Germersheim in alten Ansichten

Germersheim in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Raithel und Ludwig Hans
Gemeente
:   Germersheim
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4862-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Germersheim in alten Ansichten'

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Germersheim (Pfalz) AlleestrafIe mit Zoller-Kaserne

19. Vom gleichen Standpunkt wie die vorletzte Abbildung wurde auch dieses Postkartenmotiv im Jahre 1915 aufgenommen. Der Fotograf stand mit dem Rücken zur Stadtseite des Weißenburger Tores. Vor sich hatte er den Paradeplatz, rechter Hand das Militärlazarett und linker Hand den hier abgebildeten Seitenflügel der Zollerkaserne. An dieser Stelle, lediglich zwanzig Meter zurückversetzt, steht seit 1959 der Hauptbau der Berufsbildenden Schule. Wie man auf der Postkarte sieht, war man zur damaligen Zeit noch bereit, sich für den Fotografen in Positur zu stellen. Geduldig warteten Kinder und Soldaten bis der Mann mit der monströsen Kamera sein Werk vollendet hatte.

20. Eine interessante und vor allern seltene Perspektive wählte der namentlich nicht bekannte Fotograf für dieses Foto, das zwischen 1920 und 1925 entstanden sein dürfte. Es wurde vorn Reduit der Fronte Diez aus mit Blickrichtung zum Proviantamt aufgenommen - oder, um es mit heutigen Ortsbezeichnungen auszudrücken - von der Rudolf-von-Habsburg-Straße zur Stadtkaserne. Der im Hintergrund zu erkennende 228 Meter lange Gebäudekomplex schließt sich direkt an das Lazarett an und diente zur Festungszeit als Proviantamtmagazin. Bäckerei und Schlachthaus. Im Vordergrund sieht man eine heute noch erhaltene große Schleusenmauer aus Sandstein, welche den Zweck hatte, das Wasser im Festungsgraben anzustauen.

21. Das Zeughaus der Festung Germersheim auf einem Foto das während eines der großen RheinHochwasser, entweder im Jahre 1910 oder 1918, entstand. So idyllisch dieses Bild mit einer Gruppe Kinder und Jugendlicher auch anmutet, so katastrophal waren die Folgen der Überschwemmungen für die Bevölkerung. Vor allem im Hintereck und im Woog drang das Wasser im Rückstau der Oueich und als Druckwasser aus dem Boden. Auf dem Bild ist links die Lafettenremise zu erkennen. Rechts ist ein Stück der nach dem System des französischen Festungsingenieurs Carnot gebauten Mauer zu sehen, durch die Proviantamt und Zeughaus verbunden waren. In 73 m langen Zeughaus war Kriegsgerät, vor allem Waffen, gelagert.

22. Wer die vorangegangenen Fotos und Postkarten der Reihe nach betrachtet hat, war, ohne es vielleicht zu bemerken, an einern Festungsrundgang beteiligt. Nur etwa 200 Meter nach dem zuletzt abgebildeten Zeughaus kommt man an das Ludwigstor als Ausgangspunkt dieses etwa 2,1 Kilometer langen Rundganges entlang der ehemaligen Ringstraße, zurück. Ein solcher 'historischer Spaziergang' innerhalb der ehemaligen Stadt- oder Hauptumwallung, ist auch heute noch, mit Ausnahme des Teilstücks durch die Stadtkaserne, möglich. Nicht mehr möglich ist allerdings eine solche Begegnung, wie sie ein Fotograf zur 'guten', alten Festungszeit auf die Platte gebannt hat: Fünf wohl-beleibte Feldwebel beim Patrouillenritt durch die Festungsanlagen.

23. Zu einem Gruppenbild mit Damen hat man sich auf diesem, leider undatierten und unkommentierten Archivfoto eingefunden. Zeitlich läßt sich das Bild zwischen 1897 -in diesern Jahr wurden die 'Pickelhauben' eingeführt - und 1914 einordnen. Der Anlaß könnte ein Manöver, bei dem die Damen als Beobachter fungierten, oder auch eine Feier im Freien gewesen sein. Erstaunlich für ein Foto aus dieser Zeit ist hier, ebenso wie bei einigen anderen Aufnahmen, die sehr gute Bildqualität. Durch die lange Belichtungszeit wirkte sich allerdings auch jede rasche Bewegung negativaus. Dies hatte offensichtlich der Herr links im Bild nicht bedacht, als er während der Aufnahmc einen militärischen Gruß entbot.

24. Das Auf und Ab des täglichen Soldateniebens in Friedenszeiten, die ja zum Glück die Kriegszeiten an Länge bei weitem überschritten, ist diktiert von 'des Dienstes ewig gleichgestellter Uhr'. Das war in den Zeiten der alten königlich bayerischen Armee nicht anders als heute bei der Bundeswehr. Morgenappell, Unterricht, Exerzieren, Ausbildung an der Waffe und Putz- und Flickstunde bestimmten das tägliche Leben - abgcsehen von den stets als Höhepunkte empfundenen Manöverzeiten - bis endlich für die Wehrpflichtigen wieder die Freiheit des zivilen Lebens nahte. So erging es wohl auch diesen Soldaten die vor der ehemaligen Vorfeste 'Wrede' (heute Wrede-Stadion) an einer Stationsausbildung teilnahmen.

25. Nach Artikel 180 des VersailIer Vertrages hatte Deutschland alle befestigten Anlagen, Festungen und feste Plätze westlich und fünfzig Kilometer östlich des Rheines 'abzubrechen und zu schleifen'. Davon war auch die Festung Germersheim betroffen, obwohl die Werke ohnehin veraltet und in der Stadtumwallung ab 1913 mehrere Durchbrüche geschaffen worden waren. So wurden die Festungsanlagen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Zeit vom 1. Oktober 1920 bis zum 18. Januar 1922 gesprengt und geschleift. Stellvertretend für viele weitere Fotodokumente aus dieser Zeit, ein Foto von den Schleifungsarbeiten an der Vorfeste Wrede, dem größten der drei Hauptwerke des äußeren westlichen Befestigungsgürtels. Seit 1972 steht dort das Sportzontrum 'Wrede'.

26. Während einer Arbeitspause hielt der Fotograf diese Arbeiter, die bei der Schleifung der Festung eingesetzt waren, im Bild fest. Das 'aufgeschnittene' Gewölbe verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise die Mauerstärke der Festungsbauwerke. Mehr als ein Jahr dauerten die Sprengarbeiten an, aber noch viele weitere Jahre, in einigen Fällen sogar Jahrzehnte, vergingen, ehe die gewaltigen Schutt- und Abraumberge restlos beseitigt waren. Ein Beobachter der Vorgänge berichtet, daß in dieser Zeit die Bürger der Stadt von früh bis spät die Sprengschüsse , die wie schweres Geschützfeuer donnerten, ertragen mußten. Die zerstörten Festungsanlagen rund um die Stadt boten ein düsteres Bild und in aller Munde war das Wort von der 'sterbenden' Stadt am Rhein.

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27. Diese seltene Ansicht auf einer Postkarte des Jahres 1915 zeigt das neue Offiziersgebäude , das die Stadt zwischen 1912 und 1914 im Bereich des Woogs errichtete. Heute ist in diesem Haus das Notariat untergebracht. Im Vordergrund ist die Bahnhofstraße zu erkennen.

28. Die am Rand des Hochufers entlangziehende Donnersgasse zeigt dieses Foto in für heutige Verhältnisse ungewohnter Perspektive. Die Vielzahl kleiner, eng aneinandergebauter Häuser erinnert an die Darstellung Gerrnersheims in dem bekannten Kupferstich Matthäus Merlans. Im Vordergrund der Militärholzhof (später Gelände der Wagnerei Mertzlufft) im Woog.

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