Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3160-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in alten Ansichten Band 2'

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59. In alter Zeit bog die Straße am Austritt der Fahrgasse fast im rechten Winkel nach Norden ab, um, zwischen dem Hof der Deutschen Herren von Marburg und dem Steinborn, bei der im Juni 1825 abgebrochenen Michaelskapelle in die Obere Haitzergasse einzumünden. An dem Straßenknick liefen die Kutschen und Packwagen Gefahr, umzuschlagen. Den Namen des Heiligen Vitus auf dem Fundamentstein des Hauses Fahrgasse NI. 2 ließen vermutlich Kaufmannschaft und Furhleutezunft einschneiden, um dem Notstand mit der dauernden Fürbitte zu begegnen.

60. Zu Ostern 1915 verließen die ersten 'Einjährigen' die seit 1909 bestehende Realschule in Gelnhausen. Das sogenannte Einjährige verlieh dem Absolventen das Recht, statt zwei Jahre nur ein Jahr der Militärpflicht zu genügen. Die Schule hatte 1915 ihr Ziel, die Entwicklung zur sechsstufigen höheren Lehranstalt, erreicht. Noch immer fehlte das eigene Schulhaus. Die Realschule war im Haus am Steinbrunnen, im Reuel'schen Haus und in der Augusta-Mittelschule zu Gast, wo jeweils Klassenräume bereitgestellt werden konnten. Aus der Realschule entstanden später die Oberschule (ab 1937) und das Realgymnasium (ab 1945 irn November).

61. Der Steinbrunnen wird erstmals 1370 schriftlich benannt. Das Quellhaus, um 1170 erbaut, liegt tief im Berg. Das Satteldach tritt aus dem Hang hervor. Die Wasserführung des Steinbrunnens erreichte lange Strecken. Er speist noch heute die 'Steinborn' genannte öffentliche Schöpfstelle nördlich der Marienkirche am Museum. Die beiden Marktbrurmen versorgte er auch. Noch im Jahre 1885 wurde der Untermarktbrunnen bei der Anlage des Denkmals für Philipp Reis neu gestaltet. Dem Sündenregister der Nachkriegszeit ist der Wegfall dieses regen natürlichen Wassers am Markt zuzuschreiben.

62. Das Wohnviertel am Steinbrunnen wird scherzhaft auch das 'Worschtfettvertel' genannt. Die Bewohner werden damit noch heute für ihr Zusamrnengehörigkeitsgefühl zitiert und an das Austragen von Kesselbrühe und Wurstsuppe, einem Brauch der nachbarlichen Zuneigung zur Zeit der Hausschlachtungen, erinnert.

63. Einen der letzten Rebgärten Gelnhausens nannten die Bürger 'Im Paradies'. Ob des Schärbsers junger Geist oder eines Zweijährigen charaktervolles Wesen zu dem Namen Anlaß gab, wer weiß ... Hier unterhalb der Schießhege ist ein beseligendes Tröpfchen gewachsen. Zwischen dem inneren und dem äußeren Haitzertor befand sich gen Norden eine Bastion mit Schießständen. Sie ist nach den Befreiungskriegen nicht mehr zur Wehrertüchtigung benutzt, vielmehr als Weinberg angelegt worden. Über der Wingertspforte ist ein reliefiertes Werkstück erkennbar, das Adam und Eva unter dem Baum des Lebens darstellt. Das Kunstwerk leidet sehr unter Witterungseinflüssen. Seitwärts führt seit 1895 eine Treppe durchs Paradies in den damals angelegten Stadtgarten.

Ge!nhausen Hexenturm

64. Der sogenannte Hexenturm, ein artilleristisohes Bollwerk hinter der Stadtmauer, entsprach zur Zeit seiner Aufrichtung dem Schutzbedürfnis, das sich gegen die Raubzüge der Hussiten wandte. Die Bauzeit, 1447-1478, war, wegen Einspruchs der Burgmannen, lang. Der 24 Meter hohe Turm trägt ein Neidbild, weswegen dieser Teil der Stadtbefestigung noch heute 'Am Fratzenstein' heißt. Im Geschützverzeichnis 1569 wird die Ausstattung mit drei großen und zwei Zwillingshaken angegeben. Hier war die Talseite Gelnhausens vom Haitzertor bis zum Gäulsgetränk zu schützen, In einer Nachricht von 1636, als immer noch Hexenprozesse die Bürgerschaft beunruhigten, ist der zinnenbewehrte Turm mit seinern tiefen Verlies als der schlirnmste Raum für Gefangene bezeichnet worden.

65. Das EseJstreppchen oder EseJsgäßchen in der windgeschützten TalJage des alten Ubenhäuser Bezirks trägt noch immer die Romantik einer südländischen Pflastergasse in sich. Nach der Ordnung für Eselstreiber, die Junghans zitiert, diente es den Frucht- und Mehltransporten, die zwischen NeumühJe und Stadt auf dem Rücken von Lasttieren über den Steilhang bewerkstelligt wurden.

66. Mit dem Erinnerungsfoto an das zwanzigjährige Bestehen des 1873 gegründeten Gartenbau-Vereins soll auf die Verdienste der Gelnhäuser Pomologen Kunstgärtner Franz Hohm (1839-1916) und Goldarbeiter Christian Manns (1854-1937) hingewiesen werden. Beide erfreuten sich, über die engere Heimat hinaus, eines guten Rufs. Insbesondere beteiligte sich Franz Hohm an der Kultivierung des 'Roten Jonathan', einer heute marktgängigen Apfelsorte, die weltweit gehandelt wird. In der ersten Bildreihe von links der Dritte ist Herr Hohm, der Vierte ist Herr Marins.

67. Früher einmal, da hob zwischen Höchst und Gelnhausen der Bademeister Weitzei von Hand den Bau- und Streusand aus dem Bett der Kinzig. Mit den ersten Betonarbeiten gab es Bedarf für Kies. Frau Elisabeth Caspar aus der Burg überging Weitzeis bescheidene Technik und rüstete alsbald auf maschinellen Baggerbetrieb um. Kettenschaufeln füllten die Pontons, die - so lang kein Eisgang war - in Höchst gelandet wurden, wo sich der Umschlagplatz befand. Heini und Philipp arbeiteten ständig im mütterlichen Betrieb; Gottlieb half zuweilen aus. Die Frau hatte fünfzehn Kindern das Leben geschenkt und ihrem Gatten Paul, der Schuhmacher war, den Zuverdienst. Als sie 1936 starb, kam es zum Ende des Betriebs.

68. In den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts erhielt die Stadtverwaltung von Gelnhausen wiederholt Nachricht über Goldmünzenverkäufe aus dern Stadtgebiet. Den Fachhandlungen in Frankfurt fiel auf, daß grundsätzlich Leute aus schlichten Lebensverhältnissen wahre Schätze anboten. Erst 1937 gelang es, als 'Quelle' den Flußsand- und Kiesbaggerbetrieb Caspar auszumachen. Die Fundstelle lag am Wehr der Firma Veritas im Kinzigf1uß. Die Stadtverwaltung entschadigte die Finder angemessen, so daß dreiundzwanzig Goldmünzen aus den Janren 1776 bis 1806, die einer französischen Kriegskasse zugewiesen wurden, an das städtische Museum kamen. Als im Dezember desselben Jahres offiziell ein Taucher arbeitete, blieb die planmäßige Suche des vennuteten Haupthortes erfolglos,

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