Germersheim in alten Ansichten

Germersheim in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Raithel und Ludwig Hans
Gemeente
:   Germersheim
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4862-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Germersheim in alten Ansichten'

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VORWORT DER AUTOREN

Fotografien und Ansichtskarten aus dem alten Germersheim der Jahre 1880 bis 1930 für einen Bildband zusammenzustellen und zu kommentieren, so lautete die Vorgabe des Verlegers, als wir vor einigen Monaten an die Vorarbeiten zu diesem Buch gingen. Schon nach einer ersten Sichtung des Bildarchivs und der Ansichtskartensammlung der Stadt, mußten wir erstaunt feststellen, daß nicht nur eine, sondern mehrere Ausgaben, des auf 76 Abbildungen begrenzten Bandes, hätten gefüllt werden können. So gingen wir zunächst daran, alle Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte zu sondieren. Alle dort bereits abgedruckten Fotos wanderten wieder ins Archiv zurück und wir können heute, nicht ohne etwas Stolz, behaupten, daß - mit Ausnahme der Titelseite die Abbildungen dieses Bildbandes bisher noch nicht in Buchform erschienen sind.

Das Gros des verwendeten Fotomaterials stammt aus den beiden Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende, einer Zeitspanne, die heute gerne als die gute alte Zeit empfunden wird.

Es war die Zeit als der Prinzregent mit sanfter Hand Bayern und die Pfalz regierte, Germersheim 3 000 Bürger und 3 000 Soldaten hatte und man allabendlich in einer Unzahl von geselligen Vereinen und einer ebensol-

chen Unzahl von Lokalitäten genußvoll beim Bier saß. Wenn wir diese alten Fotografien aus dem Germersheimer Stadtbild ansehen, können wir uns eines eigenartigen Gefühls nicht erwehren. Da stehen die Vorfahren mancher Germersheimer Bürger erwartungsfroh auf der Straße und blieken in die vorsintflutliche Kamera des Fotografen, der soeben den aufregenden Versuch unternimmt, einen Augenblick der Stadtgeschichte ein für allemal festzuhalten.

Ein winziger Ausschnitt einer vielschichtigen Wirklichkeit wird hier unverrückbar aufs Papier gebannt. Die Menschen auf diesen Bildern sind schon lange tot - sie , die so hoffnungsfroh, frustriert oder leichtsinnig ihre Erdentage vergeudet haben wie wir, die über die Hektik der Zeit gejammert haben, über die Jugend und die Tugend, die zu allen Zeiten stets schlechter geworden sind. Dieses Buch erscheint zu einer Zeit, in der nur noch wenige Kinder des 19. Jahrhunderts unter uns sind. Eine faszinierende Epoche verabschiedet sich gegenwärtig endgültig mit ihren letzten Zeitzeugen. Diese wenigen unmittelbaren Erinnerungen sind gleichsam das letzte Dämmerlicht dieses 19. Jahrhunderts, das bald vollends ins Dunkel der Geschichte eintauchen wird.

Inzwischen ist bereits eine Generation angetreten, die

den Schwerpunkt ihres Lebens im 21. Jahrhundert haben wird.

'Germersheirn in alten Ansichten', das ist also so etwas wie ein Spaziergang durch unsere Stadt, wie sie sich dem Besucher etwa um die Jahrhundertwende darbot. Zu dieser Zeit war Germersheim eine bedeutende Festungsund Gamisonsstadt und jeder, der sich mit der Heimatgeschichte näher beschäftigt, weiß, daß - wie immer der Einzelne dazu stehen mag - das Militär eine dominierende Rolle in der Stadt und Festung Germersheim spielte. Deshalb, und nicht um einem wie auch immer gearteten Militarismus zu huldigen, haben die Autoren dem Thema 'Festung Germersheim' etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes eingeräumt.

An dieser Stelle sei angemerkt, daß die Texte zu den Themenbereichen Festung, Rhein und Sondernheim von Klaus Raithel und die zu den Straßen der Innenstadt von Ludwig Hans stammen.

Bei der Zusammenstellung und Kommentierung der Bilder hat Herr Otto Klippel, der erste Vorsitzende der Kreisvereinigung Germersheim des Historischen Vereins, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ihm sei an dieser Stelle ganz besouders herzlich gedankt.

Wir würden uns freuen, wenn Sie, liebe Leser, genauso-

viel Freude beim Durchblättern und Durchlesen dieses Büchleins haben würden, wie wir bei unserer Arbeit. Wir hoffen aber auch, daß dieses Buch die Menschen in Germersheim dazu anregt sich mehr mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen.

Eines kann und will dieses Buch allerdings nicht: eine Stadtgeschichte mit ihren komplexen Darstellungsmöglichkeiten ersetzen. Bei unserer Arbeit haben wir auf die bekannte Literatur zur Geschichte der Stadt Germersheim zurückgegriffen und uns dabei bemüht, dem Leser mit ausführlichen Bildlegenden gute Hintergrundinformationen zu vermitteln. Aus Platzgründen mußten wir uns dabei jedoch auf das Wesentliche beschränken und auf die eine oder andere Anmerkung verzichten. Ein Hinweis sei uns abschließend noch gestattet: Wir haben das Buch bewußt so gegliedert, daß es jedem Interessierten auch als kleiner Führer durch die Stadt dienen kann. Daß dabei auch ein Vergleich des Stadtbildes von damals und heute möglich ist, verleiht dem Ganzen einen besonderen Reiz.

Germersheim im Herbst 1989

Klaus Raithel LudwigHans

1. Der Germersheimer Bahnhof auf einer Postkarte aus dem Jahre 1912. Die recht seltene Ansicht vermittelt einen guten Eindruck von der Weiträumigkeit des Bahnhofsgeländes vor den Toren der Festung. Auf dem Bild sind im Vordergrund Arbeiter bei Gleisarbeiten zu erkennen. Das Bahnhofsgebäude, heute durch einen Neubau abgelöst, befindet sich auf der rechten Bildhälfte im Hintergrund. Es wurde 1864 fertiggestellt und ist aufgrund der Festungs-Rayon-Gesetze nur in leichter FachwerkBauweise ausgeführt. Damit sollte gewährleistet sein, daß die wenigen genehmigten Gebäude im Rayon, dem Vorfeld einer Festung, im Falle einer Belagerung sofort niedergerissen werden konnten, um der eigenen Artillerie ein freies Schußfeld zu verschaffen. Die Eröffnung der ersten Bahnlinie SpeyerGermersheim fand am 14. März 1864 statt. Am 16. Mai 1872 wurde die Strecke Landau-Germersheim eingeweiht, am 25. Juli 1876 folgte die Verbindung Gerrnersheirn-Lauterburg und als letzte schließlich, nach Fertigstellung der Eisenbahnbrücke über den Rhein, am 15. Mai 1877 die Strecke GerrnersheimRheinsheim.

2. Das Ludwigstor (linke Bildhälfte), eines der beiden Festungstore, auf einer Fotografie aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Das zweistöckige Gebäude ist 73 Meter lang und wegen des früher hochwassergefährdeten Standortes auf 850 Eichenpfählen errichtet. Es wurde im Jahre 1840, sechs Jahre nach Baubeginn der Festung, fertiggestellt. Vor der Tordurchfahrt ist die frühere Holzbrücke, die auf sechs Sandstein-Brückenpfeilern ruhte, zu erkennen. Links und rechts der Einfahrt gab es ursprünglich zwei kleinere Durchlässe für Fußgänger, die nach dem Zweiten Weltkrieg zugemauert wurden. Von der Bildmitte zum rechten Bildrand zieht sich eine starke Sandsteinmauer hin, die in einern Vortor endet. Rechts ist ein Waffenplatzreduitzu erkennen.

3. Das monumentale Ludwigstor, in dem heute das Heimatmuseum der Stadt untergebracht ist, auf diesem Foto von der Stadtseite her gesehen. Leider ist nicht mehr feststellbar welche Feier irn Bild festgehalten wurde. Da Patriotismus damals noch groß geschrieben wurde, ist anzunehmen, daß sich Bürger und Militär anläßlich Kaiser's oder des Prinzregenten Geburtstag am Ludwigstor einfanden. Mit einer solchen Feier wurde zum Beispiel auch am 12. März 1891, zum 70. Geburtstag des Prinzregenten hier die 'Luitpoldlinde' gepflanzt, die alle Stürme der Zeit bis heute überstanden hat.

qermersheim

Partie an der Stiege

4. Das 'Stiegel' , die heute noch bestehende, kürzeste Fußgängerverbindung vom Ludwigstor zur Innenstadt, und ein Teil der Ringstraße auf einer Postkarte der lahrhundertwende. Am rechten unteren Bildrand ist noch ein Teil des Walles zu erkennen, der vor der Schleifung der Festung zwischen Ludwigstor und Fronte Carllag.

Germersheim a. Rhein - Kaserne Stenge

5. Die gegenüber der katholischen Pfarrkirche gelegene Stengel-Kaserne, ein Verteidigungsbau von 220 Meter Länge. Als Defensivkaserne sollte sie, ebenso wie die Seyssel-Kaserne, bei einer Belagerung den letzten Stützpunkt der Verteidigung bilden, wenn der Gegner bereits den Wall überwunden hatte. Die Kaserne, die wegen dieser defensiven Eigenschaft von der Schleifung verschont blieb, ist heute Sitz eines Versorgungskommandos der Bundeswehr. Das Fachwerkgebäude im Vordergrund links diente zur Festungszeit als Remise und Stallung.

6. Bliek vom Turm der katholischen Kirche auf die Ringstraße (heute Klosterstraße). Diese vor 1914 entstandene Aufnahme zeigt recht eindrucksvoll den Kontrast zwischen den gedrängt stehenden, kleinstädtischen Bürgerhäusern und der als 'Perle der Festungsbaukunst' gerühmten Anlage der Bundesfestung Gerrnersheim im Hintergrund. Nicht zu den militärischen Anlagen gehört jedoch der Gebäudekomplex auf der rechten Straßenseite der Ringstraße. Es handelt sich dabei um die 1847 gegründete Brennerei und Spritfabrik Berkel.

7. Ein in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und sicher auch während des Krieges alltäglicher Anblick:

Eine Kompanie Soldaten beim Marsch durch die Ringstraße. Die gleiche Straße wie auf dem vorhergehenden Bild, diesmal aus der anderen Richtung aufgenommen. Im Vordergrund links die Firma Berkel, neben einigen Emailschilder-Fabriken einer der wenigen größeren Betriebe in der Stadt während der Festungszeit. Im Hintergrund die katholische Pfarrkirche Sankt Jakobus, mit der sich rechts anschließenden, geschichtsträchtigen Franziskanerklosterkaserne. Man sieht, daß auch ein solcher Anachronismus - zeitweise Kloster, dann wieder Kaserne - in den Mauern der Stadt Platz hatte. Heute ist darin das katholische Studentenwohnheim untergebracht.

Oermersheim a. Rhein, fischerstrafie

8. Wenige Meter vorn Aufnahmestandort des letzten Bildes entfernt, bietet sich dem Betrachter dieser Bliek in die Fischerstraße. Sie hat ihren Namen von den Fischern, die wegen des Festungsbaus aus dem Woog, dem Gebiet zwischen Ludwigstor und Zeughaus, dorthin umgesiedelt wurden. 35 Familien mußten damals der Stadtumwallung, wie sie der Leiter der Planung und des Baues, Ingenieur-Oberst von Schmauß, vorgesehen hatte, weichen. Einige der für die Berufsfischer geschaffenen kleinen Häuser stehen heute noch.

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