Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Blumenröder
Gemeente
:   Gelnhausen in der Großeltern Zeit
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4816-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gelnhausen in der Großeltern Zeit in alten Ansichten'

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36. Im Januar 1932 ehrte das Gelnhäuser Tageblatt den Kupferschmiedemeister Jakob Lang (18551940), Fahrgasse 6, anläßlich des 50jährigen Geschäftsjubiläums. Die Heimatzeitung hat uns damit die Erinnerung an den Gelnhäuser Kupferschmiedebetrieb Auth-Däntzel-Lang leicht gemacht.

Jakob Lang, am 31. Juli 1855 in Langenau, Württemberg geboren, lernte sein Handwerk beim Bruder des Vaters in Ulm. Auf Wanderschaft befindlich erfuhr er im Geschäft von Apparatebau-Geiger zu Darmstadt 1881 von der Übernahmemöglichkeit des eingeführten Betriebs der Witwe Däntzel in Gelnhausen. Er mietete das Anwesen in 1882 und begann so erfolgreich zu arbeiten, daß er zwei Jahre später die Liegenschaft erwarb. 1884 verheiratete sich der Meister mit Sophie Stöhr aus Lauterbach in Oberhessen, die drei Kinder zur Welt brachte. Sohn Heinrich (1885-1955) und Enkel Heinz (1927) ergriffen den Beruf des alten Herren. Jakob Lang war 1883 bei der Einrichtung und Nachrüstung der fürstlich Birstein'schen Holzessigfabrik beteiligt und installierte für die Kinderheilanstalt in Bad Orb 1887 die Dampfanlage und verschiedene Wasserzuleitungen.

Die vielen Kirchturmspitzen-Bekrönungen, unter anderem in Neuses, Steinau, Aufenau und Gelnhausen, fanden Anerkennung.

Unser Bild ist etwas später entstanden, und zwar im Hof vor der Werkstatt, als 1935 die Klosterkirche der Franziskaner in Salmünster einen neuen Turmknauf erhielt. Großvater und Enkel waren stolz auf ihr gelungenes Werk.

37. Im 'Gummitälchen' an der Kinzig hatten es in der Großeltern Zeit immer wieder einzelne Fachkräfte rechtzeitig bemerkt, wenn der Markt sich für neue Produkte öffnete. In der Firmenchronik der Veritas Gummiwerke AG wurde die Entwicklung mit den Worten 'das Anwachsen der Konkurrenz, die sich teilweise aus dem eigenen Betrieb nährt wie das natürlich ist' erläutert.

Der Gründer der Karl Joh Gummiwarenfabrik GmbH-Gelnhausen (1907-1970) lernte das Kaufmännische der Branche im Werk des Onkels seiner Braut, also bei August Ullrich, kennen. Er vervollständigte seine Fachkenntnisse im Betrieb des Schwiegervaters Peter Haas- Wächtersbach und studierte als Berufstätiger einige Semester Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt. Die Zähigkeit, mit der sich Staat und Wirtschaft trotz Weltkriegsfolgen wie Hochinflation und Kriegsschuldenleistungen aus der Not der Zeit zu erheben suchten, kam dem Wesen des jungen Unternehmers Karl Joh und der dem Kautschuk ebenso verbundenen Ehefrau Susanne geborene Haas (1910) entgegen.

Auf dem Gelände der Kessler'schen Manufaktur für Kaffee-Surrogate in der Herlengasse mietete er 1933 seine ersten Betriebsräume, ließ einen Werksschornstein aufführen. In kurzer Zeit erhielten über zwanzig Personen hier einen Arbeitsplatz. Auflagen des Umweltschutzes legten den Umzug in ein entwicklungsfähiges Gewerbegebiet nah. Die Familie von Carlshausen war bereit, Gelände zwischen Gelnhausen und Altenhaßlau abzugeben. Karl Joh griff zu und erbaute hier seine Spezialfabrik für Gummiformteile .

Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war die Belegschaft auf über einhundert Arbeiter und Angestellte angewachsen. Auch Automation und Organisationspläne hatten mitgeholfen, den gestiegenen Kundenwünschen zu entsprechen.

Die Söhne Karlheinz (1934) und Günter Joh (1943) hielten am Lebenswerk des Vaters fest. In Irland und Schottland gründeten sie Tochterunternehmen und wurden zu Wegbereitern des gesamteuropäischen Marktes.

Kling + Emelius + Weber+ KOgIer Krauss GOnther Kahl Heusser Michelmann Paulmichel
Jestädt senäter + Kissner + NOchtern + Eckert Waitz Gärtner + Hummel v, Mayberger Weitzei
Weigeil Koch + Ruppel +
Joh + Braun Breidenbach K. Joh + SChneider Neidig + Höflich Koser +
Breidenbach + Kart + 38. Nach dem Machtübernahmetag, 30. Januar 1933, gab es mehrere innerstädtische Veranstaltungen. Begleitet von Kundgebungen, Umzügen, Aufmärschen, führte die nationalsozialistische Hitler-Bewegung den politischen Mitbewerbern eine furchterregende Stärke vor. Diese Zeugnisse der parteilichen Gliederungen ebbten ab, nachdem die Opposition ausgeschaltet worden war; später auch, weil der Zweite Weltkrieg zur Bürde wurde.

Eine Kundgebung im Frühjahr 1933 auf dem 'Platz der SA' genannten Teilbereich des Gelnhäuser Obermarktes galt der Vernichtung des Symbols der Weimarer Republik: einer schwarz-rot-goldenen Fahne.

Hilda Goldsmith-Weiss (1922), heute USA, erinnert sich, mit der Schulklasse an dem Spektakel teilgenommen zu haben. Sie hörte den Kreisleiter die öffentliche Erklärung 'Schwarz, Rot, Gold sind die Farben der Judenfahne von Schwarzschild, Rothschild und Goldschmidt' abgeben und ängstigte sich. Das Archivfoto zeigt uns die Szene in dem Moment, als der SA- Truppführer ein Lied angestimmt hatte. So endete die Zeit der Großeltern.

Sir Francis Fletcher Van schrieb einem US-amerikanischen Freund einen Brief, den 'The World Tomorrow' 1921 veröffentlichte; unter anderem war zu lesen: Wir haben die Deutschen verleitet, aufgrund gewisser Richtlinien, die von Edelmut hätten zeugen können, die Waffen niederzulegen, aber so bald der Zweck erreicht war, haben wir diese Richtlinien verleugnet ... Es gibt kein Beispiel zu dieser Unehrlichkeit, die das ganze Menschengeschlecht vergiftet hat und auf Generationen hinaus vergiften wird.

Ein neues Denken, ein neues Handeln; neue Massenmedien und neue Massenvernichtungsmittel wurden zum Wegweiser in eine andere Epoche Gelnhausens, Deutschlands und der Welt.

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