Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6612-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten'

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19 Um 1900 hatte man von der Friedenstraße diesen offenen Blick auf die Höhen der Galgenberge. Die Straße selbst kreuzt spitzwinklig die Wittekindstraße, von einer Bebauung mit erhabenen Villen ist dort noch nichts zu sehen. Rechts im Bild zweigt der Röderberg ab und im weiteren Verlauf mündet die Friedenstraße dann in die Reilstraße. Dort lag linkerhand das in Giebichenstein einst bedeutende Etablissement 'Lûderitz Berg' , eine weit ausgedehnte, bis zum Bad Wittekind reichende, romantisch gelegene Gartenrestauration. Heute noch der Gastronomie verpflichtet, trägt sie den

Namen 'Alchimistenklause'. Die Friedenstraße, eine Allee, verbindet die Reilstraße, vorbei am Oberschmelzer und der Bartholomäuskirche, über die Fichtestraße auch mit der

Burgstraße. Talwärts hingegen verläuft hier die Wittekindstraße, eben in das Wittekindtal, vorbei am berühmten Solbad mit den mondänen Kurhäusern am Südhang. Sie erreicht die

Seebener Straße, nicht ohne einen Zugang zu Reichardts Garten freizugeben.

20 Eine Straße direkt am Paradies! Am Giebichensteiner Dichterparadies liegt sie allemal, die Friedenstraße. Wie ein Höhenzug, der Erhebung des Reilsberges genau gegenüber. Immer auf die bizarrromantischen Blicke in das zu ihren Füßen liegende Wittekindtal bedacht. Und in das Dichterparadies. SA wurde sie einst auch angelegt, mit Blick auf die

Saale, die Trothaer Flur, den Reilsberg und die Kurhäuser. Man sagt, dies sei im wesentlichen nach 1880 geschehen, im Zusammenhang mit der Errichtung eines neuen Giebichensteiner Friedhofs (etwa 1883). Sie war eine Grenzlage,

eine Barriere gewissermaßen für die bessere Gesellschaft. So ist sie auch durch und durch mit Villen und mondänen Wohnhäusern besetzt. Das zeigt der Blick auf die Ansichtskarte von

1905 mit dem östlichen Teil der Friedenstraße, die an dieser Stelle im spitzen Winkel in die Wittekindstraße mündet.

Halle a.S.

Friedenstrasse

2 1 Ganz am Fuße des Bades Wittekind und des Zoologischen Gartens zieht sich die Seebener Straße entlang. Die verläuft etwa parallel zur Saale, zumindest an der Stelle, die der Bildausschnitt zeigt. Zwischen ihr und dem Fluss breiten sich hier der Amtsgarten und die Klausberge aus. Ganz in der Nähe der einstigen SaalschlossbrauereiwurdeimJahre 1906 das abgebildete Gründerzeithaus in Ecklage zur Wittekindstraße errichtet. Der Jugendstilbau mit Volutengiebeln bestimmt immer noch den Eingang zur Straße, die Spitze des Eckturmes fehlt jedoch. So ist die Ansichtskarte aus

dem Iahre 1907 eine offerte der Konditorei Amthor, in der auch ein Café betrieben wurde. Die Wittekindstraße erstreckt sich zwischen Bad Wittekind und Reichardts Garten -

eine Trennwand zwischen den beiden Herzkammern Giebichensteins.

22 Ein Stück früher Historie von Halle und der Region ist Wittekind, eine 'Herzkammer' von Giebichenstein. Das Tal mit dem berühmten Solbad zählte durchaus zu den nobleren Kurorten, wie die schöne Federlithografie aus dem Iahre 1894 erkennen lässt, es wird vom Zoologischen Garten und der Friedenstraßenhöhe getragen. Geschichte und Legenden sind verwoben, Karl der Große hat im neunten Jahrhundert bereits die Salzquelle in Augenschein genommen, er hat dem Sohn des Sachsenkönigs Wittekind die Grafschaft Wettin geschenkt. Später hat Otto der Große den Ort 'Givicansten ' mit dem Salzquell dem Magdeburger

Erzstift geschenkt. Geburtsstunden der Stadt Halle schlugen in dieserTraumlandschaft. Die Bilder auf der Ansichtskarte zeigen, dass das Solbad Wittekind

mondän war. 1845 entdeckte der Kaufmann Thieie die Quelle erneut und schufin den Folgejahren die Bade- und Kuranlagen. Unbegreiflich ist das heutige

Badenaus. ~, ---------~

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Siechtum des zauberhaften Ortes, vielleicht aber ändert sich etwas durch das Wirken eines Förderkreises Stiftung Wittekind e. V Es ist hohe Zeit.

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23 Geblieben ist heute die Unberührtheit dieser anderen 'Herzkamrner', so wie die seltene Postkarte von etwa 1905 den Eindruck von Reichardts Garten vermittelt. Seinerzeit hieß er Bürgerpark. Weitere Attribute lassen auf eine große Geschichte schließen: 'Herberge der Romantik' oder 'Giebichensteiner Dichterparadies ' . Die Anlage im Stil eines englischen Landschaftsgartens vermittelt mit ihrer mehr als drei ha umfassenden Fläche Ruhe, Abgeschiedenheit, Einsamkeit. Mitten an der verkehrsreichen Seebener Straße immerhin. Die zum Teil bewaldeten Hänge, unterbrochen von Rasenflä-

chen, nivellieren Höhenunterschiede zum Saaleufer hin. Schöpfer des Paradieses war der Komponist]. F. Reichardt, der den Park etwa zwischen 1794 und 1814 anlegte. Der preußi-

sche Hofkapellmeister und Musikschriftsteller hatte dabei offensichtlich Vorbilder wie den Wörlitzer Park im Sinn. Dass dies gelang, zeigte eine Reihe von Treffen namhafter Schöngeister

in dieser Zeit, auch Goethe war öfter hier. Und Eichendorff, Novalis und Brentano. Nach Reichardts Tod

1 814 besaßen unter anderem Schmelzer und Wucherer den Garten.

Halle a. Saal.

Partie Im Burgerpark - Gte btche nstem ~I'.:".)

24 Zum erstenmal urkundlich erwähnt wurde der alte Ort mit seiner Burg am 29. Juli 961 mit der Schenkung des 'Zehenden zu Giebichenstein' (Dreyhaupt; II). Beschenkter war das Magdeburger Moritzkloster. Die Postkarte von 1912 zeigt die Burg mit dem sich weit in die Landschaft prägenden Bergfried einmal nicht von der typischen Flussseite aus, auf dem Felsen thronend. Hier ist die Stadtseite zu sehen, an der Seebener Straße mit dem Zugang zur Unterburg und dem Amtsgarten (Bildmitte ). Der Betrachter steht zweifellos auf dem Bartholomäusberg und hinterlässt einen recht außergewöhnlichen Blick

über das Areal der alten Amtsschäferei. Sie stand als großes, durch Bruchsteinmauern eingefasstes Gehöft dem Amt Giebichenstein direkt gegenüber. Typisch das doppelflügelige

Eingangstor. Das Bild vermittelt noch einen vorgründerzeitlichen Eindruck mit den Scheunen und den Häusern auf der anderen Seite des Trothaer Weges.

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25 Schon weit vor der Eingemeindung Giebichensteins war der Ort praktisch ein Teil der Stadt. Das war unter anderem an den Dimensionen der großen Ausflugsetablissements zu erkennen. Dazu gehörte zweifellos die Saalschlossbrauerei. Sie fasste einen reizvoll gelegenen Park am Ufer der Saale und zu Füßen der Klausberge ein. Die Gartenanlage wurde im Auftrag des ersten Besitzers, des Professors Düffer, angelegt. Später wechselten die Eigner des Refugiums und im Iahre 1872 gründete der Fabrikbesitzer Kircher die 'Hallische Saalschloss- Aktien bierbrauerei'. ErstWilhelm Rauch-

fuß schuf aber den berühmten Gesellschaftsgarten mitAlleen und Blumenrabatten. Die Ansichtskarte von 1904 zeigt (rechts unten) den 1890 entstandenen Saalbau mit

dem prägenden viereckigen Turm. Der Saal fasste mehr als zweitausend Besucher, deshalb wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweilig auch als Operettentheater genutzt.

Im Iahre 1953 erfolgteleider der Abriss, ein Bürogebäude wurde an der Stelle errichtet.

Blick n. d. Zoologischen Gatten.

44

26 Am Aufgang zu den Klausbergen, am Fuße des Giebichensteiner Zugangs, sieht man noch heute Spuren in der Felswand, von den Resten der Aufhängung eines Denkmals, längst verrostete Schrauben und eine plan gearbeitete Fläche im Porphyr. Das aufgeblühte Kaiserreich huldigte natürlich seinen Herrschern, und so setzte man im Oktober 1890 den Kaisern Wilhelm 1. und Friedrich lIl., dem Nachfolger für nur 88 Tage, dieses zweifellos wirkungsvolle Monument. Es wirkte auch vom Fluss aus recht eindrucksvoll. Die trotzige Walküre in verklärender Siegerpose am getöteten Drachen, daneben das Medaillon mit den Herrschern. Der kleine Felsvorsprung war stets ein Ort für Posen von Passanten

und Spaziergängern. Davor die gusseiserne Tafel mit der Widmung. Wohl nach einer Beschädigung im Iahre 1922 wurde das Denkmal dann entfernt auch ein Opfer offensichtlich zeitloser Ignoranz.

27 Der Ort heißtTiergartenstraße und dort befand sich der einstige Haupteingang des Zoologischen Gartens auf dem Reilsberg. Heute liegt das Portal in einer Seitenstraße und ist als Durchgang gänzlich ungenutzt. Der existiert seit Jahrzehnten bereits in der Reilstraße und ist diesem hier nachempfunden. Nicht so schmuckvoll, aber die ziegelbedeckte Dachkonstruktion wirkt ganz ähnlich. Das alte Hauptportal in derTiergartenstraße aber ist architektonisch besonders reizvoll, mit dem Rundturm rechts und einem Eckturm an der linken Eingangsfront. Die Krone des Ganzen war der

ziegelbedeckte hölzerne Galerieaufbau, der leider heute nicht mehr existiert. Der Reilsbergzoo bot also malerische Aussichtspunkte en masse, wie noch heute. Das macht ihn, in

Deutschland zumindest, einmalig. Zudem wirkt das Portal für die mit Gründerzeitvillen besetzte Tiergartenstraße wie eine kleine Wehranlage.

Zoologischer Garten.

Halle a. S.

Hauptportal,

28 AmAngerweg (heute Geschwister -Scholl-StraBe), der Südgrenze der alten GemarkungTrotha, befand sich seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine Sportanlage, die noch heute, oder heute wieder, eine namhafte ist. Sie gehörte dem Halleschen FuBballklub von 1896, von dem die Ansicht aus dem Iahre 1915 das Klubhaus zeigt. Zuerst gab es für

den Verein verschiedene geduldete Orte, am Sandanger, an den Brandbergen oder an der Leipziger Chaussee fanden die Spiele und Treffen statt. Im Iahre 1908 legte man dann den Sportplatz am Zoo an, oder besser, in dessen Nähe. Hier entwickelte sich im Laufe der Zeit eine der an-

sehnlichsten Spielstätten der Stadt. Der Klub trug später den Namen Verein für Leibesübungen Halle 96. Die Gründung liegt im Juli des besagten Iahres, sie wurde von einem Dr.

Hammerschmidt, seines Zeichens Sportlehrer, betrieben. Gründungsort war ein Altstadtgasthof in der HackebornstraBe. Heute Spielanlage desVfL Halle 96.

Clubhaus des Hallesehen f

(E. V.)

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