Fürth im Odenwald in alten Ansichten

Fürth im Odenwald in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Platen und Ludwig Knapp
Gemeente
:   Fürth im Odenwald
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6602-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fürth im Odenwald in alten Ansichten'

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21 Um das Haus Jäger in der Kröckelbacher Straße ranken sich Gerüchte, die von kirchlicher Nutzung in alten Zeiten wissen wollen. Viele christliche Zeichen sollen daran sein - oder gewesen sein. Durch Umbau und Erneuerung sowie Verputz bedingt, lassen sich diese Aussagen nicht beweisen. Einzig an der der Straße zugewandten Giebelseite ist - hier zwischen den beiden Fenstern unten zu sehen - eine Steintafel eingemauert, auf der die Kreuzigung Christi dargestellt ist. Neben verschiedenen anderen Zeichen befinden sich links und rechts des Korpus zwei Buchstabengruppen, deren (vom Betrachter

aus) rechte' 0 CRUX AVE SPES UNICA' (0 Kreuz, du einzige Hoffnung, sei gegrüßt) heißt. Die linke

Buchstabengruppe ergibt den Zachariassegen, ein Gebet gegen die Pest. Die Personen sind: im Fenster oben Frau Bormuth; unten von links: unbekannt, Maria Jäger (190 1-1 98 1 , später verheiratete Dörsam) , ihr Vater J osef]äger (1859-1921) undim Fenster dessen Frau MargarethaJäger (1861-1935), die damals als Hebamme in Fürth tätig war.

22 In diesem Haus, heute Kröckelbacher Straße 1, gründete Georg Adam Buser (1861-1900) 1893 eine Metzgerei, die sein Sohn Iohann fortführte und die hier bis 1936 bestand. Zum Verkauf der Waren wurde der hier zu sehende Anbau (heute Teestübchen) erstellt. Das Fachwerkhaus stammt aus der Zeit um 1600. Das Grundbuch verzeichnet 1908 als Besitzer des Anwesens die Witwe des verstorbenen Georg Adam Buser, Katharina geborene Bormuth zu 1/3 und zehn Kinder zu je 1/15. In den fünfziger Iahren musste das Haus einem Neubau weichen. Die Personen

sind: oben im Fenster Katharina Buser geb. Bormuth (* 18 61 ) , links in der Tür Elisabeth geb. Michel, die Ehefrau des rechts an der Ladentür stehenden Iohann Buser (1883-1949), bei

(*1921, Tochter von Johann), Elisabeth geb. Schäfer (Ehefrau des Georg Buser) und Iean Bormuth.

ihm steht sein Sohn Georg (* 1919, später Birkenau) . Vorne stehen, von links:

Katharina geb. Schworm und ihr Mann Adam Buser (1898-1949), JosefBuser (1900-1961), Ottilie Buser

23 In den Iahren 18251828 baut der Bäcker und Wirt Leonhard Berg das Elternhaus seiner Mutter neu auf und richtet hier das Gasthaus 'Zur Sonne' ein. Die Erbauung der neuen Straße, der heutigen Bundesstraße 1839/40, bringt mit den hier oft übernachtenden Fuhrleuten, den 'Hauderern', der Wirtsfamilie gediegenen Wohlstand. Seit 1847 wird ein Übernachtungsbuch geführt, das Sichtvermerke des damaligen Bürgermeisters Jagemann enthält. Auch heute noch - das Haus heißt seit 1947 Café Jakob - wird neben dem Café eine Bäckerei betrieben. Der Verkaufsladen be-

findet sich heute im rechten Gebäudeteil, der auf diesem bestimmt vor 1920 entandenen Foto aufgrund seiner Fensterlosigkeit unschwer als Scheuer angesprochen werden kann.

24 Das Haus der 'Keilarn's', Krumbacher Straße 2, präsentiert sich hier noch mit seinem ganzen Fachwerkschmuck. Am Eekstiel des oberen Stockwerks ist 1712, die Jahreszahl der Erbauung, eingeschnitten. Der Eekstiel selbst trägt an der Außenkante eine Verzierung, die man 'gedreht' nennt. Um 1950 wurde das Fachwerk des unteren Stockwerks durch massives Mauerwerk ersetzt. Das Anwesen war Bestandteil des kurmainzer Erbbestandsguts 'Bosenhof" und eines der größten Güter in Fürth. Um 1700 besaß es Hans Daum, der es aufteilte und an seine beiden Schwiegersöhne Johann Berg (heute Seyfert) undAdam Keil gab. Die Familie Keil/Metzner besitzt ihr Anwesen heute noch.

25 Die enge Krumbacher Straße, im Volksmund 'Raatzegass' (Ratzengasse = Rattengasse ) genannt, war vor 1840 der Verkehrsweg in Richtung Lindenfels, Reichelsheim, Erbach und Michelstadt. Das Hoftor links führt zum Anwesen Sielmann, frühere Besitzer waren Bauer, Link, Klaas, Malsch. Anschließend sieht man die zur Brauerei Keil, heute Keil & Hörr gehörenden Gebäude. Hier wurde seit mindestens 1841 Bier gebraut und eine Wirtschaft betrieben. Die Brauerei wurde wohl noch vor 1900 aufgegeben, die Wirtschaft

1 982 geschlossen. Der 1892 gegründete Gesang-

verein Sängerkranz hatte hier sein Vereinslokal. Die abgebildeten Personen sind: links Maria Keil geb. Werner (1856-1925), an der Beifahrertür ihre Schwiegertochter Anna

Keil geb. Werner (18861973) . Der Herr rechts des Autos ist ihr Gatte Karl Keil (1883-1968), links van diesem der Sohn Karl (1919, gefallen 1944) und der Junge ganz rechts

könnte der Sohn Willi (1915-1990) sein. Der Bruder van Anna Keil leb te in Berlin, was die Berliner Autonummer erklärt.

26 In der heute 'Zum Gänsberg' genannten Straße steht das hier noch kleine Häuschen der Familie Flohr. Aus der quergeteilten Haustür, die jetzt zugemauert ist, schautAnna Barbara Flohr geb. Emig (188 1-1 964), die Ehefrau von Johannes (Jean) Flohr (1882-1966), heraus. Links vom Haus ist das zugehörige Hoftor, das um 1930 bei einer Erweiterung des Hauses überbaut wurde. Das anschließende Haus Bauer stand damals direkt auf der Grundstücksgrenze. 1926127 wurde es abgerissen und weiter nach links versetzt, sodass die heute bestehende Hofeinfahrt zum

Grundstück Bauer gehört. Um 1850 gehörten beide Anwesen Nikolaus Helferich. 1876 kam das linke an Johannes Helferich, das rechte an Philipp Helfe-

rich, beide Söhne des vorgenannten. Seit 1917 befindet sich das letztgenannte Haus im Besitz der Familie Flohr.

27 Der' Adler' war eines der ältesten Fürther Gasthäuser. Besitzer war die Familie Lennert, die sich seit 1 798 hier als Wirtsfamilie nachweisen lässt. An der dem Betrachter zugewandten Ecke zeigt dasWirthausschild mit dem stilisierten Adler die Nutzung des 1712 erbauten Hauses an. Der Mann in derTür ist der stolze Besitzer Karl Dani el Lennert, der das Gasthausvon 1885 bis 1937 führte. Von 1903 bis 1 92 0 war er auch Bürgermeister in Fürth. Neben seiner Wirtschaft betrieb er ein Kolonialwarenlädchen, das hier an der Giebelseite seinen Eingang hatte. Diese Giebelseite war eigentlich

die Rückseite des Hauses und wurde erst nach der Trassierung der heutigen Bundesstraße zur 'Sichtseite'. Dies kann man sehr schön an der Schwelle des Oberstocks erkennen, die

hier glatt, an derTraufseite aber profiliert ist. Die Aufnahme ist wohl um 1920 entstanden. Im Hintergrund sieht man die Sandsteinquader der oberen Weschnitzbrücke. Der

Adler wurde 1976 abgebaut und in den Hessenpark nach Neu-Anspach verbracht, wo er wieder in seiner alten Funktion als Gasthaus dient.

