Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen in der Großeltern Zeit
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4816-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

26. Der Rektor der Volksschule Conrad Kaufmann (1863-1940) gründete die örtliche Gruppe des Wandervogels. Bürgerliche Gestaltungselemente trug er den Jugendlichen an, die auch von revolutionären Umgestaltungsidealen, vornehmlich nach 1918, erfaßt wurden.

Kaufmann erhielt für den Wandervogel von den Becker-Schöffer'schen Erben das Büglerinnenhaus am Rande des Parks kostenfrei als 'Nest' zur Verfügung gestellt. Zu den 'Nestabenden' traf hin und wieder auch der Leiter der städtischen Realschule, Prof. Dr. Paul Küchenthal (1875-1947) ein, ehe er 1930 nach Köln versetzt wurde.

Zur 'Meißnerformel' der Freideutschen Jugend von 1913 'Aus eigener Bestimmung, in eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit' bekannte sich auch Prof. Dr. Carl Heinrich Becker (1876-1933), der dem Wandervogel Gelnhausens ein Gönner war. In dem von ihm als dem preußischen Kultusminister vorgedachten Ziel der Brüderlichkeit, strebten die Jugendlichen, ganz gleich, ob sie allgemeinbildende oder höhere Schulen besucht hatten, ihre freigewählten Ziele an. Sie arbeiteten Vorträge aus, lernten zuzuhören; sie schwammen und wanderten; sie kochten ab und bereicherten die Rast mit Liedern aus ihrem 'ZupfgeigenhanseI'.

Junge Frauen wie Lotte Kaufmann, Lieselotte und Hedwig Wettig, Luise Wien und Grete Frey waren in Frankfurt organisiert. Oft besuchten sie als die 'Schwestern' die Veranstaltungen der Burschen. Gertrud Gudjons-Mende (1911) erinnert sich, vom Bruder Hans Friedrich (1910) als junges Mädel mitgenommen worden zu sein. Friseurmeister Karl Menninger (1904) spricht von einer bedeutenden und prägenden Gemeinschaft wie seine noch lebenden Freunde Friedel Kling (1908) und Karl Kunkel (1901) es tun.

1922 wurde unterwegs auf dem Geis Berg bei Eidengesäß eine Aufnahme gemacht; in der Not der Zeit eine Seltenheit! Karl Menninger, den Brotbeutel geschultert, steht neben Erich Wettig (1901-1989), Ferdinand Frey (1901-1945) und Max Strasser , dem Pflegesohn des 'Wiener' -Heilmann.

27. Die Gründung der Buchdruckerei und Kartonagenfabrik Oskar Wettig-Gelnhausen geht auf das Jahr 1891 zurück. Damals erwarb Oskar Wettig von den Gesellschaftern Wilhelm Crost und Carl Schneider Druck und Verlag des 'Kinzigboten', eingerichtet für Zeitungs-, Werk- und Akzidenzdruck im Ziegelhaus.

1907 war in der Bahnhofstraße 5 ein markanter Neubau bezugsfertig geworden, der auf dem Einband dieses Bandes zu sehen ist. Plan und Bauausführung lagen bei dem Unternehmen von J.H. Frey. 1951 verlegte die Fa. Wettig die Fabrikation in das Gewerbegebiet 'Hinter der Warte'; heute Lagerhausstraße 15.

Oskar Wettig (1858-1928) stammte aus Ilmenau in Thüringen. Das hessische Buchdruckerbuch von 1894 hatte zu seinem Werdegang ermittelt: Nach beendeter Lehrzeit conditionierte derselbe mehrere Jahre in Metz bei Gebr. Lang ... 1882 durch die Fa. Klinkhardt Leipzig für Braun, Michaelis & Co. in Capstadt engagiert, leitete er die Niederlassung ca. vier Jahre.

In seiner ersten Ehe mit Katho van Wrede, Tochter eines Niederländers aus der Elektrischen Fabrik, blieb Oskar Wettig glücklos; 1890 starben Frau und Säugling an der Auszehrung. In der zweiten Ehe mit Maria geborene Ruhnau (1867-1954) aus Russ Kreis Heidekrug blühte eine Großfamilie mit sieben Kindern auf. Heinz (1898) fiel 1918. Zur Goldenen Hochzeit in 1923 fanden sich sechs Kinder; nämlich Lieselotte (1907), Hermann (1902), Erich (1901), Annemarie (1905), Oskar (1898) und Hedwig (1909) bei den Eltern ein, um mit ihnen, den Angestellten und vielen befreundeten Bürgern zu feiern.

28. Im April 1925 begannen die Gebrüder Horst mit dem Handel und mit dem Herstellen technischer Gummiwaren. Hinter dem Elternhaus in der Röthergasse 13, wo das Grundstück bis an den Plankenweg reichte, entstand die erste Betriebsstätte.

Als Gummi- und Asbestgesellschaft firmierte damals das Unternehmen. Die Gründer, Heinrich (1877-1938) und Wilhelm (1886-1970) Horst hatten ihre Erfahrungen von der Veritas mitgebracht.

Der Garten mit der überschaubaren Fabrikanlage fiel 1958 in die sogenannte kleine Umgehungsstraße und wurde zu dem Anteil der Berliner Straße ausgebaut, der die historische Röthergasse seitdem entlastet.

Die Asbestbearbeitung gaben die Gebr. Horst früh wieder auf; ob die gesundheitlichen Risiken der feinfaserigen Serpentine dabei eine Rolle spielten, weiß heute niemand mehr genau.

29. In unserem zweiten Bildband 'Gelnhausen in alten Ansichten' hatte ich Gelegenheit, vom Frohsinn der Gelnhäuser 'Kreppelzeitung' zu berichten. Ich fand Franz Ickes, den 'Kreppeler' des Gedenkens wert; denn sein Werk wird für den Geselligkeitsverein 'Die Schelme' durch Heimatdichter Heiner Heyer fortgeführt. Der erste Gelnhäuser Karnevalverein 'Käwwern' (d.h. Käfer. .. ) ist 1910 von Hermann Stolzmann, Michael Diener, August Kemmerzehl undvielen anderen mehr ins Leben gerufen und mit einem Potential an Heiterkeit begabt worden, daß er heute noch bei Fremdensitzungen und mit dem Gelnhäuser Original Erich Caspar (1922) die Bürger erfreut.

Der Prinz Karneval zur Fastnacht der Großeltern, in 1928 mit Gefolge im Kurpark fotografiert, ist nach den Lebenserinnerungen von Monika Werth-Stenger (1914) der etwa 20jährige Ernst Stern, Sohn des Max Stern (1847-1911), in seiner Jugend 'Sterns Mäxi' genannt.

Hoch zu Roß führte er den Umzug an; ein Beleg auch für den Gemeinsinn unserer israelitischen Mitbürger von einst. Ernst ist in den vierziger Jahren als Maschinenbau-Ingenieur in Amiens tätig gewesen, wo er seinem Landsmann Erich Kreis, genannt Babba (1920), der damals als Unteroffizier eines Bewachungszuges beim Feldflughafen Montdidier Dienst verrichtete, anläßlich einer Pkw-Kontrolle auffiel.

Beide trafen sich wiederholt und hielten an der Jugendfreundschaft fest.

30. Eine Rotte der städtischen Waldarbeiter ist hier im Foto festgehalten. Das Bild entstand zur Mittagsrast im Winter 1928/29. Als Holzmächer arbeiteten seiner Zeit Peter Samer genannt Kaplan, Christian Georges genannt Worzelkönich, Johannes Georges der Blockhauswirt, Kurt Wagner aus Haitz und Jakob Schmidt genannt Sud. Philipp Kreis, der für den Herausgeber der Sammlung 'Alte Gelnhäuser erzählen', DI. Rolf Müller, zur Arbeit im Stadtwald berichtet hat, schrieb unter anderem: Im Laufe des Jahres wurden die abgängigen Bäume vom Förster gekennzeichnet, um im Winter von den Holzmächem gefällt und gespalten zu werden. Es wurde zu Stammholz, Brennholz und Stangen sortiert. Das Brennholz wurde auf 1 m Länge geschnitten und zu Orken (im Hessischen Arken) von 1 oder 2 (Raum-)Meter gesetzt... Wenn der Winter vorbei war, wurde das Holz, nach Bekanntgabe in der Zeitung, öffentlich versteigert.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek