Fürth im Odenwald in alten Ansichten

Fürth im Odenwald in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Platen und Ludwig Knapp
Gemeente
:   Fürth im Odenwald
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6602-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fürth im Odenwald in alten Ansichten'

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Einleitung

Fürth im Odenwald liegt im südlichsten Teil Hessens, im Kreis Bergstraße am Oberlauf der Weschnitz auf etwa

190 m Meereshöhe. Eingebettet in eine herrliche Mittelgebirgslandschaft mit Bergen bis 600 m Höhe ist es ein anerkannter Erholungsort mit vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, sei es im Zentrum oder den umliegenden Ortsteilen. Schön restaurierte Fachwerkhäuser laden zum Betrachten ein. Herrliche Mischwälder locken zu ausgedehnten Wanderungen. Ein Mittelpunkt sommerlichen Vergnügens ist das seit 193 1 bestehende Schwimmbad, das 1998/99 umfassend renoviert wurde. Der im Ortsteil Erlenbach bestehende Bergtierpark und die Ausstellung zur Ortsgeschichte sind Anziehungspunkt für Alt und Jung.

Die Gebietsreform von 1970-1972 hat eine Großgemeinde entstehen lassen, wie sie annähernd schon vor 1821, als die Zentverfassung aufgelöst wurde, bestand. Zur Gesamtgemeinde Fürth gehören heute die Kerngemeinde Fürth sowie die Ortsteile Brombach, Ellenbach, Erlenbach, Fahrenbach, Kröckelbach, Krumbach, Linnenbach, Lörzenbach, Seidenbach, Steinbach und Weschnitz.

Die erste Nennung der Ortschaft, zusammen mit den anderen großen Gemeinden desWeschnitztales, erfolgte 795

in einer Urkunde des Klosters Lorsch, sodass das ganze Tal 1995 das Fest des 1200jährigen Bestehens feiern konnte. Zum Kloster Lorsch gehörte Fürth bis zu dessen Auflösung 1232, später dann zum Erzbistum Mainz. Von 1461 bis 1650 war Fürth zusammen mit dem gesamten Oberamt Starkenburg an die Kurpfalz verpfändet. Seit 1803 gehört Fürth zu Hessen.

Verwaltungsmittelpunkt für das obere Weschnitztal war Fürth seit seiner Erstnennung ebenso wie kirchliches Zentrum. Seit 1821, als die Landgerichte gebildet wurden, hatte ein solches in Fürth seinen Sitz und noch heute befindet sich hier ein Amtsgericht. Die Steuerbehörde übt seit 1832 ihre Aufgaben in Fürth aus. Im 1908 erbauten Finanzamtsgebäude befindet sich heute eine Zweigstelle des Finanzamts Bensheim. Auch die Post betreibt hier noch eine Zweigstelle und auch das hatTradition: 1743 wurde erstmals eine Poststelle in Fürth eingerichtet. Fürth ist Endstation der 1895 in Betrieb genommenen Bahnlinie nach Weinheim.

Über die jüngere Fürther Geschichte soll hier mit den hauptsächlich von Hans Platen gesammelten Bildern berichtet werden. Den Bürgerinnen und Bürgern, die ihm und damit uns ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben,

sei hiermit herzlich gedankt. Wer die Bilder einmal fotografiert hat, wer den Auslöser betätigte, ist nur in wenigen Fällen bekannt. Stellvertretend sei für die Fotografen Georg Lammer (t) genannt.

Die Grundlagen für die Texte bilden zum einen Teil die Erinnerungen unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, zum anderen sind sie dem Gemeinde- und dem Kirchenarchiv entnommen. Bei der Beschaffung der Bilder, der Befragung des oben genannten Personenkreises und der Korrekturlesung waren folgende Helferinnen und Helfer tätig, ohne deren Mitwirken der vorliegende Bildband wohl nicht entstanden wäre: Peter Fuhr, Hans Platen, Dr. Fritz Schäfer, Franz Stark (alle Fürth), Heidi Adam (Lautertal), Gabi Knebl (Krumbach), Peter Jäger (Fahrenbach), Kurt Rettig (Erlenbach) und Georg Schütz (Steinbach).

Das Büchlein soll bei unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Erinnerungen wachrufen, den jüngeren einige Geschichten und Geschehnisse unseres Ortes und seiner Ortsteile näherbringen und unseren Gästen zeigen, wie es hier früher ausgesehen hat. Wir wünschen den Betrachtern viel Freude.

Wer sich näher mit der Geschichte der Großgemeinde Fürth beschäftigen möchte, dem sei folgende Literatur empfohlen, die in den örtlichen Buchhandlungen erhältlich ist:

Theodor Loehrke: Chronik von Fürth im Odenwald, Fürth 1970; Gerd Rosenstock: Fürth imWandel der Zeiten, Fürth 1984;

Dr. Otto Wagner: Heimatbuch Fürth i. Odw., Fürth 1994.

1 Dieses Luftbild zeigt Fürth im Iahr 1935. Der Bauboom der Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg liegt noch in weiter Ferne. Die helle Linie, die sich von Südwesten nach Nordosten durch den Ort schlängelt, ist die 1839/40 angelegte 'Provinzialstraße " die heutige Bundesstraße (Heppenheimer und Erbacher Straße) . Parallel dazu verläuft oberhalb die alte Hauptstraße. Diese breite Straße wurde von der Weschnitz in Haupt- und N ebengasse geteilt, was man an dem dunklen Streifen in der Mitte erkennen kann. Entlang dieser beiden Straßen stehen die meisten Häuser. Einige 'Ausdehnungsversuche ' entlang verschiedener Straßen sind erkennbar: nach Südwesten an der Fahren-

bacher Straße, nach Südosten an der Steinbacher Straße. An der Kröckelbacher Straße sowie der parallel dazu verlaufenden Denkmalstraße entstand sogar eine regelrechte Siedlung.

Mit weißer Schrift gekennzeichnet sind die fünf zu dieser Zeit noch im Betrieb stehenden Mühlen, der Bahnhof sowie die Ziegelei in der Sackgasse. Der Grund dafür: die Mühlen

und die Ziegelei als 'Industriebetriebe' und der Bahnhof könnten kriegswichtig sein. Die Aufnahme wurde von englischen Aufklärern aufgenommen.

2 Das älteste existierende Bild von Fürth stammt aus der Zeit vor 1 866. Deutlich ist im Hintergrund links der alte Kirchturm zu erkennen, der in diesem Iahr abgerissen und neu erbaut wurde. Die Aufnahme wurde vom Mühlberg aus gemacht. Dies war die bevorzugte Richtung für Fotografien, da der Erzberg mit seinen 485 m Höhe einen beeindruckenden Hintergrund abgab. Den Bildvordergrund beherrscht die 'Hasselmûhle', die Wambolt'sche Gutsmühle mit der mächtigen 1848 errichteten Scheuer. Noch um 1780 wird diese Mühle als 'unterhalb Fürth liegend' bezeichnet. Rechts unterhalb der Kirche ist mit dem Glockentürmchen die 'Alte Schule' zu erkennen. Amtsgericht und Bahnhof gibt es noch

nicht. Das Gebäude am linken Bildrand, dessen Fensteröffnungen so deutlich zu sehen sind, wird wohl derVorgängerbau der heutigen Volksbank sein.

3 Um 1900 wurde diese Postkarte mit den damals markanten Fürther Gebäuden zusammengestellt. In der Bildmitte oben, mit dem Glockentürmchen, das 1847 erbaute (Schulund) Rathaus, die heutige 'Alte Schule'. Links daneben das 1896 erbaute Kaiserliche Postamt, heute 'Schreibwaren Valentin' . Darunter das Amtsgericht, das nach 1903, als das Amtsgericht an anderer Stelle neu erbaut war, als Rathaus diente. Im gleichen Bildausschnitt sieht man rechts das 1902 abgebrannte und in anderer Farm wieder aufgebaute Anwesen der Familie Barmuth, das Gasthaus 'Zum

Lówen' . Beide Gebäude mussten 1982 dem Rathausneubau weichen. Weiter rechts sieht man die katholische Kirche. Komplettiert wird die Postkarte von dem Bild des Gasthauses

'Starkenburg' rechts oben, das einzige Lokal im Kreis Bergstraße, das heute noch den Namen der über Heppenheim aufragenden Burg trägt.

4 Fürth vom Gänsberg

aus (vermutlich um

1910). Die wenigen Häuser gruppieren sich um die Kirche. Doch der Eindruck täuscht, es sind nur Häuser auf dem Südostufer der Weschnitz zu sehen. Links von der Kirche erkennt man das 1 973 abgerissene Haus Marsch, darüber einige Häuser in der Steinbacher Straße, noch weiter oben die ersten Steinbacher Gebäude. Rechts der Kirche wendet das Haus Unger (Badu's) seine

Traufseite dem Betrachter zu. Rechts darüber sieht man den mächtigen Giebel der zum Spiegelshof (Krastels ) gehörenden Scheuer. Er trägt die Inschrift: 'Diesen Bau hat erbautA( dam) Krastel und desen E(he) F(rau) Anna Katharina (Dörsam),A.o. 1827,20. Juni'. Der helle Giebel am rechten oberen Rand der Bebauung ist das 1904 erbaute Haus Gehbauer in der Bahnhofsstraße. Den Hintergrund bilden links der Fahrenbacher Kopf

(529 m) und rechts die Tromm (577 m), die höchste Erhebung der näheren Umgebung.

5 Diese Aufnahme ist vom Scheppel aus fotografiert und zeigt Fürth in den dreißiger Iahren. Die beiden Kirchen, vorne die katholische, hinten die evangelische, beherrschen das Bild. Rechts hinten sieht man den 1832 angelegten Friedhof, der sich den Hang des Gänsberges hinaufzieht. Von dort oben

wurde die vorhergehende Aufnahme gemacht. Rechts vorne steht die 1927 erbaute und am 24. April 1944 durch Brandbomben zerstörte Turnhalle des Turnvereins. Bei diesem Angriff brannten in Fürth mehrere Gebäude ab. Die Häuser, deren Giebel man links vorne sieht, stehen in der Erzbergstraße (früher Hammelbacher Straße) ,

die Neubauten darüber in der Sackgasse.

6 Die Denkmalstraße in den dreißiger Iahren. Noch ist sie erst auf der Bergseite bebaut. Das ganz links stehende Haus erbaute 1937 Franz Bormuth Il. Die beiden Häuser mit den auffallenden dunklen Dächern in der Bildmittte - sie stehen an der Kröckelbacher Straße - sind von der politischen Gemeinde erbaut und dienten dem sozialen Wohnungsbau. Das große Gebäude am rechten Bildrand ist das 1908 erbaute Finanzamt. Davor kann man den Giebel der bis in die Mitte der fünfziger Iahre in Fürth bestehenden Polizeistation erkennen. Ganz links steht das stattliche Haus 'Villa Knapp', das

lange Zeit das letzte Anwesen in Richtung Krumbach war. DerVerlauf der heutigen Bundessstraße, die vor Finanzamt und Villa Knapp verläuft, ist nur schwach zu erkennen. Heute ist fast die

gesamte Feld- und Wiesenfläche, die sich von der hier zu sehenden Bebauung nach rechts oben erstreckt, bebaut.

7 Die hier abgebildete katholische Kirche wurde 1751/52 erbaut, derTurm 1866. Diese Aufnahme dürfte um 1930 entstanden sein. Die mächtigen Linden beiderseits des Treppenaufgangs wurden um 1935 gef<illt und die dann neu angepflanzten haben heute fast wieder

die Größe der alten erreicht. Die Uhr im Giebel des Kirchenschiffs wurde 195 1 entfernt. Rechts steht das sogenannte Küsterhaus. Nur wenigen ist bekannt, dass dieses 1 807 an Stelle des Vorgängerbaus von 1595 erstellte Haus das älteste Fürther Schulhaus ist. Seit 1881 im Besitz der katholischen Kirchengemein-

de, gehörte es früher der Zent Fürth. Nach der Nutzung als Schule beherbergte das Haus bis 1 956 den

Kindergarten. Heute wird es als Kolpingheim und als Wohnhaus genutzt. Das kleine Fachwerkgebäude

auf der linken Seite beherbergte die Werkstatt der Familie 'Schlosser-Knapp'.

8 Aus dem Pfarrarchiv stammt der hier abgebildete Plan, der um 1845 erstellt wurde. Die breite Straße unten ist die heutige Bundesstraße. Dort wo sie den leichten Knick zeigt, mündet die Pfarrgasse ein und dort steht die Pfarrhofreite. Das weiter rechts ziemlich klein gezeichnete Gebäude mit dem Kreuz soll die Kirche darstellen. Vor ihr befindet sich der Kirchenbrunnen. Links oben sieht man die Hammelbacher Straße, heute Erzbergstraße, im Volksmund die 'Säuhohl' . Dort befanden sich Quellen, die den Kirchenbrunnen, heute Johannisbrunnen, speisten. Dieser diente der öffentlichen Wasserversorgung und fiel in die Zuständigkeit der Gemeinde. Die hölzerne Brunnenleitung, die Dolen, waren in

der heutigen Kröckelbacher Straße (Bildmitte ) verlegt. Sie sollten von dort, wo die Kröckelbacher

Straße den Steinbach kreuzt (links), direkt zum Pfarrhaus verlegt werden und den dortigen Brunnen

mit versorgen, was sich jedoch wegen der zu geringen Schüttung als undurchführbar erwies.

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9 Wie fast überall mussten auch in Fürth die Glocken während der Weltkriege

für Kriegszwecke abgegeben werden. Im Ersten Weltkrieg genauso wie im Zweiten, was auf diesem Ende März 1942 entstandenen Bild zu sehen ist. Drei Glocken stehen bereits auf dem Boden, die vierte wird gerade abgestellt. Die schwere Arbeit wird mit Hilfe einer handbetriebenen Winde bewerkstelligt. Im Hintergrund steht das pferdefuhrwerk zum Abtransport bereit. Die Gebäude im Hintergrund rechts sind die des Bauernhofs Marsch in der Pfarrgasse. Die Arbeiten mussten von fremden Firmen

ausgeführt werden, da Einheimische sich weigerten, diese Arbeiten durchzufüh-

ren.

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