Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Hubert Georg Quarta

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© 1982 Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande © 2011 Reproduktion des ursprünglichen Druckes aus 1982

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EINLEITUNG

Das Haus, die Straße, der Ort, in die man zu einer bestimmten Zeit mit ihren ganz bestimmten Umständen hineingeboren wurde, all das, was man mit Hilfe der Eltern zum erstenmal bewußt erlebte, erste Urnweltbegegnung und erste Freundschaften, ist Heimat, erste Heimat. Und je bewußter man dies erlebte, desto deutlicher bleibt die Heimat in der Erinnerung des Menschen, desto stärker bleiben die Bindungen an die Heimat wirksam.

So ist Heimat etwas Besonderes für einenjeden Menschen, ohne daß wir hiervon immer genaue Kenntnis erhalten; eingeprägt werden uns diese Beziehungen aber durch die Schilderungen derjenigen, die in der Lage sind, ihren Empfindungen, ihren Gefühlen besonderen Ausdruck zu verleihen, in den Schilderungen der Dichter. Dabei spielt nicht unbedingt eine Rolle, daß das Geburtshaus mit dem Haus der intensivsten Kindheitserinnerungen identisch ist, oder ob - wie zum Beispiel im Fall der Brüder Grimm, Thomas Manns oder Gertrud von Ie Forts und Hans Carossas - die Familie kurz nach Geburt des Kindes Wohnung oder gar Wohnort wechselte: hier steht das eine einfach für das andere.

Nicht immer - und wie könnte es auch anders sein - ist die Erinnerung an Kindheit und Heimat gleichzeitig Erinnerung an eine glückliche Zeit, doch sind negative Erfahrungen in dieser Hinsicht, wie wir wissen, glücklicherweise in der Minderheit. Häufig sind die Beispiele, in denen sich der Dichter erst gegen Ende seines Schaffens und Lebens der eigenen Kindheit gezielt wieder erinnert. Dabei fließen dann oft Authentisches und Erdachtes ineinander, es kommt zur Mischung von 'Dichtung und Wahrheit'. Immer aber bleibt die Faszination der Kindheitserinnerungen:

Ich nehm noch aft den Weg durch die gewohnte Gasse, daß hinterm Gitter schräg ich dort ein Haus erpasse.

(R.A. Schröder)

Ich bitte um Verständnis, wenn ich einige Dichter der deutschsprachigen Schweiz und aus Österreich in diesen Band mit aufgenommen habe.

Hubert Georg Quarta

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 1622-1676

1. Wenn auch Zeit und Ort mit letzter Sicherheit nicht festzustellen sind, so ist aufgrund der bisherigen Forschungen doch anzunehmen, daß Christoffel von Grimmelshausen im Jahr 1622 in Gelnhausen an der Kinzig geboren wurde. Dafûr sprechen der Trauungs-Eintrag im Offenburger Kirchenbuch vom 30. August 1649, in dem er Herrn Johannis Christaffen geweßten Burger zu Gelnhausen hinerl, Ehel. Sohn genannt wird, die Tatsache, daß eine Familie gleichen Namens in Gelnhausen seit 1566 nachgewiesen ist, und eine Reihe von Bemerkungen in seinen Werken, wodurch deutlich wird, daß Grimmelshausen viele Einzelheiten in dieser Stadt bekannt waren. Hier ein Beispiel aus dem 'A benteuerlichen Simplicissimus', 1. Buch, 19. Kapitel:

'Da es taget', füttert ich mich wieder mit Weizen, begab mich zum nächsten auf Gelnhausen, und fand daselbst die Tor' offen, welche zum Teil verbrennet, und jedoch noch halber mit Mist verschanzt waren: Ich ging hinein, konnte aber keines lebendigen Menschen gewahr werden, hingegen lagen die Gassen liin und her mit Toten überstreut, deren etliche ganz, etliche aber bis aufs Hemd ausgezogen waren. Dieser jämmerliche Anblick war mir ein erschrecklich Spektakel, maßen sich jedermann selbsten wohl einbilden kann, meine Einfalt konnte nicht ersinnen, was für ein Unglück den Ort in einen solchen Stand gesetzt haben müßte. Ich erfuhr aber ohnlängst hernach, daß die kaiserlichen Völker etliche Weimarischen daselbst überrumpelt. Kaum zw een Steinwürf weit kam ich in die Stadt, als ich mich derselben schon satt gesehen hatte, derowegen kehrete ich wieder um, ging durch die Au nebenhin und kam auf eine gänge Landstraß, die mich vor die herrliche Festung Hanau trug .. .'

Aus: Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus, 1. Buch, 19. Kapitel. Win kier- Verlag, München 1956, Seiten 54/55.

Abbildung: Das Geburtshaus in der Schmidtgasse 12 zu Gelnhausen.

Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781

2. 'Wie gerne wünschte ich mir diese Jahre zurück, die einzigen, in welchen ich glücklich gelebt habe.' (1754)

' .. .Ich wagte mich von meiner Stube unter meinesgleichen. Guter Gott! was vor eine Ungleichheit wurde ich zwischen mir und andern gewahr. Eine bäuersche Schichternheit, ein verwilderter und ungebauter Körper, eine gänzliche Unwissenheit in Sitten und Umgange, verhaßte Mienen, aus welchen jedermann seine Verachtung zu lesen glaubte, das waren die guten Eigenschaften, die mir bei meiner eignen Beurteilung übrig blieben .. .'

Aus einem Brief an die Mutter vom Januar 1749.

' ... Allein, kann man von einem Menschen ohne Bedienung, ohne Freunde, ohne Glück viel Wichtigers sagen als seinen Namen? Noch kann ich mich durch wenig anders als durch diesen unterscheiden. Ich bin ein Oberlausitzer von Geburt; mein Vater ist oberster Prediger in Kamenz. - Welche Lobsprüche würde ich ihm nicht beilegen, wenn er nicht mein Vater wäre! - .. .'

Aus einem Brief an den Göttinger Theologen Johann David Michaelis von 1754.

'Gut, alter Knabe, gut! Ich verstehe dich. Du warst ein so guter Mann und zugleich ein so hitziger Mann. Wie oft hast du mir es selbst geklagt, mit einer männlichen Träne in dem Auge geklagt, daß du so leicht dich erhitztest, so leicht in der Hitze dich übereiltest! Wie oft sagtest du mir: Gotthold, ich bitte dich, nimm ein Exempel an rnir; sei auf deiner Hut! Denn ich fürchte, ich fürchte - und ich möchte mich doch wenigstens in dir gebessert haben. Ja wohl, Alter, ja wohl. Ich fühle es noch oft genug.'

Gotthold Ephraim Lessing iiber seinen Vater.

Alle Zitate aus: Wolfgang Drews, Gotthold Ephraim Lessing in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. RowohltBildmonographien, Band 75, Seiten 13,14,20 und 26. Reinbek bei Hamburg 1962.

Abbildung: Lessings Geburtshaus in Kamenz [Lausitz, [Zeichnung von H. Fröhlich.)

Matthias Claudius 1740-1815

3.

IM MAI

BEI DEM GRABE MEINES VATERS

Tausend Blumen um mich her, Wie sie lachend stehn!

Adam hat nicht lachender

Sie am Phrat gesehn.

Friede sei um diesen Grabstein her! Sanfter Friede Gottes! Ach, sie haben Einen guten Mann begraben,

Und mir war er mehr;

Hier, die schöne grüne Flur,

Hier der Wald und der Waldgesang! Oh Natur, Natur,

Habe Dank!

Träufte mir von Segen, dieser Mann, Wie ein milder Stern aus bessern Welten! Und ich kann's ihm nicht vergelten,

Was er mir getan.

Er entschlief; sie gruben ihn hier ein. Leiser, süßer Trost, von Gott gegeben, Und ein Ahnden von dem ew'gen Leben Düft' um sein Gebein!

Bis ihn J esus Christus, groß und hehr, Freundlich wird erwecken - ach, sie haben Einen guten Mann begraben,

Und mir war er mehr.

Aus: Matthias Claudius, Werke in einem Band, Volksverband der Bilcherfreunde, Verlag GmbH, Berlin 0.J., Seiten 30 und 32. Lizenzausgabe, mit Genehmigung des Hoffman und Campe Verlages, Hamburg.

Abbildung: Die Geburtsstätte des Dichters in Reinfeldf Holstein.

Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling 1740-1817

4. 'In Westfalen liegt ein Kirchsprengel in einem sehr bergigen Landstriche, von dessen Höhen man viele kleine Grafschaften und Fürstentümer übersehen kann. Das Kirchdorf heißt Florenburg (Hilchenbach); die Einwohner aber haben von altersher einen Ekel vor dem Namen eines Dorfes gehabt, und daher, ob sie gleich auch von Ackerbau und Viehzucht leben müssen, vor den Nachbarn, die bloße Bauern sind, immer einen Vorzug zu behaupten gesucht, die ihnen aber auch dagegen nachsagten, daß sie vor und nach den Namen Florendorf verdrängt und an dessen Statt Florenburg eingeführt hätten; dem sei aber wie ihm wolle, es ist wirklich ein Magistrat daselbst, dessen Haupt zu meiner Zeit Johannes Henrikus Scultetus war. Ungeschlachte, unwissende Leute nannten ihn außer dem Rathause Meister Hans, hübsche Bürger pflegten doch auch wohl Meister Schulte zu sagen.

Eine Stunde von diesem Orte südostwärts liegt ein kleines Dörfchen, Tiefenbach (Grund), von seiner Lage zwischen Bergen so genannt, an deren Füßen die Häuser zu beiden Seiten des Wassers hängen, das sich aus den Tälern von Süd und Nord her just in die Enge und Tiefe zum Fluß hinsammelt. Der östliche Berg heißt der Giller, geht steil auf, und seine Fläche, nach Westen gekehrt, ist mit Maibuchen dicht bewachsen. Von ihm ist eine Aussicht über Felder und Wiesen, die auf beiden Seiten durch hohe verwandte Berge gesperrt wird. Sie sind ganz mit Buchen und Eichen bepflanzt, und man sieht keine Lücke, außer wo manchmal ein Knabe einen Ochsen hinauf treibt und Brennholz auf halb gebahntem Weg zusammenschleppt.

Unten am nördlichen Berge, der Geisenberg genannt, der wie ein Zuckerhut gegen die Wolken steigt, und auf dessen Spitze Ruinen eines alten Schlosses liegen, steht ein Haus, worin Stillings Eltern und Voreltern gewohnt haben .. .'

Aus: Heinrich Stillings Jugend, Deutsche Bibliothek Berlin, 0.1. Druck der Spamerschen Buchdruckerei Leipzig [herausgegeben von Hanns Holzschuher].

Abbildung: Das Geburtshaus in Grund bei Siegen.

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