Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Joseph von Eichendorff 1788-1857

15. DIE HEIMAT

An meinen Bruder

Denkst Du des Schlosses noch auf stiller Höh'? Das Horn loekt nächtlich dort, als ob's dich riefe, Am Abgrund grast das Reh,

Es rauscht der Wald verwirrend aus der Tiefe o stille, wecke nicht, es war als schliefe

Da drunten ein unnennbar Weh.

Kennst Du den Garten? - Wenn sich Lenz erneut, Geht dort ein Mädchen auf den kühlen Gangen Still durch die Einsamkeit

Und weckt den leisen Strom von Zauberklängen, Als ob die Blumen und die Bäume sängen

Rings von der alten schönen Zeit.

Ihr Wipfel und ihr Bronnen rauscht nur zu! Wohin Du auch in wilder Lust magst dringen, Du findest nirgends Ruh,

Erreichen wird Dich das geheime Singen, Ach, dieses Bannes zauberischen Ringen Entfliehn wir nimmer, ich und Du!

Aus: Wem Gott will rechte Gunst erweisen. Martin Verlag, Buxheimf Allgëu, 1978, Seite 101.

Abbildung: Schloß Lubowitz bei Ratibor, die Geburtsstätte Eichendorffs [zeitgeniissische Zeichnung].

Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848

16. 'Ich bin ein Westfale, und zwar ein Stockwestfale, nämlich ein Münsterländer - Gott sei Dank! füge ich hinzu - und denke gut genug von jedem Fremden, wer er auch sei, um zu glauben, daß er, gleich mir , den Boden, wo seine Lebenden wandeln und seine Toten ruhen, mit keinem anderen Boden vertauschen würde .. .'

Aus: Annette von Droste-Hiilshoff, Bei uns zu Lande auf dem Lande.

DAS ERSTE GEDICHT (Auszug)

Auf meiner Heimat Grunde, Da steht ein Zinnenbau,

Schaut finster in die Runde Aus Wimpern schwer und grau; An seiner Fenster Gittern Wimmert des Kauzes Schrei, Und drüber siehst du wittern Den sonnentrunkenen Weih.

Ein Wächter fest wie Klippen, Von keinem Sturm bewegt, Der in den harten Rippen

Gar manche Kugel trägt;

Ein Mahner auch, ein strenger, Des Giebel grün und feucht Mit spitzem Hut und Fänger Des Hauses Geist besteigt.

Und sieht ihn das Gesinde

Am Fahnenschafte stehn,

Sich wirbelnd vor dem Winde Mit leisem Schreie drehn, Dann pocht im Schloßgemäuer Gewiß die Totenuhr,

Oder ein tückisch Feuer

Frißt glimmend unterm Flur.

Wie hab ich ihn umstrichen Als Kind oft stundenlang,

Bin heimlich dann geschlichen Den schwer verpönten Gang Hinauf die Wendelstiege,

Die unterm Tritte bog,

Bis zu des Sturmes Wiege, Zum Hahnenbalken hoch.

Und saß ich auf dem Balken Im Dämmerstrahle falb, Mich fühlte halb als Falken, Als Mauereule halb,

Dann hab ich aus dem Brodem Den Geist zitiert mit Mut,

Ich, Hauch von seinem Odem Und Blut von seinem Blut ...

Annette von Droste-Hiilshoff, Werke in einem Band, Auswahl und Nachwort von Rudolf lbel. Lizenzausgabe des Volksverbandes der Bilcherfreunde, Verlag GmbH, Berlin, mit Genehmigung des Hoffmann und Campe Verlages, Hamburg, o.J.

A bbildung: Wasserburg Hülshoff bei Münster.

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Heinrich Heine 1797·1856

17. Aus: Ideen - Das Buch LE GRAND

' ... Jetzt, da ich ihn wieder habe, will mir auch die früheste Kindheit wieder im Gedächtnisse hervorblühen, und ich bin wieder ein Kind und spiele mit anderen Kindern auf dem Schloßplatze zu Düsseldorf am Rhein ... Ja, Madame, dort bin ich geboren, und ich bemerke dieses ausdrücklich für den Fall, daß etwa, nach meinem Tode, sieben Städte - Schilda, Krähwinkel, Polkwitz, Bockum, Dülken, Göttingen und Schöppenstädt - sich um die Ehre streiten, meine Vaterstadt zu sein. Düsseldorf ist eine Stadt am Rhein, es leben da 16 000 Menschen, und viele hunderttausend Menschen liegen noch außerdem da begraben. Und darunter sind manche, von denen meine Mutter sagt, es wäre besser, sie lebten noch, z.B, mein Großvater und mein Oheim, der alte Herr v.Geldern und der junge Herr v.Geldern, die beide so berühmte Doktoren waren, und so viele Menschen vom Tode kuriert, und doch selber sterben mußten. Und die fromme Ursula, die mich als Kind auf den Armen getragen, liegt auch dort begraben, und es wächst ein Rosenstrauch auf ihrem Grab - Rosenduft liebte sie so sehr im Leben und ihr Herz war lauter Rosenduft und Güte. Auch der alte kluge Kanonikus liegt dort begraben. Gott, wie elend sah er aus, als ich ihn zuletzt sah! Er bestand nur noch aus Geist und Pflastern, und studierte dennoch Tag und Nacht, als wenn er besorgte, die Würmer möchten einige Ideen zu wenig in seinem Kopfe finden. Auch der kleine Wilhelm liegt dort, und daran bin ich schuld. Wir waren Schulkameraden im Franziskanerkloster und spielten auf jener Seite desselben, wo zwischen steinernen Mauern die Düssel fließt, und ich sagte: 'Wilhelm, hol doch das Kätzchen, das eben hineingefallen' - und lustig stieg er hinab auf das Brett, das über dem Bach. lag, riß das Kätzchen aus dem Wasser, fiel aber selbst hinein, und als man ihn herauszog, war er naß und tot. Das Kätzchen hat noch lange Zeit gelebt. Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Mute. Ich bin dort geboren, und es ist mir, als müßte ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, so meine ich die Bolkerstraße und das Haus, worin ich géboren bin. Dieses Haus wird einst sehr merkwürdig sein, und der alten Frau, die es besitzt, habe ich sagen lassen, daß sie bei Leibe das Haus nicht verkaufen solle. Für das ganze Haus bekärne sie jetzt doch kaum so viel wie schon allein das Trinkgeld betragen wird, das einst die grünverschleierten, vornehmen Engländerinnen dem Dienstmädchen geben, wenn es ihnen die Stube zeigt, worin ich das Licht der Welt erblickt, und den Hühnerwinkel, worin mich der Vater gewöhnlich einsperrte, wenn ich Trauben genascht, und auch die braune Türe, worauf Mutter mich die Buchstaben mit Kreide schreiben lehrte - auch Gott! Madame, wenn ich ein berühmter Schriftsteller werde, so hat das meiner armen Mutter genug Mühe gekostet...'

Aus: Heinricb Heine, werkausgabe im Taschenbuch, 2. Band, Setten 786/787. Gustav Liibbe Verlag, Bergtsoli Gladbach, Lizenzausgabe des Verlages Kiepenheuer & Witsch, Köln 0.J.

Abbildung: Das Geburtshaus in der Bolkerstraße zu Düsseldorf.

Christian Dietrich Grabbe 1801-1836

18. ' .. .Ich zähle erst einundzwanzig Jahre, habe aber leider schon seit dem siebzehnten fast alle Höhen und Tiefen des Lebens durchgemacht und stehe seitdem still.'

Aus einem Brief an Ludwig Tieck Berlin, 16. Dezember 1822

'Ich bin in Lippe-Detmold von armen Eltern geboren; sie waren töricht genug, mich auf das Gymnasium zu schicken und dadurch meiner Seele Gelegenheit zum Erwachen zu geben .. .'

Aus einem Brief an Ludwig Tieck Leipzig, 8. März 1823

' ... So schlich ich mich nachts um 11 Uhr in das verwunschte Detmold ein, weckte meine Eltern aus dem Schlafe und ward von ihnen, denen ich ihr ganzes kleines Vermögen weggesagen, die ich so oft mit leeren Hoffnungen getäuscht, die meinetwegen von der halben Stadt verspottet werden, mit Freudentränen empfangen. Ja, ich mußte mich noch obendrein mit der plumpsten Grobheit waffnen, weil ich sonst in das heftigste Weinen ausgebrochen wäre und eine lfflandische Szene aufgeführt hätte. - Nun sitze ich hier in einer engen Kammer, ziehe die Gardinen vor, damit mich die Nachbarn nicht sehen, und weiß keinen Menschen in den gesamten lippischen Landen, dem ich mich deutlich machen könnte, selbst dem Herrn Pastor Pustkuchen nicht. Mein Malheur besteht darin, daß ich in keiner größeren Stadt, sondern in einer Gegend geboren bin, wo man einen gebildeten Menschen für einen verschlechterten Mastochsen hält.'

Aus einem Brief an Ludwig Tieck Detmold, 29. August 1823

Christian Dietrich Grabbe, Werke in einem Band, Setten 489, 491/92. Volksverband der Bücherfreunde, Verlag GmbH, Berlin, mit Genehmigung des Hoffmann und Campe Verleges Hamburg, 0.1.

Abbildung: Das Geburtshaus in der Bruchstraße zu Detmold.

Eduard Mörike 1804-1875

19. SELBSTGESTÄNDNIS

Ich bin meiner Mutter einzig Kind, Und weil die andern ausblieben sind

- Was weiß ich wieviel, die sechs oder sieben, Ist eben alles an mir hängen blieben;

Ich hab müssen die Liebe, die Treue, die Güte Für ein ganz halb Dutzend allein aufessen, Ich wills mein Lebtag nicht vergessen.

Es hätte mir aber noch wohl mögen frommen, Hätt ich nur auch Schläg für Sechse bekommen!

Aus: Eduard Mörike, Werke in einem Band. Lizenzausgabe des Volksverbandes der Biicherfreunde, Verlag GmbH, Berlin, mit Genehmigung des Hoffmann und Campe Veriages, Hamburg 0.1.

AN MEINE MUTTER

Siehe! von all den Liedern nicht eines gilt dir, 0 Mutter! Dich zu preisen, 0 glaubs, bin ich zu arm und zu reich.

Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen, Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt, Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt.

Aus: Eduard Mörike, Sämtliche Werke, herausgegeben von H. G. Göpfert, C. Hanser Verlag, München 1958.

Abbildung: Geburtshaus des Dichters in der Kirchstraße 1 zu Ludwigsburg.

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