Gammertingen in alten Ansichten Band 2

Gammertingen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Botho Walldorf
Gemeente
:   Gammertingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5484-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gammertingen in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  >  |  >>

8. Zu den am meisten idyllischen Plätzen des alten Gammertingen gehörte die Öl-, Loh- und Ipsmühle am sogenannten Kreuzbach. Dieses Gebiet wurde erheblichen städtebaulichen Veränderungen unterworfen. Nicht nur Maler haben das Mühlenmotiv im Bild festgehalten, sondern auch eine ganze Anzahl von Fotografen. 'Hauptlehrer' J. Wiest hat es mit dem katholischen Kirchenchor besungen. Nebenstehendes Foto wurde von Albrecht Heeser , Sohn eines preußischen Verwaltungsbeamten, der von Gammertingen versetzt wurdc, Anfang der dreißiger Jahre gemacht. Das Foto wurde von Franz Stehle jun. zur Verfügung gestellt. Es zeigt die Baulichkeiten noch relativ intakt, obwohl die darin enthaltenen Vorrichtungen bereits seit Anfang des Jahrhunderts technisch überholt waren. Mit der Inbetriebnahme des neuen Gästehauses des 'Kreuz' im Jahre 1993 dient das Gelände einer neuen Nutzung. (Fundstelle: Reproduktion: März 1987.)

Fol .

Gamm~rtingen, den .. /fd~ 1917

~ RECHNUNG ~

- ~ . ~ , ~ ~ ~'

/ur ;y.&d&r. :d?~.7 .. ~~ ~f~ ........................? _

von August Göggel, Ö~- und Gipsmûller.

T,< ~ ~r#v ?V~:,t ,

eN ~</' ~~J __

~

Monat

~~

9. Im April 1987 konnte im Hause Fidelisweg 2 (Alois Göggel, Wagnermeister und Mechaniker) noch eine Anzahl von Belegen reproduziert werden. Sie waren im Januar 1914 für die Christbaumfeier des 1898 gegründeten Gewerbevereins erstellt worden. Vom Ölmüller waren zwei Flaschen Mohnöl zum Preis von 3 Mark geliefert worden. Zur Zahlung angewiesen hat der Mitbegründer und Vorstand des Gewerbevereins, der Iürstliche Hofkupferschmied Josef Fauler (1847-1925). Gedruckte Rechnungsformulare sind in Gammertingen seit den 1850er Jahren nachweisbar. Sie künden von längst untergegangenen Handwerksbetrieben. Seit dem Abbruch des 'Ölmüller-Hauses' Ecke Roter Dill/Alte Steige im Jahre 1970 erinnern keine Gebäude mehr an diesen traditionsreichen Erwerbszweig am Ort. (Fundstelle: Reproduktion: Mai 1987.)

10. Ein wichtiges Bilddokument zum Thema -öi. mühle' hat uns Bäckermeister Hermann Göggel hinterlassen. Er fotografierte das Gebiet um 1935 von der Rathausbühne aus. Links ist die 'Kühle' der Kreuzbrauerei zu sehen. Für diesen Anbau wurde dem Vorgänger der Burkharts auf dem 'Kreuz', Aigner, 1895 eine oberamtliche Baugenehmigung erteilt. Als Orientierungspunkt für jüngere Betrachter kann das Haus von Ulrich Reiser im Fidelisweg 4 dienen. Es ist das einzige heute noch bestehende Gebäude auf dem Foto. Da an den Mühlen keine baugenehmigungspflichtigen Veränderungen vorgenommen worden sind, sind auch nie Bauakten angelegt worden, die heute wertvolle Informationen hätten liefern können. Die von Wagnermeister Thomas Giggel ausgeführten Reparaturen hat dieser in seinen Geschäftsbüchern festgehalten. (Fundstelle: Film-Nr. 092, Negativ-Nr. 31.)

