Gammertingen in alten Ansichten Band 3

Gammertingen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Botho Walldorf
Gemeente
:   Gammertingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6654-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gammertingen in alten Ansichten Band 3'

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9 Dieses Fachwerkhaus im St.-Michaels-Weg wurde zuletzt von Schneidermeister Michael Straubinger (1894-1958) und Ehefrau Lina geb. Heinzelmann (1894-1974) bewohnt. Vorgängerfamilie war der Schuhmacher Josef Zeiler (1883-1934) mit der aus Hettingen stammenden Ehefrau Maria geb. Datz (18781970). Das Foto stammt vom Mai 1 975, im Folgejahr wurde das Haus abgebrochen. Im Rahmen der 'Entkernung' der Altstadt blieb der Platz leer. Ein Baum wurde stattdessen gepflanzt. Die meisten der alten Häuser im Altstadtteil 'Unser' wiesen rauchgeschwärzte Dachstühle auf. Durchgehende Kamine wurden erst später zur pflicht. Rechts sind handgefertigte Dachziegel mit

hölzernen Dachschindeln zu sehen. Die Schindeln mussten j edes Iahr ' gesteekt' werden, damit das Dach dicht blieb. Die wenigen Fotos von alten Gammertinger Dachstühlen können nur begrenzt den Eindruck einer solchen 'Bühne' wiedergeben. (Dia-Nr. 16 246.)

10 Rechts das stattliche, traufständige Eindachhaus August-Reiser-Straße 17 der Familie GÖckel.

Über der Haustür war ein Schlussstein mit der Iahreszahll804. Im Sommer 1959, beim Fotokurs des Progymnasiums unter Anleitung des Studien-Assessors Heinz Müller (geb. 1922), stand im Stall noch Vieh. Karl Göckel (19051950), derSiebmacherKarl', hatte 'unter dem Krieg' seinen Lanz-Bulldog angeschafft (siehe Bild 65). Das Eckhaus des Wagners Gulde mit dem Scheunentorbalken von 1768 wurde 1969 abgebrochen, um die Kurve besser zu gestalten. Links

das ehemalige Stadtbauernhaus August-ReiserStraße 12, an dem gerade Modernisierungsmaßnahmen stattfinden. Hier wohnte der Zimmermann Emil Reiser (1 877 -1 952) mit Ehefrau Anna geb. Sauter (1 8 8 1-1 9 68) . Si e war mit der Familie Josef Sauter, Achalmstraße 16, verwandt.Es ist das einzige Gebäude auf diesem Foto, das 41 Iahre später noch steht. Es wird von dem pensionierten Oberzugführer Benedikt Endriß (geb. 1921) bewohnt.

11 Geflochtener 'Schiedgiebel' in der August-Reiser-Straße 12. Dieser Giebel, der den Wohnteil vom Scheunenteil dieses Stadtbauernhauses trennte, ist trotz der Jahrzehnte andauernden Modernisierungsmaßnahmen erhalten geblieben. Die 'Bühnen' (Dachböden) der alten Häuser in der Region blieben meistens seit der Erbauungszeit unverändert, wenn nicht durch familiäre Änderungen oder Generationen- oder Besitzwechsel Ausbauten in die Wege geleitet wurden.

Das beweist, dass die Leute sparen mussten. An der rauchgeschwärzten ReisigLehm-Ausriegelung ist

erkennbar, dass die Dachstühle uralt sind. Die Fotos von etwa zehn alten Bühnen mit rauchgeschwärzten Dachstühlen gehören heute zu den wichtigsten

Dokumentarfotos in der Sammlung Walldorf. Wie immer: Zum Zeitpunkt der Aufnahme war das Alltagswirklichkeit, von der auch B. Walldorf zu wenig Notiz

nahm. Vom Dachstuhl des Hauses Alte Steige 22 der Witwe Latte Ott (1 9151993) konnte im Juli 1993 eine Fotodokumentation erstellt werden.

