Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen in der Großeltern Zeit
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4816-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten'

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31. Der Drechsler Peter Metzler (1863-1941) ist 1929 von Karl Heinz und Helene Hill in seiner Werkstatt Röthergasse 5 besucht worden. Die Hills trafen den Meister an der Drehbank und hielten die Situation im Lichtbild fest.

Peter Metzler war mit Elisabeth geborene Kreis verheiratet. Beide zogen fünf Kinder auf, die alle nach ihrem Hausnamen 'Drehpeter' genannt wurden, und zwar als Mädchen 'Drehpetern', als Junge 'Drehpeter'. Der vom Volksmund für die Familie gewählte und in zwei Generationen übliche Hausname ging hier auf den Beruf des Ernährers zurück. Da die Metzlers auch ein Ladengeschäft für Tabake und Pfeifenzubehörungen führten, ist in dem Beinamen auch eine Spätform der im Hockenzunftbuch (geschrieben von 1669 bis 1728) erwähnten Hänselung zu sehen.

Im alten Gelnhausen war die Hänselung zu einer oft geübten Liebhaberei entwiekelt worden. Wer einen Beinamen trug, war Bürger; sie oderer, sie bekamen Wohlwollen entgegengebracht.

32. Schneidermeister Albert Schnee (1867-1942) übte in seinem Haus Untere Haitzer Gasse 19, unterstützt von Frau Christine geborene Fröhlich, sein Handwerk aus. In der städtischen Politik war Vater Schnee umsichtig tätig. Er zum Beispiel sprach sich in all den Jahren, in denen seit 1911 der Bau der Kasernen erörtert wurde, stets dagegen aus. Mit ganzer Hingabe befürwortete er die Maßnahmen, die zur Hebung des Kurbetriebs geeignet gewesen wären.

Vater Schnee konnte sich nicht durchsetzen; seit 1936 haben wir die Bescherung: Militär mit allem drum unddran.

Aus dem Foto von 1929 schaut Albert Schnee zu uns herüber wie ein Märchenmann der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Und sind nicht die Erzählungen von Bad Gelnhausen unsere Märchen geblieben? Es sagten wohl die Brüder Grimm von den Märchen: Sie sind teils durch ihre äußere Verbreitung, teils durch ihr inneres Wesen dazu bestimmt, den reinen Gedanken einer kindlichen Weltbetrachtung zu fassen; sie nähren unmittelbar, wie die Milch, mild und lieblich, oder der Honig, süß und sättigend, ohne irdische Schwere ...

33. Die Gelnhäuser Handwerksmeister haben oft aus ihrem bodenständigen Wesen heraus Heimatgeschichte mitgestaltet, mitgeschrieben. Sie sind als Lokalheilige von Karl Heinz Hill 1929 zu zwei Dutzend portraitiert worden, wobei Helene Hill die Herren unterhielt, Karl Heinz die Kamera führte.

Über den Charakter von Karl Friedrich Bock (1876-1938) aus der Altenhaßlauer Straße 1 hat Hill in der Erzählung 'Gellhäuser Worscht' gesagt: 'Emoal hot en häisiche Bäckermaanster geglaabt, e kennt den Kall e wink en Raasch brenge. Horch emoal! räuft en zou, woß macht ihr dann aigendlich en der letzt Zaad en Euer Worseht? - Worim? freecht der Bock, schont dorch die Froache e bissi geraazt. No, seecht der Bäcker, also, nomm mersch näit iwel, owwer die Worseht schmeckt alleweil als wann lauder Krawallerehern drenn wärn. - Heinerich, hot der Kall druff gesaat, Dou merkst owwer aach alles; eich will Dersch en Vertraue sache, eß iß su! On waaßt De aach, woher deß kemmt? - No? schpannt der Bäcker. - Deß kemmt vun dene verdammte Bäckersäu, däi mir äwe schloachte misse; däi kräihe scheint's iwerhaapt nix miehn annerscht se fresse wäi trockene Krawallerehern, wu en Loade leihe gebliwwe sin. Waast De des etzt? Der Heinerich hot ge Noacht gesaat on iß seiner Wech gange. Ja, mach Deich met en Bock erim! Die Bock hun Hörner - Owwer der Kall hot räächt, im's noch emoal se sache: Worscht on Worscht iß noch lang näit worscht; aach näit in GelIhause!'

34. Eine Aufnahme von der Gelnhäuser Zuverlässigkeitsfahrt für Gräder im Jahr 1930 zeigt im Bildvordergrund den Teilnehmer Fritz Blumenbach (1912) mit der Startnummer 5. Start und Ziel lagen in der Hailerer Straße.

Der von Josef Blumenbach, Heinrich Hühn und Kurt Menges ins Leben gerufene Motorsportverein richtete mehrere Rennen aus. Fritz Blumenbach hatte bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim unter Altmeister Joehns und Betriebsleiter Dreissbach Autoschlosser gelernt.

Von 1929 bis 1930 arbeitete er für eine Automobil- Verkaufsgesellschaft, die amerikanische und britische Marken importierte. Am 1. April 1930 trat er in das väterliche Geschäft in Gelnhausen ein.

Er und sein Freund Bernhard Schneid fuhren Motorradrennen jeder Art. 'Im Herbst 1933,' so berichtete er zum Bild, 'wurde mir die Lizenz abgenommen. Bis dahin hatte ich auch dem ADAC, dem AvD, dem Deutschen Motorrad-Verband, dem Motor-Club Frankfurt und dem Internationalen Motor-SportVerband angehört. Ich begab mich nach Mannheim zu Verwandten. Als ich mich in Mannheim umschaute, kam es mir vor wie in einem anderen Land. Kurzerhand entschloß ich mich, mein eigenes Geschäft in Mannheim anzufangen. Dem Vermieter des Geschäftslokals sagte ich, daß ich Jude bin, worauf der erwiderte: Das macht gar nichts, Hauptsache, Sie können die Miete bezahlen.

Ein bekannter Opelvertreter bot mir eine Untervertretung an. Ich war ohne Schwierigkeiten und ohne Lizenz dort bis zu meiner Auswanderung in 1938 Leiter des Rennstalles Hans Bock-Mannheim.'

35. August Schwerdt (1895-1956) war der erste Müllfuhrwerker Gelnhausens. Als Verwundeter lag er im Reservelazarett 'Casino'. Hier lernte er Dina Schaffrath kennen, die als Hilfsschwester des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz Pflegedienste leistete. Beide heirateten. Ein Paar Hausschuhe aus einer Spende, die ihm viel Freude bereiteten, trug ihm den Namen 'Schlappe-August' ein. Schwerdt erwarb das Anwesen des Viehhändlers Ferdinand Buxbaum, Obermarkt 16.

Mitglieder des Gärtnerhandwerks putzten einst den Müllwagen zum Festgefährt heraus. Neben August auf dem Bock sitzen nach dem Erinnerungsfoto: Philipp Kreuter und Ernst Mylius.

So wie die NSDAP den Mai-Feiertag, um den in der Weimarer Zeit trotz verfassungsmäßiger Vorgabe nur herumdebattiert worden war, als Tag der Arbeit feiern ließen, so redeten ihre Propagandisten zum Beispiel dem Handwerkerstand von einem Selbstwertgefühl, das die Meister, Gesellen und Lehrlinge bereits jahrhundertelang besaßen. Oft waren es Rückgriffe auf bewährte Ideale der Großeltern, die den Machthabern nach 1933 ihre Guthaben in des Volkes Meinung bewirkten.

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