Gerolstein in alten Ansichten

Gerolstein in alten Ansichten

Auteur
:   Josef P. Böffgen
Gemeente
:   Gerolstein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0911-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gerolstein in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

69. 'Motorwagen' hießen die ersten Autos. Das erste Auto in Gerolstein besaß Drogerie Moog, Hier im Bild das von Hans Güth mit Braut und Eltern, 1926. Hotel 'Kaiserhof' empfahl in seiner Werbung: 'Dapolin- und Stellinstationen (= Tankstellen) in unmittelbarer Nähe'. Die erste Tankstelle war bei Haus Bürger (jetzt 'Gerolsteiner Hof), es folgten Drogerie A. Maucher und schließlich Drogerie Moog. Im Hintergrund die Kasselburg, besterhaltene Lehr- und Wehrburg aus dem 12. Jahrhundert, heute Adler- und Wolfspark im Zuge der 'Deutschen Wildstraße' deren Direktion sich in Gerolstein befindet.

Gerolsteiner Mühlenwäldchen

70. Die Versorgung der Gemeinden mit elektrischem Strom war in den zwanziger Jahren keine leichte Aufgabe. Neroth hatte schon 1897 eine elektrische Lichtanlage eingerichtet, Hillesheim 1899. Auch Gerolstein hatte einer Unternehmerfirma die Ortsbeleuchtung übertragen. Als diese Firma 1902 zusammenbrach, wurde der Strom bis in die zwanziger Jahre von der Pelmer Mühle bezogen. Als 1921 vom Kreise Daun ein Projekt zur Versorgung mit Strom anlief, geriet dieses in die Inflationsjahre hinein und konnte nur mit den größten Schwierigkeiten zu Ende geführt werden. Als letztes Dorf des Kreises wurde Michelbach am 19. Dezernber 1924 an die Hochspannungsleitung des Kreises angeschlossen, Das Bild zeigt die Gerolsteiner Mühle (seit 1816).

71. Jedes Dorf hatte seine Mühle, so auch der Stadtteil Gees. Am Bach gelegen duckt sich Wohnhaus und Mühle unter den Bäumen des Obstgartens. Die Landwirte brauchten natürlich die Mühlen, aber sie mochten sie nicht. Bei einem Gespräch über Unwetterschäden, bei dem das Getreide doch sehr gelitten habe, meinte einer: 'Das ist noch nichts; beim Müller leidet unsere 'Fruucht' (= Getreide) am meisten!' - wegen des 'Molterns', das ist: ein Teil des Mehles als Arbeitslohn des Müllers zurückbehalten. Die Mühle wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen und machte einem Siedlerhofe Platz.

72. Brautpaar 1904. Über den Brautschmuck schreibt Rehm 1890: 'Der Bräutigarn trug einen mit Bändern und Rauschgold verzierten Lorbeerstrauß an der Brust. Das Hemd, mit welchem er am Hochzeitstage bekleidet ging, war von feinstem Linnen. Es wurde von der Braut angefertigt und ihrn von derselben zum Geschenke gemacht. Die Braut war mit einem ähnlichen Strauß geschmückt und trug außerdem eine Krone, die 'Brautkrone', auf dem Haupte.' Und Wrede fügt hinzu: 'Kränzchen und Sträußchen aus künstlichen Myrten werden nach der Hochzeit eingerahmt unter Glas aufbewahrt'; diese waren bis zum Zweiten Weltkrieg noch in vielen Häusern zu finden, dann aber wurde das Glas gebraucht, um die Fensterscheiben zu dichten.

73. Nicht nur Notzeiten kannte unsere Heimat, sondern auch Notgeld. In der Inflation kam es auf, daß örtliche Verkehrsvereine zu diesem Mittel greifen mußten. Wer seinen Monatslohn am 30. nach Hause brachte, wußte nicht, was er am 1. noch damit kaufen konnte. Ein Brot kostete Millionen, ja Milliarden. So wurde die Zahl der kleinen bunten Scheine immer größer, aber auch immer wertloser. Man brauchte ihrer einen Sack voll, um eine Tasche voll kaufen zu können.

fIFELER VERREHRSVEREIN EVGEROLSTEIN

~G :':. ~'

Alle Mitghederdes Vereins sind verpflidl' tetdiesen Gutschein . 'IOfl SO Pf!fin lahli.lOg

zu nehmen

Drei Monate nach B¤ka~nrmachu<19 im amtlIChen Kreisblatt zu Daun verliert der Schein seme Gülti~keit

0EROLSTEIN. den 5 !lewnber19Zl

74. In halbrunder Form ist die Außenwand des Backofens der Straße zu gelegen. Der Ofen wurde 'gestocht' von einem Nebenraum der Küche aus. Noch ist ein Dokument erhalten, in dem dem Nachbarn der Kirche in Gerolstein, Michael Schlösser und seiner Ehefrau Susanna Schneider, verwitwete Böffgen, 1860 erlaubt wird 'seinen Backofen auf Kircheneigenthum zu setzen ... damit jedes Teil in seinen Eigenthumsrechten auf die Zukunft geschützt und späteren möglichen Prozessen vorgebeugt werde'. Der Ofen besteht nicht mehr, Der hier abgebildete ist noch im Stadtteil Gees zu sehen an einem unbewohnten Haus, das jederzeit abgerissen werden kann.

Foto B. Westerhausen,

75. Notställe gab es in Gerolstein wenigstens fünf; jeder Schmied hatte einen. Heute steht keiner mehr. So mußten wir für dieses Bild eine Anleihe machen auf einern Dorf der Umgebung. In dieses Balkcngestell wurden die Zugtiere - in der Eifel waren es rneist Kühe -~ zum Beschlagen hineingetrieben, der Gurt unter dem 'Pans' hievte das Tier leicht nach oben, so daß es wehrlos war und man den zu beschlagenden Huf auf das Fußgestell heben konnte. Die noch bestehenden Notstalle werden allerdings auch heute noch benutzt - von Tierärzten und den allerorts sich bildenden Reitervereinen.

Foto B. Westerhausen.

76. Wenn dieses Buch erscheint, beginnt für Gerolstein ein kleines Jubiläumsjahr: fünfundzwanzig Jahre seit Wiederverleihung der Stadtrechte im Jahre 1953. Wenn auch die Stadt sich gewandelt hat, das äußere Erscheinungsbild und die Menschen: eines verbindet Alt- und Neubürger von Gerolstein und die vielen Gäste, die Jahr für Jahr unter uns weilen: Die Liebe zu diesem Fleckchen Erde, das Gott so reich mit Schonheit gesegnet hat.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek