen. Es mußte vor ein paar Jahren einem neuen Wohnblock weichen. Leist war auch Kassierer der 1905 gegründeten Darlehenskasse und Mitglied bei vielen anderen Vereinen. Nach seinem Tod 1918 übernahm sein Sohn, der ebenfalls Heinrich hieß, das Geschäft. Er führte auch Kolonial-, Kurzund Tabakwaren und fuhr mit seinem Pferdegespann zu Verkaufsfahrten durch den Ort. Als 1926 das Geschäft in die Hauptstraße verlegt wurde, ging das Haus in den Besitz des Franziskaner-Klosters über. Man durchbrach die Kellerdecke und schuf damit eine Turnhalle für die Schule.

14. Wie diese Luftaufnahme von Freilassing entstanden ist, ist schwer zu sagen. Sie muß um 1910 oder 1915 entstanden sein. Wahrscheinlich ist sie mit Hilfe eines Fesselballons gemacht worden. Rechts im Bild die Ludwig-Zeller-Straße, in der Mitte die Hauptstraße, deren rechte Seite noch wenig bebaut ist, Jahnstraße und Eichetweg sowie die Münchner Straße führen weitgehend durch Wiesen und Felder. Die Lindenstraße ist nur angedeutet und hört in Höhe der Jahnstraße auf. Der kleine Feldweg ganz links oben ist die heutige Augustinerstraße. Sie führte zur ersten Freilassinger Kirche, der Notkirche. Es standen aber schon die Eisenbahnerkolonie in der Münchner Straße und das Zentralschulhaus.

15. In einern Werbeprospekt des Verschönerungsvereins von Freilassing aus dem Jahre 1930 entdeckte ich diese Luftaufnahme. Die Rupertuskirche sieht noch etwas bescheiden aus ohne ihren großen Turm. Die Lindenstraße ist mittlerweile eine breite Straße geworden. Vor allem aber standen noch die Linden auf beiden Seiten der Straße. Es stehen bereits das Feuerwehrhaus (erbaut 1926) und die TSV-Jahnturnhalle (1930). Die Hauptstraße präsentiert sich noch rnit ihren Vorgärten zur Straße hin und die Baulücken auf der rechten Straßenseite schließen sich allmählich. Die heutige Salzburger Straße ging nur bis zur Aumühle. Was bei dieser Aufnahme besonders auffält, ist der reiche Baumbestand, der sich mitten durch den Ort zog. Wer den wohl abgeholzt hat?

16. Die erste Aufnahme vom neu erbauten Turm der Rupertuskirche. Der Bliek geht entlang der Jahnstraße, welche die Lindenstraße im Vordergrund kreuzt. Es lohnt sich, dieses Bild etwas genauer zu betrachten. Der Bliek reicht über die Hauptstraße bis hinunter zum Zollhäusl und zur Reichenhaller Straße. Sie werden nicht viele Häuser finden, die heute noch unverändert sind. Dies beweist eine Vergleichsaufnahme von 1981 vom gleichen Standpunkt, welche kaum noch eine Ähnlichkeit mit obiger aus dem Jahre 1935 hat. Der Ort hat sich in eine Stadt verwandelt. Dies wird besonders in der Lindenstraße deutlich. Waren es früher vorwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser, so bestimmen heute Blockbauten mit zumeist Flachdächern das Ortsbild.

17. In entgegengesetzter Blickrichtung zur vorherigen Aufnahme sehen Sie links die Münchner Straße und rechts den Eichetweg. Parallel zur Münchner Straße die Thimostraße, noch weiter rechts der obere Teil der Schulstraße, die damals Vierthaler Straße hieß. (Schulstraße hieß damals die heutige Bräuhausstraße.) Quer durch das Bild zieht sich die Mittlere Feldstraße hin, Das große Auer-Haus auf dem Weberbauernfeld im Vordergrund gehörte dem Weberbauern Christian. Der Eichetweg war der kürzeste und meistbefahrenste Radweg nach Surheim und Laufen. Die Hasholznerbauern (Zacheibauern), irn Hintergrund links, mußten im Dritten Reich verkauft und der rechte im Bild sogar abgerissen werden. Dort entstanden dann die Gebäude des Heereszeugamts.

18. Selbst für eingefleischte Freilassinger ist diese Aufnahme nicht sofort zu erkennen. Sie wurde aus der 'Von der Heyd-Villa' um 1900 geknipst. Sie zeigt die Laufener Straße und den Rathausplatz. Bemerkenswert ist, daß keines der abgebildeten Häuser mehr steht. Ganz links das Straßenmeisteroder Millauerhaus, darüber das Zollgebäude und in der Mitte das Rathaus mit seinem Türmchen. Vorne rechts das Kaufmann Willi-Haus, das damals noch keinen Erker besaß; dieser wurde erst etwa um 1910 dazugebaut. Auffällig ist auch hier wieder der reiche Baumbestand. Anstelle des Wäldchens rechts steht heute das Postgebäude. Das vordere Wäldchen steht zum Teil heute noch. Leider wurden kürzlich wieder acht oder zehn Bäume, vorwiegend Buchen, stillschweigend umgesägt.

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