1 2 Blick vom Bahnvia dukt auf die alte Stadtanlage von Norden (1965). Die Hochwasser führende Lauchert sucht sich ihren alten Weg links neben der Stadtmühle vorbei. In Bildmitte die' alte Turnhalle' , wo im Zweiten Weltkrieg Kriegsgefangene untergebracht waren. Sie wurde 1985 abgebrochen. Die Fläche dient seitdem als Parkplatz für das Vereinsheim in der LauchertstraBe, 1932-19 71 Textil-Fabrik von Reinhold Maute (1891-1958). Das giebelständige Haus St.-Michaeis-Weg 6 ist das Stammhaus der Familie Reiser 'Zur Sonne'. Ein Schlosser namens Michael Reiser

hatte drei Söhne, die alle das Metzgerhandwerk erlernten: Ulrich Reiser (1833-1895), von seinem Grabstein ist noch ein Foto überliefert. Ulrich kaufte 1870 die 'Untere Mûhle',

lie Reiser 'Zur Sonne' werden, die seit 1895 in der HohenzollernstraBe 24 ansässig sind. (Dia von PfarrerWirth.)

wo seine Nachkommen noch heute leben. Der zweite Sohn hieB Xaver Reiser. Der dritte Sohn Benedikt Reiser (18431905) sollte der Stammvater des Zweiges der Fami-

13 Die Südostecke der alten Stadtanlage mit dem sogenannten Kreuzbach war von etwa 1900 bis um 1960 ein beliebtes Ansichtskarten- und Fotomotiv des alten Gammertingen. Etwa zehn Ansichtskarten von dieser Stelle, die früher in Kleinserien aufgelegt werden konnten, sind heute noch bekannt. Links der Einlauf des 1967 zugeschütteten Stadtgrabens, der in früherer Zeit zu einem Fischteich aufgestaut war. Der 'Rote Dill' war ein in der Nähe befindlicher Bretterzaun. Der Begriffhat sich über Iahrhunderte mündlich überliefert. 'Roter Dill' konnte so bei der Straßenbenen-

nung 1955 für die Zukunft festgeschrieben werden. Im Vordergrund rechts war die Viehtränke für die 'Untere Vorstadt'. Der Schlauchturm der Feuerwehr stand zusammen mit

dem 'Städtle-Waschhaus' (vorher: Schlossküche ), später 'Molke' bis 1972. Der Metz- Verlag, Tübingen, fotografierte zwischen 1900 und 1975 etwa um die 100 stadtge-

schichtlich bedeutsame Motive. Die Gammertinger Ortsmappe konnte Dr. jur. Anton Burkhart (geb.

1 93 1) im Iahre 1 992 erwerben, wo Interessenten Einblick nehmen können.

14 Blick vom Zimmer-Nr. 11 im zweiten Stock des Hotels 'Kreuz' als Gegenüberstellung. 1966 wurde die hölzerne Kreuzbrücke durch diese breite Straßenbrücke ersetzt. Iahrhundertelang war die Brücke beim Schloss die einzige, für Fuhrwerke befahrbare Brücke in Gammertingen gewesen. Beim Anblick dieses Fotos vom September 2000 kann man sich schwerlich vorstellen, dass neben der Brücke eine Furt war, wo Fuhrwerke den 'Bach' durchqueren konnten. Vorgängerbau des

1997 von Optikermeister R. Reinhard (geb. 1937) erstellten Geschäftshauses (am rechten Bildrand)

waren die 'Kreuz-Garagen', die von 1938 bis Herbst 1996 standen. Diese wurden am Platz eines Taglöhnerhauses erbaut, das vom Hägefutterer und Totengräber Anton

Knupfer (1884-1965) mit Ehefrau Anna geb. Acker (1882-1958, 'tNanne") bewohnt wurde. Das Landesbankgebäude wurde 1973-1975 anstelle der alten Volksschule errichtet.

Die Fläche der ehemaligen Stadtgrabenmündung wird seit 1 975 als zentrumsnaher Parkplatz genutzt.

15 Blick vom Kirchturm der Stadtpfarrkirche St. Leodegar, Foto vom Atelier Kugler aus Sigmaringen um 1 930. Daraus wurde eine Ansichtskarte gemacht, die von F. Bader gesammelt wurde. Bei der Gelegenheit entstanden etwa ein Dutzend weitere Fotos vom Kreis-Altersheim und von Gammertingen. Der Fotonachlass Kugler liegt seit 1997 teilerschlossen im Staatsarchiv Sigmaringen. Rechts ist wieder die Südostecke der alten Stadtanlage mit Schloss und alter Volksschule als geschlossene Front zu sehen. Im Mittelgrund die alte evangelische Kirche, die 1900 er-

baut und 1972 abgebrochen wurde, um dem Gemeindehaus Platz zu machen. Im Mittelgrund das Wohnhaus Roter Dill 3, 1994 abgebrochen durch Hauptlokführer ]osef Sau-

ter (geb. 1953) und durch einen Neubau ersetzt. Neben dem Haus des Lokführers Beck (1 89 1-1 95 1 ) Roter Dill 7 steht noch ein Waschhaus. Ferner ist die Rückseite des 'Spitals' zu

sehen. Es wurde 1716 erbaut und 195 1 abgebrochen. Stattdessen entstand eine Dunglege, dann kamen um 1980 Parkplätze.

16 Blick vom zur Außenrenovation eingerüsteten Kirchturm der Stadtpfarrkirche St. Leodegar, April 1989 auf die alte Stadtanlage, links begrenzt von der 'Fórderschule' (ehemaliges Oberamt) , rechts von der 'Michelskirch'.

N eben dem Schloss das 'Schlössle', Schwedengasse 2 mit dem RenaissanceFachwerk-Giebel von etwa 1550. Das Gebäude Marktstraße 2 beherbergte von 1934 bis 1975 die Landesbankstelle, vorher die 'preußische Oberförsterei' unter Forstmeister H. Köster (1 890 -1973). 199 1 nahm R. Reinhard Umbauten vor. Daneben die 'Kreuz' -Garagen, die in

dieser Form von 1938 bis September 1996 standen. Unten ist der Nachfolgebau Marktstraße 9, Bauj ahr 1982 des 'Häfner-Hauses' zu sehen. Im Oktober

1 968 hatte der Verfasser im

Vorgängerbau noch Gelegenheit, eine Innendokumentation mit alter Küche und ' Abtritt' zu machen (siehe Bild 54). Dieserart Wohnverhältnisse, in den 1950er Iahren fast noch

überall im Städtle anzutreffen, können heute nur noch im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck nachempfunden werden.

17 Blick auf das Schwimmbad im September 1953. Zu dieser Zeit setzte der Metz- Verlag Tübingen ein Auto mit einer Kamera ein, die aus einigen Metern Höhe fotografierte. Dadurch entstanden Fotos von Gammertingen aus ungewöhnlichen Perspektiven, die dadurch eine Menge stadtgeschichtliche Zusammenhänge dokumentieren. Links die Mädchenkabine und der mit einem Seil abgesperrte Nichtschwimmerteil des Beckens. Auch das scheppernde Sprungbrett kann man bemerken. Das Schwimmbad wurde bis Ende der 1950er Iahre 'rnit Bachwasser' gefüllt.

Rechts ist der Stadtgraben mit einer seiner sieben Brücken zu sehen. Weitere Informationen zum alten Schwimmbad:' 125 Iahre Turnen, Spiel und Sport in Gammertingen', Selbstver-

und 16 als betriebsfähige Museumsfahrzeuge erhalten bleiben würden?

lag TSV Gammertingen 1988, Seite 228.

Andere zeitgeschichtliche Fragestellungen: Wer hätte in den 1950ern darauf getippt, dass gerade die Dampflaks Betriebs-Nr. 11

18 Einlauf des Stadtgrabens an der steinernen 'Wasserfalle' oberhalb der Stadtmühle. Eines der ältesten Wasserbauwerke, die auf die Gründung der Stadt im 13. Jahrhundert zurückgehen. Bei I-Iochwasser öffnete der Stadtmüller ' die Pallen', damit das Lauchertwasser über den Stadtgraben ausweichen konnte. Bei Bränden wurde der Stadtmüller per Verordnung von 1865 verpflichtet, den Kanal mit möglichst viel Wasser zu versorgen. Im Frühjahr 1966 machte Stadtpfarrer Paul Rudigier (geb. 1930 in Laufenburg, Amtszeit in Gammertingen 19631978) etwa zehn Farbdias

vom Stadtgraben, die er

1 969 dem Verfasser schenkte. Diese Zufallsaufnahmen haben sich als stadtgeschichtlich so bedeutsam herausgestellt, dass sie 1979 vergrößert

und seit 1994 in den klimatisierten Magazinen des Staatsarchivs Sigmaringen fotokonservatorisch optimalaufbewahrtwerden. Aus der Sichtweise des Iahres 200 1 wird bedauert,

dass der Stadtgraben 1967 zugeschüttet wurde. (DiaNr. 10 959 vam Frühjahr 1966.)

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