Gersfeld in alten Ansichten

Gersfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Gerhard Hartung
Gemeente
:   Gersfeld
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6545-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gersfeld in alten Ansichten'

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49 Im dritten Kriegsjahr, 1941, ist Ida Gutmann mit einem polnischen Landarbeiter und dem Kuhgespann unterwegs in die 'Schmolmich'. Frauen erledigten in den Kriegsjahren die Arbeit der Männer, die als Soldaten in den Krieg ziehen mußten. Nach dem Krieg hat sich auch in der Landwirtschaft viel verändert. Traktoren wurden angeschafft, die aber zunächst nicht leistungsstark und vielseitig waren. Nach und nach gaben viele Nebenerwerbsund Kleinlandwirte auf und verpachteten ihr Land. Dadurch und durch die 'Flurbc reinigung' wurden für Haupterwerbslandwirte die zu bearbeitenden Flächen größer. Dazu karn die Mechanisierung der Arbeit. Melk- und

Kühlanlagen und viele arbeitserleichternde Maschinen wie Dungstreuer und Heuauflader sind nicht mehr wegzudenken. Große Veränderungen in der Landwirtschaft gab es aber auch schon

früher: Vor mehr als 130 Jahren schlossen sich 46 Gersfelder Bauern im 'l andwirt schaftlichen Kreisverein' zusammen, aus dem später der 'Fleckviehzuchtverein' hervorging.

SO Im [ahre 1869 beschlossen Gersfelder Bauern, bessere Zuchttiere für die bisher gehaltene, nicht mehr verbesserungsfähige Rasse anzuschaffen. [ohann Georg Schüßler und Peter Richter holten einen Bullen und sechs Rinder aus Württemberg. Man war mit den Tieren zufrieden und holte im nächsten [ahr weitere Tiere. Dabei kam man in die Kriegswirren 1870/71, so daß sich der Transport um zehn Tage verzögerte und die Tiere erschöpft in Fulda ankamen, von wo sie mit pferdewagen nach Gersfeld gebracht wurden. 1871 kaufte Peter Hildmann in der Schweiz Simmentaler Rinder. Ein [ahr später kaufte er mit [ohann Seifert, Kohlgraben, in der Schweiz noch einige der

wertvollen Zuchttiere, deren Nachkommen sich durch Höchstleistungen auszeichneten. Ab 1888 wurden alljährlich Tierschauen veranstaltet. Auf vielen überregionalen Ausstellungen wurde Gersfel-

der Höhenf1eckvieh mit ersten Preisen ausgezeichnet. Auf der Jubiläumsveranstaltung 1967 wurden dreißig Töchter des berühmten, in Gersfeld gezüchteten Bullen 'Pràsident' aufgetrieben.

51 Am 3. Mai 1863 schrieb die 'Rhón- und Saalepost' in Neustadt a.d. Saale: 'In den jüngst verflossenen Tagen ist in Gersfeld unter erfreulich lebhafter Beteiligung ein Turnverein - der erste in der Rhön - gegründet worden.' Im August 1865 wurde die Vereinsfahne, noch heute ein Symbol des TVG, 'unter großer Betheiligung der Bevölkerung und vieler Nachbarvereine eingeweiht.' Gestickt worden war sie von der Schwester des Rechtspraktikanten Dr. jur. Mörschell, der die Gründung desVereins angeregt hatte und erster Vorstand wurde. Eine Hälfte des Fahnentuchs hatte das 'gnädige Ännchen' gestiftet, die Haushälterin im Generalshaus, die ihr seidenes Um-

hangtuch opferte. 1930 mußte die Fahne restauriert werden. Das rot eingefärbte Fahnentuch hatte sich beim verregneten Kreistumfest in Hersfeld als nicht waschecht erwiesen.

52 Eines der Gründungsmitglieder des Turnvereins 1863 Gersfeld war Johannes Müller, der' eiserne Hannes'. Die ersten Skifahrer der Rhön karnenimWinter 1892/93 mit Peter Seifert, dem Postschaffner Müller und dem Vater von Bruno Röder aus Kreisen des Turnvereins. Nach einer langen Flaute im Vereinsleben wurde aufInitiative van Malermeister Leo Heckenlauer der Verein 1898 neu gegründet. Er war ausschließlich ein Zusammenschluß der männlichen Jugend. Im Saal und Garten des 'Deutschen Kaiser' entwickelte sich reg er Trainings- und Turnbetrieb. Mit Eintrittsgeldern beim Schauturnen und Spenden waren Reck, Barren

und 'Pferd' angeschafft worden. Das erste Schauturnen gab es bereits im September 1898. Mitglieder des Vereins nahmen von da ab an allen Kreis- und Gauturnfesten und an den Deutschen Turnfesten

in Nürnberg, Frankfurt und Leipzig teil. Das Foto zeigt GersfelderTurner beim 14. Deutschen Turnfest in Köln im Iahre 1928.

53 Als erster Turner des TV 1863 Gersfeld errang Hugo Barthel, der 1958 zu Grabe getragen wurde, einen Siegerkranz für sich und seinen Verein. Im März 1905 fand der erste 'Rhönturntag' im 'Deursc hen Kaiser' statt, als Vorläufer des Rhönbergturnfestes auf der Wasserkuppe, das erstmals im August 1905 stattfand und in all den [ahren maßgeblich vom TVG mitgestaltet wurde: 'Die Vorbereitung und Herrichtung des Festplatzes liegt bis heute (1954) in der Hand des hiesigen Vereins.' 1906 wurde das erste Gauturnfest in Gersfeld durchgeführt. Nach jahrelangem Bemühen gelang es Peter Seifert, seit 1901 ersterVorsitzender, einen Turn- und Spiel-

platz zu erwerben, aus dem durch mehrmaligen Umbau der heutige Sportplatz Gersfelds mit Halle des TVG und Vereinshaus der SKG entstand. Im Ersten Weltkrieg starben 26 GersfelderTurner den Sol-

datentod. 1921 konnte eine Mädchenabteilung gegründet werden. 1923 wurde der 'Musikternpel' , der Pavillon oberhalb des Sportplatzes errichtet.

S4 Im [ahre 192 S errichtete sich der Turnverein 1863 und Peter Seifert das 'schönste Denkmal': Mit viel Eigenleistung wurde die Vereinsturnhalle gebaut, eines der bedeutendsten Ereignisse in der Vereinsgeschichte. Dr. Bruno van Waldthausen, ein Mäzen, wie man ihn heute kaum noch findet, stellte das gesamte Bauholz kostenlos zur Verfügung.' Peter Seifert, auch Bürgermeister von Gersfeld, widmete sich während seiner fast 34jährigen Zeit als Vorsitzender mit besonderer Liebe der kulturellenArbeit im Verein, besonders dem Theaterspiel. 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, mußte der Verein ein drittes Mal gegründet werden. Die Turnhalle, wäh-

rend des Krieges Lazarett für Kriegsgefangene, wurde erst 1948 dem Verein in völlig heruntergewirtschaftetem Zustand zurückgegeben. Unvergessen als Turner sind Oberturnwart Georg Löffler,

der aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurückkehrte, Turnwart Rudi Schüßler und Wanderwart Fritz Streck. Das Foto zeigt GersfelderTurner beim Kreissportfest in Horas 1948.

SS Gersfelds Turner, allen voran die Altersturner Lorenz Baier, OUo Möller und Karl Schröter, nahmen aktiv und mit Erfolg an allen deutschen Nachkriegsturnfesten teil. Lorenz Baier, OUo Möller, Karl Schröter, Bernhard Kümmel, RudolfMüller und Emma Kümmel wurden zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt, Karl Schröter dazu zum Ehrenoberturnwart. 1973 wurde derTurnverein Gersfeld mit 120 erworbenen Sportabzeichen hes si sc her Landessieger. In der Halle des TVG wurde von Bruno Röder, Vorsitzender von 1957 bis 1969, auch die Gersfelder Fastnacht 'wiedererweckt' . In vielen vergnüglichen Fastnachts-'Sitzungen' - die Vor-

träge wurden viele [ahre vor allem von Turnvereinsmitgliedern verfaßt und mit Witz dargestellt - konnte man sich köstlich amüsieren.

Im Bild wird die 'Sitzung' eröffnet von Bruno Röder, dem

'Scholtes' , Bürgermeister Hans-Georg Primus, dem Sitzungspräsidenten Karl Rehm und Elferrat Willi Sturm.

56 Rektor Hennemuth fotografierte Hans Gutmann, Initiator der alljährlichen Altenfahrten, neben Bürgermeister Hans-Georg Primus beim Abschluß der Altenfahrt mit der wohl ältesten Teilnehmerin Karoline Leuber. Hans-Georg Primus, Bürgermeister von 1951 bis 1982, Ehrenbürger der Stadt, galt als guter Redner, überzeugend, klug, tolerant. Zu seinen Verdiensten zählt der Schulbau; bis 1969 war die Stadt Schulträger; in seiner Zeit wurde die Stadt Luftkurort (1955) und Kneippkurort (1958), wurde einer der schönsten Wildparks Europas angelegt, wurde das Schwimmbad durch großen Umbau modernisiert, das Gebäude der Kur-

verwaltung errichtet und wurden Schloß und Park Gersfelder Bürgern und Gästen zugänglich gemacht. Zahlreiche Ehrenämter wurden ihm angetragen: Er war Schatzmeister der Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kneippheilbäder und Kurorte und Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates.

57 Die Gruppe II der Freiwilligen Feuerwehr Gersfeld stellte sich 1948 mit dem von Edgar GaB gewarteten, wohl einmaligen Kettenkraftrad, das sich noch immer in gepflegtem und fahrbereitem Zustand befindet, zu einem Gruppenfoto auf Schon immer hat in Gersfeld die freiwillige Feuerwehr, die 1981 ihr SOjähriges Jubiläum feiern konnte, viel Freizeit in Dienst undAusbildung und Wartung der Geräte investiert, so daß ein hoher Grad an Einsatzbereitschaft und Kompetenz erwartet werden kann. Mit dem Ausbau der Stützpunktfeuerwehr GersfeldMitte, besonders in der Zeit des Ehrenstadtbrandmeisters Bernhard Schleicher, wurden

durch unzählige Übungsstunden alle Voraussetzungen geschaffen für einen optimalen Einsatz der modernen Geräte im Feuerlöschwesen, im Katastrophenschutz und der Sonderausstattung für technische

Hilfeleistungen bei schwersten Verkehrsunfällen. Die Bürger Gersfelds haben das Gefühl der Sicherheit, sich auf ihre Feuerwehr verlassen zu können.

58 Hinter der alten Schloßbrauerei, dort wo inzwischen das Kur- und Bürgerzentrum und die Stadthalle entstanden sind, war 1937 ein Lager des 'Reichsarbeitsdienstes' , davor die Wache mit dem blanken Spaten, dem Werkzeug des Arbeitsdienstes. Für die Jugend galt Mitte der dreißiger [ahre eine halbjährige Arbeitsdienstpflicht, der sich für die männliche Jugend die Wehrpflicht in der 'Wehrmacht' anschloß. In der halbjährigen Arbeitsdienstzeit sollten, aus erzieherischen Gründen in Handarbeit, gemeinnützige Arbeiten verrichtet werden.

Es wurde aber bald in uniformierten Einheiten mit dem Spaten wie mit einem Gewehr

exerziert und vormilitärische Ausbildung betrieben. In der Rhön gab es viele Arbeitsdienstbarackenlager, auch am Pfort, in Obernhausen und auf der Hochrhön. In der Rhön wälzten die Arbeits-

dienstmänner Steine von den Hochwiesen zu Steinwällen, gruben Entwässerungsgräben im Moor oder bauten Wege.

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