Gettorf in alten Ansichten

Gettorf in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Vollertsen
Gemeente
:   Gettorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2950-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gettorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Gettorf in alten Ansichten', ein Buch über Gettorf - was hat man zu erwarten?

Das Buch bringt eine Zusammenstellung von teils frühen Lichtbildern aus dem Bestand des Gemeindearchivs, meist zusammengetragen zu Gettorfs 100jährigen Gemeindejubiläum, aber auch nach einem Aufruf für dieses Buch aus Bürgerhäusern zur Verfügung gestellt. Vielen dank dafür, Der Archivpfleger glaubt, daß noch viele interessante Bilder aus dem alten Gettorf in Kommoden und Sekretären in Verborgenheit schlummern. Vielleicht wirbt dieses Buch mit dafür, daß die noch schlummernden Bilder einmal in das Archiv zur Ablichtung kommen, und - sofern sich Interesse dafür zeigt - den Grundstock für einen Folgeband bilden.

Bilder und Texte möchten einiges von der Atmosphäre des alten Gettorf vermitteln und Erinnerungen wachrufen. Das auch ein wenig unterhaltsam gehaltene Buch möge mithelfen, daß auch die, deren Wiege nicht in Gettorf stand, zusammen mit allen Gettorfern sagen können: Wir sind Gettorfer!

Mit dem kleinen Vers von Anna Lange geborene Seidel

Von Ossenkoppel - bit Lütt-Bornsteen, Geddörp, min Geddörp, wat biist du schön

wünsche ich dem Leser Freude beim Blättern in diesem Büchlein.

Geschichtlicher Überblick:

Mit diesem kleinen Büchlein soll sicher kein wissenschaft-

liches Geschichtswerk vorgelegt werden. Vielmehr wird mit kurzen Texten versucht, Erläuterungen zu den Bildern zu geben und über Geschehnisse zu berichten, die sich in der Regel nahe an oder in dem Zeitalter der Fotografie zugetragen haben.

Die Textinhalte wiederum wurden geschöpft aus dem reichen Fundus des Gettorfer Gemeindearchivs, bestehend aus alten Gemeindeakten, Urkunden, Schriftstücken und vor allen Dingen aus Aufzeichungen der Gettorfer Chronisten, insbesondere solche von Pastor Claussen, Pastor Stoltenberg, Maurermeister Carl Sacht, Konrektor und Kantor August Seidel, Hauptlehrer Walther Trede und Sattlermeister und Amtmann Johannes Häder.

Der Pfleger des Archivs ist bemüht, auch weitere Zeugnisse der Vergangenheit Gettorfs und seiner Umgebung zu sammeln, zu sichten und zu ordnen, aber auch das gegenwärtige Geschehen in unserer engeren Heimat für unsere Nachgenerationen festzuhalten.

Nach Vollendung der Restaurierung der Gettorfer Windmühle hat das Gemeindearchiv mit dem wohltemperierten Galerieboden nun auch einen guten Standort bekommen.

Für den Leser mit besonderem historischen Interesse mag ein kleiner Überblick über die geschichtliche Entwicklung Gettorfs folgen:

Die vorgeschichttiche Zeit

Eine Vielzahl an Funden und noch vorhandene Zeugnisse weisen darauf hin, daß der Raum um Gettorf dank seiner geographischen Gegebenheiten ein bevorzugtes Jagd- und

später Siedlungsgebiet der frühen Völkerstärnme in unserem Land war. Bald nach der klimatischen Erwärmung und dem Abschmelzen der Eismassen bildete sich eine Nord-SüdWegung heraus, die sich durch Fundhäufigkeiten als eine Linie - gleich einer Mittelachse durch den Altkreis Eckernförde - von Landwehr über Gettorf, vorbei am Windebycr Noor auf Missunde zu hinzieht (50 Jockisch in 'Heimatbuch Eckernförde II.Bd.'). Diese Wegung hat sich über Jahrtausende bis in die Neuzeit erhalten und ihr hat der Siedlungsraurn um und der Ort Gettorf selbst sicher später seine Gründung zu verdanken. Für die Zeit der germanischen Wanderungen in der Zeit um Christi Geburt bis etwa 500 nach Christus macht sich auch für unser Gebiet ein starkes Abnehmen der Fundhäufigkeiten bemerkbar. Dennoch rnögen Funde beim Aushub des Eiderkanalbettes und ein Münzfund bei Landwehr (Münze aus der römischen Kaiserzeit) ein Hinweis dafür sein, daß auch in dieser Zeit Menschen in der Region um Gettorf gelebt haben.

Die Zeit des Mittelalters

Mit der Zunahme der Bedeutung des beschriebenen NordSüd-Weges in der Zeit Haithabus, auch vielleicht im Zusammenhang mit der Sicherung dieses Weges, mag die Gründung von Gettorf in dieser wikingerlichen Zeit zwischen 800 und 1050 zu suchen sein. Auch der wikingerzeitliche Ursprung des Ortsnamens Ghetdorpe könnte ein Hinweis hierfür sein. In dem Jahre 1310 wird Gettorf erstmals schriftlich als Ort und im Jahre 1318 die Gettorfer Kirche genannt. Mit der Verehrung des St-Jürgen-Bildnisses in der St.-JÜrgen-

Kapelle wird Gettorf um 1450 zum Wallfahrtsort. Reiche Gaben der Wallfahrer verhelfen dazu, daß die Gettorfer Kirche nach und nach weiter ausgebaut wird und in der heute noch erhaltenen Schönheit entstanden ist und ein reiches Kunstinventar besitzt.

Die neuere Zeit

Um 1500 geraten die bis dahin freien Bauern und Bewohner Gettorfs in die volle Untertänigkeit und Leibeigenschaft zu der Gutsherrschaft auf Königsförde. Armenpflege, Verwaltung, Steuerrecht und Polizeigewalt bis hin zur 'Hals'Gerichtsbarkeit teilen sich bei der Aufteilung Königsfördes im Jahre 1571 in Königsförde und Hütten die beiden Gutsobrigkeiten und das Dorf Gettorf zerfällt - die weitere Entwicklung des Ortes hemmend - in den Königsfërder Anteil und den Hüttener Anteil. Das geht so - mit Einschränkungen - bis zum Jahre 1876. Dazu brachten Seuchen und kriegerische Ereignisse schlimme Zeiten für die Gettorfer.

Der Dreißigjährige Krieg, der sich bald anschließende Polackenkrieg und der Nordische Krieg von 1700 bis 1721 brachten Drangsal und wirtschaftliche Not über die Mensenen. Ein dann folgendes friedliches Jahrhundert und die Aufhebung der Leibeigenschaft um 1800, führten wieder zu einem gewissen Wohlstand, der auch in der Verdoppelung der Einwohnerschaft auf 3 000 im Kirchspiel seinen Niederschlag findet. Im Jahre 1876 wird Gettorf eine selbständige Gemeinde und damit das weitere Schicksal Gettorfs in die Hände der Gettorfer Bürger gelegt.

1. Die 'Kreuzung' in Gettorf um 1930. Mit dem Beginn der Motorisierung und dem immer stärker werdenden Verkehrsaufkommen wurde die Kreuzung der Straßen Kiel-Flensburg und Rendsburg-Dänischer Wohld, wegen der hier so eng beieinander liegenden Häuser, zu einer großen Gefahrenquelle. Im Volksmund wurde sie 'Todesecke' genannt. Das linke und das rechte Gebäude fielen der Straßenverbreiterung zum Opfer. Dagegen sind das Wohnhaus des ersten Gettorfer 'Postexpediteurs', Wilhelm Claudius, der ein Verwandter des Dichters Matthias Claudius war, und auch das als 'Königlich-Preußisches Amtsgericht' errichtete Gebäude heute noch erhalten.

2. Das zweigeschossige Haus inmitten der 'Kreuzung' nahm 1928 die erste Filiale der Kreissparkasse Eckernförde auf, die sich im Jahre 1932 mit der schon 1860 gegründeten Gettorfer Spar- und Leihkasse vereinigte. Aus Verkehrsgründen zum Abbruch bestimrnt, erwarb es 1938 der Friseurmeister Christian Staack zur Ausschlachtung. Ein danach von ihm stolz kutschierter 'Opel P4' war ein Zeichen dafür, daß sich die Investition gelohnt hatte. Dem Abbruch zum Opfer fiel auch das stattliche Wohngebäude im Hintergrund, das in früheren Jahren die Holsten-Bank, einer Vorgängerin der jetzigen Schleswig-Holsteinischen- und Westbank, aufnahm. Zugleich war es das Wohnhaus des bekannten Bankvorstehers und Rechtsbeistands Christian Sacht.

GeHort - Gasthof zum Landkrug (C. Schütt)

Großer Garten und Doppel-Kegelbahn

3. Ein so bedeutender Verkehrsknotenpunkt konnte nicht ohne Raststatte sein. In dem berühmten 'Landkrug' - mit der geräumigsten Durchfahrt im früheren Herzogtum Schleswig - richtete die Post 1853 die erste 'Briefsammelstelle' ein und auch das 1867 gegründete 'Königlich-Preuïsische Amtsgericht' hatte in diesem Gebäude seine ersten Diensträurne. Über viele Jahrzehnte hatte die Schleibank in diesem Haus ihr Geschäftslokal gemietet. Das von den Eigentümern sehr gepflegte Gasthaus ist in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach Branden zum Opfer gefallen. Die aber von altersher erhaltenen Vorratskeller mit den Steinbänken für Lebensmittel und Weinfässer deuten hin auf die Beliebtheit dieser Einkehrstätte auch schon in vergangenen Zeiten.

4. 'Die Erledigung der Schreibarbeiten und Prozesse gestaltet sich durch die Belästigungen seitens der Kruggäste immer schwieriger,' klagte Amtsrichter Rehder seinem Vorgesetzten. Im Jahre 1870 wurde daher das Altenteilshaus des Landkrugs angemietet. Neben Gerichts- und Bürozimmern hatte der Vermieter auf seine Kosten vier Gefängniszellen und eine Wärterwohnung in dem Gebäude einzurichten. Ebenso harte er auf dem Grundstück einen 'den Sonnenstrahlen zugänglichen Gefangenenhof' herzustellen. Bis zum Bau des eigenen Gerichtsgebäudes im Jahre 1887{88 waltete dann der Amtsrichter hier seines Amtes.

5. Im typisohen Stil eines preußischen Dienstgebäudes wurde 1887/88 für das Amtsgericht Gettorf ein eigenes Gebäude errichtet. Die Gemeinde Gettorf hatte der Justizverwaltung - herausgeschnitten aus der Landkrüger-Koppel - ein Grundstück in Größe von 5 000 Quadratmetern für den Bau des Amtsgerichtes angeboten. Einen Gerichtssaal, mehrere Schreibzimmer, und eine repräsentative Richterwohnung nahm der Haupttrakt des Gebäudes auf. Im Westflügel befanden sich die Gefängnisse und die Wohnung des Wachtmeisters. Mit den Dienstgärten des Richters und des Wachtmeisters wurde die übrige Grundstücksfläche genutzt.

6. Eines der letzten großen strohgedeckten Bauernhäuser in Gettorf ist diese Hofstelle an der Friedrichsorter Straße. Zu den früher strahlenförmig um die Kirche gelegenen Bauernhöfen gehörte auch die Kobergsche Vollhufe, die dort gelegen war, wo heute die beiden Wohnhäuser Kirchstraße 12 und 14 stehen. Nach einem Brand, Mitte des vorigen Jahrhunderts, wurde der Hof vom Ortsinneren 'ausgebaut an den Osdorfer Weg', wie der Ortschronist Maurermeister Carl Sacht in seinen Lebenserinnerungen berichtet.

7. Es war die Idee des damals noch in Gettorf ansässigen Kaufmanns Waldemar Behn, in dem letzten Haus an der Eckernförder Chaussee eine Gaststätte 'Zur Erholung' einzurichten. Trotz des einladenden Pavillons mit Dachterrasse, zu weit abgelegen vom Ort, allein von Sonntagsspaziergängern in den Borghorster Wald, konnte das Lokal nicht bestehen. So schreibt denn der Kaufmann Behn in seinen Lebenserinnerungen beklagend: den Namen 'Zur Erholung' habe das Unternehmen für ihn zu Unrecht getragen. Gut in Erinnerung ist noch, daß hier der umfangreiche Lastfuhrbetrieb von Otto Pelletier hier seine Blütezeit mit der 'blauen Linie' hatte und daß der letzte 'berittene Gendarm' Mory hier zusammen mit seiner Frau bis ins hohe Lebensalter seinen Wohnsitz hatte,

Kaiserliches Postamt Gettorf

8. Der Nachfolger des ersten Gettorfer Postexpediteurs Wilhelm Claudius, nämlich Postverwalter August Schnell, errichtete im Jahre 1888 auf eigene Rechnung dieses Gebäude und vermietete es an die 'Kaiserliche Post'. Von hier aus besorgte seitdem der schon 1865 eingerichtete Landbriefträgerdienst die Post für fast den gesamten Dänischen Wohld, von Hohenholm bis zum Bülker Leuchtturm und von 'Grün Jäger' bis zur 'Schweinsgeige'. Bis zu vierzig Kilometern Fußmarsch täglich - bei jedem Wind und Wetter - hatten die Zusteller abzulaufen, bis um 1910 zuerst das Fahrrad und um 1930 beginnend die Motorisierung den Postbeamten Erleichterung ihres schweren Dienstes verschaffte.

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