Freilassing in alten Ansichten Band 2

Freilassing in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Huber
Gemeente
:   Freilassing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4980-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freilassing in alten Ansichten Band 2'

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39. Das Alter der Aufnahme steht bereits als Vermerk auf der Karte. Die Kinder der damaligen Zeit, der Mode entsprechend, mit ihren langen keuschen Kleidern, spielen ohne gestört zu werden auf der Augustinerstraße. Auf der rechten Wiese steht heute die Rupertuskirche, links der Parkplatz vor dem Rathans und der Wochenmarkt. Der Wochenmarkt befand sich früher in der Lindenstraße, etwa dort, wo sich heute das Hutgeschäft Süß befindet. Die Genossenschaftsbauten im Bild sind nicht zu verwechseln mit der heutigen Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft, welche nach dem Krieg in den fünfziger Jahren gegründet wurde. Es handelt sich hier um die Eisenbahner-Baugenossenschaft , die von den Einhcimisehen auch Eisenbahnerkolonie genannt wird. Sie wurde kurz nach der Jahrhundertwende erstellt und war eine soziale Leistung.

FREILASS NG

40. Ein Bliek von der Münchener Straße zur Lindenstraße. Links eine Baracke bei der heutigen Rupertuskirche, sie könnte den Baubeginn der Kirche von 1924 anzeigen. Danebcn der Pfarrhof, Wäscherei Vogl (heute Metzgerei Schreyer-Gottschalk}, dahinter das Metzger-Müller-Haus mil seinem schönen Giebel und das Artmeierhaus in der Hauptstraße. Die davor stehende TSV-Jahnturnhalle hat noch keinen Eingangstrakt. Das Marterl an der Münchener Straße gibt es längst nicht mehr, wei! diese Bildstöcke zum einen ganz aus der Mode kamen, zum anderen oft geplündert werden. Trotzdem gibt es in Freilassing noch eine ganze Reihe von religiösen Darstellungen. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Heimatmuseum. Sofie Graßmann, hat diese sogenannte 'gcistliche Landschaft kürzlich dokumentiert und fotografiert.

41. Neben dem Mechanikermeister Artmeier besaß auch der Besitzer des Gasthauses Schmidhäusl eine Tankstelle. Was hier rnonatlich an Benzin verkauft wurde, schafft heute eine der sechs Freilassinger Tankstellen in ein paar Stunden. Im Hintergrund links ist noch das Straßenmeisterhaus und die davor stehende, mächtige Silberpappel zu sehen. Das Schmidhäusl hat seinen Namen nicht zu unrecht, früher befand sich dort eine Schmiede. Ob sie mit der Schmiede des Heinricus in Verbindung gebracht werden kann, ist nicht belegt, jedoch denkbar. Heinricus, der erste Schmied in 'Frilaz'. ist 1350 nachgewiesen. Zur selben Zeit ist eine erste Taferne in Salzburghofen erwähnt. Es handelt sich dabei um den Mirtlwirt. 1480 wurde der Gasthof Moosleitner urkundlich erwähnt. Ein sehr alter Gasthof ist auch der Rieschenwirt.

42. Der Gasthof zum Schmidhäusl mit der damaligen Hauptverkehrsstraße, der Ludwig Zeiler Straße. Ludwig Zeiler war der Besitzer der 'Andreas-Hofer-Feigenkaffee Fabrik' und ein Wohltäter der damaligen Gemeinde. Er wurde 1919 zum Ehrenbürger ernannt. Die 'Kletzenmühle. wie sie von den Einheimisehen genannt wurde , war bis 1964 in Betrieb. Der Schmidhäuslsaal war neben dem des Hotel Krone und der 1916 erbauten Jahnturnhalle, der wichtigste Saal für Veranstaltungen aller Art. Vor dem Schmidhäusl links, hinter der großen Pappel, führt heute die Straße nach Salzburg und zur Bundesstraße 20. Vor dem Ausbau des damaligen Rathausplatzes 1960, ging dort nur ein Fußweg zur Aumühle und weiter über das Prielfeld nach Salzburghofen, 1960 wurde der Grenzübergang vom Zollhäusl zur heutigen Saalbrücke verlegt.

43. Das Sonnenfeld, welches der Fürstenweg durchschneidet, sieht heute nicht viel anders aus als zur Zeit der Aufnahme um 1930. Der Rupertuskirche fehlt noch ihr großer Turm, der erst 1935 gebaut wurde. Bebauungspläne für das Sonnenfeld gibt es bereits seit Ende der siebziger Jahre. Die Planung wurde mehrmals verändert und verbessert und man hat sich noch nicht entschließen können das Feld zu verbauen. Vielleicht wäre zu überlegen ob man hier nicht einen schönen Park antegen könnte mit Teichen, Wäldchen, Hügeln und ein oder zwei Gaststätten zwischen den Spazierwegen. Freilassing muß ja nicht immer nur wachsen - für wen und auf wessen Kosten? Falls die Bewerbung für die Landesgartenschau 1998 zu Gunsten von Frei!assing ausfällt, könnte bereits der erste Schritt für einen schönen Stadtpark getan werden.

