Gersfeld in alten Ansichten

Gersfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Hartung
Gemeente
:   Gersfeld
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6545-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gersfeld in alten Ansichten'

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19 Nur wenige Einwohner Hettenhausens konnten ausschließlich von der Landwirtschaft leben; um ihre Familien ernähren zu können, waren fast alle gezwungen, weitere Einkünfte zu suchen. Männer und Frauen gingen in den Sommermonaten als landwirtschaftliche Arbeiter in die Wetterau oder als Drescher ins Frankenland. Große Bedeutung hatte der Wald, das Holz. Man stellte in Hettenhausen Rhöner Holzwaren her ('Löffelschnitzer') oder handelte damit. Als Händler zogen die Männer auf schlechten Straßen bis Hamburg, Berlin und Stettin. Flachs wurde angebaut und Leinwand hergestellt. Zur Leinwandfärberei bestanden in Hettenhausen zwei Färbereien. Die Leinwandhändler besuchten Märkte der größe-

ren Städte und Messen. Außerdem zogen Hettenhäusener als begabte Musiker in die Welt, bis nach London, um Geld zu verdienen. Weltweit bekannt wurden Hettenhausens Vogelzüchter.

Gruß aus F.iettenbaufen (Rhön)

20 Im Tal der Fulda, oberhalb von Hettenhausen, zwischen Nalle, Hoher Geiß und Scheltersberg auf der einen und Ebersburg und Rabennest auf der anderen Seite, liegt an der Bundesstraße GersfeldFulda und als Haltestelle an der Rhönbahn das Dörflein Altenfeld. Die zur Gemeinde Altenfeld gehörenden Höfe und Weiler liegen zum Teil versteckt in idyllischen Seitentälchen. Es sind Backtrog, Dreschenhof, Etcheshof, Gänsgraben, Hohegeiß, Unterlahngraben, Lahngraben und Schalmei. Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der des Nachbarortes Hettenhausen. Eine Spezialität des Ortes sind fangfrische Forellen aus der hauseigenen Forellenzucht des Gasthauses 'Forellenhof" und einAngelteich.

21 Der vom Gichenbach durchflossene Waldgrund ist eines der schönsten Täler der Rhön. Der Ort Gichenbach im stillen Tal ist eine Rhöner Streugemeinde. Schon 1451 ist von diesem reizvoll gelegenen Dorf in einer Ebersteiner Urkunde die Rede. Auch hier mußte zur Landwirtschaft hinzuverdient werden. Die Bewohner pendelten zur Arbeit nach Fulda oder Gersfeld; das bedeutete, daß der Tag um 4 Uhr 15 begann. Auch in der Forstwirtschaft fanden sie Arbeit und Brot. 1907 wurde eine Wasserleitung gebaut, 1923 eine solide Brücke über die 'Wanne'. Ab 1920 gab es Elektrizität. Im [ahre 1938 verlor Gichenbach einen Teil seiner Gehöfte an den Truppenübungsplatz. Ein Verlust für Gichenbach war die Schließung der Gastwirt-

schaft im Iahre 1974. Gäste und Einheimische sind gern bei 'Berta' eingekehrt. Die 1969 geschlossene einklassige Schule wurde zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Die kleine Gemeinde hat in

der SKG aktive Schützen und eine Laienspielgruppe, die seit vielen [ahren zur Freude der Zuschauer Stücke einstudiert und aufführt.

22 Dalherda, 680 m hoch gelegen, wird 1363 erstmals urkundlich erwähnt. In seiner Geschichte spielten die erbitterten Kämpfe um die Hochwiesen des Dammersfeldes eine Rolle. Satt konnten die Menschen von der Wald- und Weidewirtschaft auf hochgelegenen Wiesen und bei wachsender Bevölkerung nicht werden. So wurden in Heimarbeit Holzgeräte hergestellt, mit denen die Männer mit Schubkarren hinauszogen um durch den Verkauf ein Zubrot für die Familie zu verdienen; einige kamen bis ins Elsaß. Nach alter Überlieferung hat einer der Fürstbischöfe von Würzburg in Dalherda um das [ahr 1600 Familien aus Tirol angesiedelt. Nach dem Dreißigjährigen

Krieg sollen auch Schweden ansässig geworden sein. Dalherdas Kirche wurde 1822 von einem italienischen Baumeister errichtet. 1938, vor sechzig [ahren, als Hitlers Kriegsvorbereitungen auf

hohen Touren liefen, wurde auch das Dorf Dalherda in den Truppenübungsplatz Wildflecken einbezogen.

Oruss aû' Dalherda i:: ~

(R.hönifblrltf)

Total-Ansichl

23 Sieben bayrische und zwei hessische Dörfer, Dalherda und Kippelbach, mußten 1938 dem Truppenübungsplatz weichen, wurden 'abgesiedelt' . 'Dalherda wurde nun zerstreut in alle Richtungen. Die meisten siedelten nach Neuenberg bei Fulda und Trätzhof, andere nach Thüringen, Bayern, Mecklenburg ... Viele litten an untröstbarem Heimweh, etliche starben daran,' schreibt Wilhelm Gutermuth in seinen Erinnerungen. In die leeren Häuser der Ausgesiedelten zogen Soldaten der 'Wehrmacht' und Arbeiter. Nach dem Krieg,

1945, waren es Flüchtlinge aus dem Osten, die Besitz von den stark beschädigten Häusern ergriffen, sie wieder aufbauten und das Dorf wieder

besiedelten. Als das Dorf wieder geräumt werden sollte für den nun US-amerikanischen Schießübungsplatz, wehrten sich die Bewohner entschlossen und einmütig. Eine neue Dorfgemeinschaft war ent-

standen, die ein Angebot für Erholungsuchende aufbaute, zu dem auch ein modernisiertes Schwimmbad gehörte; auch reges Vereinsleben, kulturelles, vor allem religiöses Leben entfaltete sich.

24 Außer dem Haderwald waren auch die ertragreichen Almwiesen auf dem Dammersfeld hart umkämpft zwischen den Fürstbischöfen von Würzburg und den Äbten von Fulda. Eine kriegerische Auseinandersetzung, die 'Schlacht auf dem Dammersfeld' 1242/43, entschied den Streit: Alm und Weiden blieben Fuldaer Gebiet. Noch stehen aus jener Zeit die hohen Grenzsteine der Kirchenfürsten oben am Höhenweg entlang. Schon im 13. [ahrhundert blühte hier oben die Schweizerwirtschaft der Fuldaer Äbte. Es sollen von fünfzig bis sechzig Kühen wenigstens 30 Zentner der 'besten, auserlesensten Butter jährlich der fürstäbtlichen Küche zu-

gebracht' worden sein, dazu 'treflliche Milchkälber'. Das Mitte des 17. Jahrhunderts am Dammersfeld (928 m hoch) vom Fuldaer Fürstbischof Joachim van Graveneek erbaute 'Wiesenhaus' diente

ursprünglich als Meierei, wurde aber später zu einer gemütlichen Bleibe fürWanderer ausgebaut.

2S Es gibt Eintragungen im Hüttenbuch des 'Wiesenhauses' vom Gründer und ersten Präsidenten des Rhönklubs, Dr. [ustus Schneider. Leider wurde auch das Dammersfeld und damit eine der großartigsten Landschaften der Rhön durch die nationalsozialistische Regierung zum militärischen Sperrgebiet und ging ein Kernland der Rhön mit Rommerser Berg, Reesberg, Eierhauck, Beilstein, Dammersfeld, den Ottersteinen und dem Bremerkopf dem Wanderer und Naturfreund und der Bevölkerung der Rhön verloren. 'Mittelpunkt der waldgebirgigen Rhön, waldumrauschtes, mattendurchwirktes, nebelbannendes Dammersfeld, was soll ich

am meisten an dir preisen? Deine Matten im frühlingserwachen, deine kühlende Luft in Sommerhitze, deine bunten Wälder im Herbste oder deine gewellten Hänge im flockigen Schnee? .. '

I

26 Im]ahre1880 wurde durch den Rhönklub-Zweigverein Gersfeld ein Fußweg auf den Gipfel des Wachtküppels angelegt und 1882 eine Fahnenstange errichtet. 1950 wurde ein den Gefallenen des Krieges gewidmetes Gipfelkreuz aufgestellt und kirchlich geweiht. Unter dem Wachtküppelliegt zwischen den Ausläufern der Eube und dem Komberg die Streusiedlung Maiersbach mit 12 Ortsteilen. Im Talgrund, dort wo sich Bächlein im Maiersbacher Wasser vereinigen, liegt die Hauptsiedlung, Ober- und Unterdorf. In der 'Gernarkung' Maiersbach herrscht roter Buntsandsteinboden

vor, über den sich drei Basaltkuppen erheben, als höchste

der Wachtküppel. Weitere Siedlungsteile des Dorfes sind Komberg, Diesgraben, Wachtküppel, Bodenhof, Neufeld, Holenbrunn, Maiernstein, Eichenrain, Dörrenhof, Dörrenrain und Fischzucht. Das Mai-

ersbacher Wasser erreicht die Fulda bei der Rendelmühle. Maiersbach bietet seinen Gästen Ruhe und Erholung in natürlicher Umgebung.

WachtkOppel bei Gersfeld, RhOn Dorf Mai.nb.eh

27 Eng verbunden mit Maiersbach und Gersfeld ist die 'Rhön-Akademie Schwarzerden' am Bodenhof, eine staatlich anerkannte Ausbildungsstätte für Physiotherapeuten, Gymnastik- und Sportlehrer, die auch Kurse anbietet wie 'Bewußtheit durch Bewegung' nach der FeldenkraisMethode und "Ianztherapie' . Für Maiersbach und seine Ortsteile ist Gersfeld der 'zentrale Ort', an dem es die Post, Bahn, Ärzte, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten und Schulen gibt. Bis 1938 mußten die katholischen Kinder, die meist aus den hochgelegenen Randgemeinden kamen, in die Schule nach Gersfeld in der Töpfengasse gehen und hatten Schulwege

von mehr als einer Stunde. 'Wachtküppel, eine Stunde von Gersfeld, liegt auf einem Berg. Der Weg zur Schule ist beschwerlich, in dem die Schüler von dieser Höhe hinab ins Tal gehen und von

da wieder einen steilen Berg (den Komberg) zu übersteigen haben. Im Winter sind sie den äußersten Gefahr ausgesetzt, im hohen Schnee zu erfrieren.' (Bericht von 1821.)

'-

28 Die evangelischen Schüler gingen seit etwa 17 SO in die einklassige Dorfschule im Weiler Untermaiersbach. Auch der Kirchgang war für die Maiersbacher Katholiken weit und beschwerlich. 1944 erhielt Kaplan Mott, der nach einer Erkrankung Pflege bei Verwandten am Wachtküppel fand, die Genehmigung, in einer Hauskapelle die heilige Messe zu feiern. Die Hauskapelle im Zimmer eines Bauernhauses war bald zu klein für die Schar der Gläubigen. So bauten einige von ihnen in Abtsroda eine 'Reichsarbeitsdienst-Baracke' ab, bauten sie oben im Ortsteil Wachtküppel wieder auf und richteten sie als Ort für Gottesdienste her. 1945 wurde die Barackenkirche von Kaplan Matt geweiht. Als sie Ende der fünfziger [ahre baufällig wurde, errich-

tete ein 1959 gegründeter Kapellenbauverein am Wachtküppel eine bemerkenswerte neue Kirche. 1964 wurde auch diese Kirche dem Sankt Wendelinus geweiht.

Umgebung oon 6ersfeld (Rhöngebirge) LOachlkllppe/

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