Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Johann WoIfgang Goethe 1749-1832

5. J. W. Goethe wurde im Jahr 1749 in einem alten Fachwerkhaus auf dem Grundstück des jetzigen Hauses am Hirschgraben geboren; die Keller sind noch erhalten. Das uns bekannte Haus, in dem Goethe aufwuchs, wurde 1755 von Goethes Vater um-, besser neuerbaut.

' ... Wir hatten die Straße, in welcher unser Haus lag, den Hirschgraben nennen hören; da wir aber weder Graben noch Hirsche sahen, so wollten wir diesen Ausdruck erklärt wissen. Man erzählte sodann, unser Haus stehe auf einem Raum, der sonst außerhalb der Stadt gelegen, und da, wo jetzt die Straße sich befinde, sei ehmals ein Graben gewesen, in welchem eine Anzahl Hirsche unterhalten worden. Man habe diese Tiere hier bewahrt und genährt, weil nach einem alten Herkommen der Senat alle Jahre einen Hirsch öffentlich verspeiset, den man denn für einen solchen Eesttag hier im Graben immer zur Hand gehabt, wenn auch auswärts Fürsten und Ritter der Stadt ihre Jagdbefugnis verkümmerten und störten, oder wohl gar Feinde die Stadt eingeschlossen oder belagert hielten. Dies gefiel uns sehr, und wir wünschten, eine solche zahme Wildbahn wäre auch noch bei unsern Zeiten zu sehen gewesen. Die Hinterseite des Hauses hatte, besonders aus dem oberen Stock, eine sehr angenehme Aussicht über eine beinah' unabsehbare Fläche von Nachbarsgärten, die sich bis an die Stadtrnauern verbreiteten. Leider aber war, bei Verwandlung der sonst hier befindlichen Gemeindeplätze in Hausgärten, unser Haus und noch einige andere, die gegen die Straßenecke zu lagen, sehr verkürzt worden, indem die Häuser vom Roßmarkt her weitläufige Hintergebäude und große Gärten sich zueigneten, wir aber uns durch eine ziemlich hohe Mauer unseres Hofes von diesen so nah gelegenen Paradiesen ausgeschlossen sahen. Im zweiten Stock befand sich ein Zimmer, welches man das Gartenzimmer nannte, weil man sich daselbst durch wenige Gewächse vor dem Fenster den Mangel eines Gartens zu ersetzen gesucht hatte. Dort war, wie ich heranwuchs, mein liebster, zwar nicht trauriger, aber doch sehnsüchtiger Aufenthalt. Über jene Gärten hinaus, über Stadtmauern und Wälle sah man in eine schöne, fruchtbare Ebene: es ist die, welche sich nach Höchst hinzieht. Dort lernte ich Sommerszeit gewöhnlich meine Lektionen, wartete die Gewitter ab und konnte mich an der untergehenden Sonne, gegen welche die Fenster gerade gerichtet waren, nicht satt genug sehen .. .'

Johann Wolf gang Goethe, Dichtung und Wahrheit, 1. Buch.

Abbildung: Das Geburtshaus am Hirschgraben zu Frankfurt am Main.

Friedrich Schiller 1759·1805

6. Friedrich Schiller hat sich über die frühe Zeit seines Lebens, über sein Geburtshaus, den Geburtsort und die nähere Umgebung Marbachs nie schriftlich geäußert. Ein Grund hierfiir mag darin zu sehen sein, daß die Familie, nachdem sie zeitweise zu gewissem Wohlstand und Ansehen gelangt war, bald in wirtschaftliche Bedrückung geriet. So wird auch Friedrich den Umzug in das reiche Bauerndorf Lorch bei Schwäbisch Gmünd als wohltuend, die neue Heimat als eigentliches Wunschbild einer glücklichen Kindheit empfunden haben.

Das Kind in der Wiege.

Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege; Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt.

Aus: Die Glocke.

