Gammertingen in alten Ansichten Band 2

Gammertingen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Botho Walldorf
Gemeente
:   Gammertingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5484-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gammertingen in alten Ansichten Band 2'

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38. Bereits im ersten Band ist auf Seite 58 ein Foto von etwa 1898 der Sigmaringer Straße veröffentlicht worden. Obiges Bild zeigt den Bauzustand etwa zehn Jahre später. In den Jahren 1968 bis Sommer 1988 wurde die gesamte Häuserzeile abgebrochen. Die Bausubstanz war schlecht und die Häuser generationenlang nur notdürftig ausgebessert worden. Mit der Neubebauung ab den Jahren 1970 bis 1991 konnte modernen Funktionen Raum geschaften werden: Parken, Einkaufen (zwei Supermärkte) und Arztpraxen. Auch kulturelle Dinge konnten sich entfalten: die neue Stadtbücherei (eröffnet Herbst 1988), der für die Chorgemeinschaft 1848 konzipierte Raum (April 1991) und schließlich der Brunnen (1991), der an die hier früher tätigen Handwerker erinnert. Die rechte Häuserzeile wurde stets modemen Ansprüchen angepaBt, insbesondere durch die Postwirte Johann Göckel (1884-1950), Konrad Bauer (geboren 1914) und Robert Baur (geboren 1947). Mit dem Abbruch der 'Krone' im November 1991 ist Platz für neue städtebauliche Lösungen. (Fundstelle: Film-Nr. 651, Negativ-Nr. 8.)

39. Das heutige Café Linder und das Geschäftshaus Mühlbacher/Wissmann wurden während der freiherrlich Spethschen Epoche erbaut. Das traufständige Wohn- und Ökonomiegebäude 'Fürst', Stammhaus der Familie Franz Stehle, Brennstoffe, wurde 1959 von dem Uhrmacher Josef Göggel (1903-1986) durch ein Geschäftshaus ersetzt. Das folgende Geschäftshaus Hohenzollernstraße 4 erstellte Rudolf Spohn (1844-1927) nach Plänen des Reutlinger Architekten Albrecht Luprecht im Jahre 1908. Vorgängerbau war das giebelständige Bauern- und Handwerkerhaus von Gideon Reiser, Seiler. Das städtisch geprägte Haus Hohenzollernstraße 1 plante 1900 ein St. Gallener Architekt im Auftrag des Bonbonfabrikanten und Wohltäters Martin Göggel (gestorben 1936). An der Stelle des direkten Zugangs zur Lauchert wurde der Bach mit Hilfe von Betonmauern hochwassersicher ausgebaut. Auf dem Platz im Vordergrund entstand eine Grünanlage. Zu den bis 1992 unverändert erhalten gebliebenen Gebäuden auf dem Foto gehört 'Stelleschmieds Schopf' in der Eichertstraße. (Fundstelle: Film- N r. 651, N egativ- N r. 11.)

40. Johann Reiser, Schreinermeister und bis 1925 Mesner in der Stadtpfarrkirche. Er wohnte im Vorgängerbau des heutigen 'Presenta-Ladens' in der Sigmaringer Straße. Nur wenige Fotos von Gammertingern in typischer Arbeitskleidung und mit ihren typischen Arbeitsgeräten sind gemacht worden und uns erhalten geblieben. Kittel, Weste und der 'Schaffschurz' waren die Regel. Reiser stützt sich auf eine besonders stabile Hacke, die im Mittleren Laucherttal mundartlich 'Raithaue' genannt wird. Links Hedwig Jakob, geborene Buck (1908-1969) mit ihrer Mutter. Das Originalfoto bewahrt Realschullehrer Siegfried Jakob auf. (Fundstelle: Reproduktion: Film-Nr. 342, Negativ-Nr. 6a.)

41. Kreszentia Reiser, geborene Deuringer (gestorben 1925), Tochter des Lehrers Deuringer von Harthausen bei Feldhausen, in ihrem Garten in der Sigmaringer Straße. Frau Reiser (ein seltenes Foto um 1920 in Werktagskleidung) trägt den derben Leinenrock, wie er generationenlang hier üblich war. Im Hintergrund das Bahnhofsgebäude. Eine mächtige Kalkbruchsteinmauer trennte in OstWest-Richtung die Grundstücke von Reiser und Buchbinder GÖckel. Deren Zweck ist nicht mehr zu ergründen. Sie wurde 1980 beim Abbruch der vier Göggel-Häuser an der 'Stelle' mit beseitigt. (Fundstelle: Film-NI. 342, Negativ-Nr. Sa.)

42. Immer weniger Gammertinger wissen, warum an der Traditionsfasnet der Polizist 'Brolde' genannt wird. Vor allem bei der mündlichen Weitervermittlung schleichen sich Fehler ein. Daher sind hier die vom Verfasser eingesehenen Quellen aufgelistet: Im Jahre 1986 konnte der Kaufmann E. Spohn bei seinen Schweizer Verwandten ein Fotoalbum ausfindig machen, in dem Gammertinger Persönlichkeiten der Jahrhundertwende in guten und scharfen Fotos abgebildet sind. Glücklicherweise war auch der 'Polizei Brolde' dabei, so daß sein Konterfei in diesem Bildband veröffentlicht werden kann. Um ein Lebensbild von Kar! Brolde (1834-1917) zeichnen zu können, sind wir auf schriftliche Hinweise angewiesen. Von Amts wegen finden sich im Stadtarchiv die Akten über 'Polizeidiener'. In der 'Lauchert-Zeitung' vom 27. Januar 1917 finden wir einen zeitgenössisch formulierten Nachruf, dem wir manches entnehmen können. Im 1936 angelegten Protokollbuch der Narrenzunft 'Horig' wird Brolde bereits als Traditionsfigur festgeschrieben. In ihren privaten Aufzeichnungen, die sie um 1928 niedergeschrieben hat, weist Flora Bader auf 'dr Brolde' hin. 1958 widmet der letzte Sonnenwirt A. Reiser (1897-1960) in einer Niederschrift 'damit nicht alles vergessen wird' dem K. Brolde eine halbe Seite. Weitere Veröffentlichungen über Kar! Brolde finden wir in der seit 1954 von B. Beck geführten Zeitungsausschnittsammlung sowie in der Festschrift von 1980 der Narrenzunft 'Horig'. Als Brolde 1917 84jährig stirbt, erinnern sich alte Leute an keinen anderen Polizisten. In seinem ehemaligen Wirkungskreis wird noch nach Jahrzehnten vom alten 'Brolde' erzählt werden. Weil er einen Charakter batte, der ganz zu seinem Amte paßte, ist er in die Gammertinger Fasnet eingegangen. (Fundstelle: Film-Nr. 651, NegativNr. 2.)

43. Bei Friseurmeister Karl Buck (1909-1944) um 1940 in der Sigmaringer Straße 1. Aufschlußreich sind die Innenaufnahmen von der Friseureinrichtung. Solche Bilder sind selten. Zu jener Zeit bilden besonders Wehrmachtsangehörige den Kundenkreis. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ist Josef Blau (genannt "s Bläule') als Friseur nachweisbar. Am Hause Roter Dill 5 (heute Metzgerei Osswald) war jahrzehntelang die Aufschrift 'Joseph Blau, Friseur' zu lesen. Aber er war aber auch noch 'Krauteinschneider' und selbsternannter 'Zahnarzt'. Um 1880 gibt einer namens Binder in der 'Lauchert-Zeitung' Rasierer als Berufsbezeichnung an. Wo sich sonst noch Friseure befanden und in welchen Häusern, läßt sich kaum nachvollziehen, weil es nicht dokumentiert ist. Die ersten hauptamtlichen Friseure waren der 'Ochsenwirt' Norbert Burkhart(1891-1974) und Allseits. Kurz vor Kriegsbeginn baute K. Buck in der Nordhälfte seines Großeltemhauses ein Friseurgeschaft ein. Lampen, Spiegel, Waschtische, Tapeten und Stühle spiegeln den damaligen Zeitgeschmack und die technische Entwicklung wider. Nur im Museum können noch solche Friseureinrichtungen (z.B. Stadtmuseum Gedingen) betrachtet werden. Man kann sich nicht mehr verstellen, daß es diese auch einmal am Ort gab. In den fünfziger Jahren führte die Kriegerwitwe Paula Buck, geborene Reiser (1919-1978) den Friseursalon fort. An die Friseure Erdmann und Dieter Müller sei erinnert. Nach einem kurzen Gastspiel des Salon Eva zog 1979 der damalige Stadtkapellendirigent Hans R. Müller mit seinem Musikalienhandel in die ehemaligen Friseurräume ein. 1985 erfolgte der Abbruch, Nachfolgebau ist das Geschäftshaus einer Investorengemeinschaft. 1986 wird der heute noch bestehende 'Presenta-Laden' eröffnet. Auf dem 1991 eingeweihten Brunnen ist auch das Friseurhandwerk dargestellt. (Fundstelle: Film-Nr. 343, Negativ-Nr. 5.)

