Gadebusch in alten Ansichten Band 1

Gadebusch in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Horst Stutz
Gemeente
:   Gadebusch
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5549-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gadebusch in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Gadebusch ist eine Kreisstadt in Westmecklenburg. Die Stadt liegt an der Radegast, einem Flüßchen, das über die Stepenitz und Trave in die Ostsee entwässert. Die Landschaft ist das Westmecklenburger Seen- und Hügelland, geschaffen durch die Eiszeit. Bereits im Mittelalter war die Siedlung Schnittpunkt von Handelswegen (u.a. die Salzstraße von Lüneburg über Boizenburg-Wittenburg-Gadebusch nach Wismar). Funde aus der Steinzeit auf dem Güstower Werder und beim Bau der Umgehungs-Straße sagen aus, daß die Landschaft um Gadebusch schon früh besiedelt wurde. Der Name Godebuz wird 1154 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch für ein Gebiet. Das gehörte bis 1201 dem Grafen von Ratzeburg. Gadebusch gilt als eine der ältesten Städte Mecklenburgs, Schon in slawischer Zeit war hier ein Zentrum, belegt durch den BurgwalI, den heutigen Schloßberg.

1181 wird durch Truppen Heinrichs des Löwen die slawische Burg zerstört. Die Siedlung erhält 1225 wichtige städtische Rechte. Anlaß dazu war die in den Kämpfen gegen den dänischen König geleistete Hilfe der Gadebuscher Bürger für den Fürsten Heinrich Borwin I. Eine deutsche Burg wurde an der Stelle der zerstörten slawischen Anlage errichtet. Von dieser Zeit bis Anfang des 17. Jahrhunderts war Gadebusch wiederholt Residenz mecklenburgischer Herzöge und ihrer Verwandten. Das heutige Schloß, Rest eines 1570/71 umgebauten größeren Gebäudeensernbles, steht auf den Fundamenten der mittelalterlichen Burg. 1611 hatte die Stadt ca. 1000 Einwohner. Diese Zahl erreicht Gadebusch erst wieder Anfang des 19. Jahrhunderts. Dazwischen gab es einen Niedergang der städtischen Entwicklung, bedingt auch durch Stadtbrände , Epidemien und militärische Besetzungen.

Von den Kämpfen im Gadebuscher Raum ist die größte Schlacht im Nordischen Krieg auf deutschem Boden zu erwähnen, Am 20. Dezember 1712 besiegten bei Gadebusch schwedische Einheiten dänische Truppen.

Im Wirtschaftsleben der Stadt spielte das Handwerk eine

Rolle. Die Versorgung der adligen Familien auf dem Schloß sowie der städtischen Bürger und der Landbevölkerung in der Umgebung war seine Aufgabe. Eine Münzstätte, eine Glokkengießerei und die Bierbrauerei waren über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, Der Anteil der Handwerker an allen Berufstätigen ging im 19. Jahrhundert jedoch zurück. Das lag auch daran, daß die Stadt ihre zentrale Stellung immer mehr einbüßte durch die Verlagerung von Ämtern. Gadebusch wurde mehr und rnehr Ackerbürgerstadt. Der Bahnanschluß und die Industrialisierung kamen relativ spät, erst um 1900. Nur wenige Kleinbetriebe gab es in der Stadt. Von 1945 bis in die siebziger Jahre stieg die Bevölkerungszahl von rund 2 500 auf fast 8 000 Einwohner. Grund dafür waren die Flüchtlingsströrne aus ehemaligen deutschen Gebieten, die Eingemeindung von sieben umliegenden Dörfern und die Erhebung von Gadebusch zur Kreisstadt 1952.

Seit den achtziger Jahren geht die Einwohnerzahl wieder zurück. Zur Zeit wohnen in Gadebusch ca. 6800 Bürger. Pendelten zahlreiche Arbeitskräfte vor 1989 in Richtung Schwerin, sind nun der Kreis Herzogtum Lauenburg und Hamburg mit Hauptzielortc der mobilen Beschäftigten geworden. Mehrere Betriebe der Stadt wurden nach 1989 geschlossen. Mit der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes und dem Bau der Umgehungsstraße werden einige Problerne der Stadt in Zukunft gelöst.

Die landschaftlich reizvolle Lage, Bauten von kunsthistorischer Bedeutung und nicht zuletzt auch der günstige Standort zwischen den Großzentren Lübeck, Hamburg, Schwerin und Wismar geben dem Tourismus einige Chancen.

Die einleitende Darstellung der Stadtgeschichte soll die bauliche Entwicklung erläutern. Beim Gang durch die Altstadt fallen die Straßenkrümmungen und das Backsteinrot der Häuser auf. Als einer der ältesten Straßenzüge der Stadt ist die Mühlenstraße und deren Fortsetzung über den Markt in der Steinstraße zu deuten. Die Fassaden zur Straßenseite sind meist

Ende des 19.1Anfang des 20. Jahrhunderts verändert worden. Aber oftmals ist noch an den Hinterseiten der Häuser das alte Fachwerk erhalten.

1990 ist durch Bauzustandsanalysen von Dr. Frank Braun (Ratzeburg) am Haus Mühlenstraße 15 ein Alter von rund 310 Jahren festgestellt worden. Das Ratsdienerhaus, angebaut an das Rathaus wahrscheinlich um 1580, gilt als das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt. Das Haus Färberstraße 16 ist laut Inschrift am Torbalken am 8. März 1673 fertiggestellt worden. Es hatte noch vor dem Umbau Lehmwände, genauso wie der hintere Anbau in der Mühlenstraße 15. Ein Brand 1659 vernichtete damals den größten Teil der heutigen Altstadt. Zwei Straßenzüge wurden danach nicht wieder bebaut. Eine Straße führte am Burgsee von der Schäferstraße und mündete etwa in der Höhe gegenüber der Schulstraße in die Steinstraße, während die andere vom Kantorgang in der Schulstraße beginnend und parallel zu ihr verlaufend an die Lübsche Straße, etwa gegenüber der Einfahrt zur Straße Am Wehr, kam. Die Feuersbrünste früherer Zeiten wurden begünstigt durch die Bauweise der Häuser. Da die Stadt viele Ackerbürger hatte, war das Beieinander von reetgedeckter Scheune, Stall und Wohnhaus nicht selten. Noch heute ist das in der Schweriner und in der Jarmstorfer Straße bei genauerem Hinsehen zum Teil zu erkennen. Im 19. Jahrhundert entstand vor dem Mühlentor das Scheunenviertel, das sich gegenüber der heutigen Minol- Tankstelle in der Schweriner Straße befand und nach seinem Abriß zur Baufläche für die Eigenheime der Ringstraße wurde. Jahrhundertelang war das Stadtgebiet nicht viel größer als der eigentliche Stadtkern. Die heutigen Straßennamen Lübsche, Stein- und Mühlenstraße weisen auch auf die Bezeichnungen der Stadttore hin. Die Lübsche Straße führte durch das gleichnamige Tor zum Dorf Jarmstorf jenseits der Radegast. Dort gab es bereits geschlossene Bebauung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im Gegensatz zum Gebiet vor dem Steintor

im Norden und dem Mühlentor im Süden der Stadt. Es gab damals neun Straßen.

Die Zeit, von der die Ansichten in diesem Buch stammen, ist die von etwa 1880-1930. In dieser Spanne wuchs die Stadt über den eigentlichen Stadtkern hinaus. Schweriner, Wismarsche und Rehnaer Straße wurden stärker bebaut. Das 'Bahnhofsviertel' entstand. Die Stadterweiterung war am Stadtwald und in Richtung Güstow konzentriert. In dieser Zeit waren der Bahnanschluß, die 700-Jahrfeier 1925, Schützenfeste , die Errichtung der Post und der Sparkasse, einige kleinere Betriebe, die Anlage der Büdnerkolonie (seit 1914 Reinhardtsdorf), der Sportplätze, die Anpflanzungen im Stadtwald und Gestaltung von Wegen dort, die Bepflasterung der Straßen und Bürgersteigc, der Bau von Schule und Turnhalle in der Amtsstraße für Gadebusch bedeutsam.

Die alten Ansichtskarten aus Gadebusch zeigen vor allem Motive aus dem historischen Ortskern. Die Mitte der Stadt wird geprägt von 'dem Ansichtskartenmotiv': Rathaus und Kirche, das architektonische Ensemble der 'weltlichen und geistlichen Macht'. Oft wiederholend sind dazu geordnet das Schloß und der Burgsee mit dem Stadtwald. Auf dem Markt vereinigen sich sechs Straßen: die Stein-, die Schäfer-, die Amtsstraße, die Mühlen-, die Wollbrügger Straße und der Enge Berg. Typisch ist, daß als 'ansichtsmotivwürdig' nur die Mühlenstraße und der Schustermarkt an der Steinstraße von den Fotografen um die Jahrhundertwende gehalten wurden. Deshalb ergänzen Bilder von den anderen Straßen die Sammlung.

Beim Betrachten der alten Ansichten wird der Leser hoffentlich nostalgischen Spaß beim Wiederentdecken der fotografierten Objekte innerhalb der Stadt in den Grenzen bis etwa 1935 haben. Außerdem wurden Fotos der unmittelbaren Umgebung einbezogen, die Beziehung zu Gadebusch haben (z.B. die Körner-Gedenkstätte in Rosenow).

1. Luftaufnahmen wurden erstmals Anfang der dreißiger Jahre auf Ansichtskarten reproduziert. Der historische Altstadtkern von Gadebusch ist hier zu erkennen. Der Burgsee wurde erst 1921 käuflich erworben.

2. Die Karte zeigt Gadebusch von Süden her aufgenommen. Im Vordergrund ist die Schweriner Straße zu sehen. Deutlich erkennbar ist das Beieinander von Wohnhaus, Stallungen und Wirtschaftsgebäuden.

3. Von der Gabelung Wismarsche Straße, Rehnaer Straße geht der Bliek über die Steinstraße zur Kirche. Rechts ist die damals noch nicht begradigte Radegast zu sehen.

4. Das Foto zeigt die Stadtmitte. Kirche und Rathaus sind dominierend im Vordergrund. In der Zeit, als dieses Bild aufgenommen wurde, war auch das Stadtzentrum 'verkehrsberuhigt' .

5. Um die Jahrhundertwende waren die Ansichtskarten meist Farblithographien. Diese 1899 geschriebene Postkarte hat für diese Zeit typische Motive: das 1897 errichtete Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71, den Markt mit dem 'modernen' Hotel 'Stadt Hamburg', unvermeidlich die Körner-Gedenkstätte in Rosenow (weil Theodor Körners Todesort immer als 'bei Gadebusch' angegeben wurde) und das Schützenhaus (Schützenfeste waren für viele damals der Höhepunkt des Jahres).

6. Eine andere Farblithographie nähert sich in der dekorativen Gestaltung schon dem Jugendstil. Wie das obere Bild zeigt, wurde damals auf dem Burgsee Boot gefahren. Bei der Steinstraße hat der Bildgestalter im Hintergrund die Häuser so gemalt, als würden sie die Straße wie einen Platz abschließen.

7. Am 22. August 1899 schickten RadsportIer diesen Gruß aus Gadebusch nach Malente in Schleswig-Holstein. Die Motive zeigen die Ansicht der Stadt von Westen aus, den nur zwei Jahre zuvor erbauten Bahnhof, das Kriegerdenkmal, Dörings Hotel am Markt und die Kirche als bedeutendstes Baudenkmal der Stadt.

8. Ein typisches Ansichtskartenmotiv von Gadebusch ist der Bliek über den Burgsee, hier als Panorama bezeichnet. Die Schwäne scheinen 'malerisch' indas Foto retuschiert zu sein, um die Bildwirkung zu verstärken. Links ist die 1879 erbaute Schule zu sehen.

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