Freilassing in alten Ansichten Band 2

Freilassing in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Huber
Gemeente
:   Freilassing
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4980-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freilassing in alten Ansichten Band 2'

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59. Wegen der dauernden Reparaturbedürftigkeit der alten Holzbrücke entschloß man sich, eine dauerhafte Brücke aus Stahl auf Betonfundamenten zu errichten. Wegen des schlechten Untergrundes konnte man im Flußbett keine Stützen anbringen. Man entschloß sich daher, die 86 Meter frei zu überbrücken. Unter der Leitung von Oberbaurat Ingenieur R. Utschig, vom Landesbauamt in Salzburg, wurde 1931 die neue Rupertusbrücke über die Saalach gebaut. Sie hatte eine Tragkraft von rnehr als 150 Tonnen. Auf dem Bild, kurz vor der Einweihung, sieht man alle drei Brücken gemeinsam. Nach der Einweihung der neuen Rupertusbrücke wurde die alte Holzbrücke abgetragen. Nach 1945, als die Stahlbrücke von deutschen Truppen bei Kriegsende gesprengt wurde , baute man wieder eine hölzerne Notbrücke, welche bis 1960 in Betrieb war.

60. Die 86 Meter lange Stabbogenbrücke war eine Meisterleistung moderner Baukunst. Eine ähnliche Brücke führte damals bereits von Hammerau nach Wals die ebenfalls, um die Amerikaner aufzuhalten, im Mai 1945 gesprengt wurde. Die Zeit von 1800 bis 1816 war für unser Salzburger Land eine der bewegendsten und schlimmsten in seiner Geschichte. Die Koalitionskriege, an deren Nahtstelle sich Salzburg einmal befand, zogen Leid und Verwüstung nach sich. Im zweiten Koalitionskrieg kämpften die Bayern auf Seiten der Österreicher. Am 14. Dezember 1800 entbrannte die Schlacht auf dem Walserfeld. Die Franzosen plünderten und mordeten nach ihrem Sieg nicht nur in Salzburg, sondern auch in Salzburghofen, Teisendorf, Laufen, Ainring undFeldkirchen. Dies berichten Aufzeichnungen des damaligen Pfarrers von Salzburghofen, Zehentner.

61. Am 15. November 1931 wurde die neue Saalachbrücke von Fürst-Erzbischof Dr. Ignaz Rieder feierlich eingeweiht. Kinder aus Freilassing und Liefering durchschnitten das Sperrband zum Zeichen der Eröffnung. Um nochmals auf die geschichtlichen Turbulenzen zu Anfang des 19. Jahrhunderts zurückzukommen, das Jahr 1805, nach dem dritten Koalitionskrieg, brachte das Ereignis, von dem unsere Salzburger Nachbarn heute noch träumen: Salzburg, und somit unser Rupertiwinkel, kam erstmals, und das nur für vier Jahre, zu Österreich. Nach dem Niedergang Preußens im vierten Koalitionskrieg, erhob sich Österreich 1809 zum fünften Koalitionskrieg gegen Frankreich und verlor. Für ein Jahr verliert Österreich, Salzburg, Nordtirol und das Innviertel an Bayern. In dieser Zeit ist Salzburg, bis 1810, unter französischer Verwaltung.

FREILASSING Kg!. Zollamt

62. Nach der gut einjährigen Episode französischer Herrschaft kam das Land Salzburg, immer noch mit dem Rupertiwinkel, 1810 wieder zu Bayern. Salzburg wird Hauptstadt des Bayerischen Salzachkreises unter Kronprinz Ludwig von Bayern, der im Schloß Mirabell residierte. Das Zillertal wird von Salzburg abgetrennt und fällt an Tirol. Im Jahr 1816, nach dem Wiener Kongreß, fällt Salzburg, ohne Berchtesgaden und nun auch den Rupertiwinkel, endgültig an Österreich. Die fast 1 OOOjährige Bindung an das Salzburger Erzbistum ging zu Ende. Die sprachliche und kulturelle Zusammengehörigkeit ist aber heute noch spürbar. An der neuen Grenze zu Österreich wurden in Salzburghofen 1884 die Wassermaut und 1907 in Freilassing das bayerische Zollamt an der Saaiach, im Bild oben, erbaut.

63. Diese Luftaufnahme zeigt das 'Frei-, Luft- und Sonnenbad' in Brodhausen nach seiner Fertigstellung im Jahr 1929. Das moorhaltige Wasser kam über die Sur in den ausgebauten Badeteich. Das Bad hatte zu Anfang keine Parkplätze, wozu auch, denn man kam zu Fuß oder mit dem Rad. Erst zu Ende der fünfziger Jahre wurden beim Eingang ein paar Parkplätze angelegt. Das Bad diente den Freilassingern jahrzehntelang als 'Sommerurlaub'. Es gab neben dem Eingangsgebäude zwei hölzerne Urnkleidetrakte. Einen für Damen auf der Ostseite und einen für Herren auf der Westseite. Im Hauptgebäude waren die sanitären Anlagen untergebracht und im ersten Stock die Wohnung des Bademeisters. Außerdem gab es einen Kiosk mit ein paar Gartentischen und ein kleines Wasserwachtshäuschen vor dem heutigen Sursteg auf der Südseite.

