Gammertingen in alten Ansichten Band 3

Gammertingen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Botho Walldorf
Gemeente
:   Gammertingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6654-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gammertingen in alten Ansichten Band 3'

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49 Eine arrangierte Begegnung im Mai 1969:

Die Sonderfahrt des IBMClubs (Internationale Büro- Maschinen Gesellschaft, Böblingen) mit Dampflok Betriebs-Nr. 16 trifft auf das letzte Gammertinger Kuhfuhrwerk von Ulrich Abt (1898-1986), Landwirt und Schneider.

Auf dem gummibereiften 'Bennawagen' fahren die Enkel Renate Gillhart verh. Bollmann und Norbert Gillhart mit. Im Hintergrund ist der 1984 renovierte Aussichtsturm 'Schmalzberg' sichtbar. Auch 'gestellte' Fotos gewinnen langfristig zur Darstellung von geschichtlichen Abläufen an Bedeu-

tung. 31 Iahre später, im Jubiläumsjahr 200 1, könnte solch ein Zusammentreffen nicht mehr herbeigeführt werden. Aus Lok 16 und den Personenwagen der Baujahre 190 1

Vater die Landwirtschaft nicht mehr modernisiert. Das ist der familiäre Hintergrund, warum gerade Familie Abt so lange mit den Kühen gefahren ist. (Foto: Stadtrat Josef Sauter. )

bzw. 1 9 0 8 wurden ab 1972 Museumsbahnfahrzeuge. U. Abt schaffte kaum ein Iahr später seine Fahrkühe ab. Weil Abts Sohn Klaus (1934-1999) behindert war, hatte der

50 Fast fünfzig Iahre nach dem Tode des Hutmachers Anton Sauter (1872-1952) ist die Fragestellung interessant, was man von seinem Handwerksbetrieb noch findet. Visualisierung und Literarisierung ist die einzige Möglichkeit, dass die Erinnerung an die Hutmacherei Sauter 'nachschlagbar' bleibt. Im Bildband II wurde bereits auf den Seiten 54-56 über die Familiengeschichte der Sauters publiziert. In der 'Lauchert-Zeitung' vom

1 8. März 1 906 inserierte A. Sauter. Längst sind die darin angebotenen 'Kommunikanten-Hüte' aus der Mode gekommen. Bei den Generationswechseln im

Bauernhause Lindenstraße 22 ging die ganze Hutmaeher-Werkstatt unter. Nur ein Bügeleisen zum Bügeln von Filzhüten ist auf unsere Zeit gekommen. Aber es ist aus dem Nutzungs-Zusammenhang gerissen. Der Hutladen war bis zum Tode A. Sauters noch vorhanden. Er wurde dann zum Wohnzimmer der Familie Karl Sauter (1907 -1975) umgewidmet und diente diesem Zweck bis zum Abbruch des alten Hauses im Iahre 1980. (Film-Nr. 532.)

5 1 Leider ist uns das Schild 'Anton Sauter Hutmacher' im Original nicht erhalten geblieben. Durch F. Bader ist es uns in Form eines um 1932 entstandenen 6x9 cm Rollfilm-Negativs fotografisch überliefert. Im April 1945 wären die etwa dreihundert für die Stadtgeschichte Gammertingens wichtigen Negative fast untergegangen, als die Familie Bader ihr Haus in Sigmaringen, Gymnasiumstraße 14, innerhalb von Stunden für die französische Besatzungsmacht frei machen musste. Die abgebildeten Personen und ihre zeittypischen Lebensschicksale sind bekannt. Die Stadt-

geschichte setzt sich aus vielen Einzelschicksalen zusammen. Links Wilhelmine Sauter (1900-1989, 'Mina'), sie ging mit der Iahreszahl, Emilie Bader geb.Walter (1875-1962), folgt Luise Sauter geb. Göckel (1870-1946), ihr Mann Anton Sauter (1 8721952, erwarvon 1925 bis zu seinem Tode Mesner) , die NachbarnAnna Göggel geb. Dietrich, geb. 1887 in Günzburg, gest. 1962 in Gammertingen. Der Sohn Andreas ist 1923 geboren und 1942 im Kaukasus gefallen. (Negativ-Nr.1278.)

52 Blick von der 'Kreuzbrûcke' auf die Gipsmühle um 1938. Links davon die Lohmühle und die Bierkühle der 'Kreuzbrauerei' , die von 1850 bis 1969 bestand. Von dem Mühlenensemble sind uns seit 1900 bis zur Überbauung ab 1953 durch den 'KreuzSaal' doch etwa ein Dutzend Fotos in den verschiedenen Verfallstadien erhalten geblieben. Rechts der unbebaute 'Fürstengarten', wo der GemüsehändIer Franz Fürst einen Garten hatte. Es handelt sich um den Urgroßvater mütterlicherseits des Musikers Helmut Barth (geb. 1949). Diese Tatsache führte zur Namensgebung 'Pûrsten-

garten'. 1975 wurde im Gelände rechts die RotKreuz-Wache mit viel Eigenleistung der Mitglieder, vor allem des Zimmermannes Mathäus Ott (gest. März 1999) erstellt. Das

Foto hat im Jubiläumsjahr 2001 besondere Aktualität, weil die Stadträte zu entscheiden hatten, wie viel Parkplätze der 'Fürstengarten' verträgt. Solcherart Fragestellungen waren

zum Zeitpunkt der Aufnahme undenkbar. Es zeigt, wie durch die Massenmotorisierung das Stadtbild total umgestaltet worden ist und weiterhin verändert wird.

53 DerTreppenaufgang im Altbau des Hotels 'Kreuz, Marktstraße 6, hat sich stilrein bis heute erhalten. Die tatkräftige Kreuzwirtin Maria Burkhart geb. Keller (19 0 l-

I 978) und ihr Ehemann Albert Burkhart (190 11963) erbauten 1954 den 'Kreuz-Saal'. 1994 fanden Modernisierungen in Form der 'Schwaben-Stuben' statt. Alles glatt und keine Schnörkel gehörte zu den Attributen jener Epoche, die den Nierentisch, die Tütenlampe und die Waschmaschine Marke 'Constructa.' hervorbrachte. Kein Wunder, dass auch in Gammertingen Hausfassaden egalisiert, Fenster

ohne Rücksicht auf die Symmetrie der alten Häuser vergrößert und manches als nutzlos angesehene Beiwerk entfernt wurde. Bau-Modernisierungs- Prozesse und Erschließungen in bisher für unmöglich gehaltener Größenordnung liefen im Städtle ab. Aus Heimatvertriebenen, Kriegerwitwen und Kriegshalbwaisen bestanden zahlreiche Familien, als 1952 die 'Städtische Oberschule' gegründet wurde. Fünfzig Iahre später sind Dinge aus dieser Epoche auch schon veröffentlichungswert, denn die Zeit bleibt nicht stehen. Foto vom September 2000.

54 'Plumpsklo' (Trockenabort) im Handwerkerund Bauernhaus Marktstraße 9 gegenüber dem 'Kreuz'. Zahlreiche Witwen wie Anna Maria Stehle geb. Göggel (1881-1969, 't 'Häfnerin") konnten sich Modernisierungen nicht leisten oder waren die sanitären Verhältnisse lebenslang gewohnt. 'Mir tut's des voll' war eine oft gehörte Aussage. Nur zufällig hat B. Walldorf diesen 'Abtritt' mit fotografiert, weil er neben der in alter Einrichtung verbliebenen Küche lag. Am 1 7. März

1 981 wurde das Haus abgebrochen. Im Dezember 1982 wurde der Neubau durch Architekt M. Supper

fertiggestellt. So ist dieses Zufallsfoto zum Abbild einer abgegangenen Lebenswelt geworden, die einst in jedem Haus zu finden war und die doch kaum dokumentiert ist. Als das 1988 gegründete Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck für die Saison 1992 eine Ausstellung zum Thema 'Hygienische Verhältnisse auf dem Lande in früherer Zeit' erarbeitete, wurde dieses Bild vom Abort als Titelfoto und 11 weitere Fotos aus Gammertingen für die Begleitbroschüre gewählt.

55 Blick vom 'Fürstengarten' um 1930, wo sich noch die Gänse tummelten, auf die seit 1955 amtlich 'Fidelisweg' genannte Gasse. Laut Dr. H. Burkarth Teil der 'Unteren Vorstadt'. Der gotische Staffelgiebelturm der Stadtpfarrkirche St. Leodegar kann gegenwärtigen Bildbetrachtern als Orientierungshilfe dienen. 1920 wurde am Südgiebel derWagnerei Göggel ein 'Schopf' fürWerkholz angebaut. Seit 1993 steht hier das Gästehaus 'Kreuz' mit 'Lauchert- Terrasse'. Die Rezeptionsgeschichte dieses Motivs in den folgenden Jahrzehnten soll beschrieben werden. Beim Fotokurs der Ober-

schule im Sommer 1959 wurde dieses Motiv wieder fotografiert. Der Kunsterzieher Strittmatter (19321 975) zeichnete es in abstrakten Formen. Im Kunstkalender 2001 der evange-

lischen Kirchengemeinde Gammertingen und im Wanderplan des Albvereins wurde das Motivals Titelbild erneut publiziert. Auf solche Weise bleiben manche, längst abgegangenen

Motive im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung erhalten. (Negativ-Nr. 1208.)

56 Im September 1 953 fotografierte der Ansichtskartenverlag Metz Tübingen mit seinem SpezialAuto an etwa fünf Stellen in Gammertingen. Hier sind durch den künstlich erhöhten Standpunkt der Kamera die Verhältnisse in Bahnhofstraße und Friedhofstraße hervorragend abgebildet. Der Bahnübergang ist nur durch ein einfaches Warnkreuz gesichert. Weitere Informationen hierzu im Bildband '100 Iahre Hohenzollerische Landesbahn' , Gammertingen, 1999, wo auf den Seiten 104-106 die Kulturgeschichte dieses Bahnübergangesabgehandelt wird. Der gelernte

Schlosser Karl Lanz (1 9 1 81997) baute 1947 auf dem Grundstück des Druckers Peter Osswald (1903-1995) eineprovisorische LandmaschinenReparatur-Werkstatt. Ein

Werkstatt-Neubau erfolgte um 1962 im Alemannenweg, der Umzug in das ehemalige Zentra-FabrikGebäude in der Sigmaringer Straße 79 im Iahre

1 97 1 . Dort führen Sohn

Rolf und Enkel Sascha die Firma in einem 1985 erstellten Werkstattgebäude als Op el-Dienst fort. (Platte-Nr. 177 063.)

57 Die Samentalstraße im September 1953, aufgenommen ebenfalls vom Ansichtskartenverlag Metz, Tübingen. Im April 1972 war es noch etwas Selbstverständliches, dass B. Walldorf Baryt - Vergrößerungen von den OriginalNegativen nach Durchsicht der Ortsmappe Gammertingen dort bestellen konnte. Diese Fotos stehen jetzt als Vorlagen für den Bildband im ]ubiläumsjahr 200 1 zur Verfügung. Nach Veröffentlichung durch die Europäische Bibliothek werden die wertvollen Barytbilder sofort dem Staatsarchiv Sigmaringen zur endgültigen Aufbewahrung überlassen.

Künftige GammertingenSammler werden sich über die Funde und die Beschreibungen erfreuen und sie zu bisher unbekannten historischen Fragestellungen weiter

verwerten. Bild 57 und 58 wurden bereits in der 'Pestschrifi zum 25-jährigen]ubiläum des Neubaus der ev. Diaspora-Kirche in Gammertingen' 1982 veröffentlicht. Diese ist ver-

griffen und steht nur noch im Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart im Original zur Verfügung. (MetzPlatten-Nr. 177062.)

58 Blick von der SchelmengartenstraBe auf die Schrotgasse (Bild-Verlag Metz August 1963). Das Aufnahmedatum wurde sowohl im Metz- Verlag Tübingen als auch von B. Walldorf bei seinen Fotos immer notiert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, die Bilder beim Veröffentlichen zeitlich richtig einzuordnen. Tatkräftig bemühte sich Bürgermeister Menz (Lebensdaten 1895-1963, Amtszeit 1949-1955) umMittelaus dem 'Flüchtlings-Wohnbauprogramm'.1952 konnten in die drei Doppelhäuser (im Vordergrund sichtbar) folgende Heimatvertriebenen - Familien einziehen: Drosdek (Herkunft: Schlesien) und Flaig (Bessarabien), Gleich (Neu-Pasua, Jugoslawien), sowie Nickel Rudolf

(1887-1970) undAlbertine (1894-1974) Hirschberg (OstpreuBen) und Jeschke (WestpreuBen, waren zuerst im evangelischen pfarrhaus untergekommen) einziehen. Jo-

hannes Flaig (1899-1968) wurde 1940 im Kreis Leipe in 'Neu-WestpreuBen' angesi

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