44. Um 1930 ist die Hohenzollernstraße (mundartlich 'Stelle') leer von Autos. Rechts das Geschäftshaus Mühlbacher (Hohenzollernstraße 2, heute Schwörer-Moden) mit der zweiläufigen Treppe, die ein integraler Bestandteil der Architektur dieses ersten Gammertinger Geschäftshauses (1806) war. (Siehe auch Alte Ansichten I, Seite 62 und 63). Das 'Agfa-Schild' ist heute schon eine Antiquität. Kandel, Kalksteinpflaster , Eckquaderbemalung und Segmentgesims fielen den Modernisierungsphasen der fünfziger Jahre zum Opfer. Erst Ende der achtziger Jahre ist Kopfsteinpflaster als Gestaltungsmittel wieder 'in'. Links ist das Haus Hohenzollernstraße 1 ('Stelleschmiede') von Osten zu sehen. Die abgestellten schmiedeeisernen Zäune erinnern an die Tätigkeit des letzten 'Stelleschrnieds' und Stadtrats Martin Göggel (1907-1971). Im Hintergrund das 1777 fertiggestellte freiherrlich Spethsche Schloß, an dessen der Lauchert zugewandten Ostfassade seit der Erbauung die wenigsten Veränderungen vorgenommen wurden. Rechts ein Gartenzaun, für einen Garten ist heute im Zeitalter der Parkplatznot im Stadtzentrum kein Raum mehr. Dieser Garten ist 1962 mit dem Geschäftshaus Mühlbacher/Wissmann überbaut worden. (Fundstelle: Film vom 22/04/1987, Negativ-Nr.18.)

45. Das Haus Marktstraße 4 hat schon mannigfaltige Nutzungen und damit verbundene Veränderungen seines Erscheinungsbildes erlebt. Im hier abgebildeten Originalzustand war es ein typischer 'Fin-de-Sièclet-Bau, 1934 zog die Landesbank-Filiale unter Leitung von Edmund Langenstein (gestorben 1991) aus dern Haus Kupferschmied Fauler von der Lindenstraße hier ein. In den sechziger Jahren modernisierte das Kreditinstitut seine Hauptzweigstelle Gammertingen und verlegte den Eingang an die Nordseite. 1976 bezog die Bank ihren Neubau am Schloßplatz als Nachfolgebau der 'alten Volksschule', die im Oktober 1972 abgebrochen wurde. Der Uhren- und Optikermeister Rudi Reinhard (geboren 1937) erwarb 1976 das Geschäftshaus Marktstraße 4. Er verlegte das 1962 in seinem Elternhaus Hohenzollernstraße 28 ('Alter Hirsch') gcgründete Fachgeschäft hierher. Im Frühjahr 1991 brach R. Reinhard den südlichen Zwischenbau ab, der als Büroraum und Garagen genutzt wurde. Architekt A. Moschkon errichtete einen Neubau mit Erkern und Bögen. (Fundstelle: Film-Nr. 159, Farb-Negativ-Film-Nr. 450.)

46. Gaststube des 'Kreuz', Ende der dreißiger Jahre. Stühle, Tischdecken, Gardinen, Lampen und ein kreisrunder Lautsprecher entsprechen in ihrem Aussehen dem damaligen Geschmack. Seitdem hat sich vieles gewandelt. In der Nachkriegszeit hat die Kreuzwirtin Maria Burkhart (geborene Keller-Hotglaser, 1901-1978) manchen Teller Suppe umsonst gegeben. 1909 hatte die letzte Modernisierung des 'Kreuz' stattgefunden. Dabei wurde der Erker angebaut und die Fenster wurden vergrößert. 1954 erfolgte beim Bau des 155 000 DM kostenden 'Kreuzsaales' auch die Erneuerung der Gaststube. Der Eingang, hier noch rechts zu sehen, wurde verlegt. Das große Kruzifix, seit undenklichen Zeiten im Familienbesitz, fand auch immer am Fronleichnarnsaltar des 'Kreuz' Verwendung. Seit 1975 wird aus verkehrstechnischen Gründen der alte Prozessionsweg nicht mehr begangen. Die Station beirn 'Kreuz' ist aber auf den ältesten Fotografien Gammertingens nachweisbar. (Fundstelle: Film-Nr. 500, Negativ-Nr. 9.)

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47. Haus Fidelisweg 2 (alte Hausnum

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