Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Gelnhausen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3160-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in alten Ansichten Band 2'

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69. Der einzige Fund, den die Taucherarbeit des Jahres 1937 beim Wehr des Gummiwerks 'Veritas' ans Tageslicht brachte, war ein gold-emailliertes Petschaft, in dessen Messingfuß die Initialen des letzten Gelnhäuser Papiermachers eingeschnitten sind: P(eter) I(llig) C(ompagnon). Der Bau der Gelnhäuser Papiermühle geht auf Peter Mittler zurück, der das Grundstück von seinern Schwiegervater, Rat Hans Georg Geyer, im Ehevertrag 1718 überschriebcn bekam. In die Papiermacherfarnilie Mittler heiratete 1771 Johannes Illig von der Papiermühle Budingen ein. Die Illigs wirtschafteten wiederholt rnit Gesellschaftern. Die letzten Compagnons Christian und Peter Illig verkauften den unwirtschaftlich gewordenen Betrieb 1862.

70. Unter den Gelnhäuser Burgsassen lebten die israelitischen Gemeindeglieder vornehmlich vom Handel. Als privilegierte Lumpensammler der nahen Papiermühle, als Lotterieeinnehmer und Bankiers sind sie tätig gewesen. Ihre Synagoge mit dem Frauenbad stand am fließenden Wasser des Stadtmühlgrabens. Als Viehjuden bekannt, nannte sie Brentano 'große Naturphilosophen' und ließ sie des Petschierstechens beflissen sein. Julius Eugen Ruhl zeichnete im Mai 1829 den Kapitalisten Hann Thummas sowie den Rebbe Jonas neben Jacob Altenburger, der rüstig im 72. Lebensjahr stand.

71. An der Leipziger Straße, dort, wo der Weg nach dem Friesenborn abzweigt, steht ein kleiner, aus Ortsteinen gefügtcr Gewölbebau. 1613 wird er das Heiligenhaus beim Haitzer Thor genannt, während 1672 sein Standort beim Kloster Himmelau Erwähnung findet. Dieses, mundartlich Helchehäusi genannte und zuletzt als Flurschützenunterstand überlieferte Häuschen, hat sich bis heute nur im Umfeld verändert. Nach der 1716 gebrauchten Bezeichnung Sanct Gehülf ist auf die 'Helferin', die Gottesmutter Maria, zu schließen. Eine Madonnenfigur wird hier gestanden haben.

72. Der städtische Revierförster Georg Rudolf Josef Prenzei (1882-1915) war ein Mann mit besonderer Ausstrahlung. Zwei Neigungen bestirnrnten sein berufliches Schaffen: neben dem Forstdienst zog ihn das Kaufrnännische, und hier der Außenhandel, nachhaltig an. Nach dem Verlöbnis rnit Elisabeth Bergeon nahm er vom Dienst bei der Kommunalverwaltung den Abschied und bereiste in den Jahren 1911/12 das zaristische Rußland. Ab 1912 schulte er in Hannoversch Münden zum Vollkaufmann um. Im gleichen Jahr führte er Elisabeth Bergeon zum Traualtar. Der Eintritt in den Bergeon'schen Betrieb war Nebenabsprache. Den Eheleuten wurde eine Tochter geboren. Herr Prenzel fiel bei Passenka während des Ostfelzugs. Im Stadtwald wurde zum ehrenden Gedenken die 'Prenzelseiche' gesetzt.

73. Vom Friesenborn als einem Feldbrunnen mit Tränktrog künden die schriftlichen Aufzeichnungen erstmals in 1361. Das Quellhaus hat ein Tonnengewölbe, das auch als Unterschlupf bei schlechtem Wetter diente. Mitsamt dem Giebeldach aus Steinplatten ist die Bornkammer in den Jahren 1554, 1753 und 1868 renoviert worden. Die lebhafteste germanische Überlieferung des Gelnhäuser Raumes rankt um diesen Born, der heidnisches Kulturgut bewahrte. Viele Formen des Osterakults sind uns überliefert und alte Gelnhäuser erzählen, wie sie belehrt wurden, daß der Storch hier die kleinen Kinder holt. Dr. phil, Paul Möller (1884-1961), eifriger Lichtbildner und Lehrer des Gymnasiums, hinterließ uns obige Aufnahme.

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74. Als 'Reste des Klosters Himmelau(gen) bei Gelnhausen' übernahm Julius Eugen Ruhl den Himmelauer Hausborn mit dem nördlich darüber in den Wingerten gelegenen Heiligenhäuschen in sein Skizzenbuch. Zu der Zeit, als die Klostergebäude des Himmelauer Konvents von der Stadt Gelnhausen als Schäferei betrieben werden, 1729, ist eine Renovierung des Brunnenhauses notwendig. Haus und Werkstück mit Sonne sind heute noch, von der Heinrich-Mahla-Straße aus, einzusehen.

75. Bei der Höchster Brücke verließ die Frankfurt-Leipziger Straße Gelnhäuser Gemarkung, um sich auf Mainzer Gebiet, an der Wendelinkapelle vorbei, zu dem Wirtheimer Paß emporzuwinden. Auch war die Brücke ein Grenzpunkt des 'Bulau' genannten Bannforsts, der die Gestalt eines Dreiecks einnahm, wobei der Main, von der Kinzigmündung bis zum Eintritt der Kahl die Grundlinie, wovon die Kinzig bis zur Höchster Brücke oberhalb Gelnhausens den linken Schenkel darstellte. 1813 von Bayerischen Truppen niedergelegt, sollte sie den Rückzug Napoleons erschweren. Wieder errichtet und mehrmals baulich saniert, entfiel ihre Funktion als Glied der alten Fernstraße durch den Ausbau der KinzigtalAutobahn im Jahre 1979.

76. Von den vielen Denkmälern an des Reiches Straße ist die Kapelle 'Zum Heiligen Wendelin' im Ortsteil Höchst ein Bauernheiligtum. Der außergewöhnliche Standort des Gotteshauses am Ende des Wirtheimer Passes gebot, nachzuforschen; denn die Mehrzahl der Wendel-Heiligtümer läd in ruhigen Lagen zum Beten ein. Die Wanderschäferei, die sich erhielt, nachdem in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Stallfütterung geläufig wurde, brachte Aufschluß. Bei Höchst verließen die Herden die fetten Kinzigwiesen, sollten sie über Wirtheim ins Bayerische gebracht werden. Die Schäfer fuhren hier im besonderen Schutz ihres Heiligen; um 1415 entstand die Kapelle.

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