Freilassing in alten Ansichten Band 2

Freilassing in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Huber
Gemeente
:   Freilassing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4980-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freilassing in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Als der Verlag 'Europäische Bibliothek' wieder an mich herantrat und mich bat einen zweiten Bildband 'Freilassing in alten Ansichten' zu gestalten, sagte ich spontan zu, da ein treffender Grund dazu vorlag. Dieser zweite Band soll nun aus Anlaß der Errichtung unseres, seit langem geplanten Heimatmuseums erscheinen. Dies ist natürlich nicht der einzige Grund, vielmehr soll es auch ein amüsantes Heimatbüchlein mit möglichst vielen geschichtlichen Informationen und Bildern werden.

Als ich im ersten Bildband von einem Heimatmuseum erzählte, welches in Freilassing fehlt, dachte noch niemand daran daß dieser Gedanke 8 Jahre später Gestalt annehmen würde.

Bereits im Jahr 1980, anläßlich der Eröffnung der neuen Sparkasse, bei der eine Ausstellung alter Freilassinger Ansichten gezeigt wurde, führte ich ein Gespräch mit dem damals neu gewählten Bürgermeister Breuninger über ein Heimatmuseum in Freilassing. Schon damals nannte der Bürgermeister das Feuerwehrhaus in der Lindenstraße als ein geeignetes und mögliches Objekt. Er meinte, es müsse sich nur jemand dafür einsetzen und die Sache ernsthaft vorantreiben. Seither durfte ich mit einer Handvoll Idealisten an der Entstehung dieses Museums mitwirken.

Das erste Gespräch zur Gründung eines Heimatmuseums fand am 19. Februar 1982 in der Wohnung von Frau Buchfelder statt. Anwesend waren, neben der Gastgeberin, Sofie Graßmann, Eduard Nickl und Willi Huber. Dieses Treffen kann man heute als Geburtsstunde des Heimatmuseums bezeichnen.

Als bei einem weiteren Treffen Bürgermeister Breuninger und zehn weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erschienen waren, wurde sozusagen der Startschuß gegeben. Alle Anwesenden sagten ihre Unterstützung zu. So konnte am 4. Oktober 1983 im Rathaussaal die Gründungs-

versammlung des Fördervereins 'Heimatmuseum Freilassing' stattfinden.

In den Vorstand wurden gewählt: 1. Vorsitzender Bürgermeister Lucian Breuninger, Stellvertreter Sofie Graßmann und Elisabeth Buchfelder, Schriftführer Willi Huber, Kassier Kurt Enzinger und Archivar Eduard NickI. Diese Vorstandschaft ist bis heute noch im Amt und mit Interesse und persönlichem Einsatz beteiligt. Hinzu kamen noch Architekten, Künstler und historisch Interessierte, die in den erweiterten Vorstand und in den Beirat gewählt wurden und dem Verein wichtige Impulse gaben.

Bei der Gründungsversammlung erklärten 27 Einzelmitglieder und 8 Vereine ihren Beitritt. Bereits ein Jahr später hatte der Verein über 100 Mitglieder.

Dem Museumsverein kam der Umstand zugute, daß die Feuerwehr unbedingt ein größeres Gebäude brauchte. Mit dem Umzug der Feuerwehr in das neue Haus an der Münchener Straße, wurde nun das alte Gebäude frei und konnte umgebaut werden. Die Umbaukosten wurden zunächst auf 160 000 DM festgelegt, später auf 250 000 und schließlich auf 300 000 DM erhöht. Im Herbst 1990 wurde der Umbau in Angriff genommen. Das Bayerische Nationalmuseum in München, Abteilung nichtstaatliche Museen, stand mit ihren Fachleuten beim Umbau mit Rat und Tat zur Seite. Es leistete auch einen erheblichen finanziellen Beitrag, wie überhaupt alle Möglichkeiten der Bezuschussung genutzt wurden.

Der angebaute Eingangstrakt wurde bewußt in einer moderneren Art gestaltet, damit sich das übrige Gebäude mit seiner klassischen Bausubstanz im alten Zustand von 1927 abhebt und erhalten bleibt. Die ersten Entwürfe und späteren Pläne stammen von Herrn Stefan Stimmler vom städtischen Bauamt. Für den Umbau wurde ein Museumsausschuß gegründet, in dem Architekten, Bauingenieure und

historisch interessierte Personen vertreten sind. Es wurde also alles getan, um möglichst alle Gesichtspunkte eines modemen Museums zu berücksichtigen. Aus dem bescheidenen Vereinskapital wurden für den Umbau 20 000 DM verwendet.

Manche mögen ein Museum für überflüssig halten, aber dann müßte man Kultur schlechthin als unwichtig erachten. Geschichte, die in unserem Museum zwar nur regional vertreten sein wird, aber ist ein kultureller Bestandteil wie Kunst oder Politik. Geschichte ist wichtig, um die Entwicklung darzustellen. denn nur wer die Geschichte kermt, kann die Gegenwart verstehen. kann künftige Entwicklungen erahnen und sie beeinflussen.

Jeder Bürger sollte deshalb Interesse an seiner Heimat haben und aktiv am kulturellen Geschehen mitarbeiten. Dazu gehört auch die aktive Mitarbeit in Vereinen, politischen Parteien und Gruppen.

Wünschenswert wäre in Freilassing auch ein Stadtheimatpfleger, wie er in größerer Städten üblich ist, der bei den vielfältigen Aufgaben einer Stadt mitwirkt.

Auch beim vieldiskutierten Ausbau der Hauptstraße, hätte ein Heimatpleger nützliche Anregungen geben können, Schließlich ist es, nach einigen Unstimmigkeiten, aber doch, zur Freude aller Beteiligten, zu einer Fußgängerzone gekommen. Das Hauptproblem besteht jedoch nicht nur darin, den Straßenverkehr aus irgendwelchen Gebieten zu verbannen, sondern ihn einzuschränken. Hierzu bedarf es eines Umdenkungsprozesses seitens der Autofahrer. Der Treibhauseffekt auf unserer Erde entsteht nicht nur aus dem Treibgas unserer Spraydosen, sondern in der Hauptsache durch Verbrennungen aller Art. Hierbei ist das Auto ein Hauptverursacher. Um diesen Zustand abzuschaffen gibt es mehrere Denkmodelle: Einmal könnte man den Benzinpreis von derzeit um 1,15 DM pro Liter, drastisch erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Fahrverbot zu bestimmten Zeiten, oder eine Versteuerung der gefahrenen Kilometer. Das gleiche gilt auch für das immer größer werdende Müllproblem. Alle Verordnungen und Gesetze helfen nur wenig, wenn nicht der Mensch sein Verhalten ändert. Die Schwierigkeit liegt auch darin, daß sich Umweltschutz und Kommerz nur schwer in Einklang bringen lassen.

Aber nun zum Hauptthema dieses Bildbandes, den alten Ansichten. Es ist erstaunlich welche Vielzahl von Postkarten mit Freilassinger Ansichten es gibt. Wenige stammen aus den Jahren vor der Jahrhundertwende, die meisten wurden zwischen 1910 und 1930 gedruckt, als die Fotografie in einer breiten Bevölkerung Fuß faßte. Waren es beim ersten Bildband viele Leihgeber, die ihre Postkarten zur Verfügung stellten, so waren es diesmal nur zwei. Ich habe mich dafür zu bedanken bei Sofie Graßmann und Willi Krockauer, die meisten Bilder stammen jedoch aus meinem Privatarchiv .

Der Kupferstich auf der Titelseite ist die älteste Darstellung von Salzburghofen. Er stammt aus einer im Jahr 1740 erschienenen Mappe mit insgesamt 81 verschiedenen Stichen von Johann Mathias Steidlin aus Augsburg.

Die Mappe wurde von den damaligen Herren der Pfarrei Salzburghofen, dem Augustiner-Eremitenorden in Salzburg (1606-1773), in Auftrag gegeben. Dieses 22 x 29 Zentimeter große Blatt entdeckte der frühere Pfarrer und Heimatforseher Markus Westenthanner im Kunsthandel.

Ich wünsche diesem Band den gleichen Erfolg wie dem ersten, welcher 1982 erschien, 1988 eine zweite und 1989 eine dritte Auflage erlebte. Leider sind diese Bände , sowie die Chronik von Freilassing von Paul Friedl, längst vergriffen. Eine neue Chronik unter Mitarbeit mehrerer Fachleute ist bereits in Arbeit.

1. Das alte Feuerwehrhaus und heutige Museum wurde im Jahr 1927 unter Bürgermeister Karl Rittmann erbaut und löste das alte 'Lösch- und Requisitenhaus' am Petersweg ab. Mit einer Motorspritze und einem Mannschaftswagen hatte man nun eine schlagkräftige Wehr. Den ersten Stock des Hauses bewohnte Kunstmaler Josef BrendIe mit seiner Frau und zwei Töchtern. Brendie malte auch den heiligen Florian auf der Südseite des Schlauchturmes. Die glatte Fläche ist dort heute noch zu sehen. Zuletzt belebte die Familie Sagmeister die Räume. 1985 wurde die Wohnung der 3. Ordens-Schwestern im zweiten Stock frei und es konnte der Museumsverein mit seinen bisher gesammelten Archivalien einziehen. 1986 wurde erstmals jeden Mittwoch ein Besuchertag eingeführt.

2. Diese aquarellierte Zeichnung ist neben dem Kupferstich auf der Umschlagseite, die älteste bildliche Darstellung von Salzburghofen. Sie entstand etwa um 1840. Im Jahr 1849 waren die Umbauarbeiten an der Marienkirche abgeschlossen. An der Nordseite der Kirche wurde ein Seitenschiff angebaut, es entstand die den Chorschluß umlaufende Sakristei, und der Turm bekam statt seiner Zwiebel nunmehr eine Spitzhaube. Auf dem Bild ist deutlich zu erkennen, daß Salzburghofen früher aus zwei Ortsteilen bestand. Einmal das Gebiet um die Marienkirche mil ihrem karolingischen Königshof, zum anderen die Peterskirche, die man auch Leutkirche nannte, rnit dem dazugehörigen Dorf.

WORTHLE 1 SOHN. SALZBTJRG. /3~O d

Sel zburçiiofen

3. Salzburghofen um die Jahrhundertwende. Die Theorie von den zwei Ortsteilen bestätigten auch Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege. Anläßlich einer Ausstellung zum 30jährigen Stadtjubiläum, wo auch Grabbeigaben aus dem Bajuwarischen Gräberfeld von Salzburghofen gezeigt wurden, verfaßte DI. Peter Kuhnen einen Artikel in dem er ebenfalls die These der zwei Ortschaften vertrat. Der Name Salzburghofen taucht erstmals im Jahr 885 auf. Da der Ort aber wesentlich älter ist, nimmt man an daß er vorher einen römischen Namen trug. Auch Frau Helga Oberndorfer-Lang schreibt in ihrer noch nicht gedruckten Dissertation von einem früheren Ortsnamen der in Vergessenheit geraten ist. Diese Dissertation beschreibt alle bajuwarischen Reihengräberfelder an Saaiach und Salzach.

6russ aus Salzburghofen

4. Als 1984 das alte Maler-Staller-Haus, Bildmitte, am Sillersdorfer Weg abgerissen wurde, entdeckte man ca. 5 Meter von der Laufener Straße entfernt, unter der Glasveranda eine Zisterne. Sie war oben mit Ziegelsteinen und unten mit Bruchsteinen gemauert, hatte eine Tiefe von 7 Metern und eine lichte Weite von SO Zentimetern. Man glaubte daß man sich auf dern Grund des alten Karolingischen Königshofes befand. Herr Charlier vom Landesamt für Denkmalpflege, der damals die Ausgrabungen auf dem Kapellplatz in Altötting leitete, kam nach Salzburghofen und ließ ein paar Suchgräben ziehen. Leider konnte, außer den langen Gesichtern der Freilassinger Museumsleute, nichts Entscheidendes entdeckt werden. Diese gezeichnete Ansicht stammt etwa aus dem Jahr 1930.

SALZ8URGHOFEN

Kirche u. Schulhaus

5. Die Zisterne unter dem heutigen Gebäude des Bauunternehmers Reichenberger, in der Nähe des runden Turmes, wurde mit Kieselsteinen aufgefüllt, um den Schacht einerseits abzustützen, zum anderen kann man bei Bedarf den Kies absaugen und den Boden der Zisterne untersuchen. Nach Aussagen von Archäologen findet man in solchen Zisternen, neben vielen unbrauchbaren Dingen, auch immer etwas Brauchbares wie Ton- oder Glasscherben aus historischer Zeit. Jedenfalls wurde die Möglichkeit geschaffen den Boden eines Tages zu untersuchen, was aber nicht in Vergessenheit geraten sollte. Auch die Kellermauern wurden dementsprechend gestaltet. Das Bild zeigt die alte Dorfstraße nach Salzburghofen um 1920.

6. Hafnerkapelle und Matulusstraße um 1930. Die Notgrabungen, welche 1963 und 1965 vom Landesamt für Denkmalpflege beim Krankenhaus-Neubau durchgeführt wurden, förderten 269 Gräber mit 285 Bestattungen aus dem 6. bis 8. Jahrhundert zutage, daneben auch eine ganze Reihe von Grabbeigaben wie einer Schildbuckel, Pcrlenketten, Ohrringe aus Amethyst, Silber und Gold, silberne Fibeln und Glasbecher. In den meisten Gräbern befanden sich kleinere Gegenstände, wie Rasiermesser, Riemenzungen, Knochenkämme, Scheren, Spinnwirtel, Nähzeug und ähnliches. Als erstes Zeichen der Christianisierung in unserer Gegend fand man ein sogenanntes Goldblattkreuz, das man den Toten auf das Sterbehemd nähte. Eine wichtige Aufgabe für den Museurnsverein wird es sein, diese Gegenstände zurückzubekommen.

7. Etwa aus dem Jahr 1915 stammt diese Ansicht, bei der die Aussegnungshalle an der Grenze des Friedhofes lag, der noch nicht halb so groß war wie heute. Will man das Alter unseres Ortes bestirnmen, gibt es neben der ersten schriftlichen Erwähnung 885, eine Reihe älterer Anhaltspunkte. Außer dem Bajuwarischen Gräberfeld aus dem 6. bis 8. Jahrhundert , gibt es an der Westwand der Marienkirche einen römischen Grabstein der etwa aus dem 3. oder 4. Jahrhundert stammt. Der älteste Fund von Freilassing ist etwa 4500 Jahre alt und stammt aus der Jungsteinzeit (Neolythik um 4000 bis 1900 v. Chr.). Fundort ist die Hirschbühel-Kiesgrube zwischen Neuhofham und Bruch an der B 304, gegenüber der Einmündung nach Freilassing. Sie diente bis in die siebziger Jahre als Müllgrube .

Gruss aus Salzburghofen (Ob.-Bayern)

Ausschank von Münchner Hackerbräu':

8. Eine Bronzenadel und Knochen von Haustieren sind Funde in Freilassing dic aus der Bronzezeit stammen (1900 bis 900 v. Chr.). Aus der Hallstattzeit (800 bis 400 v. Chr.) stammen Funde in Neuhofham wie ein Skelett mit 8 Bronzeringen, Töpfe, Nadeln und Schmuck. Ebenfalls in Neuhofham wurde ein Grabfund aus der Keltenzeit (500 v. Chr. bis 0) entdeckt. Alle diese Fundc aus Freilassing und Umgebung hat der Heimatforscher Paul Friedl in einem Artikel zusammengefaßt, der leider nicht veröffentlicht wurde. Er gibt Finder, Fundort und heutige, rechtmäßige und unrechtmäßige Besitzer dieser Gegenstände an. Leider sind die meisten dieser Fundstücke auf seltsame weise verschwundcn, welche eigentlich in das Heimatmuseum gehören. Im Bild der Rieschenwirt um die Jahrhundertwende.

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