Gernrode in alten Ansichten Band 2

Gernrode in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ursula Matthias
Gemeente
:   Gernrode
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6430-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gernrode in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Wie jede Siedlung, jedes Dorf und jede Stadt wird auch die Stadt Gerurode von der Landschaft, in die sie eingebunden ist, und von der Geschichte, aus der sie hervorgegangen ist, bestimmt. Für Gerurode sind das die natürlichen Gegebenheiten des Harzes und die geschichtlichen Ereignisse vor und nach der Gründung der Stadt.

Geographisch liegt Gerurode am Nordrand des Ostharzes, diesem am weitesten östlich gelegenen Teil des Unterharzes, in etwa 2S0 m ü.d.M. Diese Gegend war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, so daß man annehmen kann, daß auch die Gegend um Gerurode schon um diese Zeit bewohnt wurde. Die günstige Lage am Rand des Gebirges mit intensiver Sonneneinstrahlung und der durch den Waldreichtum gegebene Schutz vor kalten Winden aus dem Gebirge, sowie das damit verbundene milde Klima boten beste Voraussetzungen für das Entstehen von Siedlungen, vermutlich zunächst aufRodungsinseln innerhalb des dichten Waldes, später in dichteren Wohnsiedlungen. Aus einer derartigen Rodungssiedlung, Rode genannt, entwickelte sich allmählich das heutige Gerurode.

Namensgeber der Stadt Gerurode ist Markgraf Gero, der Gründer einer Burg im Bereich Gernrodes und des Gernröder Frauenklosters mit der berühmten Stiftskirche. Wir wissen nicht, wie groß die Siedlung zur Zeit der Burggründung war, es ist

aber nicht anzunehmen, daß Gero die Burg in einer menschenleeren Gegend erbaut hat, denn er war ja auf Hilfskräfte für den Bau und weiteren Erhalt der Burg angewiesen.

Es ist auch durchaus möglich, daß Gero Menschen aus anderen Gegenden hier ansiedelte und dafür neue Rodungen durchführen ließ; die Ortsangabe 'im Walde Geros' läßt darauf schließen, ebenso wie der Name der Siedlung 'Geronisroth' auf eine Rodung durch Gero hindeutet.

Markgraf Gero gehörte zu den bedeutendsten Männeru zur Zeit König Heinrichs I und seines Sohnes Otto I, dem er ein treuer Freund und Kampfgefährte war.

Gero wurde vermutlich im [ahr 900 als Sohn des Grafen Erwin von Merseburg in Alsleben im Bodeknie, einem Eigengut der Merseburger Grafen, geboren. Geros älterer Bruder Siegfried war einer der machtvollsten Männer am Hof Heinrichs I und Ottos I, nach dem Geschichtsschreiber Widukind war er' der Trefflichste unter den Sachsen und der Zweite nach dem König'.

Gero hatte zwei Söhne, Gero und Siegfried; beide sind als junge Menschen gestorben, die Mutter von beiden ist nicht bekannt. Gemeinsam mit Siegfried hatte Gero kurz vor dessen Tod die Gründung eines Frauenklosters in Gernrode beschlossen, das später ein Damenstift wurde, in dem alleinstehenden adligen

Damen die Möglichkeit zu einem gottgefälligen Leben geboten werden sollte. In der Ostapsis der Gernröder Stiftskirche wurde von Ferdinand von Quast, dem Restaurator der Stiftskirche, 1858 ein von ihm entworfenes Gemälde angebracht, in dessen unterem Teil der Familie Geros ein Denkmal gesetzt ist. Es zeigt in der Mittte Gero, rechts und links von ihm seine beiden Söhne, nach außen hin seinen Bruder Siegfried und Hathui, seine Schwiegertochter und erste Äbtissin des Damenstiftes. Geros Sohn Siegfried wurde 941 geboren, König Otto I war sein Taufpate. Als Taufgeschenk erhielt er umfangreiche Ländereien in der Gegend von Egeln. In der Schenkungsurkunde heißt es, daß König Otto dem Siegfried 'aufBitten seines so geliebten Markgrafen ... umfangreiche Besitzungen sowie 12 Hofarbeiter zu freiem Eigentum' geschenkt habe, ein Zeichen der Wertschätzung Geros durch Otto 1.

Berühmt wurde Gero vor allem durch seinen Einsatz in den Kämpfen gegen die Wenden. Als Heinrich 919 zum deutschen König gewählt wurde, sah er eine seiner Hauptaufgaben darin, sein Land vor Wenden und Ungarn zu schützen. Dabei fand er tatkräftige Unterstützung durch Gero, der sicher 929Teilnehmer an der großen Schlacht bei Lenzen war, in der die Heveller, ein in die Nordmark eingedrungener slawischer Stamm, geschlagen wurden.

Die Slawenkriege wurden mit großer Unerbittlichkeit geführt, denn die Slawen setzten alles daran, ihre Freiheit zurückzuerlangen und sich von dem über sie gesetzten Gero zu befreien. Als Gero bekannt wurde, daß die Wenden beabsichtigten, ihn durch List zu beseitigen, kam er ihnen zuvor. Er lud dreißig Slawenfürsten zu einem Gastmahl ein und ließ sie dann, als sie vom Wein betrunken waren, töten. Diese Tat, die wohl zu dieser Zeit nichts ungewöhnliches war, wurde Gero später zum Vorwurf gemacht und belastete das Ansehen Geros auch bei den Bürgern Gernrodes, die sie als einen Makel auf ihrer Stadt empfanden. Aber noch um 1700 konnte man am Grabmahl Geros auf einerTafel den stolzen Spruch lesen: 'Zu Laußnitz erster Fürst war ich, drissig Wendischer Herren todtet ich, stiftete Gernrode von eigener Habe, do selbst sieht man noch heit mein Grab.'

Neben seiner Tapferkeit und seinen Fähigkeiten als Heerführer zeigte Gero auch hohes staatsmännisches Geschick; über [ahre hinweg war er ein wichtiger Ratgeber für Otto I und Vermittler in schwierigen politischen Situationen.

937 wurde Gero von Otto I als Markgrafüber die Mark zwischen EIbe und Saale eingesetzt, 941 wird er erstmals als Markgraf schriftlich erwähnt.

Bei seinem Tod 965 war Gero Herrscher über eine Großmark, die von Otto I in sechs Markgrafschaften aufgeteilt wurde, weil

er eine derart große Macht, wie er sie seinem Freund Gero anvertraut hatte, nicht mehr in einer Hand wissen wollte.

Wenn auch von der von Gero angelegten Burg in Gernrode nichts mehr erhalten ist, so ist die Stadt doch von der Erinnerung daran und den von ihm begonnenen Bau der Stiftskirche wesentlich geprägt; die Bürger Gernrodes fühlen sich dieser Geschichte bis heute eng verbunden.

965 wurde Gero in der Stiftskirche neben dem Arm des Heiligen Cyriakus, den er als Reliquie vom Papst erhalten hatte und der sein persönlicher Heiliger und der der Stiftskirche war, beigesetzt.

Seit Bestehen der Abtei waren die Äbtissinnen des Stiftes Landesherrinnen der Siedlung Geronisroth, die von ihren Bürgern selbst verwaltet wurde, es soll deshalb auch schon sehr früh in Gernrode ein Rathaus gegeben haben. Die Äbtissin Anna von Plauen übergab dem Flecken 1539 ein Stadtwappen, ein Zeichen der Anerkennung als Stadt, eine ausdrückliche Verleihung des Stadtrechtes hat es aber nie gegeben.

Gernrode hatte auch keine Stadtmauer, vermutlich gab es keine Notwendigkeit dafür, zumal das Stift 1323 eine Mauer erhielt, so daß die Bürger im Notfall geschützt werden konnten. Die Grenzen der Stadt wurden durch Stadttore markiert.

Nachdem 1014-1044 von den Äbtissinnen erstmals die Ansiedlung von Kaufleuten genehmigt wurde, entstand im Zentrum des Ortes eine Kaufmannssiedlung. Als 1037 mit dem Abbau von Erzen, vor allem Blei, begonnen wurde, bildete sich in Nähe des Abbaugebietes am Osterberg eine Bergmannssiedlung, eine dritte Siedlung lag in Nähe der Stiftskirche, hier wohnten vor allem Bedienstete des Stiftes.

Im Iahr 1521 schloss sich die Äbtissin Elisabeth von Weida der Reformation an; damit wurde Gernrode nach Wittenberg die erste größere evangelische Ortschaft.

1530 wurde in Gernrode als einem der ersten Orte in diesem Bereich von der Äbtissin Elisabeth von Weida gemeinsam mit dem ersten Rektor Stefan Molitor eine öffentliche Elementarund Volksschule eingerichtet. Das erste Schulgebäude steht bis heute, es steht unter Denkmalschutz und die Stadt ist bemüht, das Gebäude weiterhin zu erhalten.

Das mittelalterliche Straßenbild Gernrodes ist noch heute erkennbar. Da die Stadt an einem Berghang erbaut wurde, hat es in Gernrode keinen Marktplatz gegeben, es war kein Raum dafür vorhanden. Der Markt zog sich auf den Straßen um das Rathaus herum bis zu der früheren Marktkirche. Auch die Straßen sind durch diese Stadtanlage geprägt. Es gibt im

Stadtzentrum keine einzige grade und auf ebenem Grund verlaufende Straße; alle Straßen winden sich in Bogen oder um Hausvorsprünge und in ständigem Wechsel von bergauf und bergab durch die Stadt. Gradlinig verlaufende Straßen sind erst in späterer Zeit entstanden, sie führen alle aus der Stadt heraus.

Für das moderne Gernrode hat die Innenstadt vor allem historische Bedeutung, Handwerksbetriebe und Verkaufseinrichtungen haben sich in letzter Zeit vorwiegend im Umfeld der Stadt angesiedelt.

Der bedeutendste innerstädtische Betrieb ist die Harzer Uhrenfabrik, die ihre Produktionsstätte in einem Gebäude der früheren Streichholzfabrik hat; dazu gehört auch ein altes Fachwerkhaus, ein sogenanntesArmenhaus, das in letzter Zeit mit hohem finanziellemAufwand restauriert wurde; dort werden die Uhrenmuster und eine Verkaufseinrichtung für Kuckucksuhren untergebracht. An der Giebelseite dieses Hauses ist eine Riesenkuckucksuhr angebracht. Sie entstand nach dem Modell einer im Betrieb angefertigten Uhr; sie soll im Guinessbuch der Rekorde eingetragen werden.

Die Stadt Gernrode hat sich in den letzten [ahren durch den Bau einer Vielzahl von Eigenheimen und eines Wohnkomplexes auf dem Osterfeld erheblich erweitert.

Neben dem Hauptanziehungspunkt der Stadt Gernrode, der tausendjährigen Stiftskirche und seit kurzem einer Riesenkuckucksuhr ist der Fremdenverkehr nach wie vor die Haupteinnahmequelle für die Bürger des Ortes und alle sind bemüht, ihm wieder zu seiner früheren Bedeutung zu verhelfen; das sollte bei der landschaftlichen Schönheit der Umgebung nicht schwerfallen.

1 Blick vom Friedhof aus über die Stiftskirche hinweg auf den Bückeberg und weiter nach Nordosten. Im Nordwesten liegt Bad Suderode, das

Calcium-Sole-Heilbad. Die Scheune im Vordergrund ist das jetzige Produktionsgebäude der Harzer Uhrenfabrik.

2 Die Gernröder Stiftskirche, das berühmte lOOOjährige romanische Bauwerk.

3 Kircheninneres mit dem von Ferdinand von Quast, dem Restaurator der Stiftskirche, entworfenen und 1879 angebrachten Kronleuchter. Er wurde 1930 entfernt, dann wieder angebracht und 1950 endgültig entfernt.

Çernrooe a. J(

Jnneres der Cyriacik.irche

4 Das Innere der Stiftskirche, mit Blick auf das Heilige Grab und das Gestühl Anfang dieses Jahrhunderts. Es wurde 1980 an Rieder und Badeborn vergeben.

5 Bild des Markgrafen Gero. Es entstand Anfang des 16. Jahrhunderts in Anlehnung an das Gero-Siegel im Auftrag der Äbtissin Scholastika. Es befand sich früher im Hausflur des Stiftsgebäudes neben der Kirche und wurde später in einem schwarzen Rahmen vor der Wand des südlichen Quergebäudes angebracht.

6 Blick auf die Kirche während der Baumaßnahmen an und in der Stiftskirche ab 1861.

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