Friedland in alten Ansichten Band 1

Friedland in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl Spietz
Gemeente
:   Friedland
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5302-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Friedland in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Nach dem Zusarnmenbruch der Wendenhertschaft um die Mirte des 12. Jahrhunderts erwarben 1236 die brandenburgischen Markgrafen Joharm I und Otto m das Land Stargard. Sie begarmen bald es einzudeutschen und machten mit der Stiftung der Stadt Friedland am 6. März 1244 den Anfang dazu,

Die Stifter gaben der Stadt den Namen Vredeland mit dem Wunsche , daß Frieden sein möge mit allen, die in ihren Mauern wohnten, daß sie Frieden bedeuten möge für das ganzeLand.

Die Stadt erhielt das Stendalsche Recht und wurde mit zweihundert Hufen ausgestattet, von denen fünfzig als Weideland bestimmt waren. Das Andenken an ihre großzügigen Stifter bewahrte die Stadt in ihrem Wappen auf , das noch heute die Gestalten der beiden Markgrafen aufweist. Sie stehen unter zwei Mauerbogen, die mit drei gezinnten Türmen, als dem Sinnbild der befestigten Stadt, geziert sind. Zwischen ihnen steht ein Schild, auf dem der ursprüngliche brandenburgische Adler vorübergehend dem mecklenburgischen Büffelskopfe weichen mußte. Nachdem die Stadt zunächst nur mit Erdwällen und hölzernen Palisaden geschützt war, begarm man um 1300 mit der Erbauung der Stadtmauer und Tore. Aus dieser Zeit (1304) stammt noch jetzt das ehrwürdige Steintor (Anklarner Tor), das neben dem in spätgotischer Zeit (15. Jahrhundert) erbauten Burgtor (Neubrandenburger Tor) zu den schönsten Toren Deutschlands, insbesondere der norddeutschen Backsteingetik, gehört. Ein drittes Tor war das Treptower Tor, das 1803 durch ein jetzt aber auch schon wieder verschwundenes Pfeilertor ersetzt worden war.

Weitere Zeugen aus dieser Zeit sind die Stadtrnauer und die Fischerburg, im frühgotischen Stil erbaut, in der Mitte der Langseite der sogenannte Fangeiturm und die Wallanlagen. Nach Simonis harre Friedland sechs Kirchen: die St.Marien-Kirche; die St.-Nikolai-Kirche; die Heilige-Geist-

Kirche , deren Mauerüberreste nach einem Brande von 1695 zum Aufbau des heutigen Hospitals verwandt wurden; die St.-Johannis-Kirche in der Wollweberstraße; die St.Georgen-Kirche an der Gabelung der Woldegker Chaussee und die St.-Gertrauden-Kirche auf dem heutigen alten Friedhof.

Zu erwähnen sind weiterhin die Steinburg, worin der Schöffenstuhl tagte und auch 1703 abbrannte; die Wasserrnühle, vier Windmühlen, die Pulvermühle auf dem Pulverberg und schließlich das Zollhaus an der Kavel.

Schlimme Zeiten erlebte Friedland in den folgenden Jahrhunderten durch Kriege, Hungersnöte und Feuersbrünste. Durch seine Lage an einer bedeutenden Militärstraße hatte es im Dreißigjährigen Krieg viel unter Durchmärschen, Plünderungen und Gewalttätigkeiten zu leiden. Eine andere schwere Heimsuchung war die durch das Kriegsvolk eingeschleppte Pest, die 1637/38 872 Menschen dahinraffte. Zwölf große Brände zählt die Simonische Chronik bis 1730 auf. Den größten Schaden verursachte die Feuersbrunst von 1703, die sich als der 'große Brand' tief in das Gedächtnis der nachfolgenden Geschlechter eingegraben hat. Eine andere schwere Heimsuchung war der Nordische Krieg mit viel fremder Einquartierung. Der Siebenjährige Krieg ließ Schweden und Preußen 1760 an der Kavel fechten, wobei übrigens der damals in schwedischen Diensten stehende spatere Marschall Blücher von den Preußen gefangen genommen wurde. Weit schwerer wurden die Bedrückungen für unsere Stadt in der Franzosenzeit. Am 31. Oktober rückte der Schwager Napoleons, Joachim Murat, ein und 70 000 Mann französischer Truppen zogen durch die Stadt. In einer Nacht sollen allein 16000 bis 17 000 Mann in der Stadt in Quartier gelegen haben. In Friedland waren in der Zeit vom 31. Oktober 1806 bis zum 10. Januar 1807 etwa 70000 Mann , vorn 11. Januar bis Mitte Oktober 1807 nicht weniger als 26 Marschälle , 183 Generale und Obristen ,

über 12 000 sonstigc Offiziere und 190 000 Soldaten einquartiert.

Im Jahre 1803 erhält die Stadt ein neues Rathaus. Der Rathausturm wurde jedoch erst 1859 aufgesetzt und der Säulenvorbau irn Jahre 1912 errichtet. Im Jahre 1854 erhielt Friedland eine Straßenbeleuchtung und in den Jahren 1866 und 1887 wurde die städtische Wasserleitung gelegt. Bis dahin war die Stadt seit alten Zeiten durch eine Wasserleitung aus hölzernen Rohren vom sogenannten Spring versorgt worden. 1866 wurde das alte Wasserwerk an der Woldegker Chaussee erbaut, 1921/22 das neue Werk an der 3. Ringstraße. Seit 1862 besitzt Friedland im Johannisstift ein eigenes Krankenhaus. Das erste Postamt mit Gesparmstation war im Hause des Kaufmann Salow in der Kaiserstraße. Später bewohnte die Post ein Haus in der Königstraße, wo heute das Geschäftshaus Moden-Schulz steht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Postamt in der Türrnstraße errichtet und in Betrieb genornrnen.

Am 30. Juli 1894 begann man in verschiedenen Straßen der Stadt, die ersten Bürgersteige anzulegen. 1884 wurde der Marktplatz abgepflastert. 1894/95 erfolgte die Umwandlung der alten Ziegelei in das Mosaik-Plattenwerk. Mit der Errichtung der Übcrlandzentrale wurde im Jahre 1911 die Stadt erstmalig mit elektrischem Strom versorgt. Ein besonderes Ereignis für Friedland war der Bau der Eisenbahn nach Neubrandenburg, die am 5. November 1884 eröffnet wurde. Im Jahre 1891 wurde die Zuckerfabrik eröffnet und in Verbindung darnit 1892 die Mecklenburg-PornrnerscheSchmalspurbahn. Die Genossenschaftsmolkerei nahm 1890 ihre Produktion auf. Seit 1908 besitzt Friedland ein Gaswerk, das zunächst in Privathand war und 1896 in städtischen Besitz überging. Infolge der zahlreichen industriellen Unternehmungen entstand ein ganz neuer Stadtteil - die Bahnhofsvorstadt, auch Nordstadt, genannt. Um die Stadt herum entstanden die Ausbauten Bauersheim , Heinrichs-

höh, Mohrmannshof, Herdtmannshofund Güntersfelde. Friedland hat einen industriellen Charakter, der aber auch durch die Zeitverhältnisse gelitten hat. Es handelt sich um 1 Mosaik- und Wandplattenwerk, 1 Kartoffelstärkefabrik, 1 Zuckerfabrik, 1 Eisenwerk, 1 elektrisches Überlandwerk , 1 Faßfabrik, 4 Dampfsägewerke, 1 Dampf- und Wassermühle, 1 Brauerei und Malzfabrik, 1 Gas- und Wasserwerk, 1 MetaJlgießerei und mehrere landwirtschaftliche Maschinenwerkstätten. Im ganzen sind etwa 500 gewerbliche Betriebe registriert.

Die Einwohnerzahl der Stadt Friedland in Mecklenburg beträgt nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 in 736 Wohnhäusern 7 552 Einwohner, und zwar 3 660 rnännliche und 3 892 weibliche. An Haushaltungen von zwei und mehr Personen sind 2 184 vorhanden. Die Größe des Stadtgebietes beträgt 9 024 Hektar. Davon sind Ackerund Gartenland 3 553 Hektar; Wiesen 2481 Hektar; Forsten 1 690 Hektar; Wasser einschließlich der Flußläufe etwa 80 Hektar. Der Mühlenteich, welcher von der Datze durchflossen wird, ist etwa 240 Morgen (= 60 Hektar) groß. Die Stadt liegt mit ihrem Zentrum 56 Meter über dem Meeresspiegel. Ihre geograpische Lage ist etwa 31,15 östlicher Länge und 53,40 nördlicher Breite.

Wie es vor fünfzig Jahren in unserem alten Friedland aussah, soll dieser Bildband zeigen. Die Fotos stammen aus meiner heimarkundlichen Sammlung. Die Veröffentlichung eines Teiles dieser Bildsammlung soll ein Dankeschön an alle Friedländer sein, die ihre Heimatverbundenheit bewahrt und mit ihrer Arbeitskraft dazu beigetragen haben, daß das kriegszerstörte Friedland zur 750-Jahr-Feier 1994 durch Neubauten die Kriegsfolgeerscheinungen überwunden hat. Mögen für alle Zeiten der Stadt und ihren Menschen der Friede und soziale Sicherheit erhalten bleibent

1. Gesamtansicht von der 8 500 Einwohner zählenden mecklenburgischen Kleinstadt Friedland um 1935. Vom Grundriß her eine Stadt aus der ostelbischen Kolonisation. Die seltene elliptische Stadtanlage mit dem streng winkligen Geviert des Marktes. Die Regelmäßigkeit der Straßenführung, die im rechten Winkel aufeinander treffen und rechteckige Baublöcke begrenzen, sind bestimmend dafür.

2. Der Westteil der Stadt. Im Vordergrund der Markt um 1935 mit dem Rathaus. Danebenliegend die kleine Ratsapotheke. Im Hintergrund ist die in zwei Jahrhunderten erbaute und erweiterte evangelische Hauptkirche mit ihrem 82 Meter hohen Turm ersichtlich. Sie weist die Stilformen auf vom Übergangsstil des romanischen zum gotischen Stil, der Frühgotik, Hochgotik und der malerischen Spätgotik.

3. Der Mittelteil der Stadt in der Fliegeraufnahme von 1935 mit der rückseitigen Ansicht des Rathauses und der Südseite der St.-Marien-Kirche. Die Wohnhäuser der Stadt waren überwiegend im Stil der sächsischen Giebelhäuser und fränkischer Traufenhäuser erbaut. Im Hintergrund erhebt sich der Fangelturm, welcher 1911 zum Wasserturm umgebaut wurde.

4. Der Ostteil der Stadt um 1935. In der Bildmitte der Pferdemarkt in der Angerdorfstellung mit der älteren St.-Nikolai-Kirche, wahrscheinlich bereits bald nach der Gründung der Stadt erbaut. Sie ist architektonisch ein frühgotischer, in einzelnen Teilen noch romanischer Feldsteinquaderbau. 1945 durch Brand zerstört, ist sie jetzt eine Ruine.

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5. Diese Aufnahme vom Turm der St.-Marien-Kirche auf den Ostteil der Stadt zeigt das Zweistraßenschema. Vom Anklamer Tor ausgehend die Gabelung zu zwei Hauptstraßen, von denen die obere die breite Straße ist. Die untere führt am Rand eines alten Dorfangers vorüber. Der Marktplatz und der Marienkirchenplatz liegen in ungestörter Ruhe zwischen den beiden Straßen. Von jedem Tor aus ist die linke Straße die direkt zugängliche.

'Friedfand (lJ1(ecff), Panorama

6. Die Panoramakarte, aufgenommen vom Neubrandenburger Tor in Blickrichtung Ost, gibt einen Einblick in die König- und Hospitalstraße. Das Eckgebäude zeigt die ehemalige Berufsschule und die danebenliegende Molkerei Lindner. Im Hintergrund der Westgiebel von der St.-Marien-Kirche. Dies war der Zustand bis zur Brandkatastropheam28. April 1945.

Friedland (Meckib.) Bliek auf die Vorstadt

7. Die um 1920 vom Turm der St.-Marien-Kirche gemachte Aufnahme bietet einen Bliek auf den rechtsseitigen Teil der Nordstadt. Im Vordergrund der FangeIturm mit der Bahnhofstraße. In der Bildmitte die Zuckerfabrik, die Überlandzentrale, die Woltersche Windmühle und der Bereich der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn.

8. Die Totalansicht der Stadt, aufgenommen in der Kaiserzeit von der Henckelschen Mühle, führt den Bliek über die ersten Neubauten in der Nordstadt auf den Ostteil der Stadt mit der St.-Nikolai-Kirche und dem Anklamer Tor.

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