Gersfeld in alten Ansichten

Gersfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Hartung
Gemeente
:   Gersfeld
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6545-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gersfeld in alten Ansichten'

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9 Das jüngste, das barocke Unterschloß neben der Kirche, durch die Fulda und die Schloßstraße von der Kirche getrennt, aber durch den Herrensteg und die Straßenbrücke über die Fulda mit Kirche und Stadt verbunden, wurde 1740 von Ernst Friedrich von Ebersburg gebaut, als er durch seine Heirat mit der Tochter eines österreichi-

sc hen Generalfeldzeugmeisters zu Geld gekommen war und sich das äußerlich schlichte Gebäude mit seinen Kostbarkeiten leisten konnte. Der dreigeschossige Bau mit zweigeschossigem Mansardendach birgt im Innern prächtige Räume, Treppenaufgänge, Parkettböden, Porzellanöfen, Stukkaturen und zeitgenössische Möbel, die dem Kunstsinn des 18. [ahrhun-

derts Ehre machen. Der Schmuck der Eingangshalle war ein Gobelin aus flämischer Manufaktur um 1600. Zwei weitere Gobelins schmückten das Treppenhaus. Sie zeigen Szenen aus der An-

tike und waren ursprünglich Eigentum des Vatikans. Ein Gemälde des Fuldaer Hofmalers [ohann Andreas Herrlein von 1 756 ist beachtenswert.

10 Der Flur im ersten Obergeschoß des Barockschlosses zeigt Jagdtrophäen und eiserne Ofenplatten mit biblischen Motiven, wie sie zu jener Zeit im benachbarten Bischofsheim gegossen wurden. Interessant sind zehn seltene Stiche aus dem ersten 'Rhónalbum'. Neben alten landkarten ist ein aufwendiger barocker Schrank mit Schnitzereien und Messingbeschlägen, eine Fuldaer Arbeit, bemerkenswert. In einem bemalten Vogelsberger Bauernschrank mit reichem Schnitzwerk ist ein Meißner Porzellanservice aufbewahrt, dessen Original für August den Starken angefertigt wurde. Der Rokokosaal, schönster Raum des Schlosses, wurde 1780

mit Stukkaturen in variationsreichen Formen ausgestattet. Die fein ausgearbeiteten vergoldeten Medaillons stellen Jagdszenen dar. Vier Ölgemälde mit lebensgroßen Portraits Mainzer Kurfürsten, zwei Por-

zellanöfen, eine Standuhr, ein französischer Louis Quinze Mahagoni-Schreibtisch aus dem 18. [ahrhundert, zwei Bilder der Barockzeit, und Kristalleuchter gehören zur kostbaren Einrichtung.

Gersfeld (Rhön)

rot) Meter

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1 1 Der nächste Raum des Barockschlosses enthält einen Kamin, dessen untererTeil aus Marmor, der obere aus Eichenholz mit Schnitzereien besteht, eine holländische Arbeit. Drei Gemälde schmücken das stoffbespannte Zimmer: ein Bild aus der Schule von Tizian zeigt einen Papst, vor Petrus kniend; ein zweites Bild, eine Küstenlandschaft mit dem Schiffbruch des Aeneas, stammt aus der Schule von Rubens; das dritte Bild, ein Gemälde des Innenraums der Kathedrale von Exeter, ist ein Originalgemälde des englischen Malers William Turner (1757-1852). Die Möbel sind mit Petitpoint -Stickereien verziert. Die Kristalleuchter stammen aus der Barockzeit.

(Nach einer Beschreibung des Schloßinnern van Hans Gutmann aus demjahre 1960.) Die jeweiligen Besitzer der Schlösser haben stets große Mittel aufgewendet, um diese Schätze Gersfelds zu pflegen und zu erhalten.

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12 Die Ansicht Gersfelds (um das [ahr 1910) zeigt links die Barockkirche, in der linken Mitte die 'Parkvilla' , rechts die Orangerie und ganz rechts die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt. Im Hintergrund liegen Brembach, Schachen und die Dreierhöfe vor der Eube. Einer der Ebersberger, Ernst Friedrich, war Anfang des 18. [ahrhunderts zum katholischen Glauben übergetreten und hatte

1 740 eine Kapelle im Schloß eingerichtet. Die zunächst kleine katholische Gemeinde wurde ab 1790 von einem Schloßkaplan betreut. Der Schloßkaplan unterrichtete auch die katholischen Kinder. Die Kosten trug Ernst Friedrich. 181 1 wurde ein Lehrer und Kantor eingestellt. In die katholische Schule, zwei Zimmer im MittelschIaß, gingen

zu Fuß auch die Kinder vom Sommerberg, vom Wachtküppel, von Obernhausen und Mosbach. Die seit 1821 bestehende Kuratie wurde 1852 zur Pfarrei erhoben.

1 3 Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt wurde

1 841 erbaut und im gleichen [ahr vom Würzburger Bischof geweiht. 1991 wurde das

1 SOjährige Kirchbaujubiläum in Gersfeld gefeiert. Eine Festschrift zumjubiläum berichtet ausführlich über die Geschichte der katholischen Pfarre! und des Kirchenbaus.

1 844 wurde ein Schulhaus gebaut. Dieses Haus gegenüber der Kirche ist noch heute katholisches pfarrhaus. 1898 erwarben Graf Ludwig von Montjoye und seine Tochter, die Gräfin Maria, das heutige Schwesternhaus und stellten es als Heim für die Tätigkeiten der Vinzentinerinnen zur Verfügung. Das Haus erhielt nach dem Stifter den Namen 'Ludwigsstift' (s. Ansicht van 1950). Das Stift wurde Eigentum des Mutter-

hauses der barmherzigen Schwestern in Fulda. Es wurde durch An- und Umbauten erheblich vergrößert und modernen Erfordernissen angepaßt und ist heute Alten- und Kneippkurheim.

14 Auf der Ansicht von 1912 sieht man im Vordergrund den Gersfelder Bahnhof, im Mittelgrund das Barockschloß und die beiden Kirchen. Im Hintergrund sind links der den Talkessel nach Nordosten abschließende Feldberg und rechts die 'Hohc' oder 'Lange' Rhön zu erkennen. Gersfeld, das man früher mit der Postkutsche oder zu Fuß erreichte, hat eine 1 SO [ahre alte Tradition als gastlicher Ort. Aber erst mit der Fertigstellung der Rhönbahn Fulda-Gersfeld 1888 begann der Aufschwung des Fremdenverkehrs. Als sich der Bau der Eisenbahn ankündigte, wurde 1867 aber auch eine kritische Stimme laut: 'Erhält die Rhön, was nicht ausbleiben kann, eine Eisenbahn und Gersfeld mit seiner günstigen Lage im

Mittelpunkt einen Bahnhof, dann ist ihm, wie dem ganzen Gebirgsland eine große Zukunft zu prophezeien. Freilich wird dann aber auch der Dampf der Lokomotive das bisher bewahrte natürlich

einfache Leben von den Bergen hinwegwischen, wie die rauhe Hand des Krämers den zarten Duft von der eben gebrochenen pflanze.'

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IS Blickt man vom Rodenbacher Küppel über Gersfeld nach Süden, Westen und Osten, dann erkennt man am Südhang der Eube die Weiler und Einzelhöfe von Schachen, im Schutz des Wachtküppels die Streusiedlung Maiersbach und unter der Wasserkuppe, im engen obersten Fuldatal Obernhausen. Unter der Hohen Hölle liegt geduckt hinter dem Galgenberg auf zugiger Höhe Mosbach, am Fuß des SimmeIsbergs Rodenbach, nach Norden geschützt durch die Nallen Ziegelhütte und Rommers, schon wieder zum Rommerser Grund hinunter. Hoch über Gersfeld, aber unter dem Reesberg, liegt Rengersfeld, noch höher lag früher Kippelbach. Die Häuser von Sparbrod kuscheln sich unten im Tal an-

einander. Hinter den Bergen, wo das Rommerser Wasser herunterkommt und andere Bäche aus dem Haderwald, liegt Gichenbach; hoch über dem Gichenbachtal das Kirchdorf Dalherda. Auf der

anderen Seite der Hohen Geiß und des Horstbergs, im Fuldatal, liegen Altenfeld und der größte zu Gersfeld gehörende Ort, der Marktflecken Hettenhausen mit eigener Kirchengemeinde.

16 Beim Blick von der großen NaHe über Gersfeld sieht man im Hintergrund, unterhalb des 'Schwarzen Ackers'. des Hachtskopfes und im Südwesten des 815 m hohen Feldsbergs das relativ geschlossene Dorf Sandberg. Es liegt auf sonnigem Hang, im Tal umflossen von der Fulda im Westen und dem Feldbach, der aus der Kaskadenschlucht kommt, im Osten und Süden. Am oberen Ende des schönen Feldbachtales liegt einsam der Feldbachhof auf 740 m Höhe, einer der höchstgelegenen Wohnsitze der Rhön. Unweit Sandberg, über dem Fuldatal, aufhalber Höhe des Feldbergs, lag die Schneeburg, von der so gut wie nichts übriggeblieben ist. Das Ge-

schlecht der Schneeberger war mit Gersfeld durch die Wasserburg, die sie dort bis ins 1 S. Jahrhundert besaßen, eng verbunden.

17 Das Kirchdorf Veylberg, unterhalb der Schneeburg, im Fuldatal oberhalb Gersfelds, gegenüber von Glaswald und Unterkohlgraben, wurde, wie auch Sandberg, das 1456 erstmals urkundlich erwähnt wurde, 'wûst', von seinen Bewohnern verlassen. Als in der

Mitte des 16. [ahrhunderts die Herren von Ebersburg nach Ausklingen der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode,

in der wohl alle Dörfer um of

Gersfeld verlassen worden

waren, mehrere Orte wiederbesiedelten, wiesen sie im Rahmen dieser Wiederbesiedelungspolitik sechs Kolonisten Land in Sandberg mit streifenförmiger Abmessung, sogenannte Hufen, zur Bewirtschaftung zu. 'Die Grün-

dung des Dorfes Sandberg wurde 1544 von sechs Kolonisten vollzogen.' Eine Wasserordnung für Sandberg erließ der Gersfelder Grundherr Otto von Ebersburg 1577. Danach durfte bei Androhung

von Strafe jeder nur so viel Wasser zur Bewässerung seinerTalwiesen aus der Fulda ableiten, als durch die Nabe eines Wagenrades ging.

18 Im Fuldatalliegt der Marktflecken Hettenhausen, Gersfelds größter Stadtteil. Als Stadtteil, wie schon früher als selbständige Gemeinde, hat Hettenhausen ein reges Vereinsleben und ist bemüht, seine unverwechselbare Identität durch Dorfleben und Feste, durch Pflege der Erinnerung an die lange eigene Geschichte und der Traditionen zu bewahren. Nach Aufzeichnungen aus dem Kloster Fulda (s. Festschrift 'Iohannismarkt' 1995) gab es in Hettenhausen schon im 10. [ahrhundert mehrere Landeigentümer und eine Mühle. 1453 gab es eine dem heiligen Georg geweihte Kirche. Patronatsherren waren bis zum [ahre 1778 die Ebersberger, die 1537 die Reformation einführten. Hettenhausens Chronik berichtet von Seu-

ehen, Hungersnöten und Feuersbrünsten. In Kriegszeiten litten die Bewohner unter durchziehenden Söldnern. Der 1681 erbaute spitze Kirchturm steht noch heute. Die dazugehörige Kirche,

längst baufällig, wurde erst zweihundert [ahre später (1878179) erneuert. Bereits 1 61 7 gab es eine Steinbrücke über die Fulda.

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