Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Gemeinde Stockheim in alten Ansichten

Auteur
:   Gerd Fleischmann
Gemeente
:   Gemeinde Stockheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6574-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gemeinde Stockheim in alten Ansichten'

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59 Gleich einem Fels in der Brandung trotzte die Porzellanfabrik Burggrub den wirtschaftlichen Turbulenzen der verschiedenen Epochen. Heute fir-

miert das Unternehmen unter Porzellanfabrik Eversberg GmbH. Zur Iahrhundertwende hieß die Firma Porzellanfabrik Burggrub, Schönau &

Hoffmeister. 1935 ist ein Magnus Leube Besitzer. In Spitzenzeiten fanden bis zu 250 Männer und Frauen in diesem Betrieb Arbeit und Brot. Ansonsten fanden die

Burggrüber in den Industrien von Neuhaus und Köppelsdorf sowie Sonneberg Beschäftigung.

60 Dem Fotografen gelang um 1 9 10 eine Aufnahme mit Atmosphäre. Die abgebildeten Menschen zeigen sich im Sonntagsstaat. Das markant wirkende Gasthaus Höring, das seit]ahrzehnten eine bedeutende Rolle im täglichen Einerlei von Burggrub einnimmt, prägt das Bild der Dorfstraße, der Hauptverkehrsader dieser Gemeinde. Auch heute noch ist diese Gastwirtschaft ein 'Hort der Geselligkeit und der dörflichen Kommunikation' geblieben.

Reitsch

61 Wenige Iahre nach der Erwerbung des ehemaligen Reichslehens Crana - man schreibt das Iahr 1122 taucht Reitsch aus dem Dunkel der Geschichte auf. Bischof Otto Il. von Bamberg überträgt laut Urkunde vom 29. Juli 1180 an das Kloster Langheim die Dörfer Posseck, Reisendorf (lag bei N eukenroth) und Richs, wie Reitsch in seinen Anfängen genannt wurde. Damals dominierten undurchdringliche Wälder. Die Talaue waren größtenteils sumpfig, so daß bei genauer Betrachtung der Lage dieses Dorf sehr gute Bedingungen zum Wohnen bot. Der Grünbach spendete das le-

bensnotwendige Naß. Recht einfach waren die ersten Unterkünfte. Holz, Lehm und Stroh dienten als Baumaterialien. Erst im 19. Jahrhundert fanden Sandstein und Schiefer Ver-

wendung für die Wohnstallbauten. Gleich einer germanischen Wagenburg reihten sich die Bauernhöfe (unser Bild von 1910), meist klein und geduckt, um den Grünbach.

Frankenwald: REI TSC:H, durch s eine "Wendische Bauart" beachtenswert

62 Wann die Schule in Reitsch gegründet wurde, kann nicht mehr mit Gewißheit angegeben werden. Doch wird angenommen, daß früher ein sogenannter Schulhalter, auch Heckenschulmeister genannt, dagewesen sei. Da aber bei den Schulvisitationen die Kinder als schlecht unterrichtet befunden wurden, sah sich die Gemeinde genötigt, ihre Schule organisieren zu lassen. 1841 baute Reitsch eine eigene Schule, die 150 Gulden kostete. Die übrigen Räumlichkeiten wurden als Gemeindehaus genutzt. Bereits am 27. Juli 1872 hatten die Kinder im sogenannten NüssleinHaus ein neues Domizil. Vierzig Iahre später können die Schüler in ein grö-

ßeres Gebäude (jetzt Höring) einziehen. Die jetzige moderne Unterkunft am südlichen Ortseingang wurde unter Bürgermeister GeorgWolf 1965/66 erbaut. Für die Planung

zeichnete Architekt Baptist Detsch verantwortlich. Unser Bild: Die Reitscher und Haßlacher Schulkinder mit Lehrer Moritz Schmelzing urn 1900.

63 An die achthundert Iahre dominierte die Landwirtschaft in Reitseh. Die Verbundenheit mit der Scholle ist auch heute noch spürbar. Ein großes Ereignis war immer wieder die Bullenkörung, wie unser Foto aus demjahre 1930 beweist. Das Ereignis lockte stets zahlreiche Schaulustige an. Bereits 1852 zählte die Gemeinde 216 Bürger, 1871 waren es schon 253. 1861 registrierte das Standesamt 57 Familien. 1871 hatte das Dorf 31 Hausnummern, 1878 berichten die Chronisten von 36 Häusern. Danach stagnierte die dörfliche Entwicklung, denn 1908 lebten in 39 Wohnbauten 60 Familien. Reitsch zählte damals 325 Einwohner, heute sind es über 700.

64 Nur noch wenig erinnert daran, daß am Grünbach, östlich von Reitsch, einst ein Steinkohlenbergbau mit einer wechselvollen Geschichte bestand. Über Jahrhunderte hinweg - die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1582 - fanden hier die Männer aus Reitsch und aus dem Umland bis hinüber nach Hesselbach und Wilhelmsthal Arbeit und Brot. Die hiesige Geschichte läßt allerdings nur wenige Glanzpunkte erkennen. Das harte Tagesgeschäft und so manche Enttäuschung prägten den Alltag. 1 826 brachte Schichtmeister Christian Adam Büttner ein wenig Leben in die Zechen, so

daß noch 1872 an die 100 Bergleute beschäftigt waren. Zwischen 1888 und 1 91 8 ruhte der Betrieb vollkommen. 1926 kam es erneut zu einer Stillegung und 1945 zur

Wiedereröffnung. 1949 erklang letztmals aus der Grube das 'Glück-Auf'. Heute erinnert noch der Name 'Bûttnerszeche' an die einstigen bergbaulichen Aktivitäten. U nser

Bild: Die Reitscher Grube von 1926. Links ist die Drahtseilbahn nach Gundelsdorf erkennbar.

65 Untrennbar verbunden mit Reitsch war zu allen Zeiten der Schmied. Die Arbeitswelt an Esse und Amboß hat sich gewaltig verändert. Aus dem Handwerksbetrieb der Familien Wolf ist ein Heizungs- und Installati onsunternehmen mit landkreisübergreifenden Aktivitäten geworden. Angefangen hat alles am 9. August 1 896. Der Schmiedemeister Iohann Josef Wolf aus Nordhalben übernahm die Gemeindeschmiede in Reitsch. Ihr heutiges Domizil in der Engelsgasse 2 richtete der Gründer im Iahre 192 8

ein. Die neue Unterkunft diente fortan als Wohnhaus, Schmiede und Wag-

nerei, die Iohann Josef Wolf zusammen mit seinen Söhnen Georg und Franz betrieb. Nach Iohann Lang übernahm Sohn Georg von 1956 bis 1972 das Bürgermeisteramt in Reitsch. Ab

1962 zeichnete Enkel Herbert Wolf für den Betrieb verantwortlich. Seit 1. April 1996 führt Urenkel Gerhard Wolf in der vierten Generation die Firma. Unsere Aufnahme entstand

1935 und zeigt (von links) Georg Wolf, Maria, Klara, Franz, Margarete und Firmengründer Iohann Josef Wolf

66 Der mit großem Idealismus verwirklichte Bau der Marienkapelle im Iahre 1894 auf dem sogenannten Gänseanger (unser Bild von 1 940) leitete eine neue Ära in Reitsch ein. Der Bau verschlang 2 5 0 0 Mark. Für die damaligen Verhältnisse ein beachtlicher Betrag. Zwischenzeitlich haben die Reitscher ihre sprichwörtliche Opferbereitschaft erneut mehrfach unter Beweis stellen können. Ein weiterer Kraftakt war der Bau der Heilig-Kreuz-Kirche, die Erz bischof J osef Otto Kalb 1953 konsekrierte. Dank der Bemühungen von Geistlichem Rat Karl Vollmer und aufgrund der

Rührigkeit der Kirchenstiftung wurde 1971/72 das Gotteshaus völlig neu gestaltet und wesentlich erweitert. 1 976 rang sich die Kirchenverwaltung zu dem Entschluß durch, einen Glockenturm zu errichten. Am 10. Dezember 1977 stand Reitsch erneut im Zeichen eines kirchlichen Höhepunktes: Dekan Reinhold Reißer weihte vier Glocken. Bezeichnend auch diesmal der Opfersinn der Reitscher, die in nur drei Wochen dafür

48 000 Mark spendeten.

Haßlach

67 Die Kirchweih ist seit eh und jein Haßlach, das

1 975 im Rahmen der Gebietsreform seine Selbständigkeit verloren hat, zünftig gefeiert worden. Ein altes Foto aus dem Iahre 1920 vor dem 'Doppelshaus', das damals noch mit Schiefer verkleidet war, dokumentiert diesen alten Brauch recht eindrucksvoll. Zu jener Zeit sorgte eine Kirchweihgesellschaft für den rechten Schwung. Der mächtige Kirchweihbau durfte bei dem frohen Treiben ebenfalls nicht fehlen. Die Plantänze standen in den zwanziger Iahren allemal hoch im Kurs. Denn

das Alltagsgeschehen bot wenig Abwechslung. Zu sehen sind (von links, hintere Reihe) Barbara Raab, Nikol Detsch, Barbara Doppel, Lorenz Detsch, Marie Wich, Gretel Raab, Franz

Herrmann, Marie und Heinrich Hoh sowie (vorne, von links) Margare te und Iosef Kestel, Georg Raab, Georg und Marie Doppel sowie Georg Zinnero

68 Mühlen sind voller Geheimnisse, Mühlen sind voller Geschichten. Die einen klappern am rauschenden Bach, erzählen vom Wasser, das nie aufhört zu fließen. Die anderen Mühlen knattern und ächzen im Wind. Nur noch wenige dieser Industriedenkmäler sind der Nachwelt erhalten geblieben. Als steinerne Zeugin einer bewegten Vergangenheit gilt die alte Mühle in Haßlach von 1 773. Sie wird heute noch van Alfred Hoh betrieben. Links daneben befand sich das Haßlacher Schloß, das während des Dreißigjährigen Krieges 1632 und 1633 der feindlichen Brandfackel zum

Opfer fiel. Nach der Zerstörung durch die Schweden fanden die Sandsteinquader Verwendung beim erneuten Aufbau der ebenfalls zerstörten Schloßmühle. Das aussagestarke Foto entstand um 1930. Erst in den vierziger Iahren wurde das ortsbildprägende Gebäude nach Süden hin für eine Mahlmühle erweitert.

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