Gau-Algesheim in alten Ansichten

Gau-Algesheim in alten Ansichten

Auteur
:   Manfred Wantzen
Gemeente
:   Gau-Algesheim
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0879-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gau-Algesheim in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Gau-Algesheim, unweit des Rheins zwischen Bingen und Mainz gelegen, ist eine der kleinsten Städte in der Bundesrepublik. Dafür besitzt es aber schon lange Stadtrechte, nämlich seit 1332. Als Standort einer kurmainzischen Arntsburg, dem Wasserschloß Ardeck und als bedeutender Grenzort im südöstlichen Zipfel des Binger Landes verlieh ihm Kaiser Ludwig 'der Bayer' auf Bitten des Erzbischofs Balduin von Trier, Provisor des Mainzer Stuhles, am 23. August 1332 'die Freiheit von Frankfurt, das Recht der Ummauerung und einen Wochenmarkt', beurkundet zu Nürnberg. Kaiser Karl IV. erneuerte die Stadtrechte am 11. Februar 1355 in Pisa auf seiner Reise zur Kaiserkrönung nach Rom.

Eingeschnürt in seine Stadtmauern und eingeengt in die landesherrlichen Erlasse und Vorschriften blieb der Ort ein reines Ackerbaustädtchen mit bescheidenen städtischen Ansätzen. Daran änderte auch nichts die französische Revolution, die dem Mainzer Kur-

staat den Todesstoß versetzte und die kurze Zugehörigkeit mit dem gesam ten linken Rheinufer zu Frankreich nach dem Frieden von Campo Formio 1797 bis 1815. Im Gegenteil! Das kurrnainzische Amt Algesheim , zu dem neben der Stadt Gau-Algesheim die Orte Dietersheim, Drornersheirn, Ockenheim und in loserem Zusammenhang Gau-Bickelheim und ab dem 18. Jahrhundert außerdem Büdesheim, Gaulsheim und Sarmsheim gehörten, wurde aufgelöst und die Stadt dem Kanton Ober-Ingelheim untergeordnet. Auch unter der Zeit, als Gau-Algesheim in der Provinz Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen gehörte, wurde ihm nicht mehr die einstige Bedeutung als Arnts- und Verwaltungsmittelpunkt wie in der kurmainzischen Zeit zurückgegeben.

Beginnend mit dem Bau der Ludwigseisenbahn von Mainz nach Bingen, die 1859 vollendet wurde, und den bereits unter Napoleon angelegten Straßen, der heutigen Bundesstraße 41 von Gau-Algesheim nach

Bad Kreuznach und der 'alten' Bundesstraße 9 von Mainz nach Bingen über Wackernheim, wurden die Weichen für die spätere Entwicklung des Städtchens bis zu seinem heutigen Status maßgebend gestellt. Eben in dieser Zeit, von den 'Alten' immer als die "gute alte Zeit' bezeichnet, ist es uns mit Hilfe der in dieser Epoche beginnenden Fotografie möglich, 'GauAlgesheim in alten Ansichten' von der 'Kaiserzeit' bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einer kleinen Auswahl historischer Aufnahmen zu zeigen. Damit sind wir in der glücklichen Lage einen Zeitabschnitt zu dokumentieren, in dem Wasserleitung, Gas und Elektrizität, Selbstverständlichkeiten unseres heutigen Alltags. eingeführt wurden, viele der heute noch bestehenden Vereine und Institutionen gegründet wurden, die das kulturelle und wirtschaftliche Leben unserer Stadt bestimmen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte schließlich der revolutienierende Urnschwung in der Strukturierung

des Städtchens, weg von der rein landwirtschaftlich orientierten Bevölkerung hin zur Wohn- und Pendlergerneinde, in der viele Einwohner einer Angestelltenoder Arbeitsbeschäftigung im Industrieballungszentrum Rhein-Main oder im nahen Mainz-IngelheirnBingen-Bad Kreuznach nachgehen. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich innerhalb weniger Jahre, auch durch den Zuzug Vertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten, Neubaugebiete wurden erschlossen, Straßen gebaut. Die Stadt hat ihr Gesicht grundsätzlich gewandelt. Denen, die heute in ihr wohnen, will dieses Büchlein ein Rückblick, aber auch Rückbesinnung geben.

Ich danke allen, die mich bei der Zusammenstellung der Bilder und Texte unterstützten.

1. Altestc fotografische Aufnahme von Gau-Algesheim, entstanden um 1880. Von der 'Bergstraße', auf halber Höhe des Westerberges, geht der Bliek über die Gewann 'Im Herzenacker' hinunter auf das Städtchen, aus dessen Mitte sich noch die 'alte' Pfarrkirche mit ihrem gedrungenen Turm erhebt. Ihr nach Osten gerichteter Hauptchor, entstanden um 1406, wurde ebenso wie das Untergeschoß des Glockenturrns in den neugotischen Erweiterungsbau 1887 bis 1889 einbezogen,

Bild: Privat,

2. Luftaufnahme von 1934 mit der gotischen Pfarrkirche St. Cosmas und Damian, davor das barocke Pfarrhaus mit seinem charakteristischen Walmdach mit Gauben und das Barockhaus Kronenberger mit seinern Mansarddach an der Neugasse. Links von der Kirche das Schulhaus von 1820 und die rnittelalterliche Schule rnit ihrem Krüppelwalmdach. Dahinter die ehemalige Zehntscheune. Rechts oberhalb der Kirche der Marktplatz mit dem Rathaus, das an seinem ebenfalls gebroehenen Mansarddach und dem helmförmigen Dachreiter gut erkermbar ist. Am linken Bildrand die Einmündung der Grabenstraße in die Kloppgasse. Die Aufnahme verdeutlicht den Siedlungscharakter der Gau-Algesheimer Altstadt mit ihren fränkischen Gehöften und einer Dachlandschaft mit spitzgiebeligen, teils behäbig barocken Dachformen, mit Mansard-, Walm-, Krüppelwalm-, überwiegend aber Satteldächern mit steiler Dachneigung.

Bild: Hansa Luftbild GmbH.

3. Bliek über das Stadtzentrum hinaus auf eine der bedeutendsten Weinbergslagen von Gau-Algesheim, den 'Steinert'. Auf überwiegend steinigen Böden, die dieser Gemarkung den Namen gaben, gedeihen auch heute noch in erster Linie hervorragende Rotweine der Rebsorten Frühburgunder und Spätburgunder. Der steinige Boden speichert am Tag die Wärme und gibt sie über Nacht nach und nach wieder ab. Auf der linken Bildhälfte steht inmitten der Obstfelder und Weingärten die evangelische Pfarrkirche. Am oberen Bildrand ist deutlich der Bogen der Rheintalbahn mit dem 'Frcscheloch' sichtbar. Parallel der Ockenheimer Straße verläuft die Bahnstrecke Gau-Algesheim-Bad Kreuznach. Am rechten Bildrand sind die 'Bleiche' und der Kegelplatz zu erkennen.

Bild: Hansa Luftbild GmbH.

4. Luftbildaufnahme von Süden her aufgenommen, Deutlich zeigt sich der runde, mittelalterliche Stadtkern. Von links zieht sich die Anfang der dreißiger Jahre noch wenig bebaute Appenheimer Straße in das Häusergewirr der Altstadt hinein. Rechts hinter dem Schloß Ardeck das noch unbesiedelte Gelände im 'Woog'. Am oberen Bildrand die Rheinebene mit der Binger Straße.

Bild: Hansa Luftbild GmbH.

5. Der Altstadtkern mit seinen markanten historischen Gebäuden, der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian und dem Wasserschloß Ardeck, dessen ehernalige Wassergräben und Bastionen um 1930 ein blühender und gepflegter Obstgarten waren. An der Peripherie der Altstadt steht im Osten als letzter Zeuge der einst stolzen Stadtbefestigung, der 'Graulturm',

Bild: Hansa Luftbild GmbH.

6. Bliek von Nordwesten auf den Altstadtkern mit der Langgasse, an deren Anfang, etwa im Mittelpunkt der Aufnahme, der Marktplatz mit der Barockfassade des Rathauses, das Barockhaus Dengier und die Pfarrkirche St. Cosmas und Damian mit ihrem 63 Meter hohen Turm zu erkennen sind. Von unten her ziehen sich die Häuserzeilen der Grabenstraße im Verlauf der westlichen Stadtmauer um die Altstadt. Am oberen Bildrand der waldbekrönte Westerberg mit der 'Bergstraße' und dem 'Kreuzweg'. Gleich neben der Bergstraße der 'Neue Friedhof. Die Aufnahme zeigt deutlich, wie Schloß Ardeck früher außerhalb des mittelalterlichen Stadt lag.

Bild: Hansa Luftbild GmbH.

7. 'Gruß aus Gau-Algesheim' vom 1. Oktober 1897! Die Postkarte zeigt von links oben an einige Wahrzeichen der Stadt: Schloß Ardeck, die Kreuznacher Straße, heute Ockenheimer Straße, mit dem Anwesen Schaberger, dem Gasthaus 'Zum Deutschen Kaiser' und dem Haus Klingler, die Turnhalle, den Bahnhof und den Marktplatz mit Rathaus und Marktbrunnen, die Pfarrkirche, sowie das Gasthaus 'Pfälzer Hof', heute Ratskeller, und die heutige Volksbank, damals G.J. Mayer, Die Bögen des Rathauses sind noch zugemauert und direkt vor der Kirche steht noch die Bäckerei Mayer-Wallenstein an Stelle der heutigen großen Freitreppe.

Bild: Privat.

.I

ti

8. Eine andere Grußkarte von 1897 zeigt links oben die alte 'Stadtapotheke' mit dem 'Friedensbaum' an der Kreuzung von Ockenheimer Straße, Bahnhofstraße und Langgasse, eine Ansicht der Stadt vom Westerberg her mit dem Jakobsberg irn Hintergrund und den 'Graulturm' an der Bleiche. Die alte Stadtapotheke mußte 1957/1958 dem Überführungsbauwerk im Zuge der Bundesstraße 41 über die Bundesbahnstrecke weichen. Der Friedensbaum, anläßlich des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 gepflanzt und seit Jahrzehnten bereits abgeholzt, gibt noch heute der verkehrsreichen Straßenkreuzung zu der als vierte Straße durch die Straßenbrücke noch die Rheinstraße gekommen ist, ihren volkstümlichen Namen.

Bild: Privat.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek