Germering und Unterpfaffenhofen in alten Ansichten

Germering und Unterpfaffenhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Betty Oberhofer
Gemeente
:   Germering und Unterpfaffenhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0778-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Germering und Unterpfaffenhofen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Seit dem 1. Mai 1978 sind die beiden Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen in eine Großgemeinde zusammengeschmolzen. Beide Orte und Gemeinden waren einst ganz kleine Bauernsiedlungen, sind dann miteinander groß geworden und erst in den letzten zehn Jahren so eng ineinander verwachsen wie zwei gute Freunde. Uneingeweihte konnten die beiden Gemeinden nicht mehr auseinanderhalten. Sie sind völlig zusammengebaut. Wenn man das heutige, neue Wachstumsgefüge aus der Luft besieht, meint man, es wäre ein einziges Stadtgebilde ; nur die Verkehrsstraße B 12 und der Schienenstrang MünchenHerrsching waren Trennungslinie. Jede Gemeinde lebte ihr eigenes Leben, dennoch ergänzten sie sich wunderbar und lagen immer in edlem Wettstreit miteinander bei der Durchführung der kommunalen und sozialpolitischen Aufgabenbereiche. Nun ist die längst erwartete Entscheidung der Vereinigung getroffen. Der 1. Bürgermeister Rudolf Bay steht nunmehr dieser Großgemeinde mit 33 000 Einwohnern vor. Die Großgemeinde ist vom Staatsministerium als Siedlungssch werpunkt ausgewiesen, der 16 Kilometer westlich vor Bayerns Hauptstadt München, sich aus zwei kleinen Dörfern zu dieser mustergültigen Großraumsiedlung entwiekelt hat. Während Bayern 2 400 Jahre alt ist, die Großstadt München etwas über 820 Jahre zählt, kann die Großgemeinde Germering auf ein 1 200jähriges Bestehen zurückschauen, zwei 1 OOOjährige Urkirchen vorstellen und viele uralte und alte Bauernhöfe, zumindest aus den Jahren 1865 und

noch weiter zurück, sogar bis zum dreißigjährigen Krieg, nachweisen. Darum ist es Absicht dieses heimatkundlichen Bilder-Albums, die ältesten Bauernhöfe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es werden alte Bilder von Höfen und Häusern gezeigt und beschrieben, die heute nicht mehr so zu sehen sind. Viele der Bauernhöfe, die hier gezeigt werden, sind teilweise oder ganz abgerissen oder erleben baldigst den Abbruch, manche stehen heute in einer anderen Lage zur Straße oder die Giebel sind verlegt, andere wieder sind baulich so stark verändert, daß sie kaum mehr erkannt werden. Und doch sind sie noch da und mit ihnen meist das alte Familiengeschlecht. Häuser und Steine haben eben ihre Geschichte. Die moderne Großgemeinde Germering gilt als eine 'Stadt im Grünen' mit dem herrlichen Landschaftsgebilde des Parsberges, einer Ablagerung aus der Eiszeit, mit einem dichten Waldgürtel im Halbrund um die neue Großgemeinde. Es ist eine begnadete Landschaft.

Die Dokumentation beweist, daß die Vergangenheit in diesem Gebiet nicht tot ist, sie ist nicht einmal vergangen, sie wird weiterleben und die Gegenwart und Zukunft bereichern. Jeder von uns möge daran mitarbeiten, die Werte der Vergangenheit zu sammeln und zu präsentieren. Die Heimatforschung darf nicht einschlafen. Es gilt, den Boden und dessen Menschen kennen zu lernen, auf dem man lebt und steht; das ist der Anfang aller Bildung.

1. Unmittelbar im Germeringer Raum, am Fuße des Parsberges, ist heute noch eine 'keltische Viereekschanze', fälschlich 'Römerschanze" genannt, erhalten. Archäologisch ist nachgewiesen, daß die Viereckschanzen nicht römischen Ursprungs sind. Die Germeringer Keltenschanze war verkehrsgeographisch von größter Bedeutung, außerdem war sie Kult- und Dingstätte. Für die Kelten war die ganze Welt ein Mythes, ihr quadratisches Erdwerk von 100 Metern Seitenlänge war ein Tempelbezirk, ein 'oppidum', nach Cäsar hieß das umgebende Mauerwerk 'rnurus gallicus': es war hier der geistige und lokale Mittelpunkt eines größeren, selbständigen Territoriums. Vor 2 000 Jahren führte eine Römerstraße über den Parsberg.

2. Das älteste und einzig historische Bauwerk in Germering ist die 'alte Dorfkirche St. Martin', die auf das Jahr 1315 zurückgeht. Manche Forseher nehmen sogar an, daß eine Pfarrgeschichte Gerrnerings bis in das Jahr 859 zurückreicht. Vor einigen Jahren sollte die Dorfkirche wegen ihrer Baufälligkeit abgerissen werden. Der Abbruch wäre ein bedeutsamer Verlust an historischer Substanz gewesen. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz. Die Bevölkerung und ein Förderverein haben sich die Wiederherstellung der Kirche zum Ziel gesetzt. Weithin sieht man das alte Wahrzeichen Gerrnerings, den wuchtigen Sattelturrn, der 1450 gebaut wurde.

3. Das Innere der Dorfkirche ist durch eine gotische Architekturgliederung sehr reich geformt. Eine glückliche neugotische Lösung folgte um das Jahr 1898. Die drei Altäre und die Kanzel entstammen der Neugotik. Auf dem Hauptaltar sind Darstellungen aus dem Leben des heiligen Martin. Von der Ausstattung 1896 wurden neuerdings bei der Restaurierung zwei gotische Fresken freigelegt, eine an der nordöstlichen Chorschräge, die 'Geburt Christi' und die 'Anbetung der Könige' an der Ostwand. Die beiden Gemälde entstammen der Spätgotik.

4. Der älteste Pfarrhof aus dem Jahre 1890 stand beim Eingang auf der Westseite der Kirche, er trug die Hausnummer 50 und war 39 Jahre ein Armenhaus. Auf dem Bild sehen wir diesen Pfarrhof noch in gut erhaltenem Zustand von Süden. 1953/1954 wurde er abgerissen und im Garten neben der Kirche ein schönes Pfarrhaus gebaut mit der Wandfreske 'St.Martin und der Bettelmann'. Nachdem später (1967) ein moderner Pfarrhof nahe dem neuen Rathauskomplex erbaut wurde, nahm der evangelische Pastor, der zum Katholizismus übertrat, mit Frau und vier Kindern im alten Pfarrhof Wohnung. Im Jahre 1976 wurde nun dieser 'alte Pfarrhof' abgebrochen wegen des Schulneubaues an der Kirchenstraße.

5. Beim Nordwesteingang zum Friedhof ist die fast vergessene Marquart-Kapelle, früher auch 'Seelhaus' genannt. Ende des 14. Jahrhunderts lebte in Germering ein frommer Klausner, der sich ganz den Sorgen seiner Mitmenschen hingab. Anstelle der Friedhofskapel!e sol! er seine Klause gehabt haben und dort im Jahre 1432 gestorben sein, wo 'neben dem freudhof seithero seine Gebeine aufbewahret sein'. In einem Glasschrein sind die Gebeine des Eremiten aufbewahrt, die im Jahre 1735 der Lehrer Adam ZiegIer gesammelt haben soll. Über dem Schrein ist ein altes Gemälde, das den Einsiedler knieend vor dem Kruzifix zeigt, es stammt aus dem Jahre 1776.

6. Die Hoflacher-Gelöbniskapelle im Starzelbach-Tal erinnert an den Bruderkampf bayerischer Herzöge, der sich 1422 tragisch im Germeringer Raum abgespielt hat. Herzog Ernst, der seinen Sohn Albrecht aus dem Kampfgewühl rettete, gelobte den Bau einer Kirche, wenn er den Sieg davon tragen sollte. So entstand 1425 diese Gelöbnisstätte und ein Haus für den Priester und für den Mesner. Das in seiner Einfachheit erhaltene Gotteshaus St.MariajSt.Georg birgt an der Nordwand das älteste und größte Wandfresko des 15. Jahrhunderts in Bayern. Es ist ein Bild von hoher Vollkommenheit. Das Benefiziatenhaus wurde abgerissen, seit 1900 ist ein Bauernhof angebaut.

7. Hier sieht man das frühere kirchliche und geistige Zentrum des Altdorfes mit der Sankt Martinskirche Nummer 47, den alten Pfarrhof Nummer 50, die Kapelle, die aus der Eremitenklause Marquarts entstand mit der Nummer 49 1/2 und das nahe Schulhaus aus dem Jahre 1885 mit Nummer 49. Bis zum Jahre 1925 war Germering eine Expositur, noch keine Pfarrei. Germering gehörte pfarrmäßig zu Unterpfaffenhofen. Links ist der große Hof 'Krarnerbauer' und rechts der 'Käserschmied', In späterer Zeit wurde direkt vor dem alten Schulhaus - dahinter Pfarrhof und Dorfkirche - die Mariensäule errichtet.

8. Unmittelbar an der durchführcnden Augsburger Straße steht am Ortsanfang des Altdorfes die Mariensäule. Sie ist eine Stiftung des Gastwirtes Johann Baptist Huber, der seinerzeit Besitzer des heutigen Hotel 'August Mayer' war. Kurz vor seinem Tode am 8. April 1927 vermachte er dem Kriegerverein testamentarisch 10000 DM mit der Auflage, daß auf dem Dreiecksgrundstück gegenüber seiner damaligen Gastwirtschaft eine Mariensäule errichtet werden soll. In der Christnacht 1937 wurde nach der Christmette die Mariensäule eingeweiht, zugleich auch in Erinnerung an die 300jährige Weihe der Münchner Mariensäule. Der Initiator war Pfarrer Johann Hachinger, der am 4. März 1939 verstarb.

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