44. Als 1935 der große Turm der Rupertuskirche zu bauen begonnen wurde, nahm der Freilassinger Fotograf Kar! Dietrich die Gelegenheit wahr, um von der Turmspitze aus ein paar Panoramaaufnahmen vom damaligen Freilassing zu knipsen. Es existieren aus dieser Zeit Ansichten nach Nordwesten über die Eichetstraße, nach Süden zur Rupertusstraße und in der Hauptsache nach Südosten zum damaligen Ortszentrum. Die oben abgebildete Aufnahme nach Osten zeigt im Vordergrund den kleinen Kirchturm, dahinter die Hauptstraße, welche nach links über die Bildmitte zum damaligen Rathausplatz verläuft. Im Vordergrund links die Münchener Straße mit der Dr. Schuster-Villa und dem Sandnerhaus. Im Hintergrund sieht man die 'von der Heydt- Villa' und die Aurnühle, wo sich heute das Freizeitzentrum Badylon befindet.

45. Diese Gruppe von Bauarbeitern vollzog am 11. Mai 1924 den ersten Spatenstich zum Bau der neuen Rupertuskirche. Es gab ein mehrjähriges Gerangel um den Standort der Kirche und vor allem um die Finanzierung. Bereits 1903 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, deren Beiträge und Sammlungen für einen Kirchenbau Verwendung finden sollten. Es bestanden auch Pläne, die Marienkirche in Salzburghofen umzubauen und zu vergrößern, um die wachsende Zahl der Gläubigen unterzubringen. Im Jahr 1900 waren von 2 360 Einwohnern 2 300 katholisch. Es gab einen Entwurf des Architekten Joharm Schott, eine barocke Kirche im Georg-Wrede-Park zu errichten. Das Modell dieser Kirche wurde zur lOOo-Jahr-Feier der Pfarrei Salzburghofen im Jahr 1908 auf einer Postkarte gedruckt und zum Verkauf gebracht.

46. Diese Aufnahme von der neuen Ruptertuskirche dürfte vom Turm des Feuerwehrhauses gemacht worden sein. Das kleine Haus im Vordergrund steht wie auf einem Präsentierteller auf dem freien Feld, heute steht es abseits und ist unter Bäumen kaum noch zu finden. Die Münchener Straße, die hinter der Kirche vorbei führt, ist noch eine ungeteerte schmale Straße. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Kirche ohne ihren großen Turm am 24. Mai 1926 durch Kardinal-Erzbischof Michael Faulhaber feierlich eingeweiht. Die Kirche ist 60 Meter lang und 20,5 Meter breit. Die Firsthöhe beträgt 29 Meter. Der im Jahr 1935 erbaute Turm ist 75 Meter hoch. Der Architekt des Bauwerkes war der Professor an der Technischen Hochschule in Dresden, Adolf Muesmann. Die Ausmalung stammt von Professor Eberts, das Wandkreuz van Willi Eder.

'Freilassing

47. Die Notkirche stand von 1905 bis 1926 an der Augustinerstraße, Ecke Fürstenweg. Hier ein Auszug aus dem Festprogramm zur Einweihung der Rupertuskirche im Mai 1926: 'Im Jahre 1905 ist besonders durch die umsichtige Betätigung des verstorbenen Herrn Kaufmann J. Auer und die Unterstützung des Herrn Fabrikanten G. Wrede die Notkirche in Übersee vom Hochw. Ordinariat dem aufblühenden Orte Freilassing überlassen worden. Dekan Hermannsdorfer hat die Augen zum Tode geschlossen, ohne die Kirche zu sehen. Unter Pfarrer Englmann wurde sie vom verst. H.H. Domkapitular Prälat Kirchberger am 25.11.1905 benediziert. Der Platz war vom Weberbauern 'dahier' geschenkt worden.' Die Notkirche ging nach der Einweihung der neuen Rupertuskirche nach Eisenärzt.

48. Daß die Notkirche gar nicht so klein war, sieht man auf diesem Bild. Sie hatte einen großen Altarraum, zwei Seitenaltäre und eine Kanzel für die Predigten. Daß sie die Freilassinger gerne mochten, geht aus vielen Schriften aus der damaligen Zeit hervor. In einem Gedicht aus dem Jahre 1926 unter dem Titel 'Notkirchleins Abschied', heißt es unter anderem: 'Kling mein Glöcklein klinge leise, singst ja heut dein Abschiedslied, weil das arme Bretterkirchlein balde in die Ferne zieht. Kling hinein in alle Herzen noch das letzte Lebewohl! Klings hinaus zum Salzachstrande: Gott euch treu behüten soll.' Mag man diese Verse heute auch für etwas zu poetisch halten, es zeigt jedoch wie sehr die Freilassinger ihre Kirche mochten. Man kann sich gut vorstellen, daß so eine hölzerne Kirche viel Wärme ausstrahlte.

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