Gelenau in alten Ansichten

Gelenau in alten Ansichten

Auteur
:   Karl Emmerich
Gemeente
:   Gelenau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5821-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelenau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Unsere Heimat: Gelenau!

Du hast keine einmaligen Besonderheiten oder Naturschönheiten. Deine Berge sind nur eine sanfte Wellenlinie, entlang des langen Ortes. Du hast keinen See, deine Bäche sind nur die Wilitzsch und der lange Dorfbach mit seinen winzigen Zuflüssen. Doch halfen sie in der Vergangenheit beim Bretter schneiden, beim Korn mahlen und zum Lein pressen. Waren es anfangs Mühlenräder, gab es in der neueren Zeit auch bereits Turbinen wie in der Schüllermühle zur Elektroenergiegewinnung.

Die Wälder unserer Gegend sind keine alten Eichen, stolze Buchen oder duftende Tannen, der Baum unserer Heimat ist die schlichte Fichte. Deine Äcker sind steinig, wer ernten will muß sehr fleißig sein und auch bescheiden. Und die Äcker danken es, trotz ihrer Kargheit. Weit hinaufum deine Ortsflanken wellt im Sommer der lichtblonde Ährensegen deiner Getreidefelder und dehnt sich das Grün der Weiden.

Doch weiß ich kaum einen anderen Ort, in dem die Natur ein so enges Bündnis einging mit der Industrie. Beide sind eins geworden mit den vielen Fabriken und Schornsteinen. Sie verstehen sich seit altersher gut miteinander.

Frau Sorge war sehr hart mit Gelenau in der Vergangenheit. Frau Glück hat sich wenig und erst sehr spät um seine Kinder gekümmert. Darum waren sie nicht verwöhnt und schon eine gute Kartoffelernte machte sie fröhlich. Frau Sorge rief den Krieg, die Hochflut, den Hunger und die Seuche. Die Not lehrte sie nicht nur das Beten, sondern auch das Vertrauen darauf, daß ein festes Herz und eine unverdrossene Hand viel vermögen.

Nach Kriegszeiten, Unwetter und Hochflut, bauten sie ihre Häuser wieder auf. Die verwüsteten Felder pflügten sie wieder um, einmal und noch einmal, und dann kam Frau Glück wieder und lächelte sie an.

Es ist seltsam - nicht ein großes geschichtliches Ereignis fand hier statt, kein mächtiges Bauwerk ziert den Ort. Auch kein Gelenauer Kind hat jemals so viel Ruhm und Ansehen erreicht, daß wir uns dessen rühmen können. Doch Gelenau hattest viele fleißige Bauern, Strumpfwirker , Spinnereiarbeiter , sowie gutes Handwerk, das von altersher nach seiner Vollkommenheit trachtet; das zeichnet dich aus.

Unser Gelenau, was lieben wir eigentlich an dir? Bei aller deiner Einfachheit und Bescheidenheit? Die Liebe zur angestammten Heimat ist es, die Heimat-

verbundenheit die dem Erzgebirgler eigen ist. Er singt sein Feierabendlied, auch der letzte Feierabend bereitet ihm keine Sorgen. Das Leben ist viel Mühe gewesen. Daß nun einmallange Rast kommtwer will darum viel klagen? Warum soll es sich nicht gut schlafen, in der Heimaterde?

Die Gemeinde Gelenau war vor dem Krieg, in den dreißiger Jahren, das größte Industriederf Sachsens. Der Ort zählte damals 7 500 Einwohner. Gelenau befindet sich zwischen Chemnitz und Annaberg an der Bundesstraße B 95.

Das sich fast 6 km bergaufwärts hinziehende Dorf hat einen Höhenunterschied von 235 m. Während der untere Ortsteil an der Wilitzsch in 385 m Höhe über dem Meeresspiegelliegt, ist der obere Ortsteil an der B 95 etwa 620 m hoch gelegen.

Zwei parallel verlaufende Geländerücken schließen das Tal ein. In seiner Flurform ist Gelenau ein Waldhufendorf, was auf eine Entstehung im Rahmen der Ostexpansion der deutschen Feudalherren in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hinweist. Im Jahre 1273 wurde der Ort erstmalig urkundlich erwähnt.

Die Besiedlung geschah auf wilder Wurzel, also Urwald und Dunkelholz.

Über mehrere Jahrhunderte hinweg war Gelenau ein rein bäuerliches Dorf. Nach und nach bildeten sich Handwerkerinnungen heraus.

Der Einzug der Strumpfwirkerei in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellte einen schicksalhaften Wendepunkt in der Geschichte Gelenaus dar. Immer mehr Fremde siedelten sich an und im Ort entwickelte sich die Textilindustrie. 39 Strumpfbetriebe waren entstanden und in zwei großen Spinnereiunternehmen waren viele Gelenauer beschäftigt.

Nach Auflösung des Rittergutes 1907 war die Zahl der Bauerngüter auf 74 angewachsen. Durch die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung waren 45 Vereine entstanden. In 16 Gaststätten waren frohes Vereinsleben und Geselligkeit.

Gelenau in alten Ansichten: Es kann nur einiges aus der großen Fülle sein. Die Aufnahmen sind im Zeitraum von 1900 bis Anfang der dreißiger Jahre gemacht worden. Bis auf wenige Ausnahmen; die blieben aber im Zeitenlauf im Aussehen unverändert.

November 1994

Karl Emmerich

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1. Die seit altersher wichtigste Straße unseres Ortes ist die heutige B 95. An der Gaststätte Besenschänke beginnt die Gelenauer Flur. Einst nur ein Fahrweg, der bereits von den Chemnitzer Äbten genutzt wurde, die im Abtwald ihre Jagden abhielten, gewann er in der Folgezeit immer mehr an Bedeutung. Seit 1839 ist es eine befestigte Post- und Fernstraße.

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2. Auf halbem Wege zwischen Chemnitz und Annaberg befindet sich der Gasthof Obergelenau, in einer wie bereits erwähnten Höhenlage, die dem Annaberger Marktplatz entspricht. Die gastliche Stätte mit Pferdeausspannung war eine beliebte Einkehrstätte der vielen Fuhrleute. Aber auch der Tanzsaal war bei der Jugend der umliegenden Orte beliebt. Der Bliek von hier reicht weit ins Land unserer Heimat.

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3. Seit 1909 besteht das Genesungsheim an der B 95. Es war eine Einrichtung der 'Gerneinsamen Ortskrankenkasse Chemnitz'. Die Kureinrichtung bestand achtzig Jahre lang. Die einstige Vitia war bereits 1898 von einem in Gelenau geborenen, Dresdner Bauunternehmer Neumann erbaut worden.

4. Die Adventskapelle, ein schlichter Holzbau, der sich seit der Erbauung 1931 im Aussehen kaum verändert hat. Die Glaubenslehre der Siebenten-Tags-Adventisten kommt aus Nordamerika. Es ist eine 1863 gegründete evangelische Gemeinschaftslehre. Die Sabatheiligung und die Großtaufe sind Besonderheiten.

5. Der obere Ortsteil mit dem Abtwald im Hintergrund. Zwischen den Dörfern Burkhardtsdorf, Gelenau, Auerbach und Gornsdorf hat sich das Waldgebiet seit altersher erhalten. Es ist auch das Quellgebiet des Gelenauer Dorfbaches, der unweit des Oberen Gasthofes seinen Anfang nimmt. Deutlich zu erkennen ist auch das immer breiter und flacher werden des Tales. Ab der Mitte des Ortes verläuft es in südwestlicher Richtung, während es am unteren Ende in einer ostwestlicher Richtung beginnt. Ab der Mitte ändert sich dieser bogenförmiger Verlauf. Auf unserem Bild sind die Strumpffabriken Volkmar Hofmann und davor die damalige Eisenstuck-Fabrik zu erkennen. Das Unternehmen Eisenstuck war eine Großfirma der Strumpfindustrie im Chemnitzer Gebiet. In Gelenau war außer der genannten, noch eine Eisenstuckfabrik am Bahnhof.

6. Das König-Albert-Heim wurde ab 1903 so genannt, zum Andenken und Verehrung an dem ein Jahr zuvor verstorbenen sächsischen Landesvater. Als Rittergutsvorwerk gehört es zu den ältesten Anwesen und geht wie das Rittergut selbst bis zur Zeit der Ortsgründung zurück. Durch einen Brand wurde es 1854 schwer beschädigt und danach im Aussehen sehr verändert. Von der Gutsherrschaft wurde es bereits um 1900 an den Staat verkauft. Nach gründlichem Umbau der alten Anlagen, wurde 1903 als Erholungsheim daraus, für den 'Landesverein für Wohlfahrteinrichtung sächsischer Staatsbeamte'. Danach wurde es längere Zeit als Gasthof genutzt, bis es Wohnhaus wurde.

7. De Rääs dareh Gein

Nu härt emol ihr Lieben Leut, wos ich will euch erzehlen heut,

mir machen ene Rääs durch Geln, do tut es nich an Schänken fehln.

Off der eberen Schänk do mach mer lus, un trink en ganz klen Weißen bluß, Ober lange ko ich do nich bleim, ich möcht a noch ins Albertheim,

do machen mir en 2. raus, nong giehts bis nei ins Deutsche Haus.

Wu ich en 3. mir erlaub, nong giehts dingsnunner zur Weintraub

do mach ich schu en 4. leer, mach nunner follt bis zur Einkehr,

do tu ich en 5. mir erlaum, nong giehts hinûber zum grünen Baum, do moch ich schu en 6. raus, nong giehts bis nunne zum Steigerhaus, do loß ich schu en 7. nei, un gie unern Linden bei de Marie nei.

Ben Schlegel im Norddeutschen Bund do trink ich ober en 8. schunt,

mei Bee fange schu a ze zittern, deshalb bei Eichlers Gasthaus när en Bittern, aber lang warten ko ich nicht, nu giehts naus ins Lehngricht,

von dort giehts in Lindners Gasthaus, später wur der Fuchsbau draus, do trink mer noch en süßen Kirsch, nong giehts nûber bis zum Hirsch, do ruh ich arscht a bissel aus, un trink e Halles dobei aus.

Ben Hartwigs Gasthaus kam ich nich verbei, der Durst zog mich a dort mit nei.

E bissel fing ich schu a ze wanken, aber bei de Weiß Hanne mußt ich a noch tanken, beim Käppel Louis mußt ich noch verbei, do gieht mer in de Hinterstub glei nei. Louis, gab mir en Käppel bittern, ich hab es [rieren und es zittern.

Un in der Katz muß ich a noch gieh, do bie ich glei zu de Kellern hie,

en starken Kaffee, dos wer gelacht, dos lange Geln, hat mich fertsch gemacht. mir is aber heit alles egol,

nu giehts noch nûber zum Grünen Thal, es tut zwar schu zu Vensbarg gehárn, doch sei's meißt Gelner die dort verkehrn,

mei Rääs durch Geln is nu ze End, de nächste Räas, dos is de Basenschänk.

Teilansicht vom mittleren Ortsteil mit Galgenberg.

8. Die Teilansicht vom mittleren Ortsteil mit dem Galgenberg, verdeutlicht einen Teil des 6 km langen Ortes. Dabei wird der Charakter des Waldhufendorfes erkennbar. Die Felder und Wiesen an den Ortsflanken zeugen davon, daß in unseren Ort sich Landwirtschaft und die Industrie harmonisch verbinden.

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