Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6612-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten'

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39 Die seltene Federlithographie aus dem Iahre 1895 zeigt den Kaffeegarten Trotha, der sich auf dem Terrain von der Trothaer Straße bis hin zur Saale ausdehnte. Dort befand sich eine Anlegestelle für Ausflugsdampfer und Gondeln (Bild links oben). Das Haus mit Gasträumen im Erdgeschoss und einem großen Saal in der ersten Etage erfreute sich ab dem neunzehnten Jahrhundert größerer Beliebtheit - der frühmittelalterliche Herrensitz und davor slawische Wasserburg als Hort des Vergnügens. Im Iahre 1840 etwa hatte, nach verschiedenen Pächtern, eine Familie Preiß das Zepter übernommen. Nach und nach

wurde der Garten ausgestaltet und die Verkehrsanbindungen verbessert. Der Garten war wirklich geeignet, Abwechslung zu schaffen, nahezu 2 000 Plätze luden ein, Kegelbahnen

und Karussells. Die untere Abbildung links zeigt eine dem damaligen Zeitgeist entsprechende Sehenswürdigkeit, die Kaisergrotte. Sie war den drei Kaisern gewidmet.

40 Trothaer Geschichte müsste umfänglich erzählt werden, wollte man alles über das hier abgebildete Gebäude erfahren. Die Postkarte aus dem Iahre 1925 zeigt einen lauschigen Ort. Einen Restaurantgarten mit typischem Klappgestühl unter alten Bäumen etwa ... ? Die Karte offenbart auch den Adressanten, den Halleschen Ruder-Club e.V in der Trothaer Straße Nr. 17. seinerzeit. Der im Iahre 1895 gegründete Klub erwarb 1924 das Areal mit dem Stammsitz des Geschlechts derer von Trotha. Der wunderschöne Flecken ist noch heute als solcher auszumachen, obgleich derVerfall und dilettantische bauliche Eingriffe der Anlage geschadet haben und einen anderen Eindruck erwecken könnten. Der zweigeschossige

Putzbau mit dem hohen Walmdach und dem ins Auge fallenden Barockportal beherbergte zur Zeit des Ruderklubs natürlich auch Gasträume und Vereinszimmer im Erdgeschoss. Doch

zurück zur fulminanten historischen Tradition. Der Ort war mittelalterlicher Adelssitz, später, 1698, errichtete der kurfürstlichbrandenburgische Postmeister Madeweis dieses

Gebäude, das dann, im neunzehnten Jahrhundert, als Preißischer Kaffeegarten bekannt wurde.

41 Die schöne Ansicht von 1900 gewährt einen Blick in die Hauptstraße des gerade eingemeindeten Ortes, die Trothaer Straße mit den vielen typischen, dörflich anmutenden Gebäuden und Gehöften auf der westlichen Seite. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite war bereits großzügigere Bebauung zu erkennen, Gebäude mit städtischem Ambiente entstanden ab dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts. Auch hier noch Point de vue ist das Kriegerdenkmal von 1 866 und 1870/71, ein Obelisk auf Sandsteinsockel und Stufenumfassung. Der wirkungsvolle Gedenkstein

war den gefallenen Trothaern gewidmet, mit einer Mahnung für kommende Generationen. Gleich neben dem Obelisk kann man den Eingang zum Trothaer Kaffeegarten sehen,

der sich reizvoll in Richtung Saale ausbreitete. Die Gebäude rechts im Bild, unter anderem das Postund Telegrafenamt, wurden Ende der sechziger Iahre abgerissen.

Kriegerdenkmal v, 1 70/1.

@russ aus )farre a ... -Trolfia

_I.

42 Von etwa 1930 stammt die vorliegende Ansichtskarte, sie gewährt einmal einen Blick in beide Richtungen des Verlaufs der Trothaer Straße. Der obere Bildteillässt den Betrachter in nördliche Richtung schauen, stadtauswärts

also. Da zeigt die westliche Straßenseite die damals bekannteAnker-Drogerie und im daneben liegenden Gebäude, mit einer Filiale der Stadtsparkasse, befand sich auch eine Autowerkstatt. Das Eckgebäude neben der Einmündung zur Saalestraße war der altehrwürdige Gasthof zur 'Preußischen Krone', bereits existent seit dem Iahre 1721. Der untere Bildteil wird dominiert

durch den Denkmalplatz mit dem Sandstein-Obelisk für die Gefallenen der Kriege vor der Reichsgründung 1871. Bedeutsam ist aber hier wohl die Standard- Tankstelle aus dem

Iahre 1925 mit einerTransformatorenstation im Stil des Expressionismus.

43 Der Winter des Iahres

1 91 0 lockte wohl diese Kinder zum Schlittenfahren in die Trothaer Straße. Der Fotograf stand hier an der Einmündung zur Saalwerderstraße und schaute in Richtung Denkmalplatz. Das Gebäude mit dem straßenbildprägenden Turm ist die Nagelsche Villa, ein recht mondänes Anwesen mit Garten nach der Straße zu wie in Richtung Saale. Auch hier ist zu erkennen, dass die recht breit angelegte Straße längst großstädtischer Verkehrsweg war, die Kanalisierung war zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen und gleichfalls die Anbindung des ehemaligen Dorfes an die städti-

sche Wasserversorgung. Die Stadtbahn Halle zieht hier schon ihre Bahn, denn ab

1 90 1 reichte ihr Netz bis zum BahnhofTrotha. Vordem, ab 1892, war ihr Endpunkt der Denkmal-

platz. Als Dorflage wurde einst der Teil der Straße bezeichnet, der sich vom Denkmal bis zur Gabelung Köthener Straße / Magdeburger Chaussee hinzog. Der Straßenabschnitt war

somit auch Teil der alten Heerstraße nach Magdeburg. Die Villa Nagel ist heute Sitz einer Bildungseinrichtung.

44 Kurz nach der Eingemeindung wurden Ansichtskarten, wie auch die hier abgebildete, bereits mit der Werbung für Halle versehen. Deshalb der Aufdruck Halle a.S.- Trotha, eine augenfällige Abgrenzung gegenüber den Ortschaften des Saalkreises. Der alte Name 'Tarata' als Ursprungsform tauchte erstmalig im Iahre 952 urkundlich auf; dessen Bedeutung liegt wahrscheinlich im Keltischen, für 'Durchbruch". Die Wasserkraft der Saale hatte sich durch die Porphyrfelsen einen Weg gebahnt, der Flussverlauf war seinerzeit nicht mit dem heutigen identisch. Die obere Abbildung zeigt die Magdeburger Chaussee, die nachmalige Trothaer Straße. Am bedeutsamen Verkehrsweg von Magdeburg nach Halle

und Leipzig befanden sich stets Gasthöfe mit Ausspann, also auch Möglichkeiten zum Übernachten. So die 'Erholung , ein etwas eingerücktes Anwesen in Ecklage zur Morlstraße. Das Gebäude existiert noch heute. Unten sind die Anlagen am Denkmal zu sehen.

Halle a. 5,-Trotha.

Gasthof zur Erholung, Inh., FriedrIch Schmldt.

45 Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert gab es für die heutige Trothaer Straße auch die Bezeichnung Holländische Straße. Ursächlich dafür war der Postverkehr über Cleve in Richtung Holland, nach Einführung der Preußischen Post nach 1681. Die Bedeutung derVerbindung zwischen Halle und Magdeburg wurde neben der Existenz von Restaurationen auch durch die Ansiedlung kleinerer Industriebetriebe und Zulieferunternehmen hervorgehoben. Chemische und Maschinenfabriken etwa; auch Bergbau war hier präsent. Die Postkarte von 1904 zeigt im unteren Teil das Restaurant van Otto Meyer, Trothaer Straße 5 1. Das auf

der östlichen Straßenseite liegende Haus gibt es noch heute. Zu sehen ist auch ein Stück der großen Weickartschen Holzhandlung auf dem Areal rechts neben dem Gebäude.

46 Die Ostseite derTrothaer Straße zeigte, zwischen einigen Villen im Stil des Klassizismus, das Gebäude mit der Hausnummer 69. Dort war ein damals überregional bekanntes Unternehmen ansässig, die Pantoffelfabrik von Max Fricke. So präsentiert die Werbekarte aus dem Iahre 1916 einen Teil der Belegschaft vor dem Haus. Auch ein Firmenauto stand bereit, damals mit Sicherheit Beleg für hohe Produktionszahlen und einen breit gefächerten Abnehmerkreis. Die Nachfrage nach derartigen Schuhen war groß, sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft. In der Region um das Halle- Merseburger Industriezentrum

war 'Pantoffelfricke' wohl Marktführer, ein Zweigbetrieb befand sich in der Mansfelder Straße. Die Auslieferung der Schuhe erfolgte auch über die Bahnstation Trotha.

Max Frlcke. Halle a. S.

Fabrikation von Holzpantoffeln u. Holzschuhen Trolhaerslraße 69. Fernsprecher 1879 Filiale: Mansfelderstr.47. Fernsprecher 2950.

Postkarte

An

Herrn Firma

47 Die Kirche St. Briccius zu Trotha auf einer Ansichtskarte aus dem Iahre 1913. Gestaltet wurde die Karte nach einer Federzeichnung von Alfred Wessner für das heim atkundliche Standardwerk 'Wanderungen durch den Saalkreis' (Schultze-Galléra). Das Gotteshaus in der idyllisch gelegenen Pfarrstraße ist sehr alt und wurde einst als hölzerne Tauf- und Betkirche errichtet, nach Überlieferung der Chroniken bereits im achten Jahrhundert. Im Laufe des zwölften Jahrhunderts dann wurde sie in Stein gebaut, im romanischen Stil. Weitere barocke und Iugends tilü berarbeitungen erfolgten im achtzehnten bzw. zwanzigsten Iahrhundert. Der nach Westen weisende Querturm stammt aus der Zeit des ältesten

Steinbaus, die exponierte Lage der Kirche auf einer Anhöhe folgte dem Schutz vor den Hochwassern der

nahen Saale. Der Friedhof seinerseits ist etwa so alt wie das Gotteshaus.

Hirdle zu Trotha,

48 Eine Ansicht aus den dreißiger Iahren zeigt das Innere und die Ufer des altehrwürdigen Ortes. Dazu gehörte auch die Bogenbrücke über den Mühlgraben (rechts oben). Der Bogen übrigens wird zur alten Forstwerderinsel gespannt. In der historischen Überlieferung, mit literarischen Würdigungen bedacht, hieß sie 'Elysium' oder die 'Insel der Seligen'. Sie war und ist ein wildromantischer Ort, obgleich dort heute keine Mensuren mehr ausgefochten werden. Ihre Anziehungskraft aufSpaziergänger wirkt indes ungebrochen. Die architektonisch sehr wirkungsvolle Brücke stammt aus demjahre 1928, der Parabelbogenübergang prägt die Flussenge und lockt zum Entdecken des Eilands. Von 192 6 bis 1937

gab es das Freibad Forstwerder. Die Teilabbildung oben links zeigt das Gemeindehaus, unmittelbar an das Terrain des Kaffeegartens grenzend. Damals neu waren auch die Wohn-

Wohnraum vor allem für Bedienstete der nahegelegenen Betriebe.

häuser entlang der Ostseite derTrothaer Straße (Bild unten links) , Initiator war die 'Gemeinnützige AG für Angestelltenheimstätten' . Notwendig wurden die

N euerschließungen van

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