Gemeinde Perl in alten Ansichten

Gemeinde Perl in alten Ansichten

Auteur
:   Waldemar Bach
Gemeente
:   Perl, Gemeinde
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2895-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gemeinde Perl in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es war für mich - der Heimatkunde ohnehin sehr zugetan - eine interessante Aufgabe, diese Sammlung alter Ansichten der Gemeinde Perl zusammenzustellen. Zweifellos gelangt mit diesem Bildband manches, das sonst weiter im Verborgenen geschlummert hätte, an die Öffentlichkeit. Vieles, das längst der Vergessenheit anheimfiel, wird wieder in unser Bewußtsein gerückt und bildlich für die Nachwelt erhalten. Neben vielen sehenswerten Objekten enthält die Sammlung Bilder, die einen kleinen Einblick in die früheren Lebensverhältnisse und Zustände geben. Ebenso sind bemerkenswerte Ereignisse fotografisch festgehalten. Nicht wenige Aufnahmen wecken Verständnis dafür, daß sich so viele ältere Leute mit Wehmut an die gute alte Zeit erinnern. Inzwischen sind einige Jahrzehnte vergangen und der allgemeine Fortschritt hat auch auf dem Land nicht haltgemacht.

Neben vielen anderen Neuerungen war im hiesigen Kommunalbereich ein Einschnitt von besonderer Wichtigkeit: Durch Gebietsreform der Saarländischen Regierung wurden am 1. Januar 1974 14 bis dahin selbständige Gemeinden, nämlich Besch, Borg, Büschdorf, Eft-Hellendorf, Kesslingen, Münzingen, Nennig, Oberleuken, Oberperl, Perl, Sehndorf, Sinz, Tettingen-Butzdorf und Wochern, zu einer Verwaltungseinheit unter dem amtlichen Namen 'Gemeinde Perl' mit insgesamt 6 300 Einwohnern und einer Ausdehnungsf1äche von 75 Quadratkilometern zusammengeschlossen. Dies begründet auch die einzige Schwierigkeit, die ich bei Zusammenstellung dieser Sammlung zu bewältigen hatte. Um jedem der genannten Orte gerecht zu werden, müßten von allen gleich viel Ansichtskarten beziehungsweise Fotogra-

fien veröffentlicht werden. Schon wegen der unterschiedlichen Größe der einzelnen Ortsteile - Perl, Besch und Nennig sind die einwohnerstärksten - ist dies aber nicht möglich. Meist fanden sich für die größeren Orte eher Verleger für Ansichtskarten als für kleine Gemeinden, die wenig lohnende Motive aufwiesen; es sei denn, der Verleger war ein Gastwirt, der aus Geschäftsgründen an der Herausgabe solcher Karten, die gewöhnlich auch seinen Gasthof zeigten, interessiert war. Mehr noch als bei den Ansichtskarten, von denen trotz der Evakuierungen im Zweiten Weltkrieg eine Vielzahl mobilisiert werden konnte, war ich bei alten Fotos auf die Mithilfe der Einwohner aller Ortsteile angewiesen. Aus dem mir zur Verfügung gestellten Materialhabe ich die Ansichtskarten und Fotografien ausgewählt, die vom Motiv her auf irgendeine Art eine Bedeutsamkeit aufweisen. Außerdem spielte - um dem Titel dieses Buches zu entsprechen - das Alter der Aufnahmen eine wesentliche Rolle. Da die Anzahl der gedruckten Seiten begrenzt ist, konnte allein aus diesem Grund nicht alles berücksichtigt werden.

An dieser Stelle danke ich sehr herzlich allen Mitbürgern, die das Erscheinen dieses Buches ermöglichten, indem sie mir beim Zusammentragen des Bildmaterials behilflich waren.

Der Personenkreis, der mir Bilder leihweise überließ, erweiterte sich im Laufe meiner Nachforschungen ständig, da es sich herumsprach, daß ich auf der Suche nach geeigneten Sammlungsstücken war. Im Gegensatz dazu kam ich zu Beginn meiner Arbeit nur schleppend voran, weil ein entsprechender Aufruf an die Bevölkerung im amtlichen Mitteilungsblatt der

Gemeinde 'MoselIa' nicht die erhoffte Resonanz brachte. Erst der persönliche Kontakt mit den einzelnen Bildbesitzern führte zum gewünschten Erfolg. Erfreulicherweise wurden von allen Angesprochenen stets bereitwillig Auskünfte erteilt. Da es sich aber zum Teil um sehr weit zurückliegende Ereignisse und Zustände handelt und die mündlichen Aussagen oft nicht überprüfbar waren - schriftliche Niederlegungen fehlten -, ist es leicht möglich, daß sich Fehler und Ungenauigkeiten in die Begleittexte eingeschlichen haben. Der Leser möge das verzeihen.

Die Gemeinde Perl des Kreises Merzig-Wadern/Saarland liegt in der Dreiländerecke Deutschland-Frankreich-Luxemburg, Im Westen bildet die Mosel die Staatsgrenze gegen Luxemburg, im Süden grenzt die Gemeinde an Lothringen/Frankreich. Im Norden und Osten umschließen sie der Landkreis Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz) sowie der Kreis Merzig.

Das Gebiet um Perl gehört zu den ältesten Kulturlandschaften des Trierer Raumes. Nach prähistorischen Funden im Gemeindegebiet kann davon ausgegangen werden, daß hier bereits in der Jungsteinzeit und mittleren Steinzeit Menschen angesiedelt waren. So wurden unter anderem bei Nennig Mammutknochen und -zähne gefunden. Steinbeile, die in Oberleuken ausgegraben wurden, geben ebenfalls hiervon Zeugnis. Gräber aus der Zeit um 450 vor Christus lassen auf die Anwesenheit von Kelten und Frühgermanen schließen. Um 50 vor Christus, zur Zeit Caesars, eroberten die Römer Gallien und begründeten hier eine neue Epoche. Perllag genau in der Mitte zwischen den römischen Städten Augusta Treverorum (Trier) und Divodurum (Metz). Die Römische Villa in

Nennig und andere Funde aus der Römerzeit zeugen von reger Kultur. Ebenso wie im Altertum hatte der hiesige Raum nach dem Untergang des Weströmischen Reiches auch im Mittelalter - hier ist besonders die jahrhundertelange Herrschaft der Franken zu erwähnen - und darüber hinaus bis in die Neuzeit eine sehr wechselvolle Geschichte.

Den Schauplatz der 'Dorfgeschichte aus dem Moselgau' von Bischof Gregor von Tours (geboren 540) sucht man bei Nennig. Diese älteste Erzählung fränkischer Geschichte liegt dem Lustspiel 'Weh' dem, der lügt' des österreichischen Bühnendichters Franz Grillparzer (1791-1872), das 1838 in Wien uraufgeführt wurde, zugrunde.

Das Gemeindegebiet kam 1794 durch Napoleon I. zu Frankreich. Nach dem Wiener Kongreß 1815 gehörte es zum Königreich Preußen und somit zum Kreis Saarburg im Regierungsbezirk Trier. Während der französischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 20 Gemeinden, darunter alle 14 ehemaligen Gemeinden des Amtsbezirkes Perl, vom Kreis Saarburg abgetrennt und dem Kreis Merzig angeschlossen. Sie wurden damit in das heutige Saarland übergeführt. Die Gemeinde Perl weist in vielerlei Hinsieht eine bewegte Vergangenheit auf. Nicht zuletzt ist dies auf die besondere Lage im Grenzland zurückzuführen. Angeregt durch Herrn Bürgermeister Heinz Bauer habe ich mich zur Bearbeitung dieser Veröffentlichung entschlossen.

Umfassende Unterstützung und Hilfe bei der Abfassung der Texte erhielt ieh durch meine Frau.

PERL a. d. rtoset.

1. Kaum ein anderes Gebäude in Perl prägt das Ortsbild mehr als das alte 'Palais', 1733 im fränkisch-lothringischen Stil erbaut, diente es dem Trierer Domkapitel als Hofhaus. Das Gebäude - heute in Privatbesitz - wurde 1983 renoviert, wobei die alte Bauart erhalten blieb. Schräg gegenüber steht die von Pfarrer Matthias Bieringer im Jahre 1712 erbaute Kapelle des heiligen Quirinus. Zu Ehren dieses Heiligen, Schutzpatron des Pferdes, findet alljährlich am 1. Mai der traditionelle 'Quirinusritt' mit Pferdesegnung statt.

2. Aus den Jahren des ersten Ansichtskartenvertriebs stammen diese und die nachfolgende Lithographie. Anders als bei später hergestellten Karten standen die Mitteilungen des Absenders auf der Vorderseite, während die Rückseite lediglich die Anschrift des Empfängers enthielt. Der Poststempel der Sehndorfer Grußkarte datiert vom 6. März 1905. Als Motive dienten der Dorfplatz, die Kapelle, die Lebensmittelhandlung M. Ginsbach und die Gastwirtschaft von Frau Kar! Unbehend-Klein. Sehndorf wird erstmals 1129 erwähnt, als Erzbischof Meginher von Trier die Übertragung eines Gutes in 'Sigendorf' an den Trierer Dom beurkundet.

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.-- 3. Die älteste Postkarte, die der Verfasser auffinden konnte, wurde am 23. September 1900 von Mettlach aus mit der deutschen Reichspost verschickt. Auf der in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstandenen Kunstdruckkarte sind verschiedene Ansichten von Oberleuken. Neben einer Totalansicht werden die katholische Kirche, das Hofgut Klein-Zehren und das Gasthaus Anton, das heute noch besteht, gezeigt. Der Ort wird urkundlich erstmals im Jahre 964 genannt.

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Gruss aus nennig.

4. Nennig um 1910. Der im unteren Bildteil gezeigte Dorfplatz hat sich völlig verändert. Entlang des Platzes führte ein kleiner Bachlauf, der 1933 kanalisiert wurde. In der Mitte des Bildes erkennt man einen Graben, der provisorisch als Brunnen ausgebaut war. Hier stiegen die Frauen zum Wäschewaschen ein. Nach Kriegsende fand auf diesem Platz einmal im Monat der sogenannte Kram- und Viehmarkt statt, woraufhin diese Örtlichkeit zu ihrem Namen kam. Vor dieser Zeit wurden die Märkte am Roten Haus an der Mosel abgehalten. Der obere Bildteil zeigt einen Ausschnitt der Römerstraße, der auch den Eingang zur römischen Villa erkennen läßt. Vorne rechts schaut man auf den Gasthof 'Zur römischen Villa'.

5. Das Amtsgericht Perl war im Grenzland Mosel-Saargau die bedeutendste Behörde. Das stattliche Gebäude steht an der Metzer Straße am Ausgang von Perl, unweit der lothringischen Grenze (ApachjFrankreich). Früher war in diesem Gebäude das Zollamt Perl untergebracht. Als nach Beendigung des Krieges 1870/71 die Grenze verlegt wurde, zog hier das Amtsgericht ein. Äußere Merkmale des Amtsgerichtsgebäudes lassen einen Schinkel'schen Einfluß erkennen. In der Zeit von 1975-1977 wurde das Amtsgericht aufgelöst. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz. Anzufügen bleibt, daß es seit dem 1. Januar 1982 eine Außenstelle des Amtsgerichts in Perl gibt.

6. Perler Dorfidyll um 1915. In der Hauptstraße hatten die Leute noch Zeit für ein gemütliches Schwätzchen. Diese Aufnahme ist besonders für den Neu-Perler interessant, zumal sie ein Gesamtbild der alten Ortsmitte abgibt. Die Straßenführung hat sich nicht verändert. Vor der Kirche steht noch das Haus Erlenbach, an dessen Stelle 1982 der 'Torplatz' angelegt wurde. Die rechte Häuserfront hat im großen und ganzen ihr Aussehen behalten. Der Herr mit schlohweißem Bart ist Josef Daemgen, von Beruf Buchbinder und Verleger dieser Karte.

7. Aus dem Kleingedruckten auf dieser Karte geht hervor, daß der Verleger Gastwirt Adam Mohr war, dessen Gasthof auf der linken Seite der 'Haus-Biringer-Straße' in Oberperl stand. Auf die Kleidung zu schließen, stammt diese Aufnahme aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Die Jungen auf der Mauer haben das Haar kurz geschoren. Sie tragen hohe Schuhe, Halbschuhe waren zu jener Zeit wenig verbreitet. In der Regel trugen die Männer immer eine Kopfbedeckung, entweder eine Schirmmütze oder, wie der alte Herr auf dem Bild, einen Hut. Die Frau in der Mitte trägt eine Haube; für den Werktag üblich war jedoch das Kopftuch als weibliche Kopfbedeckung.

Sctlengen mil der neuen ffioselbrüche ausqeîührt durctl die Firma P AUL WÜRTH & Co., Luxemburg

8. Brücken verbinden Menschen. So sah 1909 die neue Moselbrücke zwischen Perl und Schengen/Luxemburg aus. Die Stahlbrücke wurde von einer luxemburgischen Firma errichtet. Von zwei gemauerten Pfeilern gestützt, war sie mit einem Stahlbogen überspannt. Auf der anderen Seite des Moselufers erkennt man den Ort Schengen. Noch vorhandene Baracken und sonstiges Baumaterial weisen auf die vorangegangenen Bauarbeiten hin. Davor verlaufen die Gleise des Bahnhofes Perl. 1939 wurde die Brücke gesprengt. Der Brückenneubau erfolgte 1958.

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