64. Bevor der neue Kiosk im Hauptgebäude errichtet wurde befand er sich in dem genannten Wasserwachtshäuschen, Wasserwacht gab es zu Anfang keine. Die Sur ging zu Anfang verschlungene Wege um das Bad, bevor man sie begradigte. Zu Ende des Krieges und danach war die Anlage für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Amerikaner bauten das Gelände und den Badeweiher etwas um und nutzten ihn für sich selbst. Danach wurde der hölzerne Sprungturm durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt. Es wurde ein Nichtschwimmerbereich abgetrennt und eine 50 Meter Schwimmstrecke errichtet, welche der Wasserwacht für die Abnahme ihrer Schwimmabzeichen und der Schule für die Durchführung ihrer Schwimmwettkämpfe diente. Es konnten zwischen zwei Holzplattformen höchstens zwei Personen nebeneinander schwimmen.

65. Dieses Gemälde von Kunstmaler Josef Brendie wurde aus Anlaß der Eröffnung des neuen Freibades als Postkarte gedruckt und 1930 zum Verkauf gebracht. Der erste Bademeister, der im Bad auch wohnte, war Christian Kern. Von 1938 bis 1948 folgte die Familie Georg Öllerer, welche den Freilassingern nicht nur als Musiker bestens bekannt ist, und danach die Familie Simon Stand!. Trotz zweier amputierter Beine übte Standl, wie auch seine Vorgänger, den Beruf eines Bademeisters aus. Die Vorschriften waren damals noch nicht so streng wie heute, wo der Bademeister längst zum Lehrberuf erhoben wurde. Der erste gelernte Bademeister war Wilfried Werner, er wohnte von 1956 bis 1967 im Bad. Danach stand die Wohnung leer, bis schließlich das ganze Gebäude 1969 abgebrochen wurde.

66. Das erste öffentliche Bad in Freilassing befand sich bei der Wassermaut an einem Altwasserarm der Saaiach. Es wurde im Jahr 1900 vom damals noch jungen Verschönerungsverein erbaut und bestand aus ein paar Holzbuden. Hier ein Auszug aus dem Reichenhaller Grenzboten vom 12. Oktober 1900: 'Die größte und dankbarste Leistung desselben (des Verschönerungsvereins) ist bis jetzt die Neuerrichtung des A1exanderbades das sich jetzt wohl wegen seiner Bequemlichkeit sehen lassen kann, auch gegenüber größeren Badeanstalten.' Das neue Freibad in Brodhausen mit seinem 50 Meter- und einem Nichtschwimmerbecken mit Kinderrutsche und 40000 Quadratmeter Liegefläche wurde am 02. Juni 1971 als schönstes Bad Oberbayerns eröffnet. Am 07. Oktober 1978 wurde das Hallenbad und die Dreifachturnhalle im Badylon feierlich eingeweiht.

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FREJLASSING

67. Ein Bliek aus dem Fenster des Hotel Föckerer auf die Bahnanlage und stadteinwärts zur Lindenstraße aus den Jahren um 1920. Es war eine bewegte Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Es war die Geburtsstunde der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Kaiser Wilhelm Il. verzichtete auf seinen Thron. Im November 1818 erklärte der letzte Reichskanzler der Monarchie, Prinz Max von Baden, seinen Rücktritt und legte die Regierungsgeschäfte in die Hände von Reichspräsident Friedrich Ebert. König Ludwig lIl. ging außer Landes und es begarm die Zeit der Weimarer Republik, die 1933 mit dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zu Ende ging. 1918 wird Bayern, unter Kurt Eisner, zur Republik. Der Hitlerputsch 1923 in München endete blutig und mit der Einführung der Rentenbank auch die Inflation.

68. Aus der letzten Zeit der Monarchie stammt diese Szene auf dem Freilassinger Bahnhof im Jahr 1904. Prinzregent Luitpold von Bayern machte hier auf einer Durchreise Station. Er war der Sohn König Ludwigs 1. dem Kunstsammler, und regierte für seinen geisteskranken Neffen Ludwig I!. und dessen ebenfalls geisteskranken Bruder Otto. Prinzregent Luitpold starb 91jährig 1912 in München. Er trat als geschickter Vermittler zwischen den Klerikern und den liberalen Kräften in Bayern auf. Heute gibt es in Bayern Fanclubs des Märchenprinzen König Ludwig I1., der mit seinen Prunkschlössern Herrenchiemsee und Neuschwanstein zwei der schönsten Schlösser schuf. Ludwig Il., ein Verehrer von Reichskanzler Bismarck, ertrank 1886 unter mysteriösen Umständen im Starnberger See.

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