Giebelstadt in alten Ansichten Band 1

Giebelstadt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Gaßner
Gemeente
:   Giebelstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4853-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Giebelstadt in alten Ansichten Band 1'

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21. Haus des Baders.

Dieses Haus in der Ingolstädter Straße gleich neben dem späteren Rathaus zeigt das Haus des damaligen Baders Johann Scheckenbach, dem Urgroßvater unseres jetzigen Zahnarztes Dr. Roman Bötsch. Als Heilgehilfe und Haarschneider gehörte das Zähneziehen, Haareschneiden, Rasieren und Schröpfen zu seinen Aufgaben. Außerdem betrieb der damalige Bader noch ein Kolonialwarengeschäft und versorgte unter anderem den Ort mit Petroleum.

22. Getreideernte mit dem 'Raaf.

Giebelstadt war in der Vergangenheit hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt. Etwa dreißig landwirtschaftliche Betriebe gab es um die Jahrhundertwende , die auf dem tiefgründigen Lößboden Ackerbau 'betrieben. Heute sind nur noch sieben Betriebe übriggeblieben. Damals wurde von den Bauern die sogenannte 'Dreifelderwirtschaft' betrieben, d.h. im jährlichen Wechsel wurden auf einem Feld Hackfrüchte, Getreide und Grünfutter (hauptsächlich Luzerne) angebaut.

Wiesen und Weiden gibt es schon seit der 1. Flurbereinigung im Jahre 1912 nicht mehr. Zur Erntezeit kamen die Schnitter aus der Rhön, um wie im Bild mit ihrem 'Raaf' das Getreide zu mähen. Dies wurde dann von den Frauen mit der Hand aufgenommen und mit Strohseilen zu Garben gebunden.

Wenn die 6 bis 7 Wochen lange Erntezeit vorbei war, wurde 'NiederfalI' gefeiert. Mägde und Knechte schmückten die letzte Fuhre mit Sträußen oder Kränzen aus Feldblumen und jungem Grün. Es gab Festessen, Kuchen und ein Faß Bier. An diesem Tag hat auch der Bauer seine Leute neu verdingt oder entlassen.

Der Jahreslohn für einen Pferdeknecht betrug im Jahre 1894 250 Mark. Eine Magd kam auf 200 Mark, konnte sich aber dazu noch Kleider ausbedingen. An Dreikönig war der Wandertag. Die Dienstboten wechselten sehr häufig, meist schon nach ein oder zwei Jahren. Der neue Herr holte beim alten Bauern 'das Sach' ab, das war meistens in einer großen Truhe oder einem Schrank verpackt.

23. Getreideernte mit dem Binder.

Die Schnitter wurden überflüssig, als das Getreide dann mit einer Maschine, dem sogenannten Ableger, gemäht wurde, der das geschnittene Getreide in Reihen ablegte. Doch mußte es immer noch zu Garben gebunden werden. Eine große Arbeitserleichterung stellte dann der 'Binder' dar, der von zwei oder drei Pferden gezogen wurde. Diese Maschine mähte nicht nur das Getreide, sondern band es auch mit Bindegarn zu Garben zusammen.

Nebenstehende Aufnahme zeigt einen Binder im Einsatz. Diese Maschinen gibt es ungefähr seit 1910. Seit dieser Zeit, mit kurzer Unterbrechung während des Ersten Weltkriegs, werden auf den Giebelstädter Feldern auch Zuckerrüben angebaut. Giebelstadt war auch die erste Gemeinde des Landkreises, die 1893 das gelbe Frankenvieh züchtete und damit jahrzehntelang Spitzenleistungen erzielte. Seitdem in der Landwirtschaft eine zunehmende Spezialisierung eingetreten ist, haben sich die Giebelstädter Landwirte fast ausschließlich auf Ackerbau festgelegt.

24. Dreschmaschine.

Während ganz früher das Getreide mit den Dreschflegeln per Hand gedroschen wurde, brachte die Dreschmaschine eine wesentliche Arbeitserleichterung für die Landwirte. Der von einer Dampfmaschine getriebene Dreschkasten trennte säuberlich die Körner vom Stroh, welches anschließend in der Presse gebunden wurde. Wegen der hohen Anschaffungskosten für eine solche Dreschmaschine gab es in Giebelstadt nur einige wenige. Lohndrusch wurde von der Firma Scheer betrieben.

Der Dreschtag war dann besonders arbeitsintensiv, wurden doch eine Menge Arbeitskräfte benötigt. Die Frauen waren vor allen Dingen für das Einlegen des Getreides zuständig, besonders kräftige Männer wurden zum Schleppen der Zweizentnergetreidesäcke über die oft morsehen Bodentreppen auf den Speicher gebraucht. Das Dreschen war jeweils ein kleines Fest, denn zum Abschluß gab es zur Stärkung eine besondere Brotzeit mit Bier und 'Bibeleskäs' (hausgemachter Quark). War das Dreschen beendet, zog die Dreschmaschine zum nächsten Hofweiter.

Dieses Bild aus dem Jahre 1928 zeigt die gesamten Arbeitskräfte am Ende eines solchen Dreschtages.

25. Apotheker Adam Kleinschnitz, praktischer Arzt Dr. Eduard Gottsmann.

Als Mittelpunkt im westlichen Gau war für unsere Marktgemeinde und ihre Umgebung natürlich auch die medizinische Versorgung von großer Bedeutung. Schon im 19. Jahrhundert war hier sowohl eine Apotheke als auch ein praktischer Arzt ansässig. Zu Beginn unseres Jahrhunderts kaufte dann die Gemeinde Giebelstadt die Apotheke und verpachtete sie weiter.

Von Anfang der zwanziger Jahre bis Ende der fünfziger Jahre war Adam Kleinschnitz der Pächter der Giebelstädter Apotheke. Als praktischer Arzt wirkte Dr. Eduard Gottsmann lange Jahre in Giebelstadt. Er hatte die Praxis von seinem Vater übernommen. Mit seiner Kutsche besuchte er auch die Patienten in der Umgebung.

Adam Kleinschnitz und Dr. Eduard Gottsmann, die hier abgebildet sind, waren auch Gönner und Förderer des Florion-Geyer-Spiels in den zwanziger und dreißiger Jahren.

Unter anderem wurde in der Apotheke auch die Limonade hergestellt, die beim Florian-GeyerFestspiel verkauft wurde.

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