Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1808-8
Pagina's
:   126
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Geburtshäuser berühmter Deutscher Dichter in alten Ansichten'

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Wilhelm Busch 1832-1908

30. ' ... Wer ist heutigen Tages noch so harrnlos, daß er Weltgeschichten und Biographien für richtig hält? Sie gleichen den Sagen und Anekdoten, die Namen, Zeit und Ort benennen, um sich glaubhaft zu machen. Sind sie unterhaltlich erzählt, sind sie ermunternd und lehrreich, oder rührend und erbaulich, nun gut! so wollen wir's gelten lassen. Ist man aber nicht grad ein Professor der Beredsamkeit und sonst noch allerlei, was der Heilige Augustinus gewesen, und will doch partout über sich selbst was schreiben, dann wird man wohl am besten tun, man faßt sich kurz. Und so auch ich. Ich bin geboren 1832 in Wiedensahl. Mein Vater war Krämer, heiter und arbeitsfroh; meine Mutter, still und fromm, schaffte fleißig in Haus und Garten. Liebe und Strenge sowohl, die mir von ihnen zuteil geworden, hat der 'Schlafittig' der Zeit aus meiner dankbaren Erinnerung nicht zu verwischen gemocht. Mein gutes Großmütterlein war zuerst wach in der Früh. Sie schlug Funken am P-förmigen Stahl, bis einer zündend ins 'Usel' sprang, in die halbverkohlte Leinwand im Deckelkästchen des Feuerzeugs, und bald flackerte es lustig in der Küche auf dem offenen Herde unter dem Dreifuß und dem kupfernen Kessel; und nicht lange, so hatte auch das Kanonenöfchen in der Stube ein rotglühendes Bäuchlein, worin's bullerte. Als ich sieben, acht Jahr alt war, durfte ich zuweilen mit aufstehn; und im Winter besonders kam es mir wormig geheimnisvoll vor, so früh am Tag schon selbstbewußt in dieser Welt zu sein, wenn ringsumher noch alles still und tot und dunkel war. Dann saßen wir zwei, bis das Wasser kochte, im engen Lichtbezirk der pompejanisch geformten zinnernen Lampe. Sie spann. Ich las ein paar schöne Morgenlieder aus dem Gesangbuch vor. Später beim Kaffee nahmen Herrschaft, Knecht und Mägde, wie es guten Freunden geziemt, am nämlichen Tische Platz ... '

Aus: Wilhelm Busch, Gesamtausgabe in vier Bänden. Herausgegeben von Friedricb Bohne, Band IV. Emil Vollmer Verlag, Wiesbaden, 0.1., Seite 205.

Abbildung: Wilhelm Buschs Elternhaus in Wiedensahl. (Aufnahme um 1907.)

Detlev von Liliencron 1844-1909

31. MEINER MUTTER

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen,

ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest! Ich sah zum Himmel deine Augen flehen,

ein Wunsch für mich - wie liebevoll du sorgtest! Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen,

ein Schutz für mich - wie sorgenvoll du horchtest! Längst schon dein Grab die Winde überwehen,

ein Gruß für mich - wie liebevoll du sorgtest!

Aus 'Kranz des Lebens' Gedichte, herausgegeben von Fritz Leisinger, Seite 103, Westermann Verlag, Braunschweig 1963.

AUF DEM KIRCHHOF

Der Tag ging regenschwer und sturmbewegt, ich war an manch vergeßnem Grab gewesen. Verwittert Stein und Kreuz, die Kränze alt, die Namen überwachsen, kaum zu lesen.

Der Tag ging sturmbewegt und regenschwer, auf allen Gräbern fror das Wort: Gewesen! Wie sturmestot die Särge schlummerten,

auf allen Gräbern taute still: Genesen!

Aus: Detlev von Liliencron, Sämtliche Werke. Schuster & Löffler Verlag, Berlin 0.J.

Abbildung: Das Geburtshaus in Kiel (Aufnahme 1979/Foto Carstens, Kiel).

Gerhart Hauptmann 1862·1946

32. 'Meine Knabenzeit, die mir so gut wie entschwunden war, tauchte wieder auf, und in der Erinnerung an sie machte ich fast von Minute zu Minute neue Entdeckungen. Das ganze Ober-, Mittel- und Niedersalzbrunn entfaltete sich, durch die Salzach getrennt in die Große und Kleine Seite. Der Gasthof zur Krone tauchte auf, das benachbarte Haus Elisenhof, die Brunnenhalle mit ihren Brunnenschöpfern. Die Schwestern der Mutter und der Großvater, somit der ganze Dachrödenshof. Die Schweizerei und ihre Pächterin und Schafferin, die der FÜIst hineingesetzt hatte ... Das herrliche Fürstensteiner Schloß tauchte auf mit seinen Bewohnern und seiner unvergleichlichen Lage. Aber vor allen Dingen die Dorfstraße, die Weberhütten und die Bergmannsquartiere, diese das Ärmlichste vom Ärmlichen. Der Fuhrmann Krause sprach mich an, und der ganze mit Hausknechten, Kutschern, Wagen und Pferden belebte Kronenhof mit seinen Welten Unterm Saal. Die drängende Armut der Hintertreppe und mit alledem der Volksdialekt, der mir, wie ich mit Freuden erkannte, tief im Blute saß. Ich merkte nun, wo ich, schon eh ich die Sexta der Zwingerschule betrat, meine wahrhafte Lehrzeit beendet hatte.'

Auszug aus: Gerhart Hauptmann, dargestellt von Lothar Tank romo 27

Copyright © 1959 by Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg.

Abbildung: Das Geburtshaus in Obersalzbrunnf Schlesien, 'Hauptmann's Hotel zur Krone'.

Ricarda Huch 1864-1947

33. ZWEI GÄRTEN

Schwer von Jasmindurft. weht aus dunklen Gärten Der Mittagswind:

Ich denke euer, die ihr Spielgefährten mir wart als Kind.

Ein Garten war, da blühten Georginen Im Purpurflor

Und Sonnenblumen mit des Cherubs Mienen Am offenen Tor.

Der Tulpenbaum mit grünen Blumenbechern, Drin Nektar quillt,

Der gute Birnbaum, der uns kleinen Zechern Die Hand gefüllt.

Mohnpuppen kamen auch, die schön berockten, Im grünen Schal,

Wenn die Holunderblütenküchlein loekten Zu duftgern Mahl,

Vorüber eilt man scheu dem feuchten Grunde, wo moosbefleckt,

Dämonenbös mit schwarzem Schlangenmunde Der Brunnen schreckt.

Der weiße Elefant verbarg im Grase Sein Rosenohr,

Das rote Bällchen sich als Seifenblase Im Blau verlor.

Ein Ton von Bienen, die den Honig mischen, Summt überall,

Unendlich klagt des Nachts aus Duftgebüschen Die Nachtigall.

Es weht mich an, Erinnerungen trunken, Der Mittagswind.

An alte Gärten denke ich, die versunken Auf immer sind.

Ricarda Huch, aus: Herbstfeuer. Gedichte. IR 144, Insel Verlag Frankfurt. 'Zwei Gërten '.

Abbildung: Das Geburtshaus der Dichterin in Braunschweig, Inselwall Lti.

Stefan George 1868-1933

34. Entsprechend Stefan Georges Gesamtwerk werden auch die wentgen Schilderungen des Dichters iiber seine Heimat und über seine Kindheit weithin mythisch und mystisch überhöht dargestellt, so zum Beispiel in 'Sonntage auf meinem Land':

' ... Das altertümliche dorf wo unsere vorfahren lebten und der reihe nach an der eppichbewachsenen mauer des kirchhofes begraben sind. Auf den wacken-gepflasterten gassen grüssen mich einige leute die ich niemals vorher gesehen habe und auf dem kirchweg begegnet mir eine greisin die mich mit urväterlicher freude erkennt und befragt. Dunkel tauchen mir wieder auf: das rundbogige hölzerne tor die geschnitzten köpfe am treppenaufgang und die unmodischen möbel die anheimeln wie die verjährte ehrliche gastlichkeit der inwohner. Ich hätte mich auch gern nach dem alten ohm erkundigt: ich wusste aber wahrlich nicht ob er nicht schon gestorben war. . .'

Oder in [olgendem Gedicht, der letzten Strophe aus 'Urspriinge im siebenten Ring':

Doch an dem flusse im schilfpalaste

Trieb uns der wollust erhabenster schwall:

In einem sange den keiner erfasste

Waren wir heischer und herrscher vom All. Süss und befeuernd wie Attikas choros Über die hügel und inseln klang:

CO BESOSO P ASOJE PTOROS

CO ES ON HAMA PASOJE BüAN.

Auszug aus: STEPAN GEORGE, dargestellt von Franz Schonauer romo 44 Copyright © 1960 by Rowohlt Taschenbuch Verlag Gmb H, Reinbek bei Hamburg.

Abbildung: Geburtshaus Georges in Bingen-Bildesheim.

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