Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Theodor Storm 1817·1888

25. Obwohl sicii Theodor Storm in seinem Werk an keiner Stelle direkt ûber sein Geburtshaus äußert, kann angenommen werden, daß er das Haus des Arz tes in der Geschichte 'Driiben am Markt' seinem Geburtshaus nachgezeichnet hat. Vielfältig dagegen sind Schilderungen liber seine Vaterstadt und Bemerkungen iiber seine Vorfahren und seine Familie.

Am grauen Strand, am grauen Meer und seitab liegt die Stadt;

der Nebel drückt die Dächer schwer, und durch die Stille braust das Meer eintönig um die Stadt.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir, du graue Stadt am Meer;

der Jugend Zauber für und für ruht lächelnd doch auf dir, auf dir, du graue Stadt am Meer.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai kein Vogel ohn Unterlaß;

die Wandergans mit hartem Schrei nur fliegt in Herbstesnacht vorbei, am Strande weht das Gras.

' .. .Im 17. Jahrhundert kam auf einem Halligenschiff einer ans Festland nach der Stadt Husum an der Westküste Schleswigs geschwommen ... Er wurde der Stammvater der Familie Woldsen, welche noch bis über die Hälfte unseres Jahrhunderts hinaus in Hamburg, Amsterdam, sowie in Husum selbst geblüht hat. Der bedeutendste dieses Geschlechts war mein Urgroßvater Friedrich Woldsen, der letzte Kaufherr, den die Stadt gehabt hat, der seine Schiffe in See hatte und zu Weihnachten einen Mastochsen für die Armen schlachten ließ .. .' Und iiber seine Mutter schreibt Storm an Eduard Mörike: 'Meine Mutter gehört durch ihre beiden Eltern dem jetzt ausgestorbenen althusumschen Patriziate an, woraus Jahrhunderte hindurch die bedeutenden Kaufherrn, die Syndici und Bürgermeister der guten Stadt hervorgingen.'

Aus: Theodor Storm. Am grauen Meer, Gesammelte Werke. Gedenkausgabe zum 75. Todestag (Rolf Hochhuth). Mosaik Verlag, Hamburg,

Abbildung: Storms Geburtshaus in Husum, Markt 9. {Bildarchiv der Storm-Gesel/schaft, Husum.]

Gottfried Keller 1819·1890

26. 'Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksale doppelt so hoch an als das, was er wirklich besitzt; so haben mich auch die langen Erzählungen der Mutter immer mehr mit Sehnsucht und Heimweh nach meinem Vater erfüllt, welchen ich nicht mehr gekannt habe ... Ich kann mich nicht enthalten, so sehr ich die Torheit einsehe, oft Luftschlösser zu bauen und zu berechnen, wie es mit mir gekommen wäre, wenn mein Vater gelebt hätte, und wie mir die Welt in ihrer Kraftfülle von frühester Jugend an zugänglich gewesen wäre ... So aber muß ich mich darauf beschränken, je mehr ich zum Manne werde und meinem Schicksal entgegenschreite, mich zusammenzufassen und in der Tiefe meiner Seele still zu bedenken: Wie würde er nun an deiner Stelle handeln oder was würde er von deinem Tun urteilen, wenn er lebte? .. .'

Aus: Gottfried Keller, Sdmtliche Werke. Herausgegeben von Jonas Fränkel und Carl Helbling, Band 16, Seite 86 f. Erlenbach-Ziirich. und München (Eugen Rentsch) und seit 1931 Bern und Leipzig (Benteli] 1926-1949.

' ... Mit all diesen Eindrücken beladen zog ich dann über die Gasse wieder nach Hause und spann in der Stille unserer Stube den Stoff zu großen träumerischen Geweben aus, wozu die erregte Phantasie den Einschlag gab. In der Tat muß ich auf diese erste Kinderzeit meinen Hang und ein gewisses Geschick zurückführen, an die Vorkommnisse des Lebens erfundene Schicksale und verwickelte Geschichten anzuknüpfen und so im Fluge heitere und traurige Romane zu entwerfen .. .'

Gleiche Quelle wie oben, gleicher Band, Seite 152 f.

Abbildung: Geburtshaus Gottfried Kellers in Zürich, das 'Haus zum Goldenen Winkel', Neumarkt 27. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zûrich.}

Theedor Fontane 1819-1898

27. ' ... Ruppin hat eine schöne Lage - See, Gärten und der sogenannte 'Wall' schließen es ein. Nach dem großen Feuer, das nur zwei Stückchen am Ost- und Westrande übrigließ (als wären von einem runden Brote die beiden Kanten übriggeblieben), wurde die Stadt in einer Art Residenzstil wieder aufgebaut. Lange, breite Straßen durchschneiden sie, nur unterbrochen durch stattliche Plätze, auf deren Areal unsere Vorvordern selbst wieder kleine Städte gebaut haben würden. Für eine reiche Residenz voll hoher Häuser und Paläste, voll Leben und Verkehr, mag solche raumverschwendende Anlage die empfehlenswerteste sein, für eine kleine Provinzialstadt aber ist sie bedenklich. Sie gleicht einem auf Auswuchs gemachten großen Staatsrock, in den der Betreffende, weil er von Natur klein ist, nie hineinwachsen kann. Dadurch entsteht eine Öde und Leere, die zuletzt den Eindruck der Langeweile macht. Die Billigkeit erheischt hinzuzufügen, daß wir es unglücklich trafen: das Gymnasium hatte Ferien und die Garnison Mobilmachung. So fehlten denn die roten Kragen und Aufschläge, die, wie die zinnoberfarbenen Jacken auf den Bildern eines berühmten Niederländers (Cuyp) in unserem farblosen Norden dazu berufen scheinen, der monotonen Landschaft Leben und Frische zu geben. Alles war still und leer, auf dem Schulplatz wurden Betten gesonnt, und es sah aus, als sollte die ganze Stadt aufgefordert werden, sich schlafen zu legen .. .'

Aus: Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg. EmU Vollmer Verlag, Wiesbaden, 0.1., Seite 31.

WIEDER DAHEIM

Ich bin hinauf, hinab gezogen

und suchte Glück und sucht es weit; es hat mein Suchen mich betrogen, und was ich fand, war Einsamkeit.

Und endlich bin ich heimgegangen zu alter Stell und alter Lieb,

und von mir ab fiel das Verlangen, das einst mich in die Ferne trieb.

Ich hörte, wie das Leben lärmte, ich sah sein tausendfarbig Licht;

es war kein Licht, das mich erwärmte, und echtes Leben war es nicht.

Die Welt, die fremde, lohnt mit Kränkung, was sich, umwerbend, ihr gesellt;

das Haus, die Heimat, die Beschränkung, die sind das Glück und sind die Welt.

Aus: Kranz des Lebens, Herausgegeben von Fritz Leisinger. Georg Westermann, Braunschweig 1963, Seite 168.

A bbildung: Die Lowen-Apotheke in Neuruppin, Fontanes Geburtshaus um 1900. (Foto: Ullstein.)

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Conrad Ferdinand Meyer 1825-1898

28. EWIG JUNG IST NUR DIE SONNE

Heute fanden meine Schritte mein vergeßnes Jugendtal, Seine Sohle lag verödet, seine Berge standen kahl.

Meine Bäume, meine Träume, meine buchendunkeln Höhn Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.

Drüben dort in schilfgern Grunde, wo die müde Lache liegt, Hat zu meiner Jugendstunde sich lebendge Flut gewiegt ,

Durch die Heiden, durch die Weiden ging ein wandernd Herdgetön Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.

ABENDSTIMMUNG

Wär ich ein Jüngling voller Leidenschaft, Beängstigt von der eignen Lebenskraft,

Der Morgen lacht wie eine junge Frau, Streng blickt am Abend meine Ufenau,

In Tränen löste sich, was bang und wild Einjunges Herz bestürrnt, vor diesem Bild.

Durch Flutendunkel geisterhaft gestreckt, Von nahen Bergesschatten zugedeckt.

Nun hab ich handelnd meine Glut gedämpft, Den Vesperfrieden hab ich mir erkärnpft.,

Lang hat sich das Soldatenschiff ergetzt An einem Echo. Beide schweigen jetzt.

Und schreite, wann du, Sorme, dich entfernst, Getrost durch diesen tiefen Abendernst.

Verklungen ist der Vesperglocke Schall, Ein dunkler Friede waltet überall.

In den gestrengen Zügen der Natur Empfind ich die verwandte Seele nur.

Aus: Das Buch der Gedichte, Deutsche Lyrik von den Anfiingen bis zur Gegenwart, zusammengestellt von Marianne Hochhuth, Seiten 267/268. Bertelsmann Verlag GmliH, Giitersloh 1963.

Abbildung: Geburtshaus Conrad Ferdinand Meyers in der Stampfenbachstraße 48 zu Zürich (vorn rechts). (Baugeschichtliches Archiv der Stadt Ziirich.}

Wilhelm Raabe 1831·1910

29. ' ... Altershausen konnte ihm nur auftauchen wie das erste Kapitel der Genesis dem Geologen und Philosophen, nicht eine unbekannte, aber trotz aller Wissenschaft unbekannt gewordene Gegend. Daß er seinen Geburtsort tief aus der Vergangenheit seiner Lebenszeit heraufholen mußte, war ihm bewußt, und da hielt er sich denn dabei ganz richtig beim Näherkommen fürs erste an die alten Berggipfel, die über Dächer und neues Gemäuer hersahen .. .' (Seiten 9641965.)

' ... Von Schritt zu Schritt wurde das Vergangene lebendig. Sogar die Pflastersteine unter den Füßen fingen an zu reden, nicht bloß die Häuser, die Mauern, die Fenster, die Türen und Torwege und die Treppen und Bänke davor. . .' (Seite 968.)

c ??? Da lehnte er in der warmen Abenddämmerung am Fenster, alle seine Kinderspielplätze unter und um sich! Da der Torbogen mit dem letzten Turm der alten Stadtummauerung, über den Hausdächern die grünen, doch schon in der ersten Herbstabenddämmerung versinkenden Berggipfell. . .' (Seite 971.)

' ... Das Wunder kam und verlief folgendermaßen: Es ist schon berichtet worden, daß er von seinem Fenster im 'Ratskeller' die Aussicht auf seiner Eltern letzte Wohnung in Altershausen hatte. Die "lag nun im Nachmittagssonnenschein, und aus seinem Schatten heraus erlebte er die nächste halbe Stunde durch (länger hat's der Uhr nach nicht gedauert) das Abenteuer. Im Traum währte es viellänger. . .' (Seite 1007.)

' ... hinter mancher gefrorenen Scheibe, hinter manchem Vorhang leuchtete es vielflimmerig: das waren an den Christbäumen die Kerzen der letzten Weihnacht, die Friedrich Feyerabend mit den Eltern und Schwester Linchen in Altershausen begangen hatte ... Das war die blaue Stube. Da hatte eben noch seiner Mutter helles, liebes Lachen geklungen und Linchen, die neue Puppe im Arm, vom Arm des Vaters nach der höchsten Zuckerpuppe an der Lichtertanne gegriffen .. .' (Seiten 1008/1009.)

Aus: Wilhelm Raabe, Werke in zwei Bänden, Zweiter Band, 'Altershausen' [unvollendet], Emil Vollmer Verlag, Wiesbaden mit Genehmigung der Droemerschen Verlagsenstalt Th. Knaur Nachfolger, o.J.

Abbildung: Das Geburtshaus des Dichters in Eschershausen.

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