11. 'Hauptlehrer' Wiest (1894-1975) hat uns den Bliek von seiner Wohnung im Rathaus auf die hölzerne Kreuzbrücke mit Kreuzbrauerei, Bierkühle und dem Mühlenensemble hinterlassen. Die seichte Furt neben dem Holzsteg nutzten viele Fuhrwerke zur Abkürzung ihrer Wege. Auch Schafherden durchquerten hier die Lauchert. Dabei konnten die Tiere getränkt werden. Auch für Lastwagen bedeutete der 'Kreuzbach' an dieser Stelle kein Hindernis. Die Straßenbrücke wurde im Jahre 1966 gebaut. Die Tür im Vordergrund diente zum Wasserholen am Bach für die einst zahlreichen umliegenden Gärten. (Fundstelle: Film-Nr. 092, Negativ-Nr.58.)

12. Auch Flora Bader (geboren 1911), der wir viele Fotos und Aufzeichnungen aus dem alten Gammertingen verdanken, erkannte den fotografischen Reiz der Gipsmühle (Foto um 1930). Die Pappel in der Bildmitte wuchs zu einern rnächtigen Baum heran, der Mitte der achtziger Jahre auf natürliche Weise umstürzte, weil die Krone zu schwer geworden war. Längst sind Nachfolgepflanzungen herangewachsen, die ein anderes Bild ergeben. Enten und Gänse werden heute kaum mehr gehalten. Damals bevölkerte eine große Gänseschar die Wässerwiesen am 'Kreuzbach'. Wie der 'Lauchcrt-Zeitung' zu entnehmen ist, wurden die Tiere manchmal von Unberechtigten gerupft, was zu Auseinandersetzungcn führte. An der Stelle der Weidebüsche ist beim Lauchert-Ausbau 1975 ein Spazierwegentstanden. (Fundstelle: 6x 9 cm Original-Negativ-Nr. 1203.)

13. Mit dem Auszug der 'Kreuz-Brauerei' in den ehemaligen FelsenkeIler an der 'Bruiles-Halde' am Römerweg 1936 unter dem gelernten Braurneister Eduard Burkhart (1906-1971) wurde auch die aufgesteltzte 'Kühle' entbehrlich. Sie wurde abgebrochen und durch ein einfaches Schleppdach ersetzt. Das Durchfahrtsrecht zur Ölmühle wurde von niemandem mehr in Anspruch genommen. Die Baulichkeiten wurden als Schweinestall genutzt. Die Erinnerung an den Ölmüller und den Gipsmuller erlosch. Im Jahre 1953 wurde mit dem Bau des 'Kreuz-Saales' begonnen. Das Mühlenensemble wurde abgebrochen. Die Fläche wurde teilweise durch den 'Kreuzsaal' überbaut. Im Herbst 1989 wurde im 'Kreuz-Saal ein Wandgemälde geschaffen, das die Erinnerung an die ÖI-, Loh- und Gipsmühle wachhält, (Foto um 1950.) (Fundstelle: Reproduktions-Film-Nr. 183 Negativ-Nr. 32.)

14. Aus der 'Lauchert-Zeitung' vom 31. März 1911 stammen diese Anzeigen. Unten: Der Gips war bis zur Erfindung des Kunstdüngers fast der einzige Mineraldünger. Gammertinger Fuhrleute nahmen Buchenholz ins Unterland mit. Sie brachten Düngergips in Form von flachen Steinen aus Rangendingen zurück, die in der Gipsmühle gemahlen wurden. Das gewonnene Gipsmehl wurde von den Bauern gekauft und auf die Felder gestreut. Die Gipsmühle wurde bis Anfang der 1920er Jahre instandgehalten. Oben: auf Benedikt Reiser ('Zur Sonne') folgte Brandhuber als Metzger in der August-Reiser-Straße 5. Seit Carl Bögle (1884-1955) im Jahre 1908 von Inneringen kam, findet sich in vier Generationen jeweils ein Träger dieses Namens in der Familie. (Fundstelle: Reproduktions-Film-Nr. 644.)

® a m 'm e r tin gen.

lIII

r Dla.

mlaftndJftnfftifdj, gtkod)ltn jdJinktn,

[omie uetfd}iebéne Sodenl

. ~ ~urftltJßrtn'

. empjieblt

Oarl Bögle.

Q) a mme t t i - n gen.

6l uf ei .

~Ü1tOtrgq,~

emvfiel}lt ,

A.~,t --ggel,

Ol unb ®l)P!müUer. ~am e rt L.n en

15. Die Untere Mühle von Josef Reiser (1858-1945) von Südwesten, Es ist eines der ältesten Fotos, die uns Reiser als einer der ersten Fotografen Gammertingens hinterlassen hat. Dem Mühlengebäude war an der Südseite eine Gipsmühle angegliedert, wie aus dem Foto und einem Bauplan hervorgeht. Mit der Gründung des Gammertinger Verbandswasserwerks 1906 bot sich für den Untermüller eine besondere Chance. Er verkaufte die Wasserkraft mit 10 000 Mark am günstigsten. 1906 wurde westlich der Mühle der Wasserwerksbau erstellt. Es wurde ein sogenanntes Zuppinger Wasserrad sowie zwei doppelt wirkende Saug- und Druckpumpen für Gammertingen und die drei Alborte installiert. Anfänglich wurde das Leitungswasser dem Grundwasserstrom bei der Pumpstation entnommen. 1974 wurde im Rahmen des Lauchert-Ausbaus der Mühlkanal zugeschüttet und die Rechenputzanlage beseitigt. 1975 ließ das Ehepaar Heinrich und Karoline Göggel, geborene Reiser das Mühlengebäude bis auf das ErdgeschoB abbrechen und wandelte es zu einem Wohnhaus urn, (Fundstelle: Film-Nr. 122, Negativ-Nr. 8a.)

16. Umbau der Unteren Mühle Reiser im Jahre 1925. Von links nach rechts sind noch bekannt: Kaspar Hummel, Maurermeister (1885-1967) im traditienellen Schaffschurz, Eugen Reiser (1909-1976), später Elektromeister. Von rechts her sind noch erkennbar: Adolf Göggel (1891-1960, 'Salz-Dolf") und Kuno Schmid (1873-1963), letzter Hirschwirt. Zu diesem Foto des Untermüllers Reiser konnte ein erklärender Artikel in der 'Lauchert-Zeitung' vom 14. September 1925 gefunden werden: 'Bisher wurde das Werk in der Hauptsache durch ein großes Wasserrad angetrieben, das aber mittlerweile ganz morsch und sehr reparaturbedürftig wurde. Man entschloß sich, Turbinen einzubauen ... Nach menschlichen Berechnungen wird das Werk die Wasser- und Stromabnehmer befriedigen, und zwar für lange Zeit.' 1952 wurden neue Turbinen eingebaut und auf Wechselstrom umgestellt. 1974 wurde die Lauchert um die Untere Mühle herum gelegt und die Wasserturbinen wurden verschrottet. (Fundstelle: Film-Nr. 122 Negativ-Nr. 4a.)

17. Bliek ins 'Wasserwerk' in den zwanziger Jahren. Damals wurden noch Kolbenpumpen verwendet. Dem technischen Wandel zufolge wurden die Aggregate immer kleiner, leistungsfähiger und wartungsärmer. Links steht ein 'Windkessel' zum Druckausgleich im Wasserleitungssystem. Bis zum September 1925 tat das Wasserrad seinen Dienst, das 9 PS erzeugte. Darm erfolgte die Modernisierung durch zwei Turbinen, die eine Kräfteausbeutung von 11 und 30 PS ergab. In den ersten Betriebsjahren wartete Untermüller Josef Reiser die Maschinenanlagen. Später war auch seine Schwiegertochter Agnes Reiser, geb. Ott (geboren 1906 in Hettingen) in der Lage, Überwachungsfunktionen wahrzunehmen. Jahrzehntelang war Elektromeister Eugen Reiser, der 'Mühle-Eugen' (1909-1976) im Wasserwerk tätig und hielt es in Gang. Heute hat auch hier die Steuerungs-Elektronik Einzug gehalten. (Fundstelle: Film-Nr. 430, Negativ-Nr, 68.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek