Giebelstadt in alten Ansichten Band 2

Giebelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Gaßner
Gemeente
:   Giebelstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6536-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Giebelstadt in alten Ansichten Band 2'

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6 Start einer amerikanischen Nordatlas-Maschine

Diese Transportflugzeuge waren Anfang der fünfziger [ahre auf dem Giebelstädter Flugplatz stationiert. Noch vor dem offiziellen Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde der Flugplatz im April 1945 von der 12. Amerikanischen Panzerdivision eingenommen. Er war schon vorher geräumt und alle Gebäude waren gesprengt worden.

Seit dieser Zeit - bis heute - sind die verschiedenen US-Bataillone in Giebelstadt stationiert. Ab 1. [anuar 1962 wurde eine Standortverwaltung errichtet und der Platz der Ressorthoheit des Bundesministeriums der Verteidigung übergeben.

Der in Giebelstadt aufgewachsene und leider schon verstorbene Bruno Fuß schildert in einem Zeitungsbericht anlässlich der

11 SO-Jahrfeier im [ahre 1970 das Kriegsende in Giebelstadt:

Am Karfreitag war es soweit. Der Flugplatz wurde geräumt, alle wichtigen Gebäude wurden gesprengt. Ein gespenstisches Bild in der Nacht zum Karsamstag. Der

Befehl von der Kreiskommandantur in Ochsenfurt lautete, Giebelstadt sei zu verteidigen. Diesem Befehl wurde noch Nachdruck verliehen, als urn Nachmittag des Karsamstags eine SS-Streife auftauchte, die Maschinengewehre und Munition zurückließ, es sei auf jeden Fall zu verteidigen, auch Panzersperren seien zu errichten. In der Nacht war die Schießerei und das Mahlen der Panzerketten aus Richtung Tiefental und Bütthard immer deutlicher zu hören. So rückte langsam der Ostersonntag heran.Am Morgen gab Bürgermeister Otto Scheer mir und meinem Schulkameraden Hans Rothlauf den Befehl, die zurVerteidigung bestimmten Waffen in einen Bombentrichter zu werfen, da eine Verteidigung sinnlos war. Nachdem sich somit in Giebelstadt keinerlei Gegenwehr zeigte, rollten die ersten amerikanischen Panzer in unsere Gemeinde ein. Damit war der Krieg zu Ende. Der mutige Entschluß von Bürgermeister Scheer hatte unsere Gemeinde vor weiteren Verwüstungen gerettet.

7 Gasthaus 'Zum Ochsen' mit Metzgerei und Biergarten

Diese Aufnahme, die Ende der vierziger [ahre entstanden sein dürfte, zeigt das Gasthaus 'Zurn Ochsen', das sich ursprünglich im Besitz der Familie Thorwart befand.

Links neben dem Gasthaus lud damals noch ein wunderschöner Biergarten mit alten Kastanienbäumen und einer Kegelbahn zum Verweilen und zur Unterhaltung ein.

8 Gasthaus 'Zum Ochsen' mit neuem Kino

In den fünfziger [ahren nahm mit dem fortschreitenden Wirtschaftswunder auch die Filmindustrie einen enormen Aufschwung.

Die Menschen, die noch nicht sehr mobil waren und auch nur über sehr wenig Freizeit verfügten, ließen sich von den Produzenten der Filmindustrie gerne für einige Stunden in eine Traumwelt entführen. So wurde anstelle des Biergartens im Iahre 1951 das Kino gebaut, das am Wochenende die Einwohner von Giebelstadt und Umgebung in seinen Bann zog.

In den Filmen der fünfziger Iohre, besetzt mit den vertrauten Ufo-Stars der Zeit vor 1945, spiegelte sich nach den Katastrofen des Krieges besonders ausgeprägt die Sehnsucht nach einer heilen und von materiellen Sorgen freien Welt. Etwa ein Viertel aller Filme entfiel auf Heimatfilme, den typischen Tagestraum des Wiederaufbaues.

In der Mitte der fünfziger Jahre kam auch eine ganze Reihe von Kriegsfilmen in die Kinos.40 Prozent aller Filme kamen jedoch aus Hollywood, vornehmlich Kriminalfilme undWestern.

9 Café Scheckenbach

Dieses Bild zeigt das Café Scheckenbach mit Dachterrasse, wie es durch den Anbau mit Flachdach in den dreißiger [ahren entstanden war. Die Dachterrasse ist inzwischen ebenfalls überbaut.

In den fünfziger [ahren war das Café Scheckenbach der Ort, an dem sich die junge Generation am Wochenende oder nach Feierabend traf. Auch wurde es gerne von amerikanischen Soldaten besucht, weil dort auch die weibliche Jugend vertreten war. So kam es zu zahlreichen Eheschließungen zwischen Giebelstädter Mädchen und amerikanischen Soldaten.

Zwangsläufig kam es hin und wieder auch zu Streitigkeiten zwischen Deutschen und Amerikanern, sodass zeitweise die

amerikanischen Soldaten Lokalverbot hatten (Offlimits to all military personnel). Beliebt war das Café Scheckenbach bei den jungen Leuten, weil dort eine Musicbox stand, wo man zu den Klängen der neuesten Schlager tanzen und träumen konnte.

Liebe, Sehnsucht nach der Heimat und der Suche nach einer heilen Welt spiegelten die Texte der Schlagermusik wieder.

1960 wurden 60 Millionen Schallplatten verkauft, davon 80 Prozent mit Schlagermusik.Als Mitte der fünfziger Jahre der Rock'n Roll auch nach Westdeutschland kam, schieden sich die Geister und Gemüter an dieser Musik von Bill Haley, Elvis Presley und anderen Größen.

lOGasthaus Lutz-Schmitt

Dieses Bild aus der Ingolstädter Straße zeigt das Gasthaus Lutz am Ende der zwanziger [ahre in seiner ursprünglichen Bauweise. Später wurde dieses Haus noch nach rechts erweitert (heutiges Nebenzimmer).

Auch dieses Gasthaus hatte ähnlich wie der 'Ochsen ' einen Biergarten mit alten Kastanienbäumen und einer Kegelbahn im Freien, die dann später überdacht wurde. Im [ahre 1949 wurde dann auch der Tanzsaal angebaut. Hier trafen sich die jungen Leute aus Giebelstadt und Umgebung alle vierzehn Tage am Sonntagabend zum Tanz. Es spielte regelmäßig die damals im ganzen Ochsenfurter Gau bekannte Kapelle Karl Müller oder andere Tanzkapellen aus der Umgebung von Giebelstadt auf.

An Kirchweih war drei Tage hintereinanderTanz, ebenso an Fasching. Die Giebelstädter Vereine hielten in der Faschingszeit regelmäßig ihre festlichen Bälle ab, die vom Bürgermeister mit einer feierlichen Polonäse eröffnet wurden.

Am Kirchweih-Samstag wurde von der Giebelstädter Jugend die Kirchweih ausgegraben. Dabei wurde ein Fass Bier vergraben und ausgerüstet mit Messlatte und Senkel (ein Stock mit einer Knackwurst beschwert) wurde es mit großem Hallo von den Jugendlichen gesucht und, nachdem es gefunden war, natürlich auch geleert.

Am Kirchweih-Sonntag zogen die Musikanten der Giebelstädter Blaskapelle von Gasthaus zu Gasthaus und spielten dort auf.

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