Giebelstadt in alten Ansichten Band 2

Giebelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Gaßner
Gemeente
:   Giebelstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6536-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Giebelstadt in alten Ansichten Band 2'

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11 Tanzkapelle Karl Müller

Diese Aufnahme zeigt die in den fünfziger [ahren beliebte Tanzkapelle Karl Müller. Mit folgenden Musikern, von links nach rechts: Josef Gaßner mit Klarinette und Saxophon (der Vater des Verfassers dieses Buches), Alfons Lutz mit dem Akkordeon, Heinz Kamp mit der Trompete, Max König mit der Bassgeige und Karl Müller am Schlagzeug.

12 Schmiede-Dod-Nagler

Dieses Bild aus den fünfziger [ahren zeigt die Schmiede von Armin Dod und später Emil Nagler. Die Schmiede ist dort seit gut hundert [ahren untergebracht. Außerdem befand sich im Anwesen Ruhl- in der jetzigen Mergentheimer Straße - zu Beginn dieses [ahrhunderts ebenfalls eine Schmiede.

Der Schmied war einer der wichtigsten Handwerker im Ort, musste er doch die pferde beschlagen und Reparaturen an den landwirtschaftlichen Geräten durchführen. Die gleiche Bedeutung hatte auch der Wagner, der wie sein Name schon sagt, die verschiedenen Wägen - wie zum Beispiel auf dem Foto abgebildet - in Handarbeit für die Bauern herstellte.

Durch die zunehmende Motorisierung und Mechanisierung jedoch, verloren beide Handwerker an Bedeutung, sodass die Wagnerei bald aufgegeben wurde. Aus der Schmiede wurde mehr eine Werkstatt für Landmaschinentechnik.

Die Wagnerei, die sich ursprünglich in der Kurzen Gasse befand, wurde vor etwa einhundert [ahren von Valentin Schemm gegründet, dessen Sohn baute dann die Wagnerei in der Mergentheimer Straße auf und auch Fritz Schemm lernte noch dieses Handwerk und gab es erst 1960 auf

In der Wagnerei wurden aus Eiche und Buche die Ladewagen der Bauern gefertigt. Die Deichsel wurde aus Birkenholz hergestellt und die Eisenreifen fertigte der Schmied. Außerdem stellte der Wagner Holzrechen, Fressgitter, Holzleitern, Werkzeugstiele und sogar Skier her.

13 Kuhgespann bei der Kartoffelernte

Von diesem Kuhgespann, das von Spenglermeister Richard Reiter sen. geführt wurde, gab es bis in die sechziger [ahre in Giebelstadt noch sehr viele. Von den dreißig landwirtschaftlichen Betrieben, die in den fünfziger [ahren noch in Giebelstadt bestanden, bewirtschafteten zwanzig eine Fläche von 3 bis 7 Hektar. Es waren also Kleinbauern, sogenannte Kuhbäuerle, wie sie respektlos genannt wurden. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt mit einer winzigen Landwirtschaft, bei der die Kühe nicht nur Milch- und Fleischlieferanten waren, sondern auch als Zugtiere dienten.

Zunehmende Mechanisierung und Spezialisierung zwangen diese jedoch, ihren Betrieb nur noch im Nebenerwerb zu betreiben bzw. mit der Zeit ganz aufzugeben. Neun Betriebe bewirtschafteten eine Fläche zwischen 10 und SO Hektar und ein Betrieb hatte eine Größe von über 100 Hektar.

Von diesen zehn größeren Betrieben, die nach dem Krieg noch zahlreiche Mägde und Knechte beschäftigten, bestehen im Moment noch sieben und es ist schon jetzt absehbar, dass es in Zukunft zu einer noch größeren Konzentration mit riesigen Anbauflächen und weiterer Spezialisierung kommen wird.

14 Giebelstädter Ausstellungs- undVerkaufsmesse

Dieses Bild zeigt die große Ausstellungs- und Verkaufsmesse, die alljährlich vom [ahre 1950 bis in die sechziger [ahre in der ersten Septemberwache in und rund um die Giebelstädter Messehalle stattfand.

Die Messehalle war Ende des Krieges von den Amerikanern als Versorgungshalle für die amerikanischen Soldaten gebaut worden. Neben einem Kino befanden sich darin die Kantine und ein Kasino für die amerikanischen Besatzungssoldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Westsiedlung untergebracht waren. Der Zutritt zu diesem Gebiet wurde von einem Militärposten zwischen der alten katholischen St.-Nikolaus-Kirche und der Spenglerei Reiter kontrolliert.

Als dann die Messehalle leer stand, gingen einige beherzte Männer daran, in Giebelstadt eine große Ausstellungs- und Verkaufsmesse aufzuziehen. Die Giebelstädter Messe war weit über die

Grenzen des Ochsenfurter Gaues hinaus bekannt und zog tausende von Besuchern in ihren Bann. Besonders am Messesonntag, an dem auch der Krämer- undjahrmarkt auf dem Marktplatz veranstaltet wurde, gab es an den vielen Ausstellungsständen kaum ein Durchkommen. Über einhundert, zum großen Teil ortsansässige Handels-, Gewerbe- und Wirtschaftsbetriebe stellten ihre Waren zur Schau.

Zum Erfolg der Giebelstädter Messe heißt es in der Mainpost vom 5. September 1953:

Die ersten Giebelstädter Messen in denjahren 1951 und 1952 waren gesellschaftlich und kulturell ein voller Erfolg. Besonders Landmaschinen und Ackerschlepper - nicht nur von Tausenden von Besuchern gebührend bewundert wurden tatsächlich auch gekauft, ja sie waren zum größten Teil sogar ausverkauft.

1 S Vergnügungspark

Hier werfen wir einen Blick auf den Vergnügungspark, der parallel zur Verkaufsausstellung stattfand und die Besucher nach dem Ausstellungsbesuch zum Verweilen einlud. Bierzelt, Autoscooter, Schießbuden, Karussells und Losbuden boten ausgiebig Gelegenheit, hier ein paar schöne Stunden zu verbringen.

Die Giebelstädter Ausstellungs- und Verkaufsmesse kann als ein Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufschwung der fünfziger [ahre in der Bundesrepublik Deutschland angesehen werden, der bereits im [ahre 1948 mit der Währungsreform begann. Der ununterbrochene wirtschaftliche Aufstieg reichte bis zur ersten Rezession Mitte der sechziger [ahre.

In den fünfziger Jahren begann sich die Struktur einer modernen Industriegesellschaft abzuzeichnen.Während im jihre 195025 Prozent der Erwerbstätigen

noch in der Landwirtschaft beschäftigt waren, über 40 Prozent in der Industrie und 35 Prozent im tertiären Sektor (Handel, Verkehr, Dienstleistungen), waren im Jahr 1960 nur noch knapp 14 Prozent in der Landwirtschaft, in Handwerk und Industrie 48 Prozent und 38 Prozent im tertiären Sektor tätig.

Charakteristisch für die fünfziger jihre war die ungewöhnliche Steigerungsrate des Bruttosozialproduktes und des Außenhandels, die im In- und Ausland als Wirtschaftswunder bezeichnet wurde und als deren Schöpfer der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard galt.

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