Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Auteur
:   Gerd Fleischmann
Gemeente
:   Gemeinde Stockheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6574-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gemeinde Stockheim in alten Ansichten'

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19 Der 3.Januar 1881 war für Stockheim ein bedeutenderTag: Die erste Schule, ein wuchtiger Sandsteinbau mit der Hausnummer 61, wurde eingeweiht. Weitere Schulen folgten 1899 für die 'Evangelischen' und 1901 nochmals für die 'Katholischen' . Wenn sich zwar in dieser langen Zeit im erzieherischen Bereich ein beachtlicher Wandel vollzog; Begriffe wie Freud und Leid, Erfolg und Mißerfolg sind dagegen geblieben. Die längste Zeit in der Stockheimer Schule hatte es Oberlehrerin Therese Ott (unser Bild), von 1916 bis 1958, ausgehalten. Sie wurde zur Ehrenbürgerin

ernannt. Die Aufnahme entstand 1949. Sie verdeutlicht insbesondere die Abwanderung, denn von den 29 Kindern wohnen nur noch sechs in Stockheim. Es sind dies Dr. Armin

Schülner, Bernhard Hopf, Wolfgang Detsch, Gerd Fleischmann, Gislinde Seidel und KarolaJungkunz.

20 Wer heute von Stockheims Vergangenheit spricht, denkt unwillkürlich an den Steinkohlebergbau. Daß sich jedoch in der ehemaligen Bergwerksgemeinde eine für den Frankenwald wirtschaftlich bedeutsame Glasindustrie ansiedelte, ist aus heutiger Sicht kaum mehr für möglich zu halten. Und dennoch: Über fünf]ahrzehnte, van 1877 bis 1930, fanden in der seinerzeit größten Champagnerflaschenfabrik Deutschlands bis zu sechshundert Menschen Arbeit und Brot. Bereits um 1900 waren drei Rundöfen in Betrieb. Drei bis zu 45 Meter hohe Schlote sowie der Kamin beim Maschinenhaus (Foto van 1 929) kündeten schon von weitem von industriellen Aktivitäten. Rund um die Uhr wurde in 1 6 Werkstätten

jeweils acht Stunden gearbeitet. Die Weltwirtschaftskrise beschleunigte 1930 den Absturz der Firma.

21 In der Stockheimer Glasfabrik (1877-1930) arbeitete neben Taglöhnern, Lageristen, Gemenge-Arbeitern, Schürern und Schmelzern ein eingespieltes Dreierteam, das für die Endprodukte verantwortlich zeichnete. Es waren dies der Meister, der Motzer und als jüngstes Glied der Einträger. Wollte man eine Produktionsnorm von dreihundert Flaschen täglich erreichen, so war ein reibungsloses Zusammenspiel erforderlich. Auf unserer Aufnahme aus dem Iahre 1908 sind unter anderen erkennbar Hüttenmeister JosefWelscher

( obere Reihe, 2. von links), Philipp Wilhelm, der spätere Bürgermeister (obere Reihe, 2. von rechts), der 'Wenze' (dritte Reihe, 4. von links) , Hermann Schmittt (dritte Reihe, 4.

von rechts. Untere Reihe Christian Lamparter (2. von links), rechts außen Christian Günther.

22 Die Luftaufnahme von 1938 zeigt vor allem das obere Dorf von Stockheim mit Kirche und Schloß (rechts) . Gut sichtbar sind aber auch die Steinkohlengrube St. Katharina (links) sowie das Grubenfeld Vereinigter Nachbar einschließlich Ziegenrück mit Abraumhalde. Gut plaziert haben sich Gasthaus und Metzgerei Georg Schwalb.

23 N ach herrschte im Iahre 1905 auf der Steinkohlengrube Maxschacht rege Betriebsamkeit. Doch sechs Iahre später schloß der Bayerische Staat, der die Zeche am 1. September 1908 van den Swaineschen Erben übernommen hatte, die Grube für immer. Hunderte Kumpels wurden plötzlich arbeitslos. Josef Freiherr von Swaine ließ 1855 den 'Maxschacht' abteufen. 1882 installierte man eine Drahtseilbahn zum Bahnhof. Und von 1898 bis 1902 wurde die Grube bis auf 3 14 Meter abgeteuft. 1903 soff das Bergwerk aufgrund mehrerer Wassereinbrüche regelrecht ab. Es dauerte Monate, bis der Abbaubetrieb wieder aufgenommen werden konnte.

24 Am 10.April1879 hielten die Menschen im Frankenwald den Atem an. In der 'Maxschachtgrube' waren durch gewaltige Gesteinsmassen zwölfBergleute eingeschlossen worden. In einer dramatischen Rettungsaktion, die vier Tage später, am Ostermontag, 14.April1879, ein glückliches Ende fand, konnten die Männer aus ihrem unterirdischen Verlies befreit werden. Aus Dankbarkeit über die unerwartete Rettung pilgerten die Knappen barfuß zum 40 Kilometer entfernten Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Dort erinnert noch heute ein Votivbild an die unheilvollen Tage. Das Foto mit den verunglückten Bergleuten von 1879 ist ein hochinteressantes geschichtliches Dokument.

25 Als eine glatte Fehlinvestition erwies sich die 1909 vom Bayerischen Staat erbaute Kohlenwäsche in der Nähe des Stockheimer Bahnhofs. Der wuchtige Betonbau schien für alle Ewigkeit gebaut worden zu sein. Doch die Kohle eignete sich nicht für Briketts. Die Träume zerplatzten wie Seifenblasen. Das 1. Pionierbataillon aus Ingolstadt übernahm im Februar 1912 die umfangreichen Sprengungen. Monatelang zogen sich die Aufräumarbeiten hin. Zurück blieben Narben in der Landschaft, aber auch Wunden in den Herzen der Bergleute, die allesamt 500 an der Zahl - wenige Monate zuvor arbeitslos geworden waren.

26 So sah die Katharinazeche in den zwanziger Iahren aus. Damals war von einem Förderturm noch nichts zu sehen. Es standen lediglich zwei Schleppschächte zur Verfügung.

Die Brücke (links) führte zur Adam-Friedrich- Tagstrecke. Im Hintergrund ist die Rentei sichtbar, die alle Abrißaktionen überstanden hat. Im Schachthaus (Fachwerkgebäude) waren Hängebank und Dampfhaspel untergebracht. Rechts vorne befand sich das alte Zechenhaus mit Kaue. Bereits 1 775 wurde die Grube vom Kronacher Bürgermeister Wolfgang Philipp Schubert gemutet. 1951 förderten fünfhundert Beschäftigte monatlich 8 000 Tonnen Kohlen.

1957 erhielt das Bergwerk einen Stahl-Förderturm. Mit dem Förderkorb konnte man nun über 300 Meter in die Tiefe fahren.

1 968 wurde St. Katharina für immer geschlossen.

Damit endete die über 400jährige Bergbauära im Haßlachtal.

Bergv er k .

27 Auf eine reiche Tradition blickt die Bergmannskapelle Stockheim zurück. Aus Freude am Musizieren fanden sich schon bald nach Beendigung des Ersten Weltkrieges junge Männer zusammen, wobei vor allem die Initiative von Iohann Deinlein und Johann Daum ausging. Als erster Vorsitzender stellte sich Iohann Emmert im Iahre 1920 zurVerfügung. Enormen Aufschwung erlebte die Kapelle durch den Einsatz von Oberlehrer Max Fischer (Bildmitte ). Nach dem Zweiten Weltkrieg belebte Hans Welscher als Vorsitzender und Dirigent ganz entscheidend die Kapelle, die in ihrer Bergmannstracht weithin bekannt ist.

28 Geradezu beschaulich wirkte die Stockheimer Dorfstraße im Iahre 192 0 auf den Betrachter. Damals stand nur eine Kapelle den Katholiken zur Verfügung, die 1715 durch Weihbischof Joh. Werner Schnatz konsekriert worden war. Die Häuser entlang der Dorfstraße sind alle längst schon abgebrochen worden und mußten Neubauten weichen. Zur Kuratie wurde die Pfarrgemeinde im Iahre 1915 ernannt. Am Donnerstag, 16. Mai 1935, änderte sich die Situation ganz entscheidend. Nach zweijähriger aufopferungsvoller Arbeit konnte der Anbau der Kapelle durch ErzbischofDr. Jakobus van Hauck feierlich eingeweiht werden.Am 16. Dezember

1940 wurde Stockheim zur Pfarrei erhoben. Wenige Monate später, am 23. März 1941, fand die feierliche Installation des ersten Pfarrers, Johannes Heckel, statt.

Stock heim (Oberfranken) Partie im ob eren Dorf

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