28 Von der auf dem Bild Nr. 7 zu sehenden Werkstatt zum Wohnhaus der 'Schlosser-Knapp' (Hauptstraße 1) geht hier der Blick. Festlich geschmückt ist das Gebäude anläßlich der Prozession zu Fronleichnam. Aber noch kommt die Prozession nicht, die Hühner dürfen sich noch zwischen den aufgestellten pflanzen aufhalten. Im Vordergrund steht der mächtige Schleifstein, der zum Schärfen der Werkzeuge diente. Die Familie Knapp ist aufgrund des in der Familie seit

1743 nachweisbaren Schmiedeberufes als 'Schlosser-Knapp' bekannt. Neben dieserTätigkeit

wurde im Wohnhaus, dessen Eingangstür wir hinter dem Schleifstein sehen, ein Haushaltswareng eschäft betrieben, das dann zum Haupterwerbszweig der Familie wurde. In den

fünfziger Iahren wurde an Stelle der hier nicht zu sehenden Werkstatt ein neues Wohn- und Geschäftshaus erstellt, das heute ein Reisebüro und ein Spielwarengeschäft beherbergt.

29 Das Haus in der Hauptstraße 5 können wir vor 1861 als das Fürther 'Ärztehaus ' bezeichnen. Der 'Chirurg' Dr. Valentin Bergold stirbt in diesem Iahr. 1818 und 1820 ist er neben seiner ärztlichen Tätigkeit auch alsWirt nachweisbar und bewirbt sich 1820 erfolglos um die vakante Posthalterstelle. Auch sein Vater, der 'Chirurg' Adam Bergold, und sein Großvater Valentin Eisenhauer, ebenfalls 'Chirurg', lassen sich als Besitzer dieses Hauses belegen. Vermutlich hat schon der Urgroßvater Ludwig Eisenhauer, der bereits 1 708 als 'Chirurg' in Fürth erwähnt wird, hier praktiziert. 1863

erwirbt Ludwig Braner das Haus, 1885 istWilhelm Braner der Besitzer. Er führt hier ein "Iuch- und Bukskin-Lager'. Bukskin ist ein Stoff für Jägerkleidung. 1889 hat die Familie

Reichard das Haus erworben. In den zwanziger Iahren wurde hier das Friseurgeschäft Metzger betrieben, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Die Erwachsenen sind von links Georg

Lammer und Albert Metzger, vorne sitzt Peter Finck. Um 1962 wurde das Haus abgerissen.

30 Der 1835 geborene Adam Helferich I, der wie sein Vater Nikolaus den Beruf des Schmiedes und Schlossers erlernt hatte, wird 1872 als Spezereienhändler genannt. 1 876 wird er als Eigentümer des hier zu sehenden Hauses, Hauptstraße 16, im Grundbuch eingetragen. Seit diesem Zeitpunkt betreibt er sein Geschäft hier. Sein 1882 geborener Sohn Adam II ist von 1903 bis 1946 der Eigentümer. Dann geht die Lebensmittelhandlung auf dessen Sohn Adam III über, wobei der Verkauf hauptsächlich in den Händen von Adams Frau Maria geb. Weber liegt. 1958 wird, dem Zug der Zeit folgend, ein Selbstbedienungsladen eingerichtet. Bis 1981 werden hier Lebensmittel verkauft. Heute betreibt die Schwie-

gertochter hier eine Buchhandlung. Der ältere Herr auf dem Bild istAdam Helferich II (1882-1957), in derTür steht links seine Frau Maria geb. Knapp (1883-1946). Vorne stehen drei ihrer Kinder, Barbara (1908-1962, verh. Fischer), Elisabeth (19051985, verh. Zeiß) und Philipp (* 1917). Rechts in der Tür steht Barbara Flath aus Darmstadt.

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