' ... Denn mit der Freude Feierklange/ Begrüßt sie das geliebte Kind! Auf seines Lebens erstem Gange,! Den es in Schlafes Arm beginntj/ Ihm ruhen noch im Zeitenschoße/ Die schwarzen und die heitern Lose,! Der Mutterliebe zarte Sergen/ Bewachen seinen goldnen Morgen .. .'

' ... Und der Vater mit frohem Bliek/ Von des Hauses weitschauendem Giebel! Überzählet sein blühendes Glück,! Siehet der Pfosten ragende Bäume/ Und der Scheunen gefüllte Räume/ Und die Speicher , vom Segen gebogen,! Und des Kornes bewegte Wogen,! Rühmt sich mit stolzem Mund.j Fest, wie der Erde Grund,! Gegen des Unglücks Macht! Steht mir des Hauses Pracht!...'

Abbildung: Schillers Geburtshaus in Marbach am Neckar.

Johann Peter Hebe11760-1826

7.

ERINNERUNG AN BASEL

Z'Basel an mim Rhi, ja dört möchti si!

Weiht nit d'Luft so mild und lau und der Himmel ist so blau

an mim liebe Rhi!

Wie ne freie Spatz uffem Petersplatz

fliegi um, und's wird mer wohl wie im Buebikamisol

uffem Petersplatz.

In der Münsterschuel uf mim herte Stuehl

magi zwor jetz nüt meh ha, d'Töpli stöhn mer nümmen a in der Basler Schuel ...

Uf der grüene Schanz,

in der Sunne Glanz, wonni Sinn und Auge ha, lacht's mi nit sa lieblig a bis go Sante Hans.

Aus: 'Johann Peter Hebels Werke', herausgegeben von Wilhelm Altweg, 2 Bände, 2. Auflage, Zürich 1958. Band 1, Seite 229 f.

'Wundert euch nicht, meine Freunde, wenn ich zum erstenmal, da ich vor euch auftrete, von mir selbst mit euch rede ... Ich bin von armen, aber frommen Eltern geboren, habe die Hälfte der Zeit in meiner Kindheit bald in einem einsamen Dorf, bald in den vornehmen Häusern einer berühmten Stadt zugebracht. Da habe ich frühe gelernt arm sein und reich sein. Wiewohl, ich bin nie reich gewesen; ich habe gelernt nichts haben, mit den Fröhlichen froh sein und mit den Weinenden traurig ... Ich habe schon in dem zweiten Jahre meines Lebens meinen Vater, in dem dreizehnten meine Mutter verloren. Aber der Segen ihrer Frömmigkeit hat mich nie verlassen. Sie hat mich beten gelehrt; sie hat mich gelehrt an Gott glauben, auf Gott vertrauen, an seine Allgegenwart denken. Die Liebe vieler Menschen, die an ihrem Grabe weinten und in der Ferne sie ehrten, ist mein bestes Erbteil geworden, und ich bin wohl dabei gefahren ... Gott hat mir an Elternstatt wohltätige Berater meiner Jugend und treue Lehrer der weltlichen Weisheit und des geistlichen Berufes gegeben. Sie schlafen im Frieden; aber ich erfülle eine Pflicht der Dankbarkeit, indem ich ihrer gedenke .. .'

Quelle siehe oben, Band 1, Seite 550 f.

Abbildung: Geburtshaus in Basel, Totentanz 2.

Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) 1763-1825

8. ' .. .Ich kehre endlich zu dem Helden und Gegenstande unserer historischen Vorlesungen zurück (und) hebe besonders den Umstand heraus, daß ich in Wonsiedel (unrichtiger Wunsiedel), einer Stadt am Fichtelgebirge, geboren bin ...

- Von jeher war in Wonsiedel, der sechsten Stadt in den sogenannten Sechsämtern, wenigstens für Patriotismus und für Vereine zu Hülfe und zu Recht, ein sechster Schöpfungstag und deutsche Treue und Liebe und Kraft hielten sich da auf. - Wie gern bin ich in dir geboren, Städtchen am langen hohen Gebirge, dessen Gipfel wie Adlerhäupter zu uns niedersehn! - Deinen Bergthron hast du verschönert durch die Thronstufen zu ihm; und deine Heilquelle gibt die Kraft - nicht dir, sondern - dem Kranken, hinaufzusteigen zum Thronhimmel über sich und zum Beherrschen der weiten Dörfer- und Länderebene. - Ich bin gern in dir geboren, kleine, aber gute lichte Stadt! - ...

Ich bin zu meiner Freude imstande, aus meinem zwölf-, wenigstens vierzehnmonatlichen Alter eine bleiche kleine Erinnerung, gleichsam das erste geistige Schneeglöckchen aus dem dunkeln Erdboden der Kindheit noch aufzuheben. Ich erinnere mich nämlich noch, daß ein armer Schüler mich sehr liebgehabt und ich ihn und daß er mich immer auf den Armen - was angenehmer ist als später oft àuf den Händen - getragen und daß er mir in einer großen schwarzen Stube der Alumnen Milch zu essen gegeben .. .'

Aus: Jean Paul, SelberlebensbeschreibungjKonjektural-Biographie, Setten 1J, 14, 15. Philipp Reelam jun., Stu ttgart 1977.

Abbildung: Jean Pauls Geburtshaus in Wunsiedellliichtelgebirge um 1920.

Friedrich Hölderlin 1770-1843

9. ' ... Bis an die Grenze des Lands, wo mir den lieben Geburtsort/ Und die Insel des Stroms blaues Gewässer umfließt./ Heilig ist mir der Ort, an beiden Ufern, der Fels auch,/ Der mit Garten und Haus grün aus den Wellen sich hebt./ Dort begegnen wir uns; 0 gütiges Licht! wo zuerst mich/ Deiner gefühlteren Strahlen mich einer betraf./ Dort begarm und beginnt das Leben von neuem;/ Aber des Vaters Grab seh ich und weine dir schon? .. .' Aus: Stuttgart (an Siegfried Schmid) Seiten 82/83.

DIE HEIMAT

Froh kehrt der Schifferheim an den stillen Strom, Von Inseln fernher, wenn er geerntet hat;

So käm auch ich zur Heimat, hätt ich

Güter so viele, wie Leid, geerntet.

Verehrte sichre Grenzen, der Mutter Haus Und liebender Geschwister Umarmungen Begrüß ich bald und ihr umschließt mich, Daß, wie in Banden, das Herz mir heile,

Ihr teuern Ufer, die mich erzogen einst,

Stillt ihr der Liebe Leiden, versprecht ihr mir, Ihr Wälder meiner Jugend, wenn ich

Komme, die Ruhe noch einmal wieder?

Ihr treugebliebnen! aber ich weiß, ich weiß, Der Liebe Leid, dies heilet so bald mir nicht, Dies singt kein Wiegensang, den tröstend Sterbliche singen, mir aus dem Busen.

Am kühlen Bache, wo ich der Wellen Spiel, Am Strome, wo ich gleiten die Schiffe sah, Dort bin ich bald; euch traute Berge,

die mich behüteten einst, der Heimat

Denn sie, die uns das himmlische Feuer leihn, Die Götter schenken heiliges Leid uns auch, Drum bleibe dies. Ein Sohn der Erde

Schein ich; zu lieben gemacht, zu leiden.

Aus: Friedrich Holderlin, Werke in einem Band, Lizenzausgabe des Volksverbandes der Bücherfreunde, Verlag GmbH, Berlin, mit Genehmigung des Hoffmann und Campe Verlages, Hamburg 0.J., Seiten 56/57.

Abbildung oben: Das 'Dárfle' bei Lauffen am Neckar; links Hëlderlins Geburtshaus. (Bleistiftzeichnung, Anfang des 19. Jahrhunderts.] Abbildung unten: Holderlins Geburtshaus.

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