Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Heinrich von Kleist 1 77 7 ·1811

10. Heinricn von Kleist nennt seine Heimatstadt und die sie umgebende Hiigellandschaft einmal ein Miniaturgemälde. Über seine Kindheit in dieser relativ bescheidenen Umwelt äußert er sich kaum, er empfindet sie als freudlos. Hier die wenigen Außerungen aus seinen Briefen im Wortlaut:

' .. .Ja, mein liebes Mädchen, das ist ein anderer Stil von Gegend, als man in unserm traurigen märkischen Vaterlande sieht. Zwar ist das Tal, das die Oder ausspült, besonders bei Frankfurt sehr reizend. Aber das ist doch ein bloßes Miniatürgemälde .. .'

In einem Brief an Wilhelmine von Zenge aus Zwickau vom 5. September 1800.

' ... Was ist erhebend? Ein Sonnenaufgang; ein Choral am Morgen (ich denke an die schönen Morgen, wenn ieh in unsrem Garten arbeitete, und der Choral der Hoboisten aus dem Eurigen zu mir herüberscholl) - ... '

In einem Brief an Wilhelmine von Zenge aus Berlin vom 29./30. November 1800.

' ... Mein liebes Ulrikchen, ich bin auf 8 Tage in Frankfurt, aber nicht so vergnügt , als wenn Du hier wärest...' In einem Brief an seine Schwester Ulrike aus Frankfurt a.d. Oder vom Dezember 1800.

' ... so lege Dich ruhig auf Dein Lager und denke mit Zuversicht an mich, der vielleicht in demselben Augenblicke mit derselben Zuversicht an Dich denkt, und hoffe - nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt - auf bessere Augenblicke als die schönsten in der Vergangenheit --- auf bessere noch? - Ich sehe das Bild, und die Nadeln, und Vossens 'Luise' und die Gartenlaube und die mondhellen Nächte ... '

In einem Brief an Wilhelmine von Zenge aus Berlin vom 22. März 1801.

' ... Lebe wohl und grüße die Unsrigen von Herzen. Schreib mir doch recht viel von den neuen Verhältnissen im Hause durch Gustels Heirat...'

In einem Brief an Ulrike von Kleist aus Thun vom 19. Februar 1802.

Alle Briefausziige aus: Heinricn von Kleist - Sämtliche Werke. Emil Vollmer Verlag, Wiesbaden o.J. (Reihe: Die Tempel-Klassiker.}

Abbildung: Kleists Geburtshaus im sogenannten Nonnenwinkel zu Frankfurt an der Oder (1945 zerstört).

Clemens Brentano 1778-1842

11. AUS DER KINDHEIT

In weiter Kammer schlief ich und die Brüder Auf stillen Betten, die der Traum umspielet; Der Amme Lied ertönte still, und nieder

Die Winternacht mit kalten Sternen zielet. Gesegnet seid, ihr ernsten nächtgen Scheine, die ihr mir in die junge Seele fielet!

Ich fühlte ruhig mich, in Frieden klar und reine; Der Brüder Herzen hört' ich um mich schlagen, Ergötzt war meine Brust, ich wacht' alleine,

Hört sie im Traum die kindsehen Wünsche klagen. Der eine sprach von Wagen und von Rossen. 'Hinan, hinan!' hört ich die Schwester sagen,

'Ein Auge schließ ich auf der Leiter Sprossen, Daß mich der tiefe Abgrund nicht ergrause.'

Sie wußte nicht, daß beide sie geschlossen.

Die andre sprach von ihrem Blumenstrauße,

Wie er schon wieder frisch erblühen werde; Und die ihr nah: '0 tritt die Spitzenkrause Mir nicht so liederlich hin an die Erde!' Doch ferner schlummert einer; heftig bebet Sein Busen, und mit trotziger Gebärde

Spricht er: 'Seht hin, Geliebte, seht, es schwebet Der Luftball hoch, ich habe ihn erfunden!' Dann wirft er sich im Bette, hoch erhebet

Die Füße er, das Haupt hängt er nach unten.

Des Fensters Schatten lag gleich einer Leiter Auf seiner Decke; künstlich eingewunden Erseufzt er tief und schlummert lächelnd weiter. Auf eines Mägdleins Bette glatt gestrichen Erglänzt zur andern Seite Mondschein heiter; Die weißen Röcklein auf dem Stuhle glichen Zwei Engeln, die ihr still zum Haupte wachten ...

Aus: Clemens Brentano, Werke in einem Band, Seiten 31/32. Volksverband der Biicherfreunde, Berlin, o.J., mit Genehmigung des Hoffman und Campe Verlages, Hamburg.

Abbildung: Das Geburtshaus des Dichters in Koblenz-Ehrenbreitstein (1942).

Foto aus: Moselland-Kulturpolitische Monatshefte, März 1942.

Adelhert von Chamisso 1781-1838

12. DAS SCHLOSS BONCOURT

Ich träum als Kind mich zurücke und schüttle mein greises Haupt; wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder, die lang ich vergessen geglaubt.

Noch lesen umflort die Augen die Züge der Inschrift nicht,

wie hell durch die bunten Scheiben das Licht darüber auch bricht.

Hoch ragt aus schattgen Gehegen ein schimmerndes Schloß hervor, ich kenne die Türme, die Zinnen, die steinerne Brücke, das Tor.

So stehst du, 0 Schloß meiner Väter, mir treu und fest in dem Sinn -

und bist von der Erde verschwunden; der Pflug geht über dich hin.

Es schauen vom Wappenschilde die Löwen so traulich mich an; ich grüße die alten Bekarmten und eile den Burghof hinan,

Sei fruchtbar, 0 teurer Boden!

Ich segne dich, mild und gerührt, und segne ihn zwiefach, wer immer den Pflug nun über dich führt.

Dort liegt die Sphinx am Brunnen, dort grünt der Feigenbaum ,

dort, hinter diesen Fenstern, verträumt ich den ersten Traum.

Ich aber will auf mich raffen, mein Saitenspiel in der Hand,

die Weiten der Erde durchschweifen und singen von Land zu Land. '

Ich tret in die Burgkapelle

und suche des Ahnherrn Grab; dort ists, dort hängt vom Pfeiler das alte Gewaffen herab.

Aus: Kranz des Lebens, Gedichte, Seite 106. Herausgeber: Fritz Leisinger. Georg Westermann Ver/ag, Braunschweig 1963.

Abbildung: Schloß Boncourt (um 1790 zerstört) in der Champagne (nachempfundene Zeichnung von E. Grimm, 1979).

Jacob Grimm 1785-1863 Wilhe1m Grimm 1786-1859

13. Schon bald nach der Geburt von Jacob und Wilhelm Grimm zogen die Eltern aus dem Haus am alten Paradeplatz hinûber zur Langen Gasse beim Rathaus. Die Erinnerungen der beiden Brüder gelten also varwiegend dem zweiten Hanauer Heim, so wenn Jacob einmal riickblickend schreibt:

'Die Kinderstube war hinten und ging in den von einer nahen Mauer beschränkten Hof, über die Mauer ragten Obstbäume aus dem benachbarten Garten, wahrscheinlich dem Rathausgarten. Im Rathaushof spielten wir oft ... Ich wurde oft über den Paradeplatz in die Altstadt zum Großvater getragen und geführt, mußte ... etwa 1790 in eine Schule laufen, die auf der entgegengesetzten Seite hinter dem Neustädter Markt am Platz der französischen Kirche lag.'

Aus: Private und amtliche Beziehungen der Brüder Grimm zu Hessen. Herausgegeben von E. Stengel, 3 Bände,

Marburg 1886-1910. .

Und Wilhelm Grimm teilt mit:

' ... So weiß ich noch, daß die Tapeten in unserm Haus in Hanau in der Stube unten rechter Hand mit braunen und grünen schießenden Jägern verziert waren, daß unter dem Ofen oben Porzellantafeln mit Hirschen waren. Auch erinnere ich mich, wie ich Mittag bei der Mutter in der Stube gesessen, die Fenster auf waren und alles still, daß man bloß das Zischen von den Strumpfwirkerstühlen hörte .. .'

Aus: Wilhelm Grimm, 'Kleinere Schriften'. Herausgegeben von Gustav Hinrichs, 4 Bände, Berlin 1881-1887.

Beides zitiert aus 'Briider Grimm in Selbstzeugnissen und Bilddokum en ten " dagestellt von Hermann Gerstner. Rowohlt-Monographie, Band 201, Seite 7, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978.

Abbildung: Das Geburtshaus der Briider Grimm in Hanau (Zeichnung eines unbekannten Malers).

Ludwig Uhland 1787-1862

14. ABREISE

So hab ich nun die Stadt verlassen, Wo ich gele bet lange Zeit;

Ich ziehe rüstig meiner Straßen, Es gibt mir niemand das Geleit.

Man hat mir nicht den Rock zerrissen (Es wär auch schade für das Kleid), Noch in die Wange mich gebissen

Vor übergroßem Herzeleid.

Auch keinem hats den Schlaf vertrieben, Daß ich am Morgen weitergeh;

Sie konntens halten nach Belieben, Von einer aber tuts mir weh,

Aus: Das Buch der Gedichte, Deutsche Lyrik von den Anfiingen bis zur Gegenwart, zusammengestellt von Marianne Hochhuth, Seite 408. Bertelsmann GmbH, Gütersloh 1963.

Abbildung: Uhlands Geburtshaus in Tübingen.

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