Friedland in alten Ansichten Band 2

Friedland in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl Spietz
Gemeente
:   Friedland
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5688-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Friedland in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Wissenswertes aus der Geschichte der St.-Marien-Kirche der Stadt Friedland

Die St.-Marien-Kirche war bis zur Reformationszeit eine katholische Kirche. Äußere Beweismittel dafür sind noch heute erkennbar. Aus der damaligen Zeit stammen die an der Südseite und am Haupteingang angebrachten Rundmale. Diese wurden von den Gläubigen in kniender Stellung, mit einem Feuerstein durch Drehbewegungen in Brust- bzw. Augenhöhe, in die roten Backsteine eingedreht. Es bestand der Aberglaube, daß der daraus gewonnene Ziegelstaub, weil er von einer geheiligten Stätte stammt, eine Schutz- und Heileigenschaft hatte. So fand er Verwendung gegen den bösen Bliek und wurde in den Ställen gegen das Viehsterben ausgestreut. Bürger die zum Soldatendienst herangezogen wurden, bewahrten den Ziegelstaub in einem Brustbeutel auf, weil sie glaubten, dadurch bei Kampfhandlungen geschützt zu sein. Einen weiteren Beweis finden wir an der Unterseite des Chorgiebels. Hier befindet sich in einer romanischen Ausbuchtung die Aufnahmestelle für das Heiligenbild der Mutter Maria, vor dem im Gebet verharrt wurde.

Die St.-Marien-Kirche ist die Hauptkirche der Stadt. Sie ist die älteste und größte Kirche und seit der Vollendung ihrer Turmspitze auch das höchste Bauwerk im Land. Sie liegt in der Nähe des Marktplatzes. umgeben von Lindenalleen. Ihr Inneres stimmt durch einfache Erhabenheit zur Andacht. Von mächtigen Pfeilern wird das hohe Gewölbe getragen, und an einem dieser Pfeiler ist die Kanzel errichtet.

Die große Orgel, deren Bau 1744 vollendet war, hat der Friedländer Orgelbauer Sauer im Jahre 1854 gründlich repariert. Das jetzige Altarbild, von Professor Kannengießer zu Neustrelitz gemalt, stellt den Heiland mit der Dornenkrone dar. Neben dem Altar befindet sich auf der einen Seite die Sakrisrei und auf der anderen die Kirchenbibliothek, die viele alte wertvolle Bücher enthält. Die Kirche wurde bei dem großen Stadtbrand von 1703 bis auf das untere Mauerwerk zerstört, aber bald nachher

wieder hergestellt.

Der Wiederaufbau des Turmes der St.-Marien-Kirche entnommen den Berichten der Friedländer Zeitung von 1887nach Loth und Waage durch Zimmermannskunst gerichtet. 1887 erfolgte die Fertigstellung des Turmbaus der Sr-MarienKirche zu Friedland. In Presseberichten heißt es dazu: 'Friedland, 08. September 1887. Ein regnerischer Tag war der Montag, an welchem das bereits zwei Tage vorher auf die neu erbaute Turmspitze gesetzte Kreuz und der Knopf unter demselben enthüllt werden sollten. Hoch über dem Kreuz flatterte eine mächtige Fahne in den Landesfarben, viele andere Mecklenburgische Fahnen zierten den Thurm. An der Westseite war eine Stelle am Gerüst mil Laubgewinden umgeben: der Platz des Redners, Um 4.00 Uhr nachmittags war der Raum vor dem Thurm so dicht von Zuschauern angefüllt, daß die Straße nicht zu passieren war. Die Stadtkappelle blies den Choral: "Ein feste Burg ist unser Gott", und während dieser Zeit wurden Kreuz und Knopf enthüllt. Der noch schwache Regen ließ nach, die Sonne trat hervor und blickte freundlich auf das im Goldglanze strahlende Kreuz. Hierauf hielt der Zimmermeister Herr Lentz jun. folgende Rede: Verehrte Anwesende, werthe Einwohner der Stadt Friedland! Ein seltenes Ereigniß hat uns heute hier versammelt, ein seltenes Bauwerk ist heute mit dem ihm gebührenden Schmucke versehen worden. In luftiger Höhe steht es zur Ehre Gottes und zum Schmuck für unsere Stadt. Nach der unglücklichen Katastrophe am 13. März des Jahres 1703, als fast die ganze Stadtsammt der beiden Kirchen ein Raub der Flammen wurde , hatte man, nachdem das von der heruntergefallenen Spitze zerschlagene Kreuzgewölbe der St-Marlen-Kirche rnit vielen Kosten und großer Mühe wiedergestellt war, auf den Neubau einer stilgerechten Spitze verzichtet und sich mit der einfachen Abdekkung eines Satteldaches begnügt. Noch schien es vor nunmehr zwei Jahren, als mit dem Restaurationswerke an der Westtas-

sade begonnen wurde, als wenn derselbe auch fernerhin seines würdigen schmuckes, nämlich einer schlanken Spitze, entbehren sollte. Doch je höher das Gerüst an der Westseite emporstieg, jemehr wurde der Wunsche rege, dem altehrwürdigen Bauwerk den rechten Abschluß zu geben. Nach vielern Berathem fand sich endlich ein hohes Oekonomie-Collegium bereit, die landesherrliche Erlaubniß zu diesem großartigen Bau bei Sr. Königlichen Hoheit dem allverehrten Großherzoge nachzusuchen, der dieselbe auch gnädigst zu ertheilen geruhte, nachdem die Beihülfe des Magistrats - und der Gemeinde gesichert war. Die Herzen der Bewohner Friedlands schlugen höher, als man erfuhr, daß unser aufgestufter St.Marienkirchthurm demnächst einen würdigen Aufsatz erhalten werde. Heute sehen wir unsern Lieblingswunsch, wenn auch erst theilweise erfüllt, jedoch der allgütige Schöpfer, der uns bisher die schwierige Arbeit ohne Unfall vollbringen lassen und der in der größten Gefahr seine gnadenreiche Hand über den das Werk vollbringenden Leute gehalten hat, wird auch bei der ferneren Vollendung des Baues sein Gesicht nicht von uns abwenden und wird uns bis zum letzten Augenblicke helfend zur Seite stehen. Möge denn der stolze Bau, genau nach Loth und Waage durch Zimmermannskunst gerichter, Jahrhunderte hindurch stehen und den späteren Geschlechtern Beweis liefern, was in unsern Zeiten zur Ehre Gottes auf dem Gebiete der Baukunst geleistet worden ist. In der goldenen Kugel wird solches in wohlversicherten Documenten der Nachwelt überliefert werden. Wir aber, die wir hier versammelt sind, wollen dem allgütigen Schöpfer danken, daß er bei diesem zu seiner Ehre errichteten Bauwerk uns gnädigst beschirrnt hat und ihn bitten, sowohl bei der Vollendung dieses, als auch bei den kommenden Bauwerken seine Hand nicht von uns abzuziehen, sondern uns seine Hülfe gnädig zu Teil werden lassen. Amen.'

Nach dieser Rede ertönten die Klänge des Chorals: "Nun danket alle Gott". An dieser Stelle war die Feier geschlossen.

Abends versammelten sich die Bauleute zu einem Festessen im Bauer'schen Saale. Es waren 84 Personen, die an dernselben theilnahmen; auch das Kirchökonomie-Collegium war dabei. Die Speisen waren vorzüglich und reichlich; es wurde das gute Friedländer Bier getrunken und, wie uns verrathen wurde , nicht zu wenig. Herr Bauer entete Dank für die Herstellung des Mahles, nach welchem ein Tanz die Gäste noch lange beisammen hielt.

Gestern Vormittag ist die Höhe unseres neugekrönten Kirchthurmes (mittels herabgelassenen Fadens) ausgemessen. Das Ergebnis war: 78 Meter ohne Knopf und Kreuz. Insgesamt 82 Meter -, die Kreuzlänge von 4 Metern dazu gemessen. Friedland, den 27. October 1887. Nachdem der obere Theil des Gerüstes vom Thurm der St. Marien-Kirche entfernt ist, präsentiert sich derselbe überraschend schön. Nur wenige Arbeiten sind noch nöthig, und auch der andere Theil des Gerüstes wird fallen. Die Firstgitter, welche von der südlichen und nördlichen Spitze der mit durchbrochenen, vergoldeten Kreuzen geschmückten Giebeldächer bis zum mittleren Theile des Thurmes geführt sind, heben den Bau recht vorteilhaft heraus, und die Giebel um die mit Schiefer bereits gedeckten Spitze bilden einen architektonischen Uebergang vom Unterbau zum Oberbau.'

Wie es in der Zeit von 1880 bis 1930 in unserem alten Friedland aussah, soll dieser Bildband vermitteln. Die Fotos stammen aus meiner heirnatkundlichen Sammlung. Mit der Veröffentlichung eines Teiles dieser Bildersammlung soll ein Dankeschön an alle Friedländer ausgesprochen werden, die ihre Heirnatverbundenheit bis jetzt bewahrt und rnit ihrer Arbeitskraft dazu beigetragen haben, daß die Wunden des Zweiten Weltkrieges nicht mehr das Stadtbild bestimmen. Mögen für alle Zeiten der Stadt und ihren Menschen Frieden, soziale Sicherheit und Gesundheit erhalten bleiben.

1. Die Fotokopie zeigt das älteste Siegel der Stadt von 1542. Das Siegel ist über Jahrhunderte fast unverändert geblieben. Die Türme sind im heutigen Siegel in Backsteinbauweise ausgewiesen und die beiden Figuren tragen eine Kampfkleidung, eine Sturmkappe und einen Schuppenpanzer. Unzweifelhaft stellen die beiden Figuren die Gründer der Stadt, die brandenburgischen Markgrafen Otto UI. und Johann 1., dar. Das Wappen hat in Silber drei auf einem doppelten Mauerbogen stehende gezinnte rote Türme, unter denselben und zwischen Brustbildern der Markgrafen ein silberner Schild mit einem roten Adler.

2. In Anbetracht der 1994 stattfindenden 750-Jahrfeier unserer Stadt soll einmal Rückschau gehalten werden auf die am Sonntage Oculi 1844 stattgefundene 600-Jahrfeier der Stadt. Die Fotokopie von der Urkunde zeigt in der Gestaltung die brandenburgischen Markgrafen als Gründer der Stadt, die St.-Marien- und Nico1aikirche, das Anklamerund das Neubrandenburger Tor, ein Panoramabild der Stadt und den Wassergott Neptun mit Dreizack.

3. Ansicht von den im Nordwesten der Stadt gelegenen Fabriken. Es handelt sich hier um die Stärkefabrik, 1895 erbaut, die Zuckerfabrik, eröffnet am 8. Oktober 1891, die Dampfmolkerei, gegründet 1890, die Henkelsehe Windmühle am Bahnhof, die Bahnanlagen der Großbahn, eröffnet 1884, und die der Meekienburg Pommersehen Schmalspurbahn, gegründet am 20. Mai 1892. Die Stärkefabrik, die Zuckerfabrik und die Molkerei haben ihre Produktion eingestellt, die MPSB wurde mit der gesamten Streckenlänge abgebaut. Die letzte Fahrt erfolgte 1969 zur 725-Jahrfeier der Stadt.

4. Überflug des Luftschiffes 'Graf Zeppelin' im Jahre 1929 über unsere Stadt. Das Foto zeigt einen Einblick auf den Marktplatz sowie in die ehemalige Kaiser- und Königstraße. Besonders erfreut waren die Schulkinder, die an diesem Tag schulfrei hatten. Der hier einzusehende Ostteil der Stadt wurde im April 1945 durch Brandlegung in Schutt und Asche gelegt.

5. Ansicht von dem Mittelabschnitt der Mühlenstraße; Bliekrichting vom Schäferhorn aus zur Turmstraße. In diesem Straßenabschnitt befanden sich unter anderem Kolonialwarenhandlungen, zwei Bäckereien, eine Zigarrenwarenhandlung und eine Gaststätte, der 'Wintergarten'. Auch dieser Straßenabschnitt wurde 1945 in Schutt und Asche gelegt.

6. Die Ansicht zeigt die Ecke Hospitalstraße/Königstraße, vom Neubrandenburger Tor aus gesehen. In dem Eckgebäude befand sich bis gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die städtische Gewerbeschule. Wegen des Flüchtlingsstroms und der vielen dadurch ausgelösten Erkrankungen wurde hier ein Flüchtlingskrankenhaus eingerichtet. Linksseitig davon war die Burkhardsche Molkerei, rechtsseitig in der Königstraße befanden sich mehrere Geschäfts- und Handwerksbetriebe.

7. Der Markt, im Altbaubestand gekennzeichnet durch die Vielzahl der ortsüblichen Bauweise mit den fränkischen Traufen- und sächsischen Giebelhäusern, zum Teil mit Mansardendach versehen. Rechtsseitig im Foto befand sich einst die erste Bürgerschule als Nebenschule des Gymnasiums. In dem unteren Teil war das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht. Auf dem Marktplatz selbst, eine Pumpenanlage mit danebenstehenden Löschwasserbehältern auf Kufen. Im Hintergrund der Einblick in die Baustraße später Kaiserstraße.

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8. Foto von der Feldansicht des im Stil der Spätgotik erbauten Burgtores, jetzt als Neubrandenburger Tor benannt. Das Tor ist seitlich mit vier achteckigen Türmen und im Dachgeschoß mit Fialen versehen. Links davon die ehemalige Heilige-Geist-Kirche, Nach dem großen Brand von 1703, bei dem sie zerstört wurde, baute man sie später zum Armenhospital um. Nach der Brandlegung von 1945 wurde das nur noch als Ruine erhaltene Gebäude abgerissen.

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