Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6612-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Giebichenstein, Trotha und Kröllwitz in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

49 Die Trothaer Straße um 1910. Von dieser ein Blick in das alte 'Unterdorf" , die Saalwerderstraße. Dieser verträumte Flecken lag und liegt unterhalb derTrothaer Wassermühle. Die Saalwerderstraße war bis 1890 eine durchaus verkehrsreiche Passage aus dem Ort heraus. Da war die in der Mitte des Bildes sichtbare Ostseite noch nicht bebaut. Seit 1905 jedenfalls trägt sie den Namen des Trothaer Werders. Dem liegt sie gegenüber, getrennt nur durch den Mühlgraben, der auch Badeort war, wie viele andere Stellen. 'Bad Trotha' lag in der Straße, im Bild nicht sichtbar. Sichtbar wohl aber ist der

schöne Dorfanger, der, nicht mehr so augenfällig, den Straßenzug noch heute teilt. Bis zum]ahre 1905 Köthener Straße genannt, erkennt man im Bild wie auch jetzt, das dörflich ge-

bliebene Antlitz, geprägt durch überwiegend kleine, ein- bis zweistöckige Giebelhäuser.

Halle-Trotha // Saaiwerderstraße

SO Vier Einblicke in das vergangene, idyllische Trotha zeigt die Ansichtskarte von 1910. Links oben der Kreuzungspunkt von Trothaer, Köthener und Oppiner Straße mit Straßenbahnverkehr, der noch heute bis hierher reicht. Die Bahn bewegt sich aus der Köthener Straße in Richtung Giebichenstein, die Straße am nördlichen Ausgang des Ortes hieß bis 1900 Lindenstraße, mit der Eingemeindung zunächst Kreisstraße. Dann erfolgte die Umbenennung in Köthener Straße, die bis dahin den Namen tragende wurde jetzt Saalwerderstraße genannt. Industrie und Handwerk siedelten sich

auch hier an, westseitig lagen die Holzhandlung von Lohmann, die Chemische Fabrik Korn und ein Holzplatz. Heute liegen hier neben Märkten und kleineren Dienstleistungs-

betrieben auch Ladenpassagen. Die kleineren, einander angepassten Klinkerhäuser wahren den Vorstadtcharakter. Im Bild oben rechts sind wohl pausierende Schülerinnen der

älteren Trothaer Volksschule in der Morlstraße zu erkennen.

51 Um billige und effektive Frachtversorgung auf dem Wasserwege sicherzustellen, wurde eine Mitteldeutsche Hafen-AG gegründet. Am Ende der zwanziger Iahre dann war der Hafen bereits in Betrieb, die günstigen Frachtmöglichkeiten reichten bis nach Sachsen, Thüringen, nach Bayern und die Tschechische Republik. Verbindungen gab es darüber hinaus bis nach Hamburg und Stettin. Das weitläufige Areal von 37 ha verfügte auch über verschiedene Bahnanschlüsse und die Anbindung an das Fernstraßennetz. Unmittelbar hier, an den Straßen nach Magdeburg und Leipzig,

kreuzte auch der Saalebahnanschluss, der seinerseits mit der Trothaer Bahnstation verbunden war. An der Kreuzung der Bahn mit der Trothaer Straße (Magdeburger Chaus-

see) befand sich, in Eeklage zur Brachwitzer Straße, das Fernfahrerrestaurant 'Hafenecke', ein ins Auge fallendes Gebäude mit Pavillonvorbau. Es lag auf der Hand, dass die Gaststätte

mit Vereinszimmern, Klubs und Übernachtungsmöglichkeiten überaus gut frequentiert war.

52 DerTrothaer Hafen entstand letztendlich in der Folge unzureichender Bedingungen und der niedrigen Umschlagfrequenz im Sophienhafen. Die Stadt beschloss im Iahre 192 3 bereits den Bau eines neuen, großzügigeren Hafens im Norden des damals sich entwickelnden Industriestandortes. So erwuchs auch Trotha eine Bedeutung, die der erste Anschein nicht unbedingt widerspiegelte. Da entstanden entlang der neuen Ansiedlungen mit kleineren Maschinenbau- und Chemieunternehmen zwangsläufig auch neue Straßen mit schnell errichteten Wohngebäuden. Und mit Restau-

rationen. In der Bahnhofstraße (heute Hans-DittmarStraße), im Nordosten des Vororts, lag Heinemanns 'Feldschlósschen' , in unmittelbarer Ecklage zur Köthener Straße. Unweit der

Bahnstation und der Grube 'Carl Ernst'. Hinter dem Gasthaus verliefen die Gleise der Saalebahn, links am Bildrand ist deren Position zu erkennen.

53 Eine verschneite Winterlandschaft am Saaleufer. Alles scheint in der Kröllwitzer Talstraße vom Schnee verzaubert zu sein und im Hintergrund ragt scheinbar unwirklich ein Turm hervor. Vielleicht ein Kirchturm? Die Bergschenke auf dem gleichnamigen Felsen ist gänzlich hinter dem grellen Schneeleuchten verschwunden. Und so ist derTurm freilich nicht der einer Kirche, es ist der einstige Pavillon der Bergschenke, ein wunderschöner Pagodenturm auf einer vorspringenden Porphyrkuppe. Besonders wirkungsvoll war der den Treppenaufgang tragende Sockel mit Gesichtern im

Stein. Dieser landschaftsprägende Reizpunkt im Saaietal an jener Stelle wurde schon 1917 entfernt. So bleibt nur die Erinnerung.

54 Kröllwitzer Wahrzeichen dominieren die Ansichtskarte aus dem Iahre 1910. Die 1901 geweihte Petruskirche auf dem Schulberg, und links davon breiten sich die Bergschenke mit ihrem Felsenpavilion und das Denkmal für den Reichsgründer von 187 1 aus. Eine kuriose Perspektive zwingt gewissermaßen Giebichensteiner oder hallesches Arbeitsleben in die Szenerie. Da liegt nämlich einer der Kohlenkähne vor Anker, mit Brennmaterial für die 'Spinne' . Der Entladeprozess ist hier im Gange und er spielte sich tatsächlich vor den Augen von Ausflüglern ab, die Gondeln

oder Paddelboote nutzen wollten. Das alte FischerdorfKröllwitz war jedenfalls an dieser Stelle mit Giebichenstein verbunden, seit Alters her. Zunächst durch Fährenbetrieb über

die Jahrhunderte hinweg, dann seit 1870 über eine Pontonbrücke. Die Brücke von 1892 ist hier nicht zu erkennen, jene Stahlkonstruktion tat ihren Dienst bis zumjahre 1927.

S aa lr·F.rlir mil llug-Sd1änkr une GrÖllwilz., Kirà1.

55 Malerisch zieht die Talstraße am Fluss entlang, ihn begleitend, als Rückzugsraum dienend, als Verbindungselement zum Vorort Kröllwitz. So bietet sich die Idylle auch dem Betrachter der Postkarte aus demjahre 1907. Die kleine, in den Fluss ragende Porphyrkuppe (links) war der sogenannte Fährfelsen. Ursprünglich mit dem Bergschenkenfelsen verbunden, wurde der Durchbruch während vieler Iahrhunderte nach und nach erweitert, letztmalig eben in dem genannten Iahr 1907 als Fahrweg. Die Spitze der kleinen Erhebung trägt, eingefriedet mit einer schmiedeeisernen

Umzäunung, das Kröllwitzer Kriegerdenkmal. Der Obelisk besteht aus schwarzem Granit und wurde den in den Kriegen von 1866 und 1870/71 gefallenen Kröllwitzer Bür-

gern gewidmet. Der Obelisk hat die Zeit bis heute unbeschadet überdauert!

X:;' ?

J{alle a. S. i~ . .f. ,:.y; fin der Jjergschenke ~

~~~ ~~ ~' ...? r-,,/~~

No. 546. Johan&s Hlimann, Lelpaig. Czerrnaksgarten 5 .,. ?

56 Das nahezu gesamte Giebichenstein- Kröllwitzer Saaiepanorama zeigt diese schöne Federlithografie

aus dem Iahre 1894. Die frühe Ansichtskarte beschränkte sich auf die herausragenden Punkte. Dominant, obwohl nicht in Höhenlage, war die damals gerade neu errichtete Saalebrücke zwischen den Saalkreisorten, die damit schon irgendwie Teil der Stadt wurden. Die Brücke verdeckt die alten Fährhäuser und der Fährfelsen steht noch ohne das Kröllwitzer Kriegerdenkmal, dessen Enthüllung erst im August 1896 erfolgte. Hoch über allem thronen die Bergschenke und ihr ungleich älteres, ehrwürdiges Gegenüber.

57 Wie schmal die Brücke von 1892 wirklich war, ist auf dieser schönen Ansicht aus dem Iahre 1902 deutlich zu erkennen. Der Blick des Fotografen vam Schulberg auf den Übergang von Kröllwitz nach Giebichenstein zeigt, dass die Brücke mit den Durchlasstürmchen durchaus nicht, wie oft (in der Regionalliteratur) überliefert, hässlich und unansehnlich war. Sie war ein recht großer Fortschritt seinerzeit, da der Flussverkehr nicht mehr eingeschränkt wurde, wie vordem durch die Pontonbrücke. Sie hat das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt. Sehr bald aber nach ihrer Erbauung

zeigte sich ihr wirkliches Dilemma, nämlich die Unfähigkeit, den großstädtischen Verkehrsverhältnissen in deren rascher Entwicklung Stand zu halten. Das Problem konnte erst

192 7 durch die Erbauung der heutigen Brücke gelöst werden.

}-(alle a. ·S.-Crölwilz

/

- r 128

58 Am Fuße der Kröllwitzer Kirche auf dem SchuloderTannenberg, liegt die Kreuzung der Kröllwitzer Straße mit der rechterhand zur Saale führenden Talstra ßenzufahrt. Die Ansichtskarte versetzt den Betrachter zurück in das Iahr

1903, eine am Heute gemessen noch recht verkehrsarme Zeit. Etwas Bedeutungsvolles jedoch ist zu sehen, unten links im Bild verlässt gerade eine Straßenbahn den 'Bahnhof Cröllwitz'. Diese Umlegestation funktionierte mit dem kleinen Bahnhofsgebäude hervorragend, so brachte die Bahn die ersten Pendler in die städtischen Industriebetriebe und zurück. Auch Erholungssuchende auf dem Weg in

den Stadtwald nutzten den Zubringer. Man erkennt auch die reizvolle Lage der kleinen Station, ganz dem Baudenstil nachempfunden, mit Schieferdach und Spitztürmchen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek