Gersdorf in alten Ansichten

Gersdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Die Gersdorfer Chronisten
Gemeente
:   Gersdorf
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6189-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gersdorf in alten Ansichten'

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Einleitung

Gersdorfliegt am Fuße des Erzgebirges. Der Ort erstreckt sich über 5 km durch das Tal des Hegerbaches und besitzt eine Fläche von rund 10 km-. Der Ort wird im Norden durch die Stadt Oberlungwitz, im Westen durch Bernsderf im Südwesten

durch Hohndorf im Süden durch die Stadt Lugau und im Osten durch Erlbach begrenzt.

Gersdorf gehört zum Regierungsbezirk Chemnitz. Über die Entstehung des Ortes gibt es keine urkundliche Erwähnung. Man nimmt an, daß um 1150 fränkische Siedler sich im Süden des Hegerbachtales ansiedelten. Der Lokator soll den Namen Gerhard getragen haben. Gersdorf entwickelte sich zu einem typischen Waldhufendorf Anfänglich waren es nur 37 Höfe, so waren es wohl37 Kolonisten, die den Ort gründeten. 1320 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Der Lichtensteiner Schloßhauptmann Hencze belegt vier Güter des Ortes mit Geldzinsen. Agricola schreibt in seinen ausgewählten Werken von einem Hammerwerk in Gersdorf Dieses war um 1493 und gehörte zu den ältestenAnwesen des Ortes. Es wurde 1796 durch einen Großbrand vernichtet. Um 1500 setzte eine Teihmg der vorhandenen Güter ein. 1546 hatte der Ort 220 Einwohner. Zu 34 Bauern kamen sechs Gärmer hinzu. Einige davon waren bereits Häusler, die schon gewerbliche Tätigkeiten verrichteten. 1611-1613 wütete die Pest im Ort. 1633 suchte sie nochmals den Ort heim. Im Dreißigjährigen Krieg erschossen die Schwe-

den den Pastor des Ortes. Von 1650 bis 1663 beteiligten sich hiesige Bauern am Aufstand gegen die Schönburger. 1758 kampierte die Reichsarmee aufGersdorfer Flur. 1760 werden 699 Männer dieser Armee im Ort einquartiert. Gleiches erfolgte 1793 durchkursächsischeTruppen. 1806, 1807 und 1813 sind es Bayern, Rheinländer und Franzosen, die im Ort einquartiert waren und verpflegt werden mußten.

Anfangs blieb Gersdorf ein reines Bauerndorf Ieder Bewohner trieb Ackerbau und etwas Viehzucht. Die Kleidung bereitete man sich aus Leinwand selbst. Nach Feierabend wurde von Jung undAlt gesponnen und gewebt. Das geschah erst mit der Handspindel, urn 1550 kam das Spinnrad in Gebrauch. Leinewand wurde zunächst nur für den Hausgebrauch gewebt, spater mußte es als Fronarbeit für die Herrschaft Lichtenstein verrichtet werden. Um 1715 wurde ein Spinngeld festgelegt, das [ährlich zu zahlen war. Auf den Feldern wurde viel Flachs angebaut. Eine Flachsröste stand am Hofgraben, der damals eine wichtige Verbindungsstraße war. Für die Benutzung der Röste mußte ein Flachsröstezins gezahlt werden. Wolle lieferten die Schaf zucht und die Schäferei.

Die ersten Berufsweber werden 1642 erwähnt. Einige schlossen sich der Lichtensteiner Innung an. Um 1730 kam die Baumwollspinnerei auf 1 739 begann die Strumpfwirkerei und 1829 entstand im Ort die erste Strumpffabrikation. Viele Einwohner

fanden nun in den Strumpfbetrieben, die durch die Einführung der englischen Rundstühle sich erweiterten, Arbeit und Brot. Gersdorf wurde allmählich Industriegemeinde.

1844 wurde im benachbarten Oelsnitz von [ohann Gottlob Wolf die erste Steinkohle im heimatlichen Raum gefunden. Nun erfolgten auch in Gersdorf die ersten Bohrungen nach dem schwarzen Gold. Es entstanden die Schächte Kaisergrube I und H, die von 1871/72 bis 1930 Kohle förderten. Die Werke Pluto und Merkur wurden 1872 erschlossen. 1944 wurde die Förderung in beiden Betrieben eingestellt. 1878 erhielten die Gersdorfer SchächteAnschluß an die Eisenbahnlinie St. EgtdienStollberg. Bis dahin wurde viel Kohle mit Pferdefuhrwerken bis nach Chemnitz transportiert. Durch den Bergbau wuchs die Einwohnerzahl des Ortes ständig. 187 1 zählte der Ort 2 987 Einwohner, so wuchs diese Zahl1905 auf 7 132. Es entstanden viele Neubauten. Die Baumeister Benedix und Ernst Friedrich hatten daran großen Anteil. Gersdorf selbst wurde nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Um die Einwohner zu dem nächstgelegenen BahnhofHohenstein-Ernstthal zu bringen, richtete Bäckermeister Richard Herziger eine pferdeomnibusverbindung ein. Diese bestand vom 11. Oktober 1903 bis 15. Februar 1913. An diesem Tag wurde die elektrische Überlandbahn Hohenstein-Ernstthal-Oelsnitz eingeweiht.Auch Güter wurden mit dieser Bahn befördert. Gersdorf erhielt einen Güterbahnhof Diese Bahn fand eine gute Auslastung. Sie beförderte Bergleute nach Oelsnitz und Weber und Strumpfwirker nach Oberlungwitz und Hohenstein.

Im Zentrum der Gemeinde wurde 1894 das neue Rathaus er-

öffnet. Auch eine Apotheke entstand im gleichen Jahr.

Im Rathaus wirkte noch der Gemeindevorsteher Göhler, der von 1892 bis 1913 die Geschicke des Ortes leitete. Ihm folgte am 2. [anuar 1914 Hugo Scheunemann, der ab 1924 Bürgermeister wurde. Ihm ist die Pflasterung der Dorfstraße und die Idee für den Bau des Sommerbades zu verdanken. 1935 mußte Scheunemann aus dem Amt scheiden.

Die Schule, die neben dem Rathaus steht, wurde 1880 erbaut. AufGrund wachsender Schülerzahlen wurde sie 1900 erweitert. Im Ort gab es eine obere und eine untere Schule, die den Schulanfängern einen weiten Schulweg zur Hauptschule ersparte. Die Marienkirche, die unweit von der Schule steht, wurde am 9. Oktober 1865 geweiht. Im Unterdorf gab es eine alte Kirche.Von ihr wissen wir, daß am 26.August 1646 bei einem Gewitter, der Blitz ins pfarrhaus eingeschlagen hat und ein Großbrand wertvolles Gut vernichtete. Die Kirche selbst blieb zwar erhalten, wurde aber so baufállig, daß derTurm 1834 abgetragen wurde. 1865 wurde diese Kirche abgebrochen. Von einer Kapelle im südlichen Ortsteil wird zwar berichtet, über sie findet man aber keinerlei Aufzeichnungen.

Die Bevölkerung pflegte in der geringen Freizeit die Geselligkeit. 1909 existierten etwa fünfzig Vereine im Ort. Außer zwei Turnvereinen und zwei Schützenvereinen, die zu ihren Turnfesten und Vogelschießen stets regen Besuch hatten, weckte der Taubenverein die Liebhaberei zu Geflügelzucht. Militärvereine, Chorgemeinschaften und auch drei Pfeifenvereine fanden auch ihre Freunde. Sogar ein Fremdenverkehrsverein wurde gegründet. Die Geselligkeit der Menschen ließ im Ort große und kleine

Gaststätten entstehen. Im Blauen Stern und im Grünen Tal wurden Tanzsäle gebaut, die an den Wochenenden und zu Festtagen stets rege genutzt wurden.

1880 wurde die Brauerei des Ortes 'Glückauf' von Richard Hübsch gegründet. Sie produziert auch heute noch das edle Glückauf-Bier. Im Ort entstanden in dieser Zeit weitere Fabrikationsbetriebe. So gab es drei Ziegeleien, eine Dampfkesselfabrik, die Lederwarenfabrik, ein Textilwerk, die Rußmühle. Der Volksmund nannte sie so, da dort Kohlestaub verarbeitet wurde. Ebenfalls wurde ein Textilveredlungsbetrieb gegründet. So fanden viele Menschen des Ortes in der heimisehen Industrie Arbeit und Brot. Mit dem Emporblühen und der Aufwärtsentwicklung unseres Ortes machte es sich auch nötig, ein geordnetes Lósch- und Rettungswesen im Ort aufzubauen. 1883 wurde dieser Gedanke in dieTat umgesetzt.Am 26. Oktober dieses Iahres erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Die elf Gründungsmitglieder, die aus den verschiedensten Berufen stammten und im Turnverein 'Germania' sich sportlich gestählt hatten, wählten den Kameraden WilhelmAckermann aus ihrer Mitte zu ihren Hauptmann. Bis heute besteht die Wehr im Ort. Stets war sie einsatzbereit und hat dafür gesorgt, daß keine Großbrände wertvolles Hab und Gut vernichteten.

Den Opfern der Kriege errichtete die Gemeinde Ehrenmale. Die ûber zweihundert Gefallenen Helden des Ersten Weltkrieges erhielten 1928 eine Gedenkstätte. 1945 wurde die Personengruppe des Denkmals demontiert. Über den Verbleib derselben fehlen trotz Nachforschungen jegliche Nachrichten.

Die Verbundenheit der Menschen rnit ihrem Heimatdorf zeigt

sich im Gersdorfer Heimatlied, das Karl Scheibner Gersdorf widmete. Es wurde 1938 geschrieben. DerVerfasser des Liedes ist 1921 in Gersdorf geboren und starb 1944. Er stûrzte als Bordfunker mit einer Maschine der Luftwaffe bei einem Testf1ug ab.

Der schönste Ort im ganzen Land ist Gersdorf ganz bestimmt.

Die Straßen voller Sauberkeit,

das weiß ein jedes Kind.

Die Häuser stehn so herrlich de, es ist 'ne wahre Pracht,

ein jeder schaut sich's gerne an bei Tag und auch bei Nacht.

Refrain:

Oh Du mein Gersdorf am Hegerbach, Du bist mei Heimat seit Jahr und Tag Du hast so schöne Stunden mir bescherr, Du bist mei schönstes Platzl auf der Erd.

1 Das Ortszentrum von Gersdorfum 1930.Inder Bildmitte die Marienkirche. DavorTeile des pfarrhauses und des Friedhofes. Links davon die Schule und das Rathaus. Vom pfarrhaus nach rechts die ehemalige Kirchschule. Daran schließt sich ein Wohnhaus an. Daneben der Gasthof' Grünes Tal' . Dahinter sind die Gebäude der Glückauf-Brauerei zu sehen.

2 Das neue Rathaus, eine Aufnahme von 1903. 1893 wurde durch den Amtshauptmann Dr. Rumpelt nachAnhörung des Gemeinderates im Gasthof''Grünes Tal', die Genehmigung zum Bau eines neuen Rathauses erteilt. Der Neubau, der in der Ortsmitte steht, und auch heute noch als Rathaus dient, wurde erforderlich, da durch den Bergbau die Einwohnerzahl des Ortes sprunghaft stieg. 1871 waren es 2 987 Einwohner und 1905 dagegen stieg die Zahl auf? 132. Mit dem Bau wurde noch 1893 begonnen. Am 27. November 1894 wurde das Rathaus eingeweiht. Als erster Gemeinde-

ratsvorsteher zog Hermann Göhler, der das Amt bis 1 913 innehatte, ins neue Rathaus ein.

(Bez. Chemnitz). Rathans mit Cenlral-Schule

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3 Ein Blick vom Kirchturm auf den unteren Ortsteil. Im Bild rechts vorn, die Gebäude der Glückauf-Brauerei mit dem 50 m hohen Schornstein. Von hier aus erstreckt sich der Ort im Tal des Hegerbaches etwa 2,5 km in nördlicher Richtung. Die Häuser auf dem Höhenzug links neben dem Schornsteinkopf gehören noch zu Gersdorf Sie stehen an der Stollberger Straße. Im Iahre 1930 entstanden die Häuser an der ErnilKretschmar-Straße (Bildmitte nach links), danach schließen sich die Felder der Bauernhöfe bis zur Garnstraße an.

4 Das Gartenhaus Hauptstraße 146. Es wurde im Iahre 1690 erbaut und wie viele alten Häuser mit Stroh gedeckt. In dreihundert [ahren wechselte es mehrmals den Besitzer. Emil ClauB kaufte es am 6. Mai 1915 von Karl Lenke. Im jahre 1919 wurde das Strohdach entfernt und durch ein Schieferdach ersetzt.

5 Auf dem Bild ist das Seitengebäude des Wagnergutes, Hohensteiner Straße 2 zu sehen. Im Gebälk über dem Torbogen ist die [ahreszahl des Baues 1791 eingeschnitzt. Am Fleischerhaken wurde beim Schlachtfest das geschlachtete Schwein aufgehangen. Über dem Torbogen links befinden sich Taubenschläge. Diesern schließt sich ein Laubengang an. Dieser Wurde zum Treeknen von Flachs genutzt. Neben diesem Gebäude befindet sich das Wohnstallhaus. Im Schlußstein über dem Eingang sind die Initialen des Besitzers J.P.W noch zu erkennen.

6 DerWehrsteig um 1900. Der Hegerbach mit unbefestigten Ufern ûberschwemmte bei Hochwasser denselben und auch die Dorfstraße (heute Hauptstraße), diese war dann kaum befahrbar. Im Vordergrund befand sich ein Wehr. Dort wurde das Wasser für den Mühlgraben der Hessenmühle gestaut.

7 Die alte Hessenmühle vor demBrand.Am 13.November 1903 brannten alle vier Gebäude von dem Mûhlenbesitzer Robert Hesse bis auf die Grundmauern nieder, Die Hessenmühle ist als Schäfereimühle um das Iahr 1450 entstanden. Der erste urkundlich bekannte Besitzer war Thomas

Pochmann, Danach wechselten die Besitzer sehr oft. Seit 250 [ahren ist das Mühlengut im Besitz der Familie Hesse. Im Iahre 1918 erbte die einzige Tochter Klara Hesse (verehel. Brunner) die Mühle, die Landwirtschaft und den Kohlenhandel.

8 Im Hof der Hessenmühle. Eine Aufnahme aus dem Iahre 1901. Die Personen von links nach rechts: Herrmann Hesse (Mimer), Otto Hesse, Johann Krodel, Arno Langrock (Buchbinder), Richard Mehlhorn (aus Erlbach), Otto Köhler (aus Oberlungwitz) und Robert Hesse (Besitzer

der Mühle von 1891 bis 1918).

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