Gelnhausen in alten Ansichten Band 1

Gelnhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3159-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Arbeit, Gelnhausen in alten Ansichten darzustellen, brachte den Auftrag mit sich, das Augenmerk auf alle Veränderungen im Stadtbereich zu richten. So findet der geneigte Leser die Stadt in dem Anblick, wie er sich in den verschiedensten Teilen des heutigen politischen Gemeinwesens etwa zur Zeit der Großeltern darbot. Objekte und Straßenzüge, denen wenig Wandel widerfuhr, mußten aus Gründen der Raumnot unbelichtet bleiben.

Dazu bieten wir Gelnhausen nicht in der Enge der alten Gemarkung, sondern mit einem leichten Schritt weiter, vorbei an den mittelalterlichen Baudenkmälern, denen hinreichendes Schrifttum gewidmet ist, in den Grenzen von heute.

Das Unterfangen möge niemand tadeln; denn es ist uns ein Anliegen, allen Gelnhäusern den Gang der Erinnerungen zu stiften. Was hieße Gelnhausen, hätte Kaiser Friedrich Barbarossa nicht schon zu Anfang verfügt, aus drei dörflichen Wohnbezirken des königlichen Gerichts Gründau in der unmittelbaren Nähe von Pfalz und Vorburg eine Kaufmannssiedlung zu bilden? Das geschah gegen 1170. Im Jahre 1346 kam die Vorstadt Ziegelhaus an Gelnhausen und 1895 erhielt die Stadt Zuwachs durch die Übernahme der bis dahin selbständigen Burggemeinde. Daß unsere Zeit in dieser Hinsicht nichts Neues bringt und kommunale Neugliederungen immer machbar gewesen sein müssen, ist belegt. Den Bürgern Geln-

hausens, die nach den Zusammenschlüssen von 1970 an zur Barbarossastadt fanden, versuchten wir, in mancherlei Hinsicht gerecht zu werden.

Durch die Errichtung der Kasernen 1935/36 begünstigt, entstand zwischen Gelnhausen und dem heutigen Stadtteil Roth eine geschlossene Bebauung, lange bevor die Gemeinden politisch zusammenfanden. Der Siedlungswille der Menschen unserer Tage nennt die gesamte Region von Gelnhausen eine große Gemeinschaftsaufgabe!

Fast alle topographischen Aussagen sind geläufig und bedürfen kaum einer weiteren Erläuterung im Vorspann. Nicht so ist das, wenn vom Gela-Sprudel oder vom Ruderclub Gela die Rede geht. Gela oder Geila und fügen wir das Suffix 'hausen' hinzu, dann kommen wir an einen rnöglichen Ursprung des Namens Geilenhus, heute Gelnhausen. Gertrud, eine dem Stadtgründer verehrungswürdige Dame, klingt in der Koseform des Namens an. Gem kam die Zeit der Romantik auf eine Gründungssage zu sprechen und es entwiekelten sich, einmal angeregt, Verbindungen mit Lokalitäten und Vereinen, die urkundlich keine Stütze hatten.

Den Lichtbildnern, Zeichnern und Verlegern der Zeit von 1880 bis 1930 gelang es, gewiß ohne Absicht, die Stadt in ihrer neuzeitlichen Entwicklung als einen lebendigen Mittelpunkt menschlicher Gemeinschaft zu überliefern. Als herber Verlust klingt das Bemühen

an, die Wohn- und Lebensqualität nahe bei den lebhaften Fernverbindungen Straße und Schiene mit einer dauerhaften Kureinrichtung zu heben. Gelnhausen liegt irn Süden des Vogelsbergs. der hier aus Zechstein und Buntsandstein aufgebaut wird. Wenn auch der Zechstein als Lieferant verschiedener heimiseher Mineralwasser bekannt war, so reichte der Kohlensäure- und Mineralsalzgehalt des unterirdischen Wassers bei Gelnhausen nicht aus, um mit eigener Kraft und ausreichender Konzentration an die Oberfläche zu dringen. Die Entdeckung der Solquellen Gelnhausens war reiner Zufall. Beim Ausgraben des Fundaments für einen Pfeiler der Kinzigbrücke der Bebra-Hanauer Eisenbahn trat 1865 eine Solquelle zu Tage. Sie mußte zugeschüttet werden. Der kurhessische Staat ließ unter der Leitung eines Beamten des Bieberer Bergwerks, Bergamtsassessor Lenz, an einer Stelle dicht bei der Brücke einige Zeit nachher Bohrungen anstellen, in deren Folge die Quelle erneut gefunden wurde.

Zwei Kristallisationspunkte des Gelnhäuser Lebens um die Jahrhundertwende werden sichtbar: die neuen Verkehrsforrnen, das Solbad. Beide kamen auf, als für Gelnhausen der alte einträgliche Erwerbszweig niederging, der Weinbau. Allein der Verkehr entwickelte sich günstig fort. Bad Gelnhausen wurde auf lange Sicht nie Wirklichkeit. In manchen Jahren sind bis zu 8 000 Bäder genommen worden. Noch im Jahre 1944

lief der Kurbetrieb. Bei Kriegsende lag er darnieder und die Einrichtungen fielen der Verwahrlosung anheim.

In die Zeit unserer Betrachtungen fällt das Aufblühen des Verwaltungsmittelpunktes Gelnhausen mit dem Neubau des Landratsamtes, das heute noch Sitz einer Hauptverwaltungsstelle des Großkreises Main-Kinzig ist. Die Schulstadt Gelnhausen erlebte die Anfänge weiterführender Lehranstalten.

Wie viele alte deutsche Handelszentren, so besaß auch Gelnhausen eine ansehnliche israelitische Kultusgemeinde. Die weitreichenden Verbindungen jüdischer Kaufleute sind für die Märkte Gelnhausens eine lebenswichtige Grundlage gewesen. Das Celnhäuser Wirtschaftsleben beeinflußte darüber hinaus die Finanzkraft einer Dynastie von Großkaufleuten aus dem Hause Schöffer. Mit ihnen lebte der Geist des staufischen Fernhandels noch einmal auf. Sie waren in überseeischen Geschäften tätig und brachten, bar jeder staatlichen Zuwendung, aus eigener Kraft und Größe jenen Geist im Städtchen zum Tragen, der es bis in unsere Tage zu formen wußte, den Geist der Gründerzeit.

So mußte das Buch allem Laufe offen bleiben, um Zeugnis zu geben, vom Wandel der Welt, die wir lieben.

Bad Ge1nhausen.

Gesamtansicht.

1. Gelnhausen in der Zeit von 1880 bis 1930 vorzustellen heißt, aus mehreren Gesichtern eines geschlossenen Gemeinwesens der Stauferzeit den Wesenszug zu erhellen, der für die fünfzig Jahre ein besonderes Anliegen war. Zweifellos ist das Bemühen der Bürgerschaft, einen Badeort einzurichten, nie vergessen worden. Mit Wehmut beklagen unsere Zeitgenossen, daß es mißlang. Im Zentrum der Stadt führte unweit der evangelischen Marienkirche seit dem Jahre 1839 wieder ein kleines katholisches Gotteshaus Menschen des römischen Glaubens zusammen. Die kleine Kirche auf dem Gelande der Deutschen Ordensherren besteht nicht mehr.

6eInfiausen. 8fiem. Peterskircfie.

2. Die dem heiligen Petrus geweihte Basilika aus der Gründungszeit der Stadt Gelnhausen hat die verschiedensten Eingriffe überstehen müssen. Nachdem 1832 die Türrne und die Seitenchöre abgetragen worden waren, übernahm eine Manufaktur das Haus, Im Jahre 1932 erwarb die inzwischen ansehnlich gewachsene katholische Glaubensgemeinschaft das Gebäude von dem Zigarrenfabrikanten Mähler und ließ eine Pfarrkirche daraus erbauen. Wertvolle Architekturstücke blieben erhalten. Unser Lichtbild zeigt die Kirche noch im entweihten Zustand der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.

3. Um die Jahrhundertwende gab es erstrnals Festlichkeiten, die der bescheidenen Kinderwelt Glanz verliehen. Die Becker-Schöffer'sche Stiftung des Kindergartens brachte das Kirschenfest mit sich. Der Rektor der Volksschule, Burrneister, hob das Schulfest aus der Taufe. Seit 1878 zogen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges in jedem Sommer einmal die Schulkinder mit Musikbegleitung auf den Waldflecken am 'Steinigen Weg'. 1935 lebte das Schuifest noch ein einziges Mal auf. Danach haben es die Gelnhäuser Vereine übernommen, Waldpartien auf dem legendären Schulfestplatz auszurichten.

4. Ein besonders eindrucksvolles Bild von der schnellebigen Zeit und den tiefgreifenden Veränderungen, die ein Gemeinwesen im Verlaufe weniger Generationen erfahren kann, bietet der Bliek auf den Obermarkt. Der Rathaus-Altbau, im 14. Jahrhundert als Kaufhaus mit weiten Hallen errichtet, erinnert an die Tage, als im nahen Café Centrale nach Wiener Art Kaffee getrunken wurde und am Eingang zur Reusengasse der Wirt des traditionsreichen Schützen-Hofs zum Genuß des Gelnhäuser Weines einlud.

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5. Dem Rathaus gegenüber beherrschte Generationen lang der Schulbetrieb den Obermarkt. Ganz besonders deutlich wurde das, als mit Ablauf des Monats März 1908 auf dem weiten Handelsplatz kein Vieh mehr feilgebeten wurde. Nun lärmten nur noch die Kinder, die auf dem Grund des früheren Franziskanerklosters zur Schule gingen. Seit 1838 bestand der marktseitige Bau der Bürgerschule. Dahinter entwickelte sich der Realschulbetrieb vom Jahre 1909 an und erlangte schon 1911 unter seinem Gründungsdirektor Professor Küchenthal den Rang eines Realprogyrnnasiums.

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Untermarkt

Verla2" Oscar Wetti2J Gelnhausen.

6. Während der obere Markt vornehmlieh dem Handel zu dienen hatte, scheirit der Untermarkt einstmals zur Repräsentation angelegt gewesen zu sein. Die alten Patrizierhäuser, Gasthöfe und besonders das 1881 wieder freigelegte Prätorium, sprechen dafür. Es war unserer Zeit vorbehalten, die Parkraumnot des innerstädtischcn Automobilverkehrs zu beheben und den Platz vollständig umzugestalten.

Bad Oelnhausen Städtisches Krankenhans

7. Reich war das alte Gelnhausen an Spitälern und Siechenhäusern. Die vielfältigen Ordensniederlassungen pflegten die Fürsorge gegenüber Armen und Kranken. Für die moderne Stadt mit dem Sitz der Kreisverwaltung und der Aussicht, ein anziehendes Heilbad zu werden, betrieb das städtische Bauamt am Ende des 19. Jahrhunderts die Errichtung des Krankenhauses in der Holzgasse. Der Neubau konnte am 1. März 1898 seiner Bestimmung übergeben werden und gewann in der Notzeit des Ersten Weltkrieges überregionale Bedeutung. Heute ist das ehemalige 'Städtische Krankenhaus' ein Ruheheim für betagte Bürger.

8. Das 'Haus Sondheimer' ließ der in Gelnhausen wirkende Notar Dr. Leo Sondheimer einst inmitten der Weinberge am 'Alten Graben' aufführen. Mit seinem Turm und den vielen Erkern war es ein fotogenes Schmuckstück; auf Postkarten ging es um die ganze Welt. Die politischen Ereignisse zwangen die Familie Sondheimer zur Aufgabe des Anwesens, das in kreiseigenen Besitz kam und als Entbindungsheirn der nahen städtischen Krankenanstalt Mütter und Kleinkinder aufnahm. Im Jahre 1952 verlegte die Land- und Forstwirtschaftskammer die Landwirtschaftsschule Gelnhausen hierher, baute Unterkünfte und Klassenräume an.

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