Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3160-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in alten Ansichten Band 2'

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19. Im Gelnhäuser Schützengraben, Haus Nr. 5, findet die wandernde, radelnde und wie auch immer reisende Jugend freundliche Aufnahme in der Niederlassung des Deutschen Jugendherbergswerks, Die Leitung des Hauses steht in der Pflicht des Landesverbandes Hessen e.V,, während für die sachlichen Mittel wie Bau und Instandhaltung auch die Stadt und der Kreisausschuß Gelder zuwenden. Die Gemeinschaft der Träger des Hauses hat im Jahre 1979 der Öffentlichkeit eine sanierte Herberge übergeben. Der Sohn eines heimisehen Gerbereibesitzers, Außenhandelskaufmann Kar! Emmel, stiftete einst das Jugendheim im Schützengraben, das als Zigarrenfabrik Seikel gegründet worden war.

20. Der Lintborn im Nordwesten der Stadt kam 1289 bereits zu urkundlicher Erwähnung. Das Lintborn-Törlein in der inneren, der älteren Stadtmauer, führte an der Ecke Schützengraben/Rain zu ihm hinaus. Gepriesen wurde das gute Trinkwasser der Quelle. Der heutige Name des Brunnens, 'Lemper-' oder 'Larnbertusborn', wird als verdorbener, mundartlich verformter, Name angesehen, ein Unname, dem das mitteldeutsche Beiwort 'lint' im Sinne von weich, zart, mild zugrunde liegt. Das Quellhaus mußte verschiedene, Substanz und Ansicht völlig wandelnde Renovierungen hinnehmen.

21. Am Rain, dort, wo die tiefen Unterkellerungen alte Weingärtnerhäuser vermuten lassen, ist mit der Hausstelle Nr. 23 ein Beispiel ursprünglicher Parzellierung überliefert. Der KeIIer, erkermbar am außen liegenden Ein- und Ausstieg, dem Hals, hat die Ausmaße von 4,75 x 8,60 Meter und ist am linken Hausrand erbaut. Da infolge des nahen Mauerberings, zum Schützengraben hin, eine rückwärtige Ausdehnung nicht möglich war, erfolgte sie nach rechts in der Form des fünffenstrigen Giebelhauses von 10,50 Meter Breite.

22. Luise Druschel ist eine Gelnhäuser Dichterin! Ihre Erzählkunst reifte in der Stille und wurde erst nach dem Tode der Frau zu dem Allgemeingut, als das wir sie heute von vielen Lesungen kennen. Mit Gespür für angemessene Wirkung setzte sie die Hochsprache neben der heimisehen Mundart ein. Das Jahrbuch brachte 1957 die Kurzgeschichte 'Das Schwäbchen': ein Metzgergeselle, auch Wilddieb, meldete auf dem Schießstand 'wanns en Rihbock waar, loach er' und wanderte zu Vater Philipp, wo er sich ob seiner Schwabenstreiche hinlänglich auskannte ... Luise Druschel, 1869 in Roßbach bei Bieber geboren, zog mit der Familie 1876 in Gelnhausen zu. Hochbetagt verschied sie im Jahre 1947.

Oelnhausen Langgasse

23. Stellvertretend für die großen Gasthöfe Gelnhausens an des Reiches Straße, eine Tagesreise von Frankfurt am Main entfernt, sei hier der 'Löwe' genannt. Am runden Hofeinfahrtstor das Werkstück mit der Jahreszahl 1536 ist zwar nicht zwangsläufig für die Errichtung der Hausstelle verbindlich, bestimmt aber in etwa das Alter der Herberge. Im Gasthof 'Zum Löwen' hat vermutlich zwischen 1502 und 1506 DI. Faust (1480-1541) logiert, während ein Widersacher, der Abt Joharm von Trittheim (1462-1516), im Arnsburger Hof - fast gegenüber - bewirtet wurde. Von Trittheim, der 1507 in einem Brief die unmittelbare Nähe ihres Aufenthalts erwähnte, lieferte der Faustforschung wichtige Hinweise.

24. Der heute noch 'Arnsburger Hof genannte ehemalige Klosterhof der Zisterzienserabtei Arnsburg in Oberhessen geht auf Tätigkeiten des Ordens zurück, die bereits für das Jahr 1234 urkundlich belegt sind. Konventshaus, Kapelle und Wirtschaftshof sind als lange Einzelhausstelle rnit breitem Hoftor in der Langgasse erhalten geblieben. Das Anwesen, seit 1798 säkularisiert, trägt sichtbare Spuren der Besitzerfolge, in die sich die Handelsherren Clever, Senz und Stock reihen.

25. Am Haus der Bäckerei Roth, Ecke Langgasse/Petersiliengasse, befinden sich Reste eines spätromanischen Steinbaues. Hans Georg Geyer, seit 1705 Eigentümer der Neumühle, Bäckermeister und ab 1718 Mitglied des Rats der Stadt, hat am 'Löweneck' die Kriegsschäden beseitigt und seine Hausmarke, eine Brezel und zwei Bubenschenkel, einmauern lassen. Dabei ging die eingezogene Hausecke als Stütze des auskragenden Obergeschosses verloren. Viele Legenden ranken um die vermauerten Skulpturen, Löwe und männliche Gestalt, die ohne Eingriff in die bestehende Bausubstanz kaum näher bestimmt werden können.

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26. In Clemens Brentanos Gockelmärchen wird die 'Herrlichkeit der Stadt Gelnhausen' dichterisch behandelt. Neben Werken der Baukunst ist vornehmlich von den Waren der Fleischer und Bäcker die Rede, weil 'immer ein Haus um das andere ein Bäcker- oder Fleischerladen ist.' Die 'schön lackierten Eierwecke, Bubenschenkel genannt', wecken genüßlich Sehnsüchte. 'Gibt es auch Brezeln?" fragt Gackeleia ein ums andere Mal seine Mutter, das Hinkel. Die 'Bouweschenkel' wären nur noch dem Namen nach bekannt, hätte sie Hans Georg Geyer, Rat sowie Meister der Bäcker- und Müllerzunft, nicht in ein Werkstück aus Sandstein aufnehmen lassen.

27. Wie DI. Anton Fuhs durch seine Kellerforschung in Gelnhausen errnitteln konnte, lagen die Stapelräume des mittelalterlichen Handelsmannes wie der Gewerbetreibenden und der Hausstände zumeist in der Erde. Im Haus Untermarkt Nr. 18, 'Kratzhacke' genannt, ist ein in Stein gefügtes oberirdisches Verkaufsgewölbe erhalten geblieben. Der spätrornanische Baubestand des Anwesens steht heute noch ohne Unterkellerung.

28. Das rornanische Rathaus oder das urkundlich 'pretorium' genannte Arntshaus, es verdankt seinen, der Kaiserpfalz angeglichenen Banbestand - insbesondcre der Arkaden, des Kleebogenportals - der Tatsache, daß es nach Besitzwechsel im 17. Jahrhundert durch ein davor errichtetes Fachwerkhaus völlig verdeckt und bis 1881 verschollen blieb. Die Renovierung, die Konsul Becker vornehmen ließ, wurde von der Fachwelt nicht gut gcheißen. Sie nahm die Freitreppe und erhielt vom Podest nur einen Bogenabschnitt. Unser Bild ließ Herr Architekt Georg Koerper um 1899 anfertigen. Er und seine Frau, sie waren die ersten Bewohner des sanierten Hauses; zur Aufnahme stellten sie sich auf ihren 'Balkon'.

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