Gerolstein in alten Ansichten

Gerolstein in alten Ansichten

Auteur
:   Josef P. Böffgen
Gemeente
:   Gerolstein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0911-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gerolstein in alten Ansichten'

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Gerolstein MlUlterlay.

49. Inzwischen hatte auch die Neubesiedlung von Sarresdorf wieder begonnen. Am 24. September 1915 wurde die Karte als Feldpost an G.M. nach Rußland geschickt, Anschrift: '3. Esbl, Jäger Regt zu Pferde Nr. 7, 3. Kavallerie Division, Osten'. Damals muß aber die Karte schon ein paar Jahre alt gewesen sein, denn die 1911-1913 erbaute evangelische Erlöserkirche ist auf ihr noch nicht zu sehen. Links am Felsenzug die 'Drohende Ley'. Johann Theisen konnte als Kind beim Hüten der Ziegen den Spalt noch mit einem. Schritt überwinden; nach dreißig Jahren wagte er den Sprung nicht mehr: so weit hatte sich der Fels vom Massiventfernt.

50. Das Gelände der 'Villa Sarabodis', der alte 'Hofacker', gehörte bis zur Französischen Revolution der Abtei Prüm. 1903 erwarb der Evangelische Kirchbauverein ein Grundstück zur Errichtung der Erlöserkirche, die unter dem Protektorat der Kaiserin Auguste Viktoria von Professor Schwechter erbaut und am 15. Oktober 1913 unter Anwesenheit Kaiser Wilhelm Il, eingeweiht wurde. Größte Verdienste erwarb sich dabei Oberhofmeister Freiherr von Mirbach. Im neuromanischen Stile nach Motiven aus dem 5. bis 7. Jahrhundert erbaut, stellt der Grundriß ein einfaches romanisches Kreuz dar mit kurzen Seitenarmen und runder Apsis. Über der Vierung ein Oktogon. Die Wände der Halle sind mit Marmor, die Gewölbe mit herrlichen Mosaiken bekleidet, (Festschrift: Erlöserkirche in Gerolstein von Pfarrer Udo Köhler.)

51. Das war eine besondere Ehre, als Elfjährige dem Kaiser ein Gedicht aufsagen zu dürfen, einen höfischen Knicks vor ihm zu machen, ihm die Hand zu drücken und nachher von Seiner Majestät die Wange 'geeizt' (= gestreichelt) zu bekommen. 'Meine Mutter wagte es vierzehn Tage lang nicht', so sagte mir Dr. B. Dohm, 'ihr das Gesicht zu waschen.' Die evangelische Kirchengerneinde trägt ausgesprochenen Diasporacharakter. Sie umfaßt Gebiete der Kreise Daun, Bitburg-Prürn und Schleiden. Am 27. Dezember 1944 wurde die Erlöserkirche von Bomben so schwer getroffen, daß man den Totalverlust befürchten mußte. Sie wurde unter grofsen Opfern wiederhergestellt und bildet ein Schmuckstück der Stadt. Wer Gerolstein besucht, sollte die Besichtigung der Kirche und des Museum nicht unterlassen.

52. Wo sich die evangelische Erlöserkirche erhebt, stand einst eine rörnische Villa. Auf Veranlassung des Oberhofmeisters der Kaiserin, Freiherr von Mirbach, wurden ihre Fundamente freigelegt. Bis zum 4. Jahrhundert war die Villa bewohnt, wurde dann durch Feuer zerstört. Innerhalb verschiedener Räume wurden fünfundzwanzig Gräber mit wohlerhaltenen Skeletten gefunden, Männer bis zur Größe von 2.15 Metern. In der Nähe einer etwa 7.5 Meter tiefen Zisterne stand ein noch gut erhaltener, fast 1 Meter hohe Krug, der unter der Leitung von Kreisbaumeister Krahé freigelegt wurde. Reste von Wandmalereien, Terrakotten, Gebrauchsgegenständen, Waffen, Lampen und Münzen befinden sich im Museum der 'Villa Sarabodis' (Sara = Rüstung, bodo = Herr und Gebieter; Sarabodis = der bewaffnete Herr).

53. Haus Vogt ('Villa Josefina') auf Sarresdorf. Kein nüchterner Zweckbau, sondern reichlich verziert und verspielt im Jugendstil. Obwohl Herr Vogt keine der amtlichen Autoritäten wie Polizist, Bürgerrneister, Pfarrer und Lehrer war, betraten wir nur ehrfürchtig erschauemd sein 'Comptoir' in dem Herr Vogt hinter seinem Stehpult uns über die Brille anschaute. Aufnahme um 1925. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, Hier kauften wir als Kinder ChileSalpeter und ahnten nicht, daß einmal gleichzeitig vier Missionare aus Gerolstein in Chile arbeiten würden, von denen heute noch zwei ihre segensreiche Tätigkeit irn Lande ausüben.

Gerctsteiner Linde (im Winter). Diente im jahre 1336 als Gerichtslinde.

Der grösste Umfang des Stammes betägt jetzt nahezu T m.

mit sein on Ásten beschattet der Baum eine Fläche von mehr als 700 qm. ~ : t

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Gerolstein (Eifel).

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54. Die Gerolsteiner Linde, einer der mächtigsten Bäume unseres Vaterlandes, war einmal eines der Wahrzeichen der Stadt. Man schätzte ihr Alter auf neunhundert Jahre. Am 14. Juni 1925 brach sie zusammen. Längsrisse im Stamm deuteten schon vorher hin auf das nahe Ende. Das verfaulte Innere konnte die weit ausladenden Äste nicht mehr tragen. Als sie stürzte, hatte der Stamm einen Umfang von siebeneinhalb Metern. Der Baum beschattete eine Fläche von achthundert Quadratmetern. Ein paar Jahre noch stand der 'verhauene Sturnpf", mit Teerpappe abgedeckt, aber auch er war nicht mehr zu halten. Heute steht in der Lindenanlage ein modernes Kindergartengebäude.

Aufnahme 1903.

OeroIstein

Bliek vom Auberg

55. Gerolstein 1927. Im Vordergrund die Drahtwarenfabrik Christian Oos, die an die enemals blühende Eisenindustrie im Raume Gerolstein erinnert; Müllenborn und Schauerbach waren ihre Standorte. Schon die Römer gewannen in der Eifel Eisen. Die Eisenhütten (= Reitwerke) wurden mit Buchenholz betrieben. Erst als die Verwendung von Steinkohle die Herstellung von Eisen erleichterte, kamen die Eifler Eisenwerke nach tausendjähriger Geschichte zum Erliegen. 1893 beschäftigte die Drahtwarenfabrik zweiundfünfzig Arbeiter, heute einhundertfünfzig und weitere hundert in den Außenstellen Trier, Wittlich und Andernach. Ihre Produkte gehen in die fünf Erdteile. In der späteren Stefan-DohrnStraße steht das erste Haus im Rohbau, Doppelhaus der beiden hochverdienten Erzieherinnen Fräulein Wilhelm und Fräulein Gillen.

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56. 'Der Mineralwasserversand geht auf das Jahr 1724 zurück. Graf Franz Georg von ManderscheidBlankenheim-Gerolstein, der auf Schloß Gerolstein residierte, wurde der Begründer durch die Erschließung und Neufassung einer bereits in vorgeschichtlicher Zeit als 'Sauerbrunnen' bekarmten Mineralquelle. Der Graf ließ Krüge mit seinem Wappen anfertigen und errichtete in seinem gräflichen Haus in Köln eine Verkaufsniederlage, von der aus das Wasser bis nach Holland vertrieben wurde. Die Kriegswirren des 18. Jahrhunderts ließen jedoch diese Anfänge für mehr als einhundert Jahre zunichte werden. Erst die Erschließung der Eifel durch die Bahnlinie Köln- Trier schuf die Möglichkeit der industriellen Ausnutzung.' (Dr. Dohm in 'Gerolstein' 1975.)

Bild: Brunnenbohrung 1908.

57. Gerolstein 1920. Die Sprudelwerke am Ufer der Kyll sind noch kleine Betriebe inrnitten der fruchtbaren Gärten der 'Burgwiss', Der 'Gerolsteiner Sprudel' hatte zehn Füllmaschinen in einem Holzschuppen. An jeder Maschine standen zwei Mann. Höchste Tageskapazität einer Maschine waren dreizehntausend Flaschen beziehungsweise Tonkrüge, Diese wurden wie eine Sektflasche mit einem Korken verschlossen, der mit Draht festgehalten wurde. Heute hat eine moderne Füllrnaschine eine Stundenkapazität von sechzigtausend Flaschen. Eine Abfüllstraße des 'Flora-Brunnen' bedeekt eine Fläche von 2 200 Quadratmetern. Damals wurden die gefüllten Krüge oder Flaschen mit Loren über eine kleine Brücke zum Gleisanschluß der Bahn gefahren, heute stehen große Lastwagenparks für den Transport zur Verfügung,

58. So sahen die Krüge aus, in die der Sprudel abgefüllt wurde. In den Ton ist ein Siegel eingebrannt und häufig die Worte: 'Königlich Preussische Brunnenverwaltung'. Die älteste Versandquelle Gerolsteins, der 'Flora-Brunnen', wurde im Jahre 1883 in das damaJ,ige Königlich-Preußische Handelsregister eingetragen. Es ist aktenkundig, daß in den Gründerjahren stündlich dreihundert Tonkrüge mit Mineralwasser gefüllt und in Weidenkörbe mit Stroh verpackt wurden. Noch heute werden bei Baggerarbeiten zuweilen solche Krüge gefunden.

Foto B. Westerhausen.

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