Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3160-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in alten Ansichten Band 2'

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49. Das 'Laterne' genannte ehemalige Gartenhäuschen der im alten Gelnhausen reich begüterten Familie Clever soll abgebrochen werden. Für das dahinter stehende Kreisruheheim sind Erweiterungspläne zu verwirklichen. Das Häuschen - auf fast quadratischem Grundriß - hat ein hübsches, mit Flachziegeln belegtes Mansarddach des Rokoko. Heinrich Moritz Clever erwarb den Garten im Jahre 1800 von dem Magistrat; ein Überbleibsel der städtischerseits schon 1798 erkauften Gesamtliegenschaft der Zisterzienserabtei Arnsburg. Auguste Clever, die Enkelin, schenkte den Garten wiederum der Gemeinde zur Errichtung des Krankenhauses.

50. Ein Bliek vom äußeren Holztor in die Stadt hinab - er erinnert daran, daß hier zur linken wie zur rechten Seite eine wahre Gartenlandschaft bestand. Die 'Laterne', das Clever'sche Gartenhaus, lag tief im Gebüsch. Die Gärtnerei Heil, die Konrad Schaffrath 1911 erwarb, befand sich auf der gegenüberliegenden Seite. Auguste Clever vermachte ihren Garten noch zu Lebzeiten der Stadt. Gärtnerrneister Konrad Schaffrath starb 1962. Die Ehefrau stand dem Betrieb noch einige Jahre vor, verpachtete ihn schließlich. Bei ihrem Ableben im Jahre 1978 war der Magistrat von Gelnhausen Eigentümer des Anwesens geworden, ließ es niederlegen und ein Parkdeck für Automobile nach den Plänen ihres Architekten Kauder errichten.

51. Der Buttenturm am alten Graben ist urkundlich als alter und hoher Turm überliefert. Drei Hakenbüchspaare und zwei Böller zählten zur Ausrüstung. Die Ähnlichkeit mit der im Gelnhäuser Weinbau verwendeten Rückentrage, der Butte, trug den Namen ein, der uns heute geläufig ist. Unsere Ansicht, Reproduktion aus dem Ruhl'schen Skizzenbuch von 1829, zeigt den Turm vor dem Umbau, den ein Menschenalter später Herr Konsul Carl Wilhelm Ferdinand Becker durchführen ließ.

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52. Nach der Bausubstanz und den schriftlichen Zeugen darf die Godobertuskapelle als die älteste bauliche Anlage auf Gelnhäuser Boden angesehen werden. In der Bulle von 1170 heißt es, daß Kaiser Friedrich zu der Zeit, als viele Leute um die Kapelle Godebrechtshus baulich wohnten, den Flecken Gelnhausen mit Freiheiten versah. Der Leitname GODO gehört dem uradeligen Geschlecht der Herren von Gelnhausen an und ist in einer Übereignungsurkunde von 1190 letztmals genannt worden. In dem Gotteshaus hielt einst eine Mittelsäule das zwischen unprofilierten Gurtbögen ausgespannte rippenlose Kreuzgewölbe. Der alte Dachsims ist zerstört, so daß die Anlage auch äußerlich als Bruchstück auf uns gekommen ist.

53. Für die Godobertuskapelle und den Ursprung der alten Siedlung bei dem Gotteshaus wird von den Historikern ein Einfluß der bodenständigen Familie von Gelnhausen, die sich nach dem ausgedehnten Besitz auch von Selbold nannte, angeführt. Das Geschlecht ist uradelig und stand vermutlich in seiner Wurzel einer fränkischen Gaugrafschaft unserer engeren Heimat vor. Der männliche Leitname des Geschlechts, GODO, wurde im Jahre 1756 als Inschrift auf der Grabplatte eines Steinsarges im Hause selbst gefunden. Auch die neuere Forschung, es liegen Ergebnisse der Herren Dr. Plath und Peter Nieß vor, hat die Kapelle als Grablege der Familie von Gelnhausen bestätigt.

54. Der Holzborn in der Nähe der Godobertuskapelle war früher in die Trinkwasserversorgung der Stadt einbezogen und hat nach Peter Nieß, der in der ausgegangenen Siedlung Obenhausen Grabungen durchführte, wahrscheinlich über eine Holzrohr-Wasserleitung auch die Kaiserpfalz versorgt. Einst muß die Wasserschüttung beachtlich gewesen sein, da sie nach schriftlichen Zeugen einen Weiher vor dem äußeren Holztor speiste. Nach Reimer I NI. 370 ist 1261 der fons ligneus schon erwähnt. In den Jahren 1444, 1588 und 1658 erfolgten Renovierungen. Das massive Gewölbe bot Schutz bei ungünstiger Witterung.

55. Der 'Halbmond' genannte Geschützturm ist neben der Schießhege vor dem im Norden der Stadt durchgehenden Wehrgang gebaut worden. Hier, an höchster Stelle der Stadtmauer, ist eine Seitenbestreichung der gefährdeten Bergseite geplant gewesen. Allerdings ist die Wehr nur mit zwei Hakenbüchspaaren überliefert. Das Bollwerk, 1535 als Aulenthom und 1569 als Oberer Thorn bezeichnet, gehört zu den letzten Sicherungsmaßnahmen des Stadtberings. Die im Bild offene Tal- und Stadtseite war einst mit Fachwerk versehen. Der üppige Gelnhäuser Strauchfrühling, der die Hänge wie in Schnee getaucht erscheinen läßt, wurde vom Fotografen festgehalten.

56. Am Stephanusberg befanden sich mehrere Gartenpläne, die nur teilweise der Bebauung anheim fielen. So ist der Garten des Pfarrers Balthasar Heinrich Manns (1804-1895) bis heute erhalten geblieben. Das kleine Gartenhäuschen ist ein Beispiel für die lebhafte Bewirtschaftung der klimatisch günstigen Hanglagen Gelnhausens, wo noch immerfort in den Gassen eine höchst eigene Kopfsteinpflasterflora gedeiht. Pfarrer Marins hatte am 11. November 1851 in zweiter Ehe Susarme Clever, die Tochter des Gastronomen Philipp Clever, geheiratet. Der Garten ist ein Anteil des Clever'schen Vermögens gewesen; er war mit Reben und Obstkulturen bestockt.

57. Am Stephanusberg heißt die Gasse, die durch die Gartenflur vom Haitzer- bis zum inneren Holztor führt. ' ... obendig dem steynborn an St. Steffansberg' liegt der Weg noch heute zumeist zwischen Steinmauern angrenzender Flurstücke. Die Besiedlung ist allgemein nur mit Hausstellen auf uns gekommen, die nach dem Dreißigjährigen Krieg den Wiederaufbau belegen. Der Anbau des Hauses NI. 24 is als die 'Herberge zur Heimat' überliefert. Hier wurde letztmals zu Weihnachten 1924 vor Handwerksburschen ein wohltätiges Singen durchgeführt, was nach einem mündlichen Zeugnis für das Ende der Herberge spricht. Als Herbergseltern walteten die Eheleute Daniel Bindernagel, deren Sohn Heinrich in der Mühlbach eine Schäferei errichtete.

58. Dem Anekdotischen, das oft Bürgersinn und Geschichtsbewußtsein kühn verbindet, gehört die Beschreibung der engsten Stelle zwischen Leipzig und Frankfurt am Main an, die in der Fahrgasse als Engpaß überliefert ist. Die Fahrgasse selbst ist das Beispiel, das uns zeigt, wie die mittelalterliche Stadt auch bekannten Fernstraßen enge Häuserzeilen zur Seite stellte. Die maßgebliche Hausstel!e Nr. 10 ist nach dem Werkstück über dem Eingang von 1564 erst im 16. Jahrhundert in die Straßenflucht hineingebaut worden. Behinderungen brachten die Stadt ins Gespräch: so sol! hier das Lademaß für die Wagen auf des Reiches Straße genommen